Samstag, 10. Juni 2017

Tiere und ich - fünfzehn Fakten





1. Ich bin eine "Katzenfrau". 
Schon immer gewesen.
Katzen sind das Absolute.
Perfekt in Ästhetik und Funktionalität.
Stundenlang kann ich ihnen zuschauen 
und das Streicheln von Katzen löst bei mir Glücksgefühle aus 
und ist ein haptisch-sinnliches Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Ein Zitat von Kurt Marti, das ich voll unterschreiben kann:
"Meine Lieblingstiere sind Katzen, sagte Herr Zett.
Sie erweisen mir einen Dienst - sie gehorchen mir nicht."
(nach Gedächtnis zitiert, also Wortlaut könnte abweichen)


2. Katzen sind Diven. 
Arrogant, wählerisch, undankbar, mäkelig, desinteressiert,
 gelangweilt, nervig (besonders meine!), selbstdarstellerisch 
und launisch. Und auch dafür liebe ich sie.
Für ihre Anschmiegsamkeit und Fürsorglichkeit (besonders meiner) sowieso.


3. Als Kind habe ich mir immer ein Tier gewünscht, aber ich durfte keines haben. 
Besonders sehnte ich mich nach einer Katze, aber auch mit Meerschweinchen, 
Schildkröte, Gecko oder Fischen wäre ich glücklich und zufrieden gewesen. 
 - No way!  :( 


4. Auch zu Pferden fühlte ich mich hingezogen und ich wollte soo gern reiten! 
Das war in der DDR auch problemlos möglich,
 denn die Reitsportgruppe - ganz in der Nähe - 
war offen für alle und der Beitrag (20 oder 30 Pfennig pro Monat) war kein Thema. 
 Eine Weile war ich dort Voltigierkind 
und am schönsten waren die Morgen der Sommerferien.
 Wenn jedes Kind ein Pferd zur Koppel bringen durfte.
 Früh, wenn noch der Nebel auf den Wiesen stand und alles still war.
 Natürlich mussten wir abends das Pferd auch wieder heimführen: 
wir brachten die Trense mit, stellten das Pferd an den Koppelzaun 
und stiegen auf. Ritten heimwärts ohne Sattel.
Meine schönsten Kindheitserinnerungen überhaupt...


5. Leider machten es meine pädagogisch wohlmeinenden Eltern zur Bedingung,
 dass ich zur Musikschule gehen MUSS, um dann auch reiten zu DÜRFEN. 
Wo ich gänzlich talentlos und unmusikalisch war! 
Das tägliche Querflöte üben unter Aufsicht meiner Mutter 
und mit dem Metronom: tack, tack, tack, tack... war für mich solche Quälerei, 
dass ich schliesslich freiwillig auf's Reiten verzichtete.
Um dies nicht mehr tun zu müssen - - - 

Heute habe ich leider jeglichen Draht zu Pferden verloren.


6. In meinem jetzigen wirtschaftl. Status ist die Haltung einer Katze eigentlich nicht drin. 
Und so wollte ich auch keine eigene haben.
Wäre auch nicht nötig, denn ich brauche nur das Fenster zu öffnen 
und mindestens eine kommt immer: 
auf ein Leckerchen, ein Kuschelstündchen oder ein Nickerchen
 auf dem jeweiligen Lieblingsplatz.
Meine Nachbarn kenne ich kaum und ich habe da gar keinen Kontakt. 
Aber umso besser kenne ich alle ihre Katzen!


7. Allerdings gibt es seit paar Jahren doch eine, für die ich ganz und gar zuständig bin. 
Was weit mehr bedeutet als das tägliche Futter. 
Sie kam eines eiskalten winters hier an, halbverhungert, 
offenbar fast vergiftet (was den Nierenschaden und häufiges Kranksein erklärt) 
und restlos traumatisiert.
 Es war schwierig die erste Zeit. 
Und nur mit Hilfe einer Schutzhütte vor dem Haus habe ich sie durchgebracht,
 reinkommen wollte sie monatelang noch nicht...

Ihre Allergie gegen geschlossene Türen hat sie bis heute behalten,
 ihr abgrundtiefes Misstrauen gegen jedermann 
und auch die Panikanfälle sind geblieben.
 Ansonsten ist sie mit ganz viel Zuwendung eine Hauskatze geworden.
Nicht selten bin ich heute noch überfordert und am Ende, 
aber hergeben würde ich sie nie!



7. Hergeben, ja: 3 Jahre zuvor war mir schon eine Katze zugelaufen.
 Ein unglaublich charmantes, liebes, vertrauensvolles Wesen, meine Kitchi.
Nach 2 Monaten musste ich sie weggeben, wegen meiner Allergie 
und ich war monatelang ohne einen Pfennig Geld. 
Aber erkläre mal einer Katze, warum du das teuerste Futter gerade nicht
kaufen kannst (und der vorhandene Futtervorrat fand keine Gnade bei ihr)!
Sie hat ein gutes neues Zuhause bekommen, aber ich habe nächtelang geheult 
und auf jedes Geräusch gelauscht, ob sie vielleicht doch zurückkommt - -

Anschliessend machte ich eine 3jährige Immuntherapie.
Diese war gerade beendet, da kam dann mein heutiges Miez.

