Mein erster Blog - damals -


Der Text ist alt, längst von der gesellschaftlichen und digitalen Entwicklung überrollt 
und die Statistik stimmt auch nicht mehr.
Trotzdem möchte ich nicht, dasz er verschwindet.
Es gab ihn jahrelang bei Blog.de und ich habe ihn von dort herübergeholt.

Willkommen in Hartzland


*

Vorweg

Dieser Blog ist ein Armutszeugnis.
Denn es spricht schonunglos aus, was Armut ist.
Armut in Deutschland. Und nicht irgendwo weit weg… -
Klar, daß ich mir damit keine Freunde schaffe. –
Wer will das schon wirklich wissen ?
Laut Statistik sind es derzeit etwa 7,2 Millionen, die von Hartz-IV leben ( müssen). Tendenz steigend.
Menschen, die oft schon wie Aussätzige behandelt werden.
Armut also als böse Krankheit ?
Wie Vogelgrippe oder AIDS ?
Vielleicht steckt sie gar an ??
Oh ja, es kann jeden treffen. Schneller als gedacht.
Und wer selbst in das Loch fällt, dem ist es meist pure Verzweiflung. Das Ende von allem…-
Aber das kann’s doch nicht sein !
Dieser Text ist eine Art Reiseführer. In ein unbekanntes Land und zu Dir selbst. Und auch ein Logbuch zum Umschiffen von Klippen…
Schönfärberei und Verdrängung nützt niemand – deshalb spreche ich auch die schlimmen Dinge an. Die jeden (be-)treffen. – Beim Namen genannt, verlieren Dinge doch oft ihren Schrecken. Und ihre Macht über uns. Wer weiß, was auf ihn zukommt, kann Fehler vielleicht manchmal vermeiden (?)
Es ist kein Werk über die Hartz-Gesetze und deren Umsetzung, Rechtsberatung oder so – darüber haben kompetentere Leute geschrieben…
Es geht hier auch nicht um die tausend todsicheren Tips, auf mehr oder minder legale Weise noch ein paar Euro mehr herauszuschlagen. Solches habe ich selbst nie versucht und da gibt es kreativere Köpfe als mich. Die auch schon darüber geschrieben haben...
Hier geht es um Leben und Freude daran. Trotz alledem.
Ein persönlicher Erfahrungsbericht. Von mir selber. Will heißen: alle Tips sind von mir praxiserprobt und frustbestätigt.
Frust hat jeder Bewohner von Hartzland. Das ist nicht zu umgehen.
Glücklich sein bzw. werden kannst du trotzdem. Das liegt zum größten Teil an dir selbst.
Meinen Weg bin ich allein gegangen. Weitgehend unbeeinflußt von anderen. Auch nicht von Ratgeberbüchern. Die konnte ich mir nämlich nicht kaufen.
Hat auch etwas für sich: ich hab mir meine Meinung über die Dinge selber gebildet. Vielleicht findest du dich darin wieder (?)
Aber wahrscheinlich wird sie dir oft seltsam und fremd erscheinen. Das ist auch gut so. Das regt an.
Zum eigenen Nach-, Vor- und Weiterdenken…
Dieses Buch ist also kein Ratgeber. Was für mich gilt, muß nicht unbedingt für dich genauso sein. Aber vielleicht ähnlich (?).- Finde es heraus!
Dies ist einfach ein Mutmach-Buch. Von einer, die selber ganz weit unten ist. Schon lange. –
Bessser: ganz weit draußen. Aus dieser Gesellschaft. Aus dieser materiell beherrschten Welt. Und die viele Illusionen aufgegeben hat. Nicht jedoch sich selber. Und nicht ihren eigenen (Lebens-)Stil.
Ich versuche, mich kurz zu fassen und Anstöße zu geben. Weiter nichts.
Anstoßen lassen mußt du dich schon selber.
Ich wünsche dir viel Kraft und gutes Gelingen dabei.
Laß dich nicht unterkriegen!

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Willkommen

Hier stehst du nun.
Hast die Behördenwege, die Antragsformulare und die Befragungen hinter dir. Hast deinen Leistungsbescheid bekommen, bist reduziert worden auf dein (?) Minimum. Wahrscheinlich bist du frustriert, vielleicht legst du Widerspruch ein… - doch darum geht es hier nicht.
Du bist jetzt hier. Angekommen. In einem fremden Land.
Hartzland ist überall und doch ist es auch ganz woanders. -
Weit weg von der normalen Welt.
Nun wirst du hier leben. Dich eingewöhnen müssen. Ob du willst oder nicht. Hör auf zu jammern! Hör auf, anderen deine Probleme zu erklären! Wer solche nie selber hatte, wird sie auch nicht verstehn.
Die Menschen um dich herum haben zwar die gleiche Hautfarbe und sprechen dieselbe Sprache wie du, doch lebt ihr trotzdem in ganz verschiedener Welt. Vielleicht bekommst du nun eine klitzekleine Ahnung davon, wie sich Migranten hier fühlen. Ich weiß, dieser Vergleich hinkt…-
Du bist also nun hierher gezogen. So stell es dir vor.
Und nun pack deine Siebensachen aus und fang an zu leben !

In Hartzland ticken die Uhren anders.
Viele deiner Gewohnheiten musst du ablegen, manche Dinge gelten hier einfach nicht mehr.
Vergnügungsparks, Theater, Kinos, Wellnesscenter oder Diskotheken werden hier nicht gebaut. Und die Spaßgesellschaft ist ganz weit weg. Unerreichbar für dich. - Aber auf die kannst du sowieso verzichten.
Spaß haben geht nämlich auch anders.
Spaß ist, wenn man trotzdem lacht. Und das Beste aus alledem macht.
Oder sagen wir: Freude. Ein schönes Lebensgefühl. Glück und Genießen. Das geht nämlich auch so. Oftmals ganz ohne Geld.
Sag jetzt nicht gleich: das klappt nicht…- Versuchs einfach!
Und gib nicht gleich auf.
Sorgen haben wir hier alle genug. Immer wieder…- Und es braucht schon etwas Übung, damit umzugehen. Sich nicht kaputtmachen zu lassen.
Aber das ist es wert, umzudenken, das ganze Leben neu zu orientieren, langsam zu wachsen. Über deinen bisherigen Blickwinkel hinaus….

Hartz-IV ist hart.
Aber es ist auch eine einmalige Chance.
Hier wird dir nichts geschenkt ??
Oh doch ! Hier wird dir Lebenszeit geschenkt.---

*

Wer bin ich eigentlich?

Gute Frage.
Und einfache Antwort: Du bist du. Du selber . Und niemand sonst.
Und das ist ganz viel.
Und niemand sonst kann dir die Entscheidung abnehmen, was du aus deinem Leben machen wirst. Wer du sein willst.
Niemand kann dir Entscheidungshilfe geben.
Höchstens Denkanstöße. Als solche verstehe bitte meine Tips. Auch wenn sie oft sehr direkt klingen. So sind sie ja auch gemeint. Aber entscheiden kannst nur du. -

Es ist etwas Wunderbares, Du selbst und ein einzigartiges Wesen zu sein. –
Was willst du mehr ? - Mehr brauchst du nicht.
Vor allem: hör endlich auf, dich über deine Arbeit/Tätigkeit zu definieren! – Ich arbeite, also bin ich…. –
Du hast keine Arbeit mehr. Und je verbissener du danach suchst, desto weniger wirst du neue Arbeit finden.
Besonders Frauen neigen dazu. Immer für andere. Nie für sich selbst. Und niemals einfach sie selber zu sein… -
Du bist nicht (mehr) die Tippse, die Kindergartentante, die Krankenschwester, der Filmvorführer, der Staplerfahrer . - In einem Arbeiter- und- Bauernstaat kam das gut an. Aber der ist mausetot und steht nicht wieder auf. – Wir werden es nicht mehr erleben…
Besser ist das System jetzt keineswegs. Aber anders.
Und du hast die Chance, ganz einfach du selber zu sein.
Fang doch am besten gleich damit an !
Im Positiven.
Der Müll der Gesellschaft bist du nämlich auch nicht.
Erst recht nicht. - Klar ?

*

Jobsuche

Es gibt Arbeitsvermittler („persönliche Fallmanager“), die erzählen Dir, es sei deine Pflicht, dich täglich 8 Std. lang um Arbeit zu bemühen.
Hör dir das an und widersprich nicht. Irgendwas müssen sie ja sagen…-
Aber versuch das mal eine Woche lang. Spätestens am Freitag läufst du Amok. Weil nichts geklappt hat und du bist mit den Nerven am Ende. Du rennst und rennst und kannst nicht mehr.
Also laß die Kirche im Dorf. - Bewerben ? Ja. Klar. Aber schau auch, wo es Zweck hat. Was realistisch ist. Und nimm die Ablehnungen niemals persönlich. Du bist nicht schlechter als andere, bloß reicht die Arbeit eben nicht für alle aus. Eine Stelle war es nur. Nicht hundert.
Und schau auch nach dem Salär. – Manche sind so verzweifelt, dass sie alles nehmen, nach dem letzten Strohhalm greifen. Verständlich. Aber das verhilft Arbeitgebern zu immer billigeren Sklaven. Ich frage mich oft, in welchen Dornröschenturm Politiker leben, die eine Ausweitung des Niedriglohnsektors fordern. - Den haben wir doch längst. Zumindest hier im Osten. Den anderen Teil kenne ich nicht.
Du kannst auch arm werden durch Arbeit, wenn der Vollzeitjob nicht mal für die Fixkosten reicht. Sei dir dafür trotz allem zu schade. Sei dir deines Wertes bewusst. Statt noch einen Zweitjob zu suchen und Nachtschichten zu machen… Amerikanische Verhältnisse nennt man das dann…
- Kam uns von dorther schon mal etwas Gutes ?? –

*

Ehrenamt

Ein Ehrenamt kann etwas Segensreiches und Erfüllendes sein.
Das ist die eine Seite.
Aber jedes Ding hat zwei.
Laß dich nicht blenden von dem Gesülze einiger Politiker: Deutschland braucht mehr Ehrenamt !
Das ist häufig nur eine verkappte Sparmaßnahme und Sparen am falschen Ort. Gerade soziale Bereiche werden immer weniger bedacht (und das Geld für Kriege und Rüstung rausgeschmissen) und alles läuft nur noch über Ehrenämter, was eigentlich bezahlte Stellen sein müssten. Damit könnten jede Menge Leute Arbeit haben. Aber mach denen da oben das mal klar…- !
Ob du ein Ehrenamt machst, kannst du nur selber entscheiden.
Nur laß dich dabei nicht von den falschen Beweggründen leiten.
In der Zeitung stehn Leute, die bekamen das Bundesverdienstkreuz ?
Das sind Einzelfälle. Tausende anderer bekommen das nicht. Und die machen die gleiche Arbeit. Mit genausoviel Engagement.
Anerkennung ? – Fehlanzeige!
So ist das nun mal. Eher noch Ärger dazu. - Kannst/ willst du den verkraften ?

Ich könnte manchmal in die Luft gehen, wenn gutsituierte Beamtengattinnnen hier auftauchen und arbeitslosen Ost-Frauen laut und öffentlich verkünden: macht ein Ehrenamt, gebt eurem Leben einen Sinn !
Solln die ihre Ehrenämter doch selber machen.-
Menschen, die selbst um die elementarste materielle Existenz kämpfen, mit Ehrenämtern abzuspeisen ist der blanke Hohn ! - Und ein Schlag ins Gesicht.
- Das als Ausweg aus der Misere ???

Bedenke: Stadtwerke / Vermieter und andere wollen von Dir auch immer viel Geld – die schenken Dir nichts, weil du so altruistisch bist und alles gratis machst, dich überall opferst… - Der Strom wird eiskalt abgestellt, wenn du nicht zahlen kannst. Und irgendwann sitzt du selber auf der Straße - dann hast du in der Obdachlosenarbeit wenigstens schon Erfahrungen gesammelt…-

Natürlich sind Ehrenämter eine Bereicherung.
Es kann etwas Wunderbares sein, Kinder zu betreuen, alten Menschen zu helfen, zuzuhören, sich Zeit zu nehmen… und ähnliche Sachen. Was dir eben liegt.
Und wenn Du glaubst, dass dir dein Leben ohne feste Strukturen entgleitet, wenn Du das also brauchst (oder zu brauchen meinst) : jeden Tag eine Aufgabe und die Verpflichtung, um eine bestimmte Zeit an einem bestimmtem Ort zu sein… - Durch jahrelange Berufsarbeit bist du ja darauf trainiert und oft fällt es schwer, das abzulegen …–
Also entscheide dich für oder gegen ein Ehrenamt, aber wenn ja, dann tue es mit ganzem Herzen. Nur dann ist es gut. Für beide Seiten.

Und tue es nicht wegen des Geldes. Manche Träger zahlen ja dafür etwas Geld. Aufwandsentschädigung nennt sich das: in der Regel 75 Euro monatlich für tägl. 3 Stunden…
Immer wieder wollen mir wohlmeinende Mitmenschen (die selber bezahlte Arbeit haben) weismachen, das sei doch eine Menge Geld in meinem Fall. Darauf könnte ich doch gar nicht verzichten !
Stimmt schon, das mit der Menge Geld. - Aber trotzdem.
Nun rechne mal deinen Aufwand an Lebenszeit und Energie ( die meisten Ehrenamtlichen schonen ihre Kräfte nicht und machen weit mehr als die 3 Stunden, weil’s eben sooo viel zu tun gibt - ) auf diese Entschädigung um. - Fazit ?
Dann schon lieber 1-Euro-Job !

