Donnerstag, 25. November 2010

Nikolaj Zabolockij - Herbst -


Когда минует день и освещение
Природа выбирает не сама,
Осенних рощ большие помещения
Стоят на воздухе, как чистые дома.
В них ястребы живут, вороны в них ночуют,
И облака вверху, как призраки, кочуют.

Осенних листьев ссохлось вещество
И землю всю устлало. В отдалении
На четырех ногах большое существо
Идет, мыча, в туманное селение.
Бык, бык! Ужели больше ты не царь?
Кленовый лист напоминает нам янтарь.

Дух Осени, дай силу мне владеть пером!
В строенье воздуха - присутствие алмаза.
Бык скрылся за углом,
И солнечная масса
Туманным шаром над землей висит,
И край земли, мерцая, кровенит.

Вращая круглым глазом из-под век,
Летит внизу большая птица.
В ее движенье чувствуется человек.
По крайней мере, он таится
В своем зародыше меж двух широких крыл.
Жук домик между листьев приоткрыл.

Архитектура Осени. Расположенье в ней
Воздушного пространства, рощи, речки,
Расположение животных и людей,
Когда летят по воздуху колечки
И завитушки листьев, и особый свет,-
Вот то, что выберем среди других примет.

Жук домик между листьев приоткрыл
И рожки выставив, выглядывает,
Жук разных корешков себе нарыл
И в кучку складывает,
Потом трубит в свой маленький рожок
И вновь скрывается, как маленький божок.

Но вот приходит вечер. Все, что было чистым,
Пространственным, светящимся, сухим,-
Все стало серым, неприятным, мглистым,
Неразличимым. Ветер гонит дым,
Вращает воздух, листья валит ворохом
И верх земли взрывает порохом.

И вся природа начинает леденеть.
Лист клена, словно медь,
Звенит, ударившись о маленький сучок.
И мы должны понять, что это есть значок,
Который посылает нам природа,
Вступившая в другое время года.
- Николай Заболоцкий -

Wenn der Tag vorübergeht und die Natur / die Beleuchtung nicht mehr selbst wählt, / stehen die großen Räume der herbstlichen Wälder / wie saubere Häuser im Freien. / In ihnen leben Habichte, in ihnen übernachten Raben, / und die Wolken oben ziehen dahin wie Gespenster.
Die Substanz der herbstlichen Blätter ist ausgetrocknet / und hat die ganze Erde bedeckt. In der Ferne / geht ein vierfüßiges großes Wesen / brüllend in die neblige Siedlung. / Stier, Stier! Bist du etwa nicht mehr Zar? / Das Ahornblatt erinnert uns an Bernstein.
Geist des Herbstes, gib mir Kraft, gut schreiben zu können! / In der Struktur der Luft ist die Gegenwart eines Diamanten. / Der Stier ist hinter einer Ecke verschwunden, / und die Sonnenmasse / hängt als neblige Kugel über der Erde / und färbt funkelnd den Rand der Erde blutig rot.
Das runde Auge unter dem Lid rollend, / fliegt unten ein großer Vogel. / In seiner Bewegung spürt man den Menschen. / Zumindest verbirgt er sich / in seinem Embryo zwischen zwei breiten Flügeln. / Ein Käfer hat sein Häuschen zwischen den Blättern ein wenig geöffnet.
Architektur des Herbstes. Die Anordnung / des Luftraums, des Gehölzes, des Flusses in ihm, / die Verteilung von Tieren und Menschen, / wenn durch die Luft Ringe fliegen / und Spiralen von Blättern, bei einem besonderen Licht - / das ist’s, was wir unter den übrigen Merkmalen auswählen werden.
Ein Käfer hat sein Häuschen zwischen den Blättern ein wenig geöffnet / und schaut hervor, die Fühler herausgestreckt, / der Käfer hat sich verschiedene Wurzeln ausgegraben / und legt sie auf einen Haufen; / dann stößt er in sein kleines Horn / und verschwindet wieder wie ein kleiner Gott.
Aber nun kommt der Wind. Alles, was rein war, / räumlich, leuchtend, trocken - / alles ist grau geworden, unangenehm, neblig, / ununterscheidbar. Der Wind jagt den Rauch, / wirbelt die Luft, schichtet die Blätter zu Haufen auf / und sprengt die Oberfläche der Erde zu Pulver.
Und die ganze Natur beginnt zu erstarren. / Das Ahornblatt klingt wie Kupfer, / wenn es an ein kleines Ästchen gestoßen. / Und wir müssen verstehen, dass dies ein Zeichen ist, / das uns die Natur schickt, / die in eine andere Jahreszeit eingetreten ist.

Aus „Russische Lyrik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ Russisch/Deutsch
Herausg. von Kay Borowsky und Ludolf Müller
Verl. Philipp Reclam jun. Stuttgart
( eine sehr schöne, inhaltsreiche zweisprachige Ausgabe, die ich erst kürzlich entdeckt habe - )

Montag, 22. November 2010

Aus einem längst vergangenen November...

