Samstag, 23. Januar 2010

Alltagswunder

Mitten im eisigen Winter
ein grüner Baum
efeuüberwachsen
darin die kleinen Vögel
lautstark lärmen


In einem Stadtbild
aus Ziegelrot und Weisz
unvermittelt
ein blauer Farbfleck
Kontrast
der mich
zum Träumen bringt


Dienstag, 19. Januar 2010

Atempause

Ein Tag mit Frühlingsluft
und etwas Sonne sogar
am Morgen.
Ein Tag wo Bewegung
viel leichter fällt
und freieres Atmen.
Und langsam allmählich
gibt der Schnee
wieder Farben frei:
im Hof meine blauen
Pyramiden...


Dienstag, 12. Januar 2010

Ausgedient

Umgehaun - oder erschlagen -
um zu erstrahlen
in ungeahntem Glanz
und Wärme - nie gekannt -
warten sie nun
in der Kälte
auf den letzten Bus
Richtung Wertstoffhof.

Wertstoffhof -
wie großartig
das klingt -





Nachträglich geteilt mit Mein Freund der Baum

Sonntag, 10. Januar 2010

Katze von Steiff, um 1930...



Mein erstes Plüschtier.
Heisz geliebt und ohne Fell.
Kleiner Freund für Generationen.
- Ein Sammlerstück ?
Manche würden blättern nun
in Katalogen...
Für mich hat es einen andren Wert.
Und den wird es immer haben.

Samstag, 9. Januar 2010

Momentaufnahmen des Verfalls

Als Fotografin alter Häuser
habe ich manchmal versucht
das ganz eigene Gesicht dieser Bauten
umzusetzen in Textil.
Im Seitenverhältnis von Polariodfotos
- und sozusagen in Duoton -
entstanden diese Bilder
aus verschiedensten Stoffen.
Eigentlich leben sie nur im Lichteinfall wirklich
durch den unterschiedlichen Glanz
von Sackleinwand und Seide...
So wieder abfotografiert
ist ihre Poesie kaum wiederzugeben.
Ich möchte sie dennoch
hier einmal zeigen.






3 Textilcollagen auf Leinen, je 90 mal 90 cm, 1998

Freitag, 8. Januar 2010

Konferenz der Heger

Die Heger der Welt treffen sich, ihre Grenzen neu zu ziehen.
Die Verdacht-, Abscheu-, Argwohn-, Groll- und Furchtheger beanspruchen immer größere Flächen.
Sie kommen sich mit ihren Umzäunungen gegenseitig ins Gehege und in ihre kurzfristigen Einfriedungen zieht kein Frieden ein. Dort werden Schachtelhalme der Alpträume gesät und gezüchtet, Unkräuter gegensätzlicher Gefühle ausgejätet.
Hoffnungsheger brechen ihre Zäune und Mauern ab. Obwohl sich ihre Gebiete zu verkleinern scheinen, hegen sie die Hoffnung, daß ihre Pflanzen die Grenzen überwuchern.

- Christoph Kuhn -

(der Text ist ein Fundstück aus einer mind. 25 Jahre alten Thüringer Kirchenzeitung, zufällig fiel mir das vergilbte Zettelchen jetzt in die Hände)




Foto: J. Klocke

Donnerstag, 7. Januar 2010

Eiszauber





Eiszauber.
Zweige leuchtend
wie geschmückt
und die Knospen der Sternmagnolie
tief in gläserne Eisschicht
eingebettet.

Sonntag, 3. Januar 2010

Der Kirschbaum trägt ein Schneedach




3.Januar
Der Kirschbaum trägt ein Schneedach.
Die Treppe ist verschwunden.
Der Garten hat sich zugedeckt.
Das neue Jahr fängt gut an -
so rein, so weisz, so leise
und das Leben reduziert sich
mehr auf Innen-Sein.

Nur die Amseln tun mir leid
und alle anderen da drauszen.




Karl Marx... und die (soziale) Kälte

Memento mori... Gedanken um ein Abriszhaus

Hier mal wieder etwas Altes: aus einem meiner Bilderbücher, entstanden im Winter 1996


Schnee
Das weisze Fell
Die Welt zu wärmen
Liegt auf dem Garten
Wenn in den Zimmern drin
Nur noch die Kälte wohnt
Das Abriszungeheuer draußen
Schweigend wartet
Wenn letzter Rundgang
Letztes Schauen
Noch mal ein Staunen lohnt


Samstag, 2. Januar 2010


Mein Hof im Schnee.
Die Katze kommt nicht mehr
zum Küchenfenster herein...
und die Amseln warten auf Frühstück.