PS: Deinen Mitmenschen helfen kannst du immer und überall. Das ist eigentlich selbstverständlich. – Ein Ehrenamt braucht’s dazu nicht.

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1-Euro-Job

Den musst du machen.
Wenn du dran bist, bist du dran.
Also sieh dich lieber um und schau, was gebraucht wird und was dir davon Spaß macht.
Versuche selber, genau das zu kriegen. Verhandle mit möglichen Trägern , dass ein solcher Job geschaffen wird. - Viele reagieren sehr aufgeschlossen, denn sie profitieren ja davon. Und du hast Glück.
Mach das, was dir liegt, dann machst du deine Sache gut.
Das Geld kannst du auf jeden Fall gebrauchen. Auch wenn’s dich nicht wirklich weiterbringt. – Eine Fahrschule oder ein interessantes Bildungsangebot kannst du davon nicht bezahlen. Und der Waschmaschinenmonteur frißt deinen Wochenlohn in einer Stunde auf… - Soweit darfst du dich nicht reindenken. –

Trotzdem: warte nicht, bis das Amt dir einen solchen Job zuweist. Der dir evtl. überhaupt nicht liegt. Dann fühlst du dich nämlich echt mies. Und vielleicht boykottierst du sogar die Arbeit. Aus Protest.
Wem nutzt das und was bringt das ?
Eben

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Bankenärger und mehr...


Ein Wirtschaftsfaktor bist du nicht mehr.
In dieser Wirtschafts- Wunder- Welt.
Solltest du noch eine EC-Karte besitzen, aus besseren Tagen… dann nutze sie nicht mehr zum Bezahlen. Du verlierst sonst ganz schnell den Überblick.
Und dein Dispo? Gerade jetzt wirst du ihn brauchen ?
Laß es lieber sein! Denn der steht dir nun nicht mehr zu, auch wenn die Bank ihn stillschweigend noch eine Weile gewährt. Denn sie kann damit jederzeit aufhören, gerade dann, wenn du ihn am nötigsten brauchst.
Und das Gemeine: sie muß dir das nicht einmal sagen !
Irgendwann öffnest du dann deinen Postkasten und es flattern Mahnungen heraus. Versehen mit teuren Stornogebühren (ungesetzlich, aber mach mal was dagegen-).
Alles Sachen, die du längst per Lastschrift erledigt wähntest ? – Fehlanzeige !
Und wenn du Pech hast, kommt der Stromabsteller auch gleich hinterher. Das geht rasend fix. Und du mußt dich dann noch mit Telekom, Vermieter, Wasserwerken und sonstwem auseinandersetzen -----
Paß lieber auf, dass solches nicht passieren kann, sprich: dass dein Konto immer Deckung hat . - Kunststück ? - Ja, ich weiß… ---
Aber die Kosten laufen sonst ganz fix aus dem Ruder. Für’s Wiederanstellen von Gas , Strom, Telefon etc. fallen nämlich saftige Gebühren an, da zahlst du je 60 Euro noch mit drauf. Oder mehr. Je nach Firma. Zu allen übrigen Mahn-und Stornokosten, versteht sich. Dann bist du pleite über etliche Monate. Und das macht keinen Spaß.
Und wenn’s doch mal brenzlig wird: vielleicht kann dir jemand privat etwas borgen - die Bank tut es jedenfalls nicht.
Tue das aber nur im absoluten Notfall, denn: Borgen bringt Sorgen.- Ein uraltes Gesetz.
Und laß dir das niemals auf dein Konto überweisen, denn dann ist das Geld weg. Egal, ob geborgt oder Geburtstagsgeschenk oder vom Pfandleiher
( vorausgesetzt, dass du überhaupt etwas besitzt, was der nehmen würde - ) … - was auf dein Konto kommt, wird vom Amt konfisziert. Spätestens bei der nächsten Antragstellung in ein paar Monaten – da wird jeder Auszug kontrolliert. (Auch nicht gesetzlich !) - Dann ist das Geld weg und du steckst wieder in der gleichen Misere…- Schlimmer noch…!
Zahle auch selbst niemals etwas ein. Lieber bring das Geld bar zu den Gläubigern und widerruf alle Lastschriftaufträge sofort.
Ich weiß, ganz legal ist dieser Tip nicht. Und ich bin selbst mehr für den ehrlichen, geradlinigen Weg. Aber wenn du alle Auflagen und Vorschriften einhältst, schaffst du es nie…( diese Gesetze wurden von denen gemacht, die selbst nicht so leben müssen !)
Aber du musst deine Probleme ja irgendwie lösen.
Sowas rührt niemand.
Und das Amt hift dir dabei nicht.

PS: Bei ernsthaften, längerfristigen Schulden wende dich an die Schuldnerberatung von Caritas oder Diakonie. Laß dich dort kompetent beraten. Das koste nicht und die helfen dir wirklich.
Aber fall nicht auf Zeitungsinserate herein, gratis ist das am Ende nie.- Und wenns sie’s hundertmal versprechen.

*

GEZ


Gebühreneinzugszentrale.
Das klingt ja nicht besonders nett.-
Sind die auch nicht.
Eigentlich sind es die schlimmsten Höllenhunde, die es gibt in Deutschland.
Als Hartz-IV-EmpfängerIn bist du zwar zahlungsbefreit (im Gegensatz zu Mindestrentnern und Geringverdienern, die auch nicht mehr haben als du -), aber das gilt erst ab dem Monat NACH der Antragstellung. Merk dir das gut.
Und falls du bisher schwarz geguckt haben solltest und nun guten Willens bist,
dies zu legalisieren: mach bloß nicht den Fehler, dein Gerät rückwirkend anzumelden. In voller Blauäugigkeit, du wärest ja damals schon Hartz-IV, also befreit, gewesen…. – Tjaaaaaaa, da lag aber kein Antrag vor !
Also kommt prompt die Nachforderung. Das sind schnell etliche Hundert.
Und die zahlst du dann. Garantiert.
Oder es kommt der Vollstrecker.

*

Versicherungen


Puuuuuuuuh, was soll ich dazu jetzt sagen ?!
Wichtig ist, dass das Amt deine Krankenversicherung zahlt.
Tut es das nicht ( z.B. durch Pausen im Leistungsbezug), zahlst du die neuerdings selber. Nach der Gesundheitsreform bist du jetzt dazu verpflichtet. Und es interessiert keine Sau, wie du das machst.
Kannst du nicht, kommt ein Vollstrecker. Unter Umständen gar Beugehaft.- Schön haben sie das eigerichtet…- alles zum „Wohle“ der Bürger! ( denn früher haben manche Leute einfach ohne KV gelebt, wenn sie das Geld nicht aufbringen
konnten - )

Und all die anderen Versicherungen ?
Die sind nicht Pflicht. - Kannst du dir also sparen.
Rechtsschutz zahlt nur im Erfolgsfall (wenn sie also nicht zahlen brauchen !) und auch nicht für alle Prozesse. – Das braucht nun wirklich kein Mensch!
Haftpflicht mag sinnvoll sein bei fußballspielenden Kindern oder bissigem Hund (?) – ich hab sowas aber nie besessen. Und lebe auch.
Lebensversicherung musst du verzehren, wen diese ausgezahlt wird.
Also nichts mit der Kreuzfahrt oder was du dir sehnlichst gewünscht !
Bloß die Beiträge sind belastend in deiner Situation. Beiträge überhaupt. Überleg, wie viel das ist und wann es anfällt. Meistens am Jahresanfang. Da hast du ohnehin viele Ausgaben, Endabrechnungen vom letzten Jahr. Da bleibt dir kaum Spielraum, von der Stütze oft nichts… - Und Krankwerden passiert oft auch gerade im Winter. Also Praxisgebühr.
Hausraversicherungt ? - Manche behaupten, da wird dir was ersetzt - Mir ist jedoch noch keiner begegnet, bei dem das wirklich so war…
Und oft kostet es weniger Zeit, Nerven und Formulare, das kaputte Teil anderswie zu besorgen, zu ersetzen. Denn am Ende tut’s die Versicherung dann doch nicht. Und auch Telefonate kosten DEIN Geld. –
Vom Schlimmsten woll’n wir ja nicht ausgehn: dass du abbrennst oder so.
Ich sag immer, was bei einem Brand an Ideellem zerstört wird, persönlichen Erinnerungen, liebgewordenen (aber „wertlosen“!) Sachen, das ersetzt dir keine Versicherung. Das ist dann weg.
Und den Hausrat kannst du dir irgendwoher wieder besorgen, dazu brauchst du nicht unbedingt Geld. Am Ende kommst’s sowieso, dass sie selbst dann nichts zahlen. Weil du vielleicht den Brand fahrlässig verursacht hast -----
Glaub mir, die finden schon einen Grund! Denn davon leben SIE.

Das alles ist wenig vorrausschauend gedacht. –
Werden dir alle Vertreter jetzt sagen. Wenn sie dich totquatschen bei ihrem Besuch.
Entscheide selber, wem du dein Ohr leihst!

*

Gesundheit


Dieses Kapitel ist hart. Das härteste überhaupt.
Denn krank-werden darf dir nicht passieren.
Sonst gnade dir Gott.
Die Gesundheitsministerin tut es nicht…-

Wenn du Glück hast, bist du chronisch krank. Nein, das wünsch ich dir nicht. - Aber es soll ja Leiden geben, mit denen sich ganz gut leben lässt (?) ... - Ich selbst habe es aber trotz ernsthafter Allergien noch nicht in den Status „chronisch krank“ geschafft… Vielleicht liegt das ja auch mit am Arzt (?) - ich selbst habe im Moment überhaupt keinen…-
Als chronisch krank musst du nur 1% dazubezahlen. Vom Jahreseinkommen. Das sind dann etwas über 40 Euro. Dann wirst du befreit.
Alle übrigen müssen 2%. Also über 80 Euro. Und das will erstmal aufgebracht
sein – das schaffst du kaum…
Also sieh zu, dass du ohne Doktor auskommst. – Der ökonomischste Weg…
Bei Infekten oder wiederkehrenden Krankheiten (wenn du also weißt, was es ist) kann es günstiger sein, Hausmittel zu gebrauchen oder ein frei verkäufliches Präparat selbst zu erwerben, als Praxis- und Rezeptgebühr addiert. – Frage also in der Apotheke, laß dich dort beraten, BEVOR du den Arzt aufsuchst.
Wenn du das doch musst: du wirst schnell merken, dass du in dieser Maschinerie ein Patient der dritten oder vierten Klasse bist – das führe ich jetzt lieber nicht näher aus -
Und denk bloß nicht, du kannst dir die Praxisgebühr sparen. Auch wenn du sie grade nicht hast. – Dann bring sie später noch hin, aber im gleichen Quartal !
Die kriegen nämlich jeden, glaub mir das .
Mir hatte mal ein Arzt aus Freundlichkeit diese Gebühr erlassen. Das hat er damals ganz gewiß gut gemeint. Aber noch lange danach kontrolliert die KV die Buchführung der Ärzte – und dann bist du dran.
Die Strafe wird saftig. Bedank dich „da oben“. -
Am schlimmsten kommt es, wenn du ins Krankenhaus musst. Dann bist du nämlich doppelt angeschmiert. Nicht nur die 10 Euro, die du pro Tag dort zahlen musst (Zuzahlungsbefreiung gilt in diesem Fall nicht !) – Obendrein nimmt das Amt dir auch noch den Tagessatz für Verpflegung weg. Weil du ja nicht im eigenen Haushalt bist und damit kein Geld brauchst – die füttern dich ja… - Und das ist der allergrößte Beschiß !
Denn deine Fixkosten für Wohnung etc. laufen ja weiter. Und kein Mensch gibt 10 Euro pro Tag aus. Soviel hast du ja gar nicht, wenn du Strom und alle Fixkosten anziehst vom Regelsatz..
Wenns nur paar Tage sind: laß es das Amt lieber nicht wissen, gib den Nachweis über stationäre Behandlung nicht ab. - So schnell vermisst dich da keiner, wenn du Glück hast…-
Und bei Untersuchungen, kleineren Eingriffen: sprich mit dem Arzt, handle ambulante Behandlung aus. Dauert oft länger bei der Terminvergabe, kommt dich aber wesentlich billiger. Wenn’s nicht gar so dringend ist.

Versuch also lieber, gar nicht erst krank zu werden.
Bete darum. Lebe danach. - Es geht. – Zumindest ein Stück…
Und pfleg deine Zähne gut. Sonst hast du bald keine mehr
- Also hör jetzt auf, mit den Zähnen zu knirschen !
Das macht sie bloß schneller kaputt.
Zahnersatz ist nämlich auch nicht drin.