Hier mal etwas sehr Altes. Aus einem November Anfang der Neunziger. Eine Erinnerung also. Auch die Fotos dazu sind so alt.
Als ich dies schrieb ahnte ich noch nicht, dasz ich bald wissen würde: ja, man kann! So leben. Und noch viel mehr. Wie es normalerweise gar nicht vorstellbar ist.
Winters in Häusern ohne Fensterscheiben. Ohne Tür. In Containern Essen suchen. Und zubereiten über einer Gaskartusche… Leben ohne Wasser. Ohne Strom. Ohne alle Standards. In Dreck und Müll. Und die Kälte nicht mehr spüren…
Ja, all das – und noch viel mehr - gibt es. Und ich habe Bilder gesehen, die habe ich nicht zu fotografieren gewagt. Die haben sich nur in die Seele gebrannt.
Auch das ist Deutschland. Nicht immer nur woanders.
Eine Erinnerung. Für mich.
Aber immer noch aktuell.
Und wieder November…


Sonnenlicht
Zieht schwarzen Fensterhöhlen
Ihre Trauerkleider aus
Wind spielt mit den Türen
Täuscht dich mit Lebensgeräuschen
Wenn du über eingestürzte Stufen
das Dunkel betrittst
über Barrikaden steigend
erreichst du die Mitte
gelangst in den folgenden Raum
ein Zug donnert vorbei
und nimmt den Wind mit
dann bleibt nur noch die Stille zurück
du drehst dich um
und findest das Lager – auch hier
wieder die Decken am Boden
und in der Ecke noch der Hundenapf

kann man so leben
fragst du
und verloren
verlassen
stehen die Worte
im Raum

Freitag, 19. November 2010

Nochmal Kinderhilfe Siebenbürgen e.V.

Der Film "Zigeunerleben. Jenny und ihre Roma-Kinder" wird morgen, 29.11.10 um 8.00 im mdr-TV wiederholt.
Auszerdem ist er in den nächsten vier Wochen auch noch online abrufbar unter
http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/ und dann auf : nah dran

Der Verein hat jetzt auch noch eine neue Website eingerichtet unter
www.kinderhilfe-siebenbuergen.eu  
da es mit der bisherigen wohl öfter Störungen gab.

Glafira Galina - Einerling

Я пою, свободная, как птица…
Жизнь без песен станет мне темна,
И грустна душистая весна,
И бледна вечерняя зарница…
Как без песен темный лес проснется,
Как он встретит восходящий день?
Как без песен расцветет сирень
И фиалке ландыш улыбнется?
Целый мир покажется мне тесен,
Если песня в нем замолкнет вдруг…
А тебе - тебе, мой милый друг,
Как скажу мое “люблю” без песен?

Ich singe, frei wie ein Vogel
Das Leben ohne Lieder scheint zu düster mir
Und traurig der duftende Frühling
Und blasz das Abendrot…
Wie kann der dunkle Wald einschlafen ohne Lieder?
Und wie beginnt er dann den neuen Tag?
Wie blüht ohne Singen denn der Flieder,
Das Maiglöckchen den Veilchen dann noch lächeln mag?
Die ganze Welt scheint mir zu eng zu werden
Wenn plötzlich jedes Lied verstummt
Und wie könnt ich dir, mein Liebster,
ohne Lied noch meine Liebe sagen - ?


Donnerstag, 18. November 2010

Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V.

Heute um 22.35 im mdr-Fernsehen :

„Zigeuner-Leben“
Jenny und ihre Roma-Kinder

Ein Film über eine privat entstandene und sehr engagierte Hilfsorganisation in Rumänien
Show-view 64-28-944

www.kinderhilfe-siebenbuergen.de

Mittwoch, 17. November 2010

Etwas zum Freuen...

Etwas zum Freuen in dieser tristen Zeit: die beiden japanischen Ahorne in Mutters Garten. Die Fotos sind allerdings schon vor drei Wochen entstanden und die Farbe lebt nur nun auf ihnen weiter…
Der gröszre Ahorn ist schon 40 Jahre alt. Ich war ein Kind, als er gepflanzt wurde. –





Donnerstag, 11. November 2010

In eigner Sache

Wenn ich hier mal tagelang nicht schreibe… könnte es auch technisch bedingt sein. Denn neuerdings komme ich an mein eignes Blog nicht mehr heran. Ständig erscheinen seltsame Seiten von Blogger, über Sicherheitsserver, die ich ohne DSL überhaupt nicht geladen bekomme. Kann mich nicht einloggen, nicht schreiben, keine Kommentare freischalten etc. – bin ziemlich ratlos.
Das Dashboard ist auch irgendwie völlig kaputt und funktionsgestört :-(
Ist also keine böse Absicht, wenn ein Kommentar erst nach Tagen öffentlich erscheint. Tut mir leid.
Liebe Grüsze
Mascha

Sonntag, 7. November 2010

Glafira Galina-Einerling

Балкон

Мне снилось… Старый сад. Разрушенный
Едва держалися старинные перила,
И ласковая тень деревьев осенила
Его со всех сторон.
И мы с тобой вдвоем в весенней тишине,
Невольной близостью смущенные, молчали…
Как пел нам соловей, как звезды нам мерцали,
Как жутко-радостно и грустно было мне!..
И знала, знала я, что это только сон,
Что наяву с тобой мы будем вновь чужие,
Что не блеснут нам звезды золотые
И не укроет нас разрушенный балкон.


Glafira A. Galina-Einerling, russische Lyrikerin, Gräfin, 1873 – 1942, schrieb auch zahlreiche Gedichte für Kinder


Der Balkon

Ich träumte… ein alter Garten
verwildert und vom Schatten der Bäume allseitig umgeben
das verfallene Geländer des Balkons hielt kaum noch stand
und wir beide in der Stille des Frühlingstags
in so verwirrender Nähe – wir schwiegen…
Wie sang uns die Nachtigall, wie leuchteten die Sterne
wie wundersam froh war mir und traurig zugleich.
Denn ich wuszte, ich wuszte, dasz es ein Traum nur ist
und erwachend wir beide uns wieder fremd sein werden
und Sterne uns nicht leuchten und es umgibt uns
auch kein verfallener Balkon.