- Kitchi -


8. Hunde mag ich nicht so sehr.
Das hündische Wesen, dieses Treue, Ergebene, Anhängliche, 
Unterwürfige... Kuschende ist mir völlig fremd und ziemlich zuwider.
Auch mag ich kein Herrchen/Frauchen sein, denn ich mag kein Wesen beHERRschen.
Hunde fühlen sich für mich auch nicht so gut an.


9. Ich mag alle Arten von Eidechsen, Salamandern, Lurchen... 
auch Leguane, Chamäleons, Bartagamen etc.
Es sind so wunderbar archaische Wesen!


10. Die meisten Insekten ekeln mich nicht und selbst Spinnen mag ich. 
Und sie geniessen in meinem Haus uneingeschränktes Asylrecht ;-)


11. Vögel sind der Inbegriff der Freiheit 
und ich wünsche mir selbst so oft, fliegen zu können.
Könnte stundenlang am Küchenfester stehn und den Amseln beim Baden zuschauen. 
Wie sie lustvoll das Wasser verspritzen und unter jede Feder fächeln...
Danach fülle ich das Vogelbad jedes Mal neu auf.
Winters kamen sie früher manchmal zur Hoftür herein bis in den Korridor.
Allerdings sind sie jetzt vorsichtiger geworden und meine Katze 
hat die Zahl der ansässigen Gartenvögel deutlich reduziert - -

Vögel in Käfigen kann ich gar nicht ertragen.
Ergo kommt bei mir kein Vogel ins Haus.
Höchstens ein frei lebender Papagei wäre mal noch ein Wunschtraum.
 Für später. Wenn meine Katze mal nicht mehr ist...


12. Zoos besuche ich sehr ungern und selten 
und diese Heimattiergehege schon ganz und gar nicht.
Ich weiss, dass ein Zoo heute die einzige Überlebenschance für manche Tierarten ist,
aber Tiere in Käfigen eingesperrt und von Menschen begafft
 - das geht für mich gar nicht!


13. Als Kind habe ich einmal ein Eichhörnchen befreit.
Das Institut für Lehrerbildung, direkt am Waldrand gelegen... 
hatte ein Eichhörnchen in einen Käfig gesperrt.
Die Leute brauchten ja eigentlich nur 50 Schritte zu laufen, 
um Eichhörnchen in Freiheit zu beobachten 
- also sah ich dies nun wirklich nicht ein!
Bei Nacht und Nebel schlich ich dort hin, bog den Maschendraht auf 
und klemmte einen Ziegelstein darunter. Damit die Lücke offen blieb.
Am nächsten Morgen war das Eichhörnchen weg 
und sie hatten dann auch nie wieder eines.


14. Mein Verhältnis zu Waschbären ist deutlich getrübt.
Ja, sie sind niedlich und gar nicht scheu. 
Und es hat auch etwas, unter einer Dachschräge zu stehen 
und sie darüber friedlich schnarchen zuhören...
Aber der Spass hört auf, wenn sie Ziegel vom Dach werfen, ganze Balken durchkratzen, 
Dach und Innenbau zerstören, wenn der Lehm ins Haus rieselt
 und ihre Pfoten durch das Loch sichtbar werden...
Und wenn sie auf einem nicht begehbaren Dachboden riesige Kotberge anhäufen, 
so dass das Zimmer darunter unbewohnbar wird vor Gestank.
Von den Verwüstungen der Gärten, Plünderungen von Kompostertonnen und Papierkörben, 
Chaos im Stadtpark mal abgesehn... 
Sie sind einfach eine Landplage und mangels natürlicher Feinde 
ist ihrer Vermehrung kaum Einhalt zu gebieten. 
Das ist längst ein Problem.


15. Ich bin entschiedene Wolfsgegnerin, denn wir sind hier nicht in Sibirien. 
Es gibt kein Landstück in Deutschland, was noch nicht viel zu zersiedelt und zubetoniert ist, 
was Wölfen noch genug natürlichen Lebensraum bieten könnte. 
Folglich werden Nutztiere gerissen und zunehmend Städte erobert.
 Die nächste Plage - nach den Waschbären - kommt schon auf uns zu.
Ich verstehe diese ganze Willkommenskultur nicht. 
Da wird Geld ausgegeben für Wolfs-Kompetenzzentren,
 während andere - NOCH heimische Tierarten derweil fast unbemerkt aussterben. 
Und das interessiert kaum jemand.

(aus Gründen der besseren Übersetzbarkeit auf meine gewohnte "sz"-Schreibweise verzichtet)


Gerne mitgemacht bei Le monde de Kitchi

Kommentare:

  1. Spannend, was du das als Kind erlebt hast! Was Erwachsene sich doch für Absurditäten ausdenken und sich einbilden, das würde den Kindern als Erwachsene helfen...
    Deine Überlegungen zu den Wölfen finde ich sehr bedenkenswert.
    Ich freue mich, dass du mitgemacht hast. Danke!
    Bon week-end!
    Astrid

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