*

Hunger

Gibt’s nicht in Deutschland ? -
Hast du vielleicht bisher gedacht.
Auch du wirst es erfahren. – Doch es muß trotzdem nicht unbedingt sein.
Ich rede jetzt weniger von dem regelmäßigen Ende des Geldes… wo immer noch soviel Monat übrig ist… Das kennen alle. Und paar Kartoffeln, Nudeln, Senf, Ketchup… sind meistens noch da… –
Gelegentlich kommt es aber auch schlimmer. Vielleicht wird dein Hund angefahren, braucht Hilfe in der Klinik… oder dein Hauswirt schickt eine Nebenkosten- Abrechnung, die sich gewaschen hat… auch Stadtwerke tun so was gern. Vielleicht hast du jemand unabsichtlich Schaden zugefügt, dein Fahrrad ist umgefallen, hat ein Auto verkratzt ? Schon kommt die Forderung durch einen Anwalt (du selber hast keinen - )…Wie schnell ist irgendwas unvorhersehbares passiert und du stehst 4 Wochen - oder länger- ohne einen Cent in der Welt.------
Da kannst du dann, wie die Streunerkatze, in Supermarktscontainern wühlen. Das hab ich selber auch schon gemacht.
Vorausgesetzt, du findest noch einen, der nicht sorgfältig verschlossen oder vom Wachschutz beobachtet wird… und Konkurrenz hast du dabei auch.
Vielleicht kennst du nette (Markt)händler von früher, vom Sehen.
Manche fragen dort nach Brot vom Vortag, nach einer angeschlagenen Melone… und kriegen so auch ihr Zeug zusammen.
Nur: das liegt nicht jedem. - Ich kann es auch nicht.
Aber oft brauchst du das gar nicht. In sehr vielen Kommunen gibt es inzwischen „Die Tafel“ – da bekommst du übriggebliebene Lebensmittel geschenkt ( oft mit geringem Spritkostenbeitrag, 1-2 Euro). Das steht meist, ganz kleingedruckt, in der Zeitung, wann und wo das ist. Ob täglich oder einmal die Woche, zweimal im Monat... Oder frag bei Caritas, AWO, Sozialamt danach. Und hab keine Scheu, dort hinzugehen. Dafür braucht sich niemand zu schämen.
Wir sitzen doch alle im selben Boot.
Vielleicht findest du dort sogar neue Freunde…-

Erkundige dich vorher, welchen Nachweis du dafür benötigst.
Einige Kommunen stellen Sozialpässe aus. Aber nur auf extra Antrag, versteht sich. - Und den stellst du dann.
Das ursprüngliche Konzept der Tafel war unbürokratische Hilfe ohne Ansehen der Person. – Das wurde ausgenutzt, wird gerne behauptet. Was ich nicht beurteilen mag – nicht jedem sieht man die Notlage äußerlich an.
Auch wer Arbeit hat, kriegt manchmal lange kein Geld…-
Aber inzwischen gibt es ohne Antrag und Berechtigungsschein in diesem Land kaum noch ein trockenes Brötchen.
Trotzdem: geh hin, denn die Überflussgesellschaft hat zum Glück noch immer etwas übrig.

Zeitweise geht es auch anders. Im Herbst ist das Leben leicht.
Überall stehen Obstbäume draußen in der Landschaft – ich hab manchmal monatelang von solchen Äpfeln gelebt: Apfel pur, Apfelreis, Butterbrot mit Apfelmus…
Auch Maisfelder gibt es und so manches.
Nüsse und Pilze sind gesund.
Vielleicht hast du ja auch einen Garten?

*

Sucht


Vermutlich hast du vordem, irgendwann, eher zur braven werktätigen Bevölkerung gehört als zur Partyszene oder ins Drogenmilieu…- Ich weiß also nicht, ob du damit Erfahrung hast oder nicht. Und wenn – nun, ich bin weit entfernt, Drogen zu kriminalisieren oder Süchtige im eignen Bekanntenkreis zu verdammen. Das Probieren/Konsumieren ist schon immer die eigne Entscheidung…-
Aber ich rate dir trotzdem, fang nicht damit an. Drogen sind teuer – schon das schafft dir ein Problem. Und der Kick bringt dir gar nichts. Auch wenn es manchmal so scheint (auch mir kommen in besch... Momenten solche Gedanken…-).
Auf Dauer bringt’s nix. Nur Ärger dazu.
Also überlaß das Koksen den Partyludern und gib deine Mäuse für besseres aus!

Die gute Nachricht: Du brauchst überhaupt keine Drogen.
Denn all die Stoffe produziert dein Körper von selbst. Wenn du verliebt bist zum Beispiel und immer dann, wenn du lebendig bist, mit allen deinen Sinnen ganz bei der Sache, etwas Schönes, Genussvolles tust. Das kann tanzen sein (ganz für dich selber, da brauchst du keine Disko und kein Eintrittsgeld) oder malen oder singen, ein Instrument spielen, ganz vertieft…die Töne fließen lassen. Oder dreh dich auf einer Wiese, wie ein kleines Kind und laß dich ins Gras plumpsen…- Dir wird schon etwas einfallen. Die Biochemie deines Körpers stellt die Drogenstoffe dann selbst her (das kostet garnichts!) und die innere Weisheit verhindert Überdosierung. – Wenn das keine gute Nachricht ist! -

Mit Alkohol und anderem ist es genauso. Rauchen, Spielsucht etc… -
Solltest du damit schon ein Problem haben, dann such professionelle Hilfe, mach eine Therapie. Denn Probleme hast du auch so schon genug, du brauchst diese nicht auch noch.
Auch wenn Du meinst, das Leben sei nur im Suff zu ertragen (- nun ja, wer denkt das nicht gelegentlich ?), schau dennoch nach Alternativen.
Auch du kannst sie finden.
Wie wär’s mit Musiksucht zum Beispiel?
Schöne CDs gibt’s in jeder Bibliothek…

Sucht kommt von Sehnsucht. Oder von Suche. –
Auf der Suche sind wir doch alle. Und niemand ist ganz frei von Sucht.
Aber wähle dir eine, die nicht zerstörend wirkt.
Genusssucht zum Beispiel. -Genuß kann auch der Biß in einen Apfel sein oder ein frischgebackenes Brot…-
Lesesucht, Sexsucht (- wenn zwei gleichermaßen Süchtige sich treffen -)… da gibt es noch ganz viel mehr.
Geltungssucht…
Klatschsucht …- da kostet der „Stoff“ zumindest kein Geld. -
Vorausgesetzt, du fängst dir keine Verleumdungsklage …

*

Die falschen Freunde ?


Nein, du sollst dich jetzt nicht von deinen Freunden verabschieden.
Ein paar gute Freunde sind Gold wert – glücklich, wer sie hat !
Aber du kennst bestimmt noch allerhand mehr Menschen… Sortiere sie ruhig einmal gründlich und gestehe dir ehrlich ein, wer nicht (mehr) zu dir passt. Oder wo du nicht mehr hingehörst. –
Trenn dich von diesen Menschen. Das erspart dir womöglich eine ganze Menge Frust.
Was hat es (noch) für Sinn, mit der Mädelsclique durch teure Boutiquen zu ziehen, um anschließend in einem noch teureren Lokal zu landen ? –
Du kaufst vielleicht einen Nagellack, damit du überhaupt etwas kaufst… und nachher sitzt du mit Mordsknast neben den andern, der Duft der Speisen steigt dir in die Nase, und du bestellst: - Nichts . Faselst etwas von einer Diät…?
Ich bin in solchen Momenten lieber rausgegangen. Frischluft macht zwar auch nicht satt, aber dann sieht wenigstens niemand mein Butterbrot… Was ich mir glücklicherweise noch eingepackt hab…-
Und die fröhliche Gesellschaft, die da loszieht um Achterbahn zu fahren und spontan noch das Spaßbad stürmt ? Der Eintritt kostet dein Haushaltsgeld für eine ganze Woche. Oder mehr. – Fühlst du dich noch gut dabei ? - Dann geh mit und spare das Geld anderswie wieder ein.
Geiz ist nämlich überhaupt nicht geil.
Bloß Sparpotenzial hast du jetzt verdammt wenig.

Ich persönlich habe solche Sachen irgendwann gelassen. Sollen sie lieber alleine ziehn! - Es bringt auch nichts, Spaßbremse zu sein.
Spätestens dann, wenn du verfroren vom Zuschauen am Sessel-Lift neben den andern in der Baude sitzt und nicht mal ein heißer Tee ist für dich drin… da hört der Spaß todsicher auf –
Akzeptiere, daß das nicht mehr deine Welt ist.
Und all jene, die dumme Sprüche klopfen. Nimm’s ihnen nicht krumm – woher auch sollten sie wissen…?!
Du hast kein Auto ? – Du Glückliche brauchst keinen Parkplatz zu suchen !
Hast nichts zu Essen ? – Praktisch – du kriegst kein Figurproblem !
Hör darüber weg, wenn du kannst. Oder erspar dir das ganz einfach.

Und versuch nicht, da irgendetwas zu erklären.
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Marken(klamotten)


Manche Leute brauchen sowas für ihr Ego.
Manche definieren sich tatsächlich über dieses Zeug.
Aber betrachte das mal andersherum: willst du wirklich Reklame laufen für so eine Firma, die sich einen Dreck um dich schert ?
Überlaß das den Sportlern, die kriegen dafür viel Geld.
Du – musst noch welches bezahlen…- Und nicht zu knapp.
Und das muß wirklich nicht sein!
Denn du wirst nicht wertvoller durch eine Pumajacke. Meist sieht die auch noch stinklangweilig aus…
Und du wirst dich auch nicht wie Madonna fühlen ( wie auch immer die sich fühlen mag - ) wenn du ihren Trainingsanzug trägst.
Du bist du. Und das ist viel mehr.
Marken offen zur Schau zu tragen, ist in meinen Augen der Gipfel des Schwachsinns.
Und sollte ich mal in der Altkleiderkammer ein Teil finden, was mir trotzdem gefällt und mich von der Qualität her überzeugt, dann trenne ich das sichtbare Label ab oder nähe eine Applikation darauf. Mache mir das Kleidungsstück damit „zu Eigen“.
Denn ich lebe nicht gern fremdbestimmt.

Jede Kultur hat ihre Fetische.
Das sind religiöse (Kraft-)Gegenstände und sie haben als solche durchaus ihren Sinn.
In der Welt des Geldes sind die Fetische teure Marken.
Arme Welt !

*

Du brauchst etwas ?


Einen Tisch, einen Schrank, neue Stühle, ein Bett, einen Teppich ?
Wenn du positiv denkst, gehst du zum Amt und stellst einen Antrag. Und vielleicht hast du damit sogar Glück (?)…-
Viel wahrscheinlicher jedoch werden Kontrolleure dich unangemeldet heimsuchen. Schließlich muß das erst überprüft werden. Und vielleicht bekommst du es dann ja sogar ( meistens allerdings nur als Darlehen)….
Aber – Kontrolleure sehen sich genau um und Ämter versuchen zu sparen – kann durchaus sein, die sparen die Ausgabe dann woanders bei dir wieder ein. Sie entdecken ganz einfach, dass es dir viel zu gut geht! - Und darin sind sie klasse, das kannst du glauben.-
Vielleicht ist die Wohnung zu groß und kommt ihnen zu warm vor? - Nun, dann werden deine Heizkosten gekürzt. Oder etwas anderes…- überleg dir das mit dem Antrag also lieber dreimal. Es sei denn, du bist abgebrannt --------
Vielleicht geht’s ja auch anders?
Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Alte Sprüche haben oftmals viel Wahrheit…
Die Wegwerfgesellschaft produziert Sperrmüllhaufen am Straßenrand: nimm die ruhig genauer in Augenschein!
Du wirst staunen, was da alles Verwertbares steht. Und manches sieht noch richtig gut aus. Bloß abstauben musst du es …
Und wenn’s dir nicht so gut gefällt – es ist ja nicht für ewig ( nur hast du eben jetzt gleich einen Tisch). - Bestimmt findest du bald ein besseres Teil. Und produzierst dann einen eigenen Sperrmüllhaufen – da freut sich der nächste. Verlaß dich darauf.
Höre dich um im Bekanntenkreis, schreib eine Anzeige ans Brett im Supermarkt…
Auch Flohmärkte oder Gebrauchtmöbellager sind ein Weg, bei der AWO oder Caritas kostet das wirklich nicht die Welt. Schau dich einfach mal um. Auch wenn’s nicht sofort klappt. Bald macht dir das sogar Spaß.
Es ist eine Herausforderung, aus Zufällen etwas zu machen. Und es ist ein wunderbares Spiel… -
Und eins kann ich dir (mit meinem selbsteingerichteten Sperrmüllhaus) versichern: wenn du selber Geschmack hast und weißt, was du willst, dann fügt sich über kurz oder lang alles zu einem harmonischen Ganzen – das ist so ein Gesetz, was ich immer beobachte, ich weiß nicht, warum…- dann denken alle, das muß da so sein. Und ältere Sachen haben mehr Charme und Seele als das ganze moderne Zeug. Das haben selbst stinkreiche Leute längst erkannt. Die wühlen nämlich auch gerne im Sperrmüll.

