Montag, 22. November 2010

Aus einem längst vergangenen November...

Hier mal etwas sehr Altes. Aus einem November Anfang der Neunziger. Eine Erinnerung also. Auch die Fotos dazu sind so alt.
Als ich dies schrieb ahnte ich noch nicht, dasz ich bald wissen würde: ja, man kann! So leben. Und noch viel mehr. Wie es normalerweise gar nicht vorstellbar ist.
Winters in Häusern ohne Fensterscheiben. Ohne Tür. In Containern Essen suchen. Und zubereiten über einer Gaskartusche… Leben ohne Wasser. Ohne Strom. Ohne alle Standards. In Dreck und Müll. Und die Kälte nicht mehr spüren…
Ja, all das – und noch viel mehr - gibt es. Und ich habe Bilder gesehen, die habe ich nicht zu fotografieren gewagt. Die haben sich nur in die Seele gebrannt.
Auch das ist Deutschland. Nicht immer nur woanders.
Eine Erinnerung. Für mich.
Aber immer noch aktuell.
Und wieder November…


Sonnenlicht
Zieht schwarzen Fensterhöhlen
Ihre Trauerkleider aus
Wind spielt mit den Türen
Täuscht dich mit Lebensgeräuschen
Wenn du über eingestürzte Stufen
das Dunkel betrittst
über Barrikaden steigend
erreichst du die Mitte
gelangst in den folgenden Raum
ein Zug donnert vorbei
und nimmt den Wind mit
dann bleibt nur noch die Stille zurück
du drehst dich um
und findest das Lager – auch hier
wieder die Decken am Boden
und in der Ecke noch der Hundenapf

kann man so leben
fragst du
und verloren
verlassen
stehen die Worte
im Raum

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