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Schnäppchenjagd


Hier geht’s nicht um Outlet-Stores von Nike oder Prada. Das Zeug braucht kein Mensch wirklich zum Leben.
Hier geht’s um den allerletzten Ramsch.
Und um Dinge, die du wirklich brauchst. Wie da sind: die Schuhcremetube, die Glühbirne, das Pflaster, die Zahnbürst etc… Ein kaputter Reißverschluß muß ersetzt werden, ein Fahrradventil auch. Und kleine Dinge sind, wenn du sie brauchst, oft sauteuer.
Da lohnt sich Vorratswirtschaft. (Wenn sie im Rahmen bleibt !)
Du kannst die Packung Teelichte für 2,99 kaufen. Aber du kannst auch abwarten bis die Kerzensaison vorbei ist. - Und zufällig entdeckst du in einem Textilmarkt diese Kiste mit Teelicht-Tüten für 10 cent. Da lohnt sich das Zugreifen.
SKS-System wurde das in der DDR genannt und fleißg praktiziert. Wenn auch aus anderen Gründen. - Steht für: Sehen, kaufen, stapeln ! - Manche Leute hatten hundert Handtücher, weils ja eigentlich keine gab… –
Also übertreib es nicht! Nimm soviel, wie du verwenden wirst, und nicht mehr. Sonst artet das aus. Und du wirst zum Messie.
Aber es lohnt sich schon, in diversen Geschäften einen Blick in die Ecken zu werfen. Da liegen die Sachen, die dort keiner vermutet…und weil sie da eigentlich nicht hingehören, sind sie extrem billig dazu.
Du wirst staunen, was du alles entdeckst. Im Sommer sind Wollsocken und Handschuhe ( nein, du brauchst nicht zehn Paar, sondern zwei bis drei ) auf jeden Fall erschwinglicher als bei minus 10°… Und viele andere Sachen auch. Mitnehmen ist sinnvoll. Mit Bedacht.
Ich z. B. benötige für eine gestaltete Schriftarbeit ständig Edding-Lackmarker. Im Fachgeschäft sind die sehr teuer und mit Hartz-IV einfach nicht drin. Aber es klappt immer: in einem kleinen Textil(!) -und Spielzeugmarkt werden diese nach Weihnachten regelmäßig reduziert. Und ich kaufe mir dann meinen Jahresbedarf für ein Drittel bis Fünftel des Preises. Hab also immer welche da und reiche bis zur nächsten Reduzierung.
So geht es auch. Schon bald wirst du deine speziellen Stellen gefunden haben und viele Dinge kannst du erschwinglicher haben als im Katalog oder Fachgeschäft.
Du mußt nur danach gucken.
Zeit hast du ja.

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Wenn etwas kaputtgeht...


Was kaputtgeht, bleibt kaputt.
Das ist eines der ehernen Gesetze von Hartzland und von Armut überhaupt.
Aber davon geht die Welt nicht gleich unter.
Was haben eigentlich die Leute gemacht, bevor Kühlschrank, Waschmaschine und all dies erfunden wurde ? –Die haben doch auch gelebt…-
Vielleicht fummelst du erstmal selber daran herum, ( immer Stecker raus !) – kaputter kann’s schließlich nicht mehr werden… -
Ich bin wahrhaftig kein Technikfreak, aber meinen alten Videorecorder hab ich noch jedesmal alleine wieder zum Laufen gekriegt. –
Vielleicht kennst du einen, der sich auf Waschmaschinen, Staubsauger etc. versteht ? Oder die Glotze wieder hinkriegt ?
Wenn nicht, dann geht es auch mal ohne TV. Geh in die Bücherei, leih dir etwas Schönes zum Lesen aus. - Du wirst staunen, wie sich dein Leben ohne die Flimmerkiste verändert !
Und irgendwer schmeißt bestimmt bald einen alten Fernseher raus, der immer noch läuft. Der nur eben nicht das neueste LCD-Modell ist…-

Fast alles ist ersetzbar.
Brötchen z.B. lassen sich auch auf der Herdplatte mit so einem Wärmeverteiluntersatz für Töpfe aufbacken – bis es mal zu einem neuen Toaster reicht.
Kaffeemaschinen sind ohnehin unnützer Ballast….
Kühlschrankersatz kann ein Kellerraum sein oder eine Kühltasche mit ein paar Campingakkus drin – woanders im Kühlschrank eingekühlt…Flaschen im Wassereimer …, ein Brett vor dem Fenster im Winter tut’s auch…- da fällt dir schon etwas ein.
Auch eine Waschmaschine ist zeitweise entbehrlich. Single-Haushalten steht von Amts wegen ohnehin keine zu ( DEN Antrag kannst du dir also gleich sparen!).
In größeren Städten gibt es Waschsalons, in deinem Kaff vielleicht gute Bekannte, denen auch gelegentlich mal etwas fehlt. Da könnt ihr euch gegenseitig aushelfen.
Handtücher und Kochbares kommt einfach in einen Kessel voll Seifenlauge auf den Herd ( Umrühren nicht vergessen !) – so hab ich das viele Jahre gemacht. Das geht recht gut. Den Rest im Becken oder Badewanne.
Und höre dich um. – Wo ist jemand verstorben? Zieht in ein Altenheim ?
Oft kannst du da billig funktionstüchtige Geräte erwerben. Gebrauchtmöbellager… Auch AWO/ Rotes Kreuz und ähnliche Einrichtungen können manchmal vermitteln – so hab ich selber auch ganz schnell wieder einen Kühlschrank gekriegt …-
Alles ist ersetzbar. Und alles ist kein Beinbruch.
Aber das neueste Gerät von Miele schminke dir ab.

PS. Noch ein klitzekleiner Tip am Rande: sortier mal deinen Kleiderschrank.
Da gibt’s bestimmt einiges Altes, Schäbiges, was du schon lange nicht mehr brauchst. – Also zieh das an, bis es dreckig ist und dann ab in den Reißwolf – das hält den Verlust der Waschmaschine vorerst gering und Platz schafft das auch. Ich bin zwar keine Anhängerin der Wegwerfgesellschaft und eher verwertungsorientiert eingestellt...- aber manchmal muß sowas auch sein !

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Wenn die Wohnung zu groß ist...


Zu groß braucht sie noch nicht einmal sein, quadratmetermäßig… - aber zu teuer! Das geht vielen so, denn meist wird nach Tabellen berechnet und deren Obergrenze ist ganz schnell erreicht.
Wo diese liegt, ist in den Kommunen selbst überlassen.
Man wird dir dann nahelegen, eine andere Wohnung zu suchen. Nun, das kannst und wirst du tun, aber suchen heißt noch lange nicht finden, eben weil viele in der gleichen Lage sind. Und billige Wohnungen werden immer knapper. Es sei denn, du bist mit einer 1-Raum-Plattenbauwohnung zufrieden… - Arbeiterschließfach hießen die in der DDR, Arbeitslosenkäfige würde ich sie heute nennen…-
Damit bist du dann allerdings aller Sorgen ledig, denn da wird die volle Warmmiete übernommen . Und dir bleibt der Regelsatz zu deiner Verfügung.
Mit den Heizkosten ist es nämlich genau so eine Sache – die werden meist als Pauschalen gezahlt, pro qm 80 cent oder so ähnlich. Das kann auch jede Kommune selber bestimmen. Und versuch mal, damit einen schlecht isolierten Altbau mit hohen Räumen auch nur annähernd wohlfühlwarm zu kriegen! –
Meist gelingt das nicht und du zahlst eigentlich das Doppelte für die Heizung, Aber das dann von deinem Regelsatz, also den 345 Euro. Oder gar mehr, je nach baulicher Beschaffenheit. Das interessiert dann keine Sau – es sei denn, du kriegst in der Jahresabrechnung ordentlich etwas zurück. Das ziehen sie dir ganz schnell wieder ab (aber da lohnt das Kämpfen, evtl. sogar mit Anwalt, denn schließlich war das dann DEIN Geld !)
Es hat also durchaus Sinn, nach einer sogenannten Schlichtwohnung mit Ofenheizung zu suchen. Ist zwar umständlich, aber gemütlich und bei steigenden Gaspreisen (die Pauschalen vom Amt steigen nicht -) ein ungeheurer Vorteil. In der Übergangszeit holst du dir das Holz aus dem Wald und auch auf dem Sperrmüll findet sich allerhand Brennbares. Die vom Amt bezahlten Kohlen hast du dann für den kalten Winter und damit kommst hoffentlich zurecht. Ich hab das lange so gemacht mit dem Holzsammeln und bedauere, jetzt keinen Ofen mehr zu besitzen.-
Wenn Du nicht umziehen willst, weil du dich gerade sehr wohlfühlst, wo du bist,oder die Hütte dir gar selber gehört… - kann dich auch so schnell niemand zwingen. Eine Luxusvilla wird es ja nicht gerade sein…
Fakt ist nur, dass du den Mehrbetrag dann vom Regelsatz aufbringen musst. Wenn es dir das wert ist. Das machen übrigens Viele so, wobei dann alles andere natürlich noch mehr zu kurz kommt und du vielleicht wirklich nur noch zur Tafel gehen kannst…
Das musst du schon selbst entscheiden, wo deine Prioritäten sind – aber vielleicht hast du ja Glück und findest eine schöne UND bezahlbare neue Bleibe?
Der Umzug wird trotz aller „Amtshilfe“, die dir da zusteht, auch noch mal ein Problem.
Aber alles lässt sich lösen.
Irgendwie geht das schon.
Was sonst ?!

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Nahrung


Eines mal voraus: das ist jetzt kein Dogma und kein Muß und ich selber bin beileibe kein Gesundheitsapostel oder Ökofreak. Aber mit manchen Dingen geht es dem Menschen einfach besser – habe ich selber festgestellt.
Und nur Solches werde ich hier weitergeben. - Gesundheitsratgeber gibt es genug.
Etwas gesunde und natürliche Ernährung sollte schon sein und auch für dich ist das drin.
Du kannst dabei sogar noch allerhand sparen.
In Zeiten, da du dich ausschließlich von der „Tafel“ ernährst, ist es schwierig, aber trotzdem nicht ganz unmöglich. Auch ich esse oft Sachen, die ich niemals kaufen würde… – aber wer zwingt dich, 5 Tüten Kartoffelchips zu essen? Die eine reicht auch für den Genuß. – Also nimm die anderen gar nicht erst mit oder verschenke sie weiter .–

Ich gehe jetzt davon aus, daß du, wenn es drin ist, lieber selbst einkaufen gehst und dir aussuchst, was gut für dich ist. Und da kannst du Sparpotentiale entdecken..

Erstens: laß mal sämtliche Getränke weg!
Ganz besonders diese Fruchtnektare, Säfte, Eistee und das ganze Zeug. Das enthält viel zuviel Zucker (oder Süßstoff) und fast alle Säfte sind mit Phosphaten versetzt. Damit du süchtig wirst danach und immer mehr kaufst …- das steigert dann den Umsatz, aber dir tun die Phosphate wirklich nicht gut.
Ab und an eine Apfelschorle ist okay, die ist gesund und physiologisch wertvoll. Ersetzt locker jeden teuren Sportdrink...
- Mineralwasser ? - Wenn du meinst, dass du’s brauchst ------
Ich brauche das nicht.
In den meisten Regionen ist Trinkwasser so gut, daß du dein Glas Wasser ohne weiteres aus der Leitung nehmen kannst. (Wasserwerke geben Auskunft über die Qualität).
Oder koche es ab, das ist nie verkehrt.
Brühe Tee auf. - Tee ist ein wunderbares Getränk, zu jeder Tageszeit… und Lapacho oder Roibos sind voller Mineralstoffe, so daß sie das fehlende Mineralwasser reichlich ersetzen.
Grüntee ist obergesund und auch noch antibiotisch.
Schwarztee hilft dir am Morgen auf die Beine…
Kräuter zum Einschlafen und bei manchem Wehweh.
Du kannst viele sogar selber sammeln, wenn du nicht grade in der Großstadt wohnst. Oder in Blumenkästen auf dem Fensterbrett ziehen…-
Ein Päckchen Tee aus dem Aldi reicht aber auch ganz schön weit.
-Wozu also immer Wasser nach Hause schleppen? Tee lässt sich auch in Flaschen abfüllen und mitnehmen, wenn du meinst, dein Trink-Soll unterwegs erfüllen zu müssen.( Das ist jetzt so mode – haben wir früher auch nicht gemacht…-)
PET-Flaschen sind sowieso eher bedenklich.
Kombucha (Teepilz) schmeckt erfrischend und soll ein Gesundheitselixier sein. - Mein Opa hat ihn getrunken und er wurde fast 94…- Das Schönste daran: du kannst ihn mit Schwarztee selber ansetzen und immer wieder vermehren. Der Gang ins Reformhaus erübrigt sich dann.
Über Cola brauchen wir wohl nicht reden.
Aber genauso sinnlos und giftig sind auch all diese süßen, bunten Limonaden – also spare dir das Geld!
Das Glas Wasser pur aus der Leitung ist besser. OHNE Sirup, CO-2 oder Instantpulver-Getränk.
Das schmeckt nicht ?
Geschmack wird hauptsächlich durch unsere Gewohnheiten bestimmt.
– Wenn du also deine bisherige Lebensweise änderst…-
Falls du gern wandern gehst, oder Radtouren unternimmst und du findest irgendwo eine frische saubere Quelle, dann trink dort soviel du kannst. Das ist das Allerbeste. Auf dem Fahrrad kannst du sogar einen Kanister voll Wasser mitnehmen… -
Sollte dich das Thema Wasser und seine Rolle als Informationsträger interessieren ( Stichwort: Masaro Emoto) – darüber gibt es Bücher. Das führt hier (leider) zu weit.

Zweitens: Milch und Milchprodukte sollten schon sein. Aber laß all diese fruchtigen Joghurts und Quarkspeisen links liegen. Die sind alle wärmebehandelt und nicht mehr viel wert. Von den Aromen und dem, was wie Früchte aussieht, wolln wir lieber gar nicht erst reden.
Eine einfache Frischmilch, etwas Käse, einfacher weißer Quark oder Joghurt pur – das ist nicht teuer und sowieso am besten. Du kannst ihn mit Marmelade und Haferflocken zu einem köstlichen Müsli verrühren. Das ist viel besser als gezuckerte Kornflakes und diese ganzen Frühstückscerealien in den bunten Schachteln. Mir kommt so etwas nicht ins Haus!
Mit frischen oder Trockenfrüchten, Nüssen, Körnern, Haferflocken tust du dir einen besseren Dienst. Der teure probiotische Joghurt muß auch nicht sein, der ist keinesfalls besser.
Butter, Margarine und Eier brauchst du gelegentlich auch.
Wurst und Fleisch ? – Wenn du das magst…-
Ich persönlich würde es nie kaufen. Aber wenn ich es bei der Tafel oder irgendwo anders bekomme, esse ich es auch. Und dann mit Genuß.
- Veganer sind nicht zwangsläufig die besseren Menschen, denn sie ändern nichts am System… -

Drittens: Obst und Gemüse, wo immer es geht.
Also viel selber ernten, wo Bäume besitzerlos stehn. Auch Holunder- und Brombeeren sind Vitaminpakete, die leicht zu erreichen sind. Holunderbeeren immer abkochen, Saft oder Suppe machen oder trocknen für Teemischung.
Natürlich wächst das nicht immer. Aber früher gab es das auch alles nur in der Saison. Das ist ganz natürlich. – Wer braucht schon Weihnachten unbedingt Erdbeeren? – Die aus dem Supermarkt schmecken ohnehin nach nichts…
Hilf also jemand im Garten, dann fällt auch für dich etwas ab. -
Tiefkühlgemüse ist gut und manchmal sogar preiswerter als angegammeltes Frisches, wo du viel Abfall hast.
Es muß ja nicht das mit sinnlosen Wellness-Zusätzen angereicherte Marken-Fertiggericht sein . – Die können dir viel erzählen und ein Schweinegeld dafür verlangen…
Das alles brauchst du nicht. Das Wertvolle steckt im Gemüse selbst.
Und zubereiten kannst du es auch.
Dann weißt du wenigstens, was genau drin ist in dem Gericht.

Eine Konservendose ist ein Nothelfer wenn Zeit fehlt. Mehr aber nicht.
Finger weg von Mikrowellen-Tellermenüs und Fertiggerichten in Aluschalen ! - Wer einmal aus dem Blechnapf frisst… -----
Tomatensaft ist gut, aber oftmals sehr salzig. In Ketchup, Mark oder passierten Tomaten sind die wertvollen Stoffe konzentrierter.
Gemüsesäfte ? Am besten selbst hergestellt. - Wobei es hier wieder anfängt, teurer zu werden. –
Ein regelmäßig roh gegessenes Stück Gemüse tut’s auch.

Viertens: Pulver und Tüten.-
„ Die Suppe lügt“ ist ein Buchtitel, den du sicher schon mal gehört hast. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Fixprodukte sind bequem und lecker (dabei aber auch ziemlich teuer) und das Essen gelingt garantiert. Auch wenn du nicht kochen kannst. - Praktisch !
Ich verwende sie auch. Aber nicht zu oft, denn meist sind Geschmacksverstärker oder Allergieauslöser darin und das ist ganz schwer festzustellen.
Selber kochen und würzen bleibt ohne Konkurrenz
Das kannst du nicht?
Nun, ich konnte es früher auch nicht, mir fehlte jeglicher Grundbegriff. Doch als ich bei der Tafel einen Kohlkopf in die Hand gedrückt bekam, musste ich damit ja etwas machen. –
Und das lernt sich. Alles.
Nicht unbedingt nach Kochbuch – da brauchst du garantiert immer etwas, das du gerade nicht hast. Und auch nicht kaufen kannst…- Lieber nach Schnauze. Nach „Art des Hauses“, feiner gesagt.
Inzwischen macht es mir sogar Spaß. Die kreative Herausforderung, aus zufällig vorhandenen Zutaten etwas Schmackhaftes ( oder auch nur halbwegs Genießbares) zu machen… Ich hab’s dann auch immer brav gegessen. Damit morgen wieder die Sonne scheint -
Wenn du Reis kaufst, nimm Naturreis. Gibt es zwar nicht im Aldi und der Preisunterschied ist evtl. groß – aber der aus dem „Kaufland“ ist nicht allzu teuer und dafür recht gut.

Brot.
Du kannst die billigsten Supermark-Scheiben essen, aber irgendwann hast du die satt.
Kauf einfach Vollkornmehl und back dir ein Brot selber ! Frischer und billiger kriegst du es auch beim Bäcker nicht (da ist es oftmals nur aufgewärmt) und das schmeckt dann doch ganz anders. Da wird Essen zum Genuß.
Zuviel Arbeit ? – Brotbackautomaten nehmen dir diese ab und sie sind gar nicht so teuer. Die Anschaffung rentiert sich schnell. – Vielleicht hast du auch einen Weihnachtswunsch frei ?
Für Kuchen nehme ich immer halb Weißmehl, halb Vollkorn. Dann geht es besser auf als mit Vollkorn pur.

Sehr gut für Frauen sind Sojaprodukte. Die Phyto-Östrogene lindern PMS und Regelschmerz. Habe ich zweifelsfrei festgestellt. Und ins Reformhaus brauchst deshalb noch lange nicht. Fast jeder Discounter bietet schon erschwingliche Sojamilch an. 0,5 l pro Tag reichen aus. Wenn es drin ist, leiste dir das.
Sollte dir bei der Tafel mal Tofu angeboten werden ( solche teureren Sachen landen sogar häufig dort ), dann nimm ihn mit, auch wenn er nicht schmeckt! Nicht kalt und nicht in Salaten…- da ist Feta oder Mozzarella besser…
Aber in einer feurigen oder süßsauren Gemüsepfanne lassen sich sogar Tofuwürfel ertragen. Und sie sind sehr gesund.

Fünftens: Nahrungsergänzugen. Wenn du ständig nur denaturierte tote Produkte konsumierst, dann brauchst du natürlich Algenpillen, Aloe Vera und das ganze ergänzende Zeug. Das wird dann richtig teuer. Ein ganzer Industriezweig lebt schon davon.
Also lebe lieber einfach und natürlich, dann kannst du dir das alles sparen.
Im Winter vielleicht ein Multivitaminpräparat, könnte sinnvoll sein – das aus dem Aldi reicht vollkommen aus. Und 4 Euro für 100 Stück sind auch nicht zuviel.
Bei Sport, Streß , Muskelkrämpfen oder Schlafstörungen eine Magnesiumbrausetablette – kostet auch nicht viel.
Als Erkältungsabwehr habe ich immer Vitamin-C-Pulver parat. Echte Zitronen/Kiwi etc. sind selbstredend besser. Aber frisch müssen sie sein. Sonst ist kaum noch Vitamin C darin.
Die ganzen Wellness-Vertreter mit ihren Pülverchen laß lieber nicht erst ins Haus !

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Bewegung


Bewegung ist gut und Fitnesscenter sind teuer ?
Kannst du auch anders haben.
Fast überall gibt es Sportvereine, die bieten Kurse in Trendsportarten an. Und die Beiträge sind vergleichsweise gering. Also durchaus auch für dich erschwinglich.
Es gibt Sektionen für viele Sportarten – ganz sicher ist da für dich etwas dabei. Auch für die Älteren. Sprich: Freude statt Leistung.
Schöner Nebeneffekt: du triffst ein paar nette Menschen, denen es vielleicht grade ähnlich geht wie dir.-
Auf die Muckibuden-Fuzzis, die in Fitnesscentern so rumhängen, kannst du sowieso verzichten. Die sind nicht ( mehr) deine Welt. – Von der Lebensphilosophie her, meine ich jetzt….

Und wenn dir das zuviel des Guten ist: Fahrrad statt Auto – das hast du sicher sowieso nicht oder der Sprit ist zu teuer…
- Zu Fuß gehen statt Stadtverkehr (der kostet auch bloß Geld)…
- Sich freuen, wenn die Sonne (gebührenfrei!) scheint und raus in den Wald. Der verlangt keinen Eintritt. Pilze gibt’s zeitweise auch, dann hast du gleich eine Mahlzeit… Aber nimm nur, was du kennst oder such Pilzberater auf .

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Haustier


Es ist schön, ein Haustier zu haben. Freu dich, wenn du schon eines hast.
Ihr werdet schon durchkommen. Auch jetzt.
Solltest du aber noch darüber nachdenken, dann überleg dir das gut.
Vor allem: - welches -.
Fische oder Schildkröte mögen unkompliziert sein…
Vögel ? - Willst du das wirklich ? - Ein geflügeltes Freiheitswesen im Käfig -
Das ist wie du selbst im Gefängnis, unschuldig und für nix...-
Hund oder Katze ? – Spätestens da fängt es an haarig zu werden.
Denn es ist mehr als das tägliche Futter.
Willst du deinen Liebling leiden sehn, weil du den Tierarzt nicht löhnen kannst ?

Vielleicht reicht ja auch ein Kuschelverhältnis zur Nachbarskatze ?
Die kommt ohnehin täglich vorbei. Also sei nett zu ihr . -
Oder sehnst du dich nach ausgedehnten Steifzügen mit einem Hund ?
Schau erstmal im Tierheim vorbei. Die suchen immer nach Leuten, die mit den stationierten Hunden spazierengehn. So oft du magst. Du findest bestimmt einen sympathischen Hund. Und bist nicht sofort zu allem verpflichtet.
Denn es wird vorkommen, dass du dir selber manchmal nichts zu Essen kaufen kannst.
Und erklär das mal einem Tier. –

PS: wenn du dich einsam fühlst, dann freunde dich doch einfach mit den Tieren an, die du nicht erst anschaffen musst und die sich selber verpflegen… - Silberfischchen, Küchenschaben, Mäuse…- gibt’s fast überall. Mit denen musst du nicht zum Tierarzt, aber du kannst auch allerhand Spaß mit ihnen haben...
Auch die kleine Fruchtfliege ist ein kontaktfreudiges, dankbares Wesen. Laß einfach mal den Abfalleimer stehen und sie wird dich zahlreich umschwärmen. – Mit gelegentlich etwas Obstresten auf dem Teller bringst du die Sippe auch locker über den Winter. In deiner warmen Stube. Das klappt garantiert.:-)
Ich selbst halte es eher mit Spinnen. Die sich von Fruchtfliegen oder Silberfischchen ernähren. Deshalb mag ich sie inzwischen doch ganz gern. – Und sie bellen auch nicht dauernd, wenn’s klingelt…

*

Bildung


Das schlimmste an der Armut ist das langsame Verblöden.
Die Unmöglichkeit, Bildung zu erlangen, Bildung zu bewahren. Die permanente geistige Unterforderung. Die du im Berufsleben so nicht kanntest.
Die geistige Herausforderung fehlt dir nun oft mehr als das Geld…-

Die geringeren Bildungschancen sozialschwacher Kinder werden geschickt wegdiskutiert. – Ich will aber lieber nicht wissen, wie diese Gesellschaft in 40-50 Jahren aussieht, wenn das so weitergeht. Wenn an Bildung immer mehr gespart wird. – Aber darum geht es hier nicht. Das wäre ein Extra-Buch.
Hier geht es um dich.
Du hast die Schule längst hinter dir. Vielleicht hast du studiert. Einen interessanten Beruf gehabt. Und nun wirst du nicht mehr gebraucht. – Das ist schlimm.
Denn du bist out. Aus jeglichem geistig-kulturellen Leben. Seminare, Studienreisen, Diskussionsrunden, Vorträge – das findet alles ohne dich statt.
In der Großstadt mag es noch gehen. Daß du irgendwo interessante Leute triffst. Die dich zum eigenen Denken anregen. Und manches Angebot ist auch kostenlos. Die S-Bahn bringt dich dorthin. Das kannst du noch. Gelegentlich. Also tue es und klink dich nicht ganz und gar aus.
Setz dich irgendwo in einen Hörsaal. Schleiche dich einfach hinein.
Schwieriger wird es in der Kleinstadt. Auf dem Land. Da bist du abgeschnitten von allem. Selbst wenn du die VHS-Kursgebühr hast – abends fährt dann kein Bus mehr zurück aus der Kreisstadt….
Wo ein Wille ist, sollte ein Weg sein. Gib so schnell nicht auf. Höchstens die Illusionen. -
Internet kann ein Angebot sein. Wenn es dir zugänglich ist. Aber es strengt an und frisst Zeit, bis du die richtigen Seiten gefunden hast. Und mail- oder Chatpartner, die wirklich etwas zu sagen haben. – Das Internet ist voll von Gelaber, Halb-Bildung, Reklame und sinnlosem Zeug. Das kein Mensch braucht. Aber Gebühren frißt es auch.
Die guten alten Bücher sind oft bessere Freunde. Die du noch anfassen kannst. Und auf der Parkbank lesen. Das ist entspannter. Und bringt mehr Genuß. Denn der soll ja auch sein. – Wie wär’s mit Gedichten ? An einem Sonnentag auf der grünen Wiese ?
Versuch dir die Bildung, die du mal hattest, zu bewahren. Die rostet schnell ein. Putze sie blank, so gut es eben geht. Geh in die Bibliothek. Beschäftige dich mit einem wissenschaftlichen Thema. - Archäologie ? – Wo wird gebuddelt ? Astronomie ? Eine Sternwarte gibt’s vielleicht auch? - Schaue dich um !
Und irgendwo sind doch noch Menschen, mit denen du dich austauschen kannst. Suche danach und schmor nicht im eigenen Saft.
Oder gibt Nachbarskindern Hausaufgabenhilfe. –Deren Eltern können die Nachhilfestunden vielleicht auch nicht bezahlen. Nimm dir das Schulbuch. Schau dir das an. Und tue es gründlich.
Das alles kann Kontakte nicht ersetzen. Ist aber wenigstens etwas…

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Zeitung


Eine Zeitung zu lesen ist wichtig, habe ich festgestellt.
Auf „Bild“ kannst du getrost verzichten, aber die regionale Presse sollte schon sein.
Wissen, was um dich herum vorgeht, Anteil nehmen daran… -
Wahrscheinlich kannst du dir kein Abo leisten. Aber vielleicht tut ihr euch zusammen, zu zweit, zu dritt und teilt euch das Geld?
Oder du hast nette Nachbarn, die dich mit ausgelesenen Exemplaren versorgen. So habe ich jahrelang gelebt: auf meiner Treppe lag morgens immer die Zeitung von gestern (das meiste gilt noch!)… Bloß daß ich immer dumm angeguckt wurde, wenn ich irgendwo sagte: das stand doch heute in der Zeitung! - Die andern hatten das von gestern längst wieder vergessen… -
Auch Stadtbibliotheken halten die Tageszeitung, du kannst sie dort lesen ( und findest nebenbei noch ein schönes Buch ). Zeit zum Hingehen hast du ja nun.
„Haltet die Wut am Kochen!“ – sagte mein Großvater immer, wenn er die Zeitung aufschlug. – Ein ewig gültiger Spruch ?
Nimm nicht alles so ernst, was Politiker sagen. Nicht jede Äußerung wird gleich Gesetz. Schließlich ist noch Opposition da – und die kannst DU wählen…- geh dann also auch dort hin (Nichtwählen ist Dummheit! ).
Besser wird nichts, das ist klar. Und manchmal wird auch mir himmelangst. Aber wenn du beobachtest, stellst du bald fest: nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. – Beobachten ist auf jeden Fall interessant.
Große Blätter wie die FAZ oder „Die Welt“ bieten oft kostenloses Probelesen an. Nutze das ruhig. Aber lies immer das Kleingedruckte und achte auf den Absage-Termin. Sonst fängst du dir schnell ein teures Abo ein. Und immer schriftlich kündigen mit Unterschrift, ein Fax mit Sendebericht ist beweiskräftig – ein Post-Einschreiben kostet das zwanzigfache… Niemals per e-mail, das ist keine gesicherte Schriftform und nutzt die im Streitfalle gar nichts.
Auch bunte Zeitschriften bieten oft günstige Probeabos – schau also im Supermarkt am Zeitungsstand ruhig mal durch. Falls dich PC- oder Gartenzeitschriften interessieren, falls Mode dich inspiriert…
Kannst du aber auch in der Bibliothek bekommen, da kosten sie nichts.
Vielleicht gefällt dir ein Heft besonders gut und du belohnst dich selber mit einem Abo? Kannst es dir gerade mal leisten? –
Auf diese Weise lässt sich nicht selten noch ein DVD-Player mit abstauben oder ein Staubsauger, wenn du einen brauchst. Aboprämie heißt das Zauberwort. Such dir jemand als vermeintlichen Werber, sprecht euch das ab… - Aber rechne genau: was kostet das Abo, wie lange geht es? Wird Zuzahlung verlangt und was kostet das Gerät im Handel ?
Wirtschaftlich denken solltest du schon. Nicht jedes Abo-Geschenk ist auch gleich wertvoll.

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Glauben und Bauernfänger


Du hast Glaubenserfahrung, einen persönlichen Glauben ?
Das ist auf jeden Fall ganz viel wert. Egal, welche Religion.
Re –ligio (lat.) bedeutet soviel wie Anbindung, Rückbesinnung , - verbindung. Du bist verbunden mit der allumfassenden Schöpfungskraft.
Wir alle sind das. Viele sind sich dessen nur nicht bewusst.
Spirituell nennen es manche – auch wieder so ein Modewort…
Jedes kleine Kind ist auf natürliche Weise religiös. Es sieht, anders als wir, noch mit dem Herzen, kann sich an Manches erinnern. Was später immer mehr verblasst. Was uns ab-erzogen wird (Spinne nicht rum ! Da ist nichts…-), was immer weiter verdrängt wird durch den Verstand, die allgemeine (Ver-) Bildung… Was verloren geht auch, denn du wirst ja bewusst zugedröhnt.
Von Lärm und Informationen, von Technik und all den Segnungen der modernen Welt (nichts gegen wertvolle und nützliche Dinge, aber vieles kann ein Mensch nicht mehr verarbeiten, vieles braucht er auch nicht !)… von dem, was Reklame dir einredet, von Freizeit-Spaß-Angeboten und und und…
Da wird es schwer, die Rückbindung nicht zu verlieren.
Auch in der Bibel gibt’s den verlorenen Sohn. –
Umso besser, wenn du zurückfindest. Und dabei deinen ganz eigenen Weg.
Glauben ist etwas ganz Persönliches, hat mit Institutionen erstmal gar nichts zu tun. Mit Kirchen. Mit Dogmen. Nur mit deiner inneren Stimme.
Schön, wenn du sie hörst.
Vielleicht möchtest du darüber noch mehr lernen, suchst Austausch mit anderen. Gemeinschaft ist gut und wichtig, einfach ein schönes Gefühl.
Aber schau, wem du dich anschließt!
Hast du das Bedürfnis, dann halte dich eher an die großen Volkskirchen. Die sind sozusagen vielfach „qualitätsgeprüft“, da bist du auf der sicheren Seite. Unter dem Deckmantel des Spirituellen wird sehr viel Schindluder getrieben. Schlimme Sachen gibt es da auch . Satanismus und Sekten…
Vorsicht also vor kleinen dogmatischen Gemeinschaften. Auch wenn sie anfangs viel familiärer erscheinen, Geborgenheit bieten. Die schotten sich oft nach Außen hin ab (warum wohl haben sie das nötig ??).
Selbsternannte Gurus sind häufig auf dem Egotrip und wollen „Dein Bestes“ eher für sich oder für dubiose Zwecke.
Für Scientology und ähnliche bist du in deiner Armut nicht die Zielperson – sei froh !
Aber andere Sekten haben sich scheinbar auf Armut spezialisiert. Sie betreiben sehr eifrige Werbung - durch Besuche, in Fußgängerzonen, sogar in den Ämtern liegen die Blättchen – paß auf!
Sie leben auch nach der Bibel - da sucht sich jeder seinen Teil heraus…-
Und anfangs ist auch alles ganz toll. Du fühlst dich geborgen, wie in einer Familie… sie helfen dir (scheinbar!) – was willst du mehr?
- Irgendwann wachst du auf und stellst fest, daß es kein gutes Gefühl ist, von Wachtürmen aus überwacht zu werden.
Und dann komm da erstmal wieder heraus !

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Lebenshilfe


Guter Rat ist teuer – sagt der Volksmund. Aber muß das wirklich so sein ? Vielleicht ist es eher im Sinne von „wertvoll“ gemeint…

In manchen Kreisen hält man sich einen Psychiater, wie andere einen Anwalt. „Ich entscheide nichts ohne meinen Psychiater…. – Vergiß das mal ganz schnell! - Du kannst dir weder Psychiater noch Anwalt leisten.
Und du brauchst auch keine Therapeuten, wenn du nicht gerade suchtkrank bist (dann zahlt es, zum Glück, noch die Kasse). Auch wenn dir manche da etwas einreden wollen. Verständlich, denn diese Leute wollen auch leben und nicht in Hartzland stranden…
Alles, was du brauchst, ist dein gesunder Menschenverstand.
Vielleicht noch der von guten Bekannten. Gelegentlich. Außenstehende sehen die Dinge anders. Das kann hilfreich sein. Wenn du dich verrannt hast. – Mißbrauche aber nicht ständig die Freunde als Mülleimer. –
In akuten Notsituationen könntest du vielleicht zur Beichte gehen. Oder zu einem evangelischen Pfarrer. Deren Berufsbezeichnung ist Seelsorger. – Und das hat auch jahrhundertelang geklappt…- Bis Sigmund Freud kam und eine Wissenschaft daraus gemacht hat… -
Sezieren lässt sich natürlich alles. - Wem’s Spaß macht ---
Bist du nicht christlich orientiert, dann ruf die Telefonseelsorge an. Hier hat der Begriff absolut nichts mit Kirche zu tun. Klingt bloß vielleicht anfangs irritierend. Aber da sitzt am anderen Ende der Leitung genauso ein Mensch wie du. Der hört dir zu und erzählt das nicht weiter. (Geld kriegt er dafür nicht). Du musst keinen Namen sagen und nichts, was du nicht möchtest. Aber dein Problem erfährt eine andere Sicht. Die dir bisher vielleicht versperrt war (?) - Und dann siehst du weiter. Kannst wieder ruhig schlafen. Findest selber einen Weg.
Die Nummer ist kostenfrei, steht in der Zeitung: – 0800-111 0 111…

Ich kenne Leute, die gehen regelmäßig zur Kartenlegerin.
Das sind gar nicht wenig.
Oder sie rufen dort an. Um dann, über teure Nummern, nicht bei „Frau Alva“, sondern in einem Callcenter zu landen.
Spar dir die Abzocke und leg dir die Karten selber! - Das kannst du auch.
Schau dir die Bilder an und bilde eigene Assoziationen. Besorg dir ein Buch. Das lernt sich schnell.
Noch besser als der Umgang mit unvertrauter Symbolik kann das eigene Gestalten von Karten sein. – Wenn du Orakel suchst.
Schneide dir einfach gleich große Pappstücke und male Dinge auf, die dich umgeben, die du dir wünschst, die besondere Bedeutung für dich haben. - Das braucht schon etwas Überlegung. Und Zeit. Aber der Weg ist ( fast schon ) das Ziel. –
Du kannst nicht malen? - Also erstens muß es nicht schön sein. Hauptsache du weißt, was gemeint ist. Und zweitens kannst du auch Bilder, Worte, Sätze aus der Zeitung ausschneiden und Collagen kleben. Mit Fotos von dir oder irgendwem…Glanzbildchen aus deiner Kinderzeit – etwas, das dich schon lange begleitet. Versuche es einfach! – Collagen kleben macht übrigens ganz viel Spaß ( auch zur Gestaltung von Kalendern und anderen Sachen). Und dann hast du dein ganz persönliches Tarot.
Das mit dem Orakel klappt garantiert. Frag mich jetzt nicht, warum…-
Denn alles, was wir brauchen, ist inneres Wissen. Das ist einfach irgendwo gespeichert. Ganz tief in uns drin. Bloß wird es manchmal schwierig, es abzurufen. - Auf der Festplatte findest du auch nicht (immer) alles ? – Na also. Um Dateien zu öffnen, brauchst du ein bestimmtes Programm.
- Karten sind eine ähnliche Hilfe.
Müssen aber nicht. Wenn dir sowas nicht liegt. Du kannst auch andere Wege finden. Wenn du es wirklich brauchst, wirst du sowieso wissen, was zu tun ist. –

Jedenfalls hast du jetzt endlich die Ruhe, dich solchen Dingen zu widmen.
Im hektischen Alltag geht vieles oft unter.
Jetzt ist die Zeit.
Geh in den Wald raus. Auf einen Berg. In einen Park. An einen Fluß. Setz dich ganz still hin. Fließendes Wasser ist heilsam bei Konflikten. Überhaupt.
Bete. Meditiere. Nimm Kontakt zu den Engeln auf.
– Vielleicht wolltest du das ja schon lange (?) –
Es ist gar nicht so schwer. Auch wenn es einige Übung braucht. Stille ist wichtig. Innere Ruhe dazu.
Kerzen können hilfreich sein. Stell viele Teelichte ins dunkle Zimmer und schau in ein Lichtermeer… Atme bewußt. Laß die Dinge geschehn. Vieles kommt von selbst und nicht mit Gewalt.
Geduld brauchst du auf jeden Fall.
Und einige Übung.
Gute Bücher über Engel gibt es von Ambika Wauters oder Silver Raven Wolf. – Engelliteratur gibt’s überhaupt wie Sand am Meer. Wobei manches auch mehr zum Geldmachen geschrieben wird, will mir scheinen…– Vielleicht weil viele die Sehnsucht danach haben ?
Falls das mit der Meditation nicht gleich klappen sollte, besuche einen Yogakurs. Volkshochschulen bieten für Sozialschwache oft Sondertarife an. Da geht das auch für dich. Private Yogalehrer sind teuer.

Was gibt es noch ?
Schon der erste Reiki-Grad ist ein wunderbarer Türöffner für viele ganz eigene Erfahrungen. Das bringt dich in deiner Entwicklung ganz schnell voran. Und so sehr ich sonst für den autodidaktischen Bildungs- und Erfahrungsweg bin, diese Initiationen kannst du dir nicht selber geben. Das braucht einen Meister und ist meist nur für dreistellige Beträge zu haben. Also nicht drin. (??)
– Meine Erfahrung sagt mir, dass das, was du wirklich brauchst, dich auch finden wird - und auch ganz ohne Geld (so war’s auch bei mir) – also sei offen und hab einfach Vertrauen. Viele Dinge finden DICH.
Nicht umgekehrt.

Und sonst geh deinen Weg allein. Das ist der Schlechteste nicht.
Von den vielen Erleuchtungs-Seminaren halte ich sowieso nichts. Aber die „Erleuchter“ wollen auch leben.
Das an sich ist noch nicht verwerflich...-

PS: Wenn dir das alles überhaupt nicht liegt, dann kommst du auch gut ohne zurecht.
Benutz deinen eigenen Sinn und Verstand. Bloß gib dich niemals auf !
All diese Dinge sind dazu Hilfsmittel und Halt.

*

Partnerschaft


Damit meine ich jetzt nicht nur Ehe und ähnliche Gemeinschaft…, sondern alles, was längerfristig angelegt ist und auf Liebe und Vertrauen basiert. Oder zumindest so sein sollte…-
Beziehung könntest du es auch nennen. – Ich persönlich hasse dieses Wort. Denn es zieht und klebt wie alter Kaugummi. Deshalb vermeide ich diesen Begriff.
Gutes liebevolles Miteinander weiß ich aber trotzdem sehr zu schätzen.
Und immer wieder erlebe ich, im Umfeld, daß Gemeinschaften auseinanderbrechen, weil allein Materielles zählt und der Hartz-IV-Status eines Menschen scheinbar schon zum Verlassen reicht (oder zum gar-nicht-erst Anfangen dessen, was da hätte gut werden können…).
Ich finde das einfach schlimm!
Natürlich kann ich beide Seiten verstehen: wer Arbeit hat, schuftet oft hart für sein Geld und es ist frustrierend, wenn dann ein Amt bestimmt, damit jemanden aushalten zu müssen. –
Ausgehalten zu werden ist nun auch grade kein schönes Gefühl.
Aber oft geht es gar nicht um zusammen lebende Paare (die finden sich eher damit ab), sondern um jene, die gemeinsame Zeit eher locker genießen. Und plötzlich kann einer nicht mehr mitkommen auf Reisen oder ins Konzert.-
- Mensch, es gibt doch für alles eine Lösung!!!
Und ich kann dir nur sagen: wer dich aus solchen Gründen im Stich lässt, ist es nicht wert, dass du trauerst! – Schick ihn/ sie also über’n Jordan und bleib lieber allein (vielleicht war das auch längst überfällig ?).

Allein bleiben und den Mut nicht verlieren, fällt anfangs bestimmt schwer. Es ist schon ein harter Weg. Zu lernen, sich allein mit sich selbst ganz und gar wohlzufühlen. Aber das zu lernen ist es unbedingt wert!
- Statt in ewige Jammerei und krampfhaftes Suchen zu verfallen…-

Viele Möglichkeiten der aktiven Suche bleiben dir ohnehin nicht (-aber haben die anderen, real betrachtet, da etwa mehr ?).
Zumindest dein Radius ist doch eher eingeschränkt.
– Partnervermittlung ? – Kostet bloß viel Geld und ist keine Erfolgsgarantie (für niemand!) – also lieber Finger davonlassen.
- Inserate ? – Vielleicht hast du ja Lust auf Loteriespiel ? – Dann tue das und vielleicht kriegst du sogar den Hauptgewinn… -
- Internet ? Seriöse Singleportale sind auch nicht grade billig und den Rest kannst du vergessen. Kostet viel online-Zeit/ Gebühren. Und die meisten dort wollen bloß Spaß, Ablenkung und chatten. – Wenn du das magst – okay!
Vielleicht lebt es sich ja gar nicht schlecht in virtuellen Flirts und Illusionen ?
Vielleicht ist sogar wirklich mal ein Ernsthafter dabei und gerade auf deiner Wellenlänge? – Nun,das klappt vielleicht in München oder Berlin. Aber meist wohnt er/sie ganz weit weg. Und mobil bist du auch nicht – also vergiß es!
So hart wie das klingt…
Viele andere Möglichkeiten fallen ebenfalls weg. In der Gesellschaft verkehrst du ja kaum noch. Seminare und Schulen besuchen kannst du nicht…. – und was es da sonst vielleicht noch gibt…- Das mit dem Supermarrkt klappt auch meist nur im Kino…-
Vielleicht lebst du auf dem Land oder in der Kleinstadt?
Und bist gar noch lesbisch/ schwul ? –
- Nein, dann nimm dir jetzt keinen Strick! - Auch wenn dir die Kiste restlos verfahren scheint. Und die Chancen eher 1:1000 000…

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: es klappt erst dann, wenn du aufhörst zu suchen – Auch wenn das vielleicht seltsam klingt.
Aber je mehr und je verbissener du suchst…-
Lerne erstmal, dich selber zu lieben. Dann finden sich andre, die das ebenfalls tun, ganz von selber ein. Garantiert.
Und völlig durch Zufall. Ohne die stete Ausschau.
Zufall ist das, was uns zu-fällt.
Weil es für uns bestimmt ist. -

*

Armut macht das Leben kompliziert...-


Armut macht das Leben kompliziert.
Zu dieser Erkenntnis bin ich schon vor langer Zeit gelangt.
Und diese Erfahrung mache ich immer wieder – ich staune selbst ( heute noch!) über die vielfältigsten Formen dessen… -
Und auch dir wird das nicht erspart bleiben.
Eben weil fast alles nicht mehr geht, was für normale Menschen selbstverständlich ist. All die kleinen Dinge… - und versuch nicht, das irgendwem zu erklären! - Wer’s nicht selbst erlebt hat –

- Da bist du mit deinem Schatz nicht aus dem Bett gekommen. Nun habt ihr Hunger, der Supermarkt ist längst zu. – Pizzaservice anrufen ? - Vergiß es!
- Oder ihr habt euch verkracht, einer fährt ganz weit weg. Du mit dem nächsten Zug hinterher. – Das wirst du nun nicht (mehr) tun.
Wahrscheinlich kannst du ihn nicht einmal anrufen, weil die Telefonrechnung „nicht drin“ ist – ( Ja, ich weiß, die Telekom bietet Sozialtarif, aber damit hab ich persönlich ganz schlechte Erfahrung… - ).
- Jemand liegt im Krankenhaus. Ganz weit weg. - Hinfahren kannst du nicht.
- Jemand hat Geburtstag. Und du kannst nicht mal eine Briefmarke für die Karte kaufen…
- Du schleppst monatelang Wassereimer aus der Regentonne herein – nicht nur zum Sparen, sondern weil der Spülkasten der Toilette kaputt ist…
Ich selbst habe mal 6 Wochen lang meine Haustür mit einem Bindfaden zugebunden, weil das Türschloß kaputt war und ich den Schlüsseldienst nicht bezahlen konnte - …
- Du notierst dir genauestens alle Telefon-/Internetminuten auf einem Zettel, weil du dein Limit nicht überschreiten darfst…
- Du hast einen Termin in einer dir fremden Großstadt, Bewerbungsgespräch oder so…- Da stehst du dann ratlos am Bahnhof und weißt nicht, wohin. – Jeder normale Mensch würde ein Taxi nehmen…-
- Du bist irgendwo draußen gestürzt, hast dir den Fuß verknackst oder schlimmer… - Statt ein Taxi zu nehmen kriechst du auf allen Vieren nach Haus… - Und komm ja nicht auf die Idee, einen Krankenwagen zu rufen. In der irrigen Annnahme, dieser wäre zum Transport kranker Leute bestimmt. – Für dich gilt das nicht mehr! Du handelst dir bloß jede Menge Ärger und Kosten damit ein…
- Auch die Bronchitis, die Gallenkolik, den Asthmaanfall wirst du nun ohne Notarzt und Medikamente überstehn… - so schnell stirbt’s sich zum Glück nicht, ist meine Erfahrung.
- Haarsträubender Unsinn ? Leider nein.
Auch du wirst so etwas erleben…
All die Kleinigkeiten, die entweder nerven oder deprimieren, die eigene Würde verletzen… - glaub mir, da kommt allerhand auf dich zu. Schlimmeres noch, als ich jetzt hier genannt hab. -

Und immer rechnen.
Im Supermarkt jeden Cent. Damit’s an der Kasse auch reicht. Und du nicht dumm dastehst.
Jede Überweisung immer neu ausfüllen und vorher das Konto kontrollieren… Besser und billiger als geplatze Lastschriften ist das aber allemal.
Und lauter so Zeug.
Das wird niemand erspart bleiben -

Und eben weil du all dem nicht entgehen kannst, hat es Sinn, dafür die anderen Dinge einmal kritisch zu betrachten.
Dein Leben.
Deine Gewohnheiten.
Deinen Tag.

Da gibt es bestimmt eine Menge, dass sich vereinfachen oder ganz über Bord werfen lässt. Um nicht alles noch komplizierter zu haben als es so schon ist.
Mußt du z B. alle Werbung lesen, die da täglich ins Haus flattert ? -
Kaufen kannst du das sowieso nicht. Also ab in den Papierkorb. Sofort. Adressiertes abbestellen oder dich gleich auf die „Robinsonliste“ setzen lassen. – Das alles verschwendet nicht nur Papier, sondern auch DEINE wertvolle Zeit. Und die ist trotz alledem kostbar.
Vielleicht gehörst auch du zu jenen, die stundenlang am Handy herumknibbeln und sinnige SMS verschicken? Mit netten Bildchen dekoriert? –
Gewöhn dir das ab, das frisst bloß Geld und Zeit und das meiste davon muß niemand wirklich wissen! – Es gibt weit originellere Arten „Ich denke an dich“ zu sagen. Und die machen auch viel mehr Spaß. Also streng deinen Grips an und laß dir etwas romantischeres einfallen!
Handy überhaupt. Wenn du ein Festnetztelefon besitzt, also damit noch erreichbar bist, überleg mal die Abschaffung deines Handys. Du lebst nämlich ohne garantiert entspannter.
Mußt beim Gassigehen mit Waldi nicht noch telefonieren, freust dich statt dessen am Grün in den Gärten…– oder wo auch immer du bist. –
Du bist weder Chefarzt noch Börsenmakler – was willst du also mit solchen Ding ?! –
Handy kann lebensrettend sein? – Als es noch keine gab, sind die Leute auch nicht schneller und öfter gestorben… -
Sofern du also nicht akut infarktgefährdet bist… –
Ich habe kein Handy und ich brauche das auch nicht.
Und ist es wirklich sinnvoll, immer erreichbar zu sein?
Da gibt es Leute, die rufen schnell mal an. Und du rennst dann los, besorgst irgendwas, leistest Hilfe, machst damit andern die Arbeit sogar … – wenn diese Kumpel dich den ganzen Tag nicht erwischen, dann helfen sie sich schließlich auch mal selber. - Ist das nicht eine Überlegung wert ?

Ich will dir nicht die ganze Denkarbeit abnehmen und jedes Leben sieht sowieso anders aus. Grundsätzlich kannst dir bei allem, was du täglich tust, die Frage stellen: „Was bringt mir das?“ -
Also: Spaß, Entspannung, Gesundheit, einen Zugewinn an Lebensfreude ? –
Oder doch eher das Gegenteil ?
Wie wichtig ist mir das heute ? Morgen ? Nächste Woche ? In einem Jahr ?
Versuch mal, Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Dich vielleicht davon zu lösen…Ballast abzuwerfen.
Auch Keller/ Boden oder Kleiderschrank gehören gelegentlich entrümpelt.
Das erleichtert ungemein.
Ähnlich ist es mit dem Bekanntenkreis.
Wer nutzt dich nur aus ? Mißbraucht dich ständig als Müllplatz?
Wessen Gesellschaft zieht dich ewig herunter? Wer gibt dir nichts?
- Und umgekehrt. –
Mußt du dauernd irgendwelche Termine machen? Mit irgendwem ? Wegen irgendwas ? Nur für das Gefühl, gebraucht zu werden ? –
Komm davon mal wieder runter!
Mach mal einen ganzen Tag lang bewusst nichts.
Besser: eine ganze Woche.
- Du bist niemandem Rechenschaft schuldig.
Es ist DEINE Zeit.
Und ob die anderen deine Hilfe wirklich immer brauchen …(?)---

Dann wäre da noch das sogenannte Multitasking.
Auch wieder so ein englisches Modewort…-
Mütter müssen das meistens (und fühlen sich damit überfordert), im Job hast du das sicher auch praktiziert. Also immer mehrere Sachen gleichzeitig zu tun. Manchmal geht es nicht anders.
Aber jetzt komm einfach mal wieder runter. Denn du hast garantiert mehr davon, wenn du Dinge EINZELN erledigst.
Nicht einfach nur erledigst, sondern zelebrierst.
Essen zum Beispiel. In Ruhe genießen. - Die Zeitung läuft nicht weg…Und der Fernseher bleibt aus. (Wie wär’s statt dessen mit einer Kerze ? Schöner Musik ?)
Nicht immer bei einer Sache gleich noch die nächste erledigen. Oder in Gedanken schon woanders sein… -
Versuch mal, dich auf eines zu konzentrieren.
Alles ganz bewusst und einzeln zu tun. Langsamer zu machen. –
Ist gar nicht so leicht ?
Dauert aber auch nicht wesentlich länger.
Und bringt dir deutlich mehr Gewinn.

*

Stil


Stil ist absolut keine Frage von Haben und Einkommen.
Arm oder reich.
Stil ist dein Ganzes, dein Lebensgefühl überhaupt.
Natürlich – zuerst sehen andre die Kleidung. Dein äußeres Bild.
Und danach teilen sie dich ein.
Stil ist aber nicht das Dirndlkleid, der schwarze Rock und die weiße Bluse. – Das ist einfach nur spießig, wenn du mich fragst.
Auch ein Punk oder Hippie hat Stil und hat Klasse. Wer er/sie echt ist. Und nicht nur kopiert und verkleidet….-
Stil ist Geschmack. Dein ganz eigener. - Wer redet da gleich von gut oder schlecht?
Stil hast du, wenn du authentisch bist. Wenn deine Kleidung Lebensart und Stimmung entspricht.
Das kann durchaus auch mal wechseln, Stimmungen täglich…-
Schau dir die Gothics an, die haben’s perfekt kultiviert.
- Nein, du sollst jetzt nicht nachts auf Friedhöfe gehn… –
Aber bei denen stimmt alles.
Um deinen Stil zu finden, solltest du ruhig erst einmal spielen.
Nach Herzenslust.
Und merken, wie du dich fühlst. Was wirklich zu dir gehört.
Auch in deiner Wohnung, deinem Garten…
Mache die Welt zu deiner Spielwiese (alte Katzenweisheit) und spüre, wie es dir geht. Irgendwann merkst du: das ist es! Genau.
Stil kann auch aus lauter Brüchen bestehen. Wenn sie gekonnt sind.
Wenn dich das interessiert, kommst du schon bald selber dahinter.
Stillos ist nur die Imitation. Das Modediktat, das sich Vorschreiben –lassen.
Oder sich gar nichts zu traun.
Du bist nicht Kate Moss oder Sarah Jessica Parker.
Du bist einfach du.
Und das ist unendlich viel.

PS: Du kannst auch die Armut zum Stil machen.
Die großen Modeschöpfer greifen das Thema ja auch immer wieder auf. –
Heißt jedoch nicht, herumzulaufen wie frisch aus dem Lumpensack und eine Bude „wie bei Hempels hinterm Sofa“ zu haben…
Eine Portion Geschick brauchst du dafür schon.
Dann jedoch sind Komplimente dir sicher.

*

Freiherr von Knigge


Du wirst kaum in Kreisen verkehren, wo Etikette eine besondere Rolle spielt. – Im Gegenteil…
Und trotzdem, auch wenn das jetzt spießig klingt, haben Freiherr von Knigge und seine Nachfahren dir einiges zu sagen. Und das ist es schon wert.
Heißt nicht, nun immer und zu jedem nett zu sein. Feminismus und zahlreiche Ratgeber haben dir das Nettsein gerade ausgeredet – also was soll das denn nun jetzt ?!
Ich denke ganz einfach, ein bisschen Höflichkeit und gutes Benehmen sind immer noch in und auch in Hartzland noch drin.
- Schon wegen der ewigen Vorurteile, daß wir ja alle Asoziale sind. ---

*

Luxus


Frauen sind Luxusgeschöpfe. - Wie Katzen auch…-
Da erklärt mir doch neulich eine gehobene Frauenzeitschrift, wir bräuchten die Hautcreme für 150 Euro unbedingt. Das sei wie in Champagner zu baden –es pusht unser Ego, schenkt Freude am Leben…
Ich weiß ja nicht, wer – außer mir - solchen Quatsch sonst noch liest…
Wenn ich die Auflagenhöhe des Blattes betrachte, werden es wohl Einige sein.

Tja, mit dem Luxus, das ist so eine Sache.
Manche glauben doch wirklich, nur was teuer ist, das ist gut.
Den Luxus leiste ich mir – Man gönnt sich ja sonst nichts --------
Aber muß das immer auf Geldwerte bezogen sein?
Eine Hautcreme brauchst du manchmal. Die aus dem Aldi ist keineswegs schlechter, da ist dasselbe drin. Bloß ohne die Blattgoldpartikel….
- Und für dein Selbstwertgefühl ?
Luxus ist Ansichtssache.
Sieh dir die Dinge also genau an!
Die du brauchst, die du zu brauchen meinst…
Luxus kann alles sein, was nicht selbstverständlich ist.
Was du nicht täglich haben kannst.
Und das ist bei Dir ja schon ganz schön viel…-
Magst du Kino? Theater? Konzerte ? Eine Massage? Ein Essen in einem guten Restaurant ? – Das kannst du nicht oft, nicht einmal jeden Monat . –
Umso mehr lohnt es sich, dafür zu sparen. –
EINMAL im Jahr ist so ewas drin.
Auch bei Dir.
Und das wird dann ganz bestimmt zum besonderen Erlebnis.
Du wirst es genießen. Dankbar sein. Dich lange erinnern.
Den Luxus solltest du dir schon einmal leisten.
Und das ganz bewusste Genießen wieder lernen.
Nicht alles so im Vorbeiflug mitzunehmen – das sind wir heutzutage ja schon mächtig gewohnt. Durch all das Überangebot….
Aber das gibt’s für dich nicht mehr. Wenn du nicht zahlen kannst. –
Also such dir EINES aus. Und tue es mit Bedacht.
Bewusstheit und Dankbarkeit wieder zu lernen lohnt sich.

Luxus kann auch ganz anders sein: eine Stunde Stille zum Beispiel.
Eine Stunde - ganz für dich allein.
Niemand redet mit dir. Kein Radio dudelt….
Vielleicht gehst du dazu auf eine Waldwiese. In einen Park. Hörst, wie ein Vogel singt. Oder die Blätter fallen.
- Ja, das hört man. – Aber wer hört das noch ???
Es gibt tausend Sachen.
Die kosten nix.
Weil sie mit Geld eben nicht zu bezahlen sind.
Finde heraus, was dir gut tut.
Leiste dir das.
Genieße und schöpf daraus Kraft.
Weil der Alltag nicht immer leicht ist…

*

Kleidung


Kleidung muß praktisch sein, wärmen und schützen?
Wenn du es so siehst, okay. Dann lies hier einfach nicht weiter.
Falls du aber mehr erwartest, mehr daraus machst und Spaß daran hast – dann kommt hier eine prima Nachricht:
Kleidung muß weder neu noch teuer sein.
Es kommt nur darauf an, wie du sie trägst!

Und du kannst ganz viel Spaß damit haben.
Kleidung, sich kleiden, verkleiden auch… wandeln, gewanden, Gewand – was für ein sinnliches Vergnügen !
Es hebt die Stimmung, macht den grauen Alltag bunter…und je mehr Fummel du hast, desto mehr Variationen.
Als Ausdruck von Befinden, Persönlichkeit, Lebensgefühl…
Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Diesen Luxus - kannst du dir leisten!
Schau dir ruhig Versandhauskataloge an. Nicht unbedingt Baader-Meinhof, Meckermann & Pelle…- ich habe eher an die „Besseren“ gedacht. Deren Waren du dir sowieso nie leisten könntest… - (Über den Punkt des Unbedingt- Haben-Wollens mußt du allerdings darüberweg sein -)
Oder Zeitschriften wie Vogue, ELLE und so – das kann eine wunderbare Inspirationsquelle sein!
Nicht nur Designer von Dior können eine Lederjacke halb durchschneiden – Punks machen’s schon lange und du kannst das auch!
Aber es geht nicht so sehr ums Nachmachen, sondern um die eigene Kreation.
Das wirst du bald herausfinden, wenn du erst den Blick dafür entwickelt hast. Und den Spaß am Spiel, an der eigenen Wandlung.

Schau dich also auf Flohmärkten gut um – da gibt’s jede Menge aufzutreiben. Auch wenn alles Zufälle sind: überleg dir trotzdem vorher eine ungefähre Richtung (das, was zu dir passt) und verzettele dich nicht. Setz dir ein Limit, was du ausgeben würdest und schau nach Privatleuten, die ihre Sachen gern loswerden wollen.Damit fährst du gut. Handle auch. (Bei mir gilt immer das 1-Euro-Prinzip, wobei natürlich etwas ganz Besonderes auch mal 3 Euro kosten darf, mehr aber nicht -). Es gibt auf Märkten gut sortierte Boutiquenstände, die nehmen manchmal mehr als den Neupreis – geh da also schnell weiter! Mögen andere das bezahlen…
Es gibt noch mehr Möglichkeiten, z.B. die Altkleiderverwertung.
Gibt’s in vielen Städten, oft sind es alte Fabrikhallen, unschöne Gebäude... - und darin Berge von Zeug. Da kannst du wühlen und Schätze finden… –
Bezahlt wird nach Kilopreis (6-8 Euro). - Ein Seidenkleid kostet also fast nichts, ein Mantel ist schon noch teuer… -
Die Markthändler und Second-hand-shops beziehen ihre Wahre auch meist von dort. Und sie verdienen daran nicht schlecht.
Also sei clever und kauf da lieber direkt.
Drittens gibt’s auch noch Kleiderkammern. Vom Roten Kreuz oder der Caritas. Das kostet gar nichts oder geringfügige Spende. Schaue ruhig öfter vorbei.
Du musst ja nichts nehmen, wenn dir grad nichts gefällt. –
Nächstes Mal hast du mehr Glück!
Scheue dich nicht vor getragenen Sachen – was ist schon dabei?
Natürlich solltest du sie waschen – in solchen Räumen hat alles einen seltsamen Geruch… Aber wenn ich bedenke, mit wie viel Schadstoffen Neuware belastet ist, erscheint mir getragene und mehrfach gewaschene Kleidung fast als der bessere Weg.
Ich persönlich spiele dort gerne Wühlmaus.
Diese Vielfalt an Stilen, Richtungen und Zeiten – das reizt mich ungeheuer.
Ein Laden mit Ständern voller gleicher Kleider dagegen ist langweilig, da schaue ich gar nicht erst hin…
Versuche es ruhig und überwinde die anfängliche Scheu. Das komische Gefühl, weil du so etwas noch nie gemacht hast –

Das Mixen von Stilen, das Spielen mit Harmonien und Brüchen kann ein unerschöpfliches Feld sein, ein immer wieder faszinierendes Vergnügen. Accessoires wie Tücher, Gürtel, Taschen etc. gehören auch mit dazu.
Sind manchmal fast das Wichtigste sogar.
Ein eintöniger Pullover gewinnt ungeheuer durch ein farbiges Tuch…. –
Es muß ja nicht die angesagte Gucci-Bag sein! –
Die sogenannten it-Teile sind ohnehin oft hässlich, unpraktisch und sauteuer…
Such dir also lieber irgendwas, das zu dir passt und das sonst niemand hat. –
An besagten Stellen findest du das bestimmt.
Bei ausdauerndem Suchen.
Und dann spiele, mixe und (ver-)kleide dich, was das Zeug hält!
Auch das ist Lebensgefühl.
Und welches Glamour-Heftchen behauptet da, so etwas trüge nur Sienna
Miller ?!
- Du trägst das schon lange!
Bloß guckt wahrscheinlich gerade mal wieder kein Schwein…!
Denn die Reporter verirren sich nicht nach Hartzland…
Und so kommst du eben nicht in die Zeitung… –
Macht nichts!
Es hat auch etwas für sich, ganz ohne Paparazzi zu leben… -

*

Zeit


„Hartz IV und der Tag gehört mir“.
Den Spruch habe ich nicht erfunden, aber er gefällt mir sehr gut.
Also freu dich und sei dankbar. So gut kannst/ wirst du es nicht immer haben.
Aber was fängst du nun an mit all der geschenkten Zeit??
Bring ich den Tag rum oder bringt mich der Tag um ? – hat sich mancher vielleicht auch schon gefragt.
Muß aber nicht sein, sage ich jetzt.
Vielleicht hast du in den letzten Jahren vor lauter Arbeit/ Familie etc. keine Hobbys mehr gehabt und keine Ahnung, was das überhaupt ist ?
Erinnere dich einfach an früher. An deine Kinderzeit.
Was hat dir besonderen Spaß gemacht ? Hast du gerne gebastelt ? Gesungen ? Gemalt ? Oder bist durch die Wälder gestreift, hast am Fluß Kiesel gesammelt, Fische geangelt?
Was hindert dich daran, solches jetzt wieder zu tun ? Wo steht, daß das für dich verboten ist?
Fühlst du dich seltsam dabei ? Unnütz ? Kannst das Gefühl nicht ertragen, hier einfach mal etwas nur für dich selber zu tun ?
Nun, das lässt sich alles wieder lernen.
Und das ist es wert.
– Vielleicht baust du auch erstmal ein Baumhaus für die Nachbarskinder…oder bringst Nistkästen an… -
Entdecke einfach wieder, wie es ist, in einer Beschäftigung ganz und gar aufzugehn. Die Zeit zu vergessen. Ohne die Frage – Wozu ? -
Tue es einfach für dich. Du weißt selber am besten, was…
Wann hast du eigentlich das letzte Buch gelesen ?
Fotos sortiert ?
Tue es mal wieder und tue es gründlich. Dabei kommen ganz viele Gedanken. Und wenn du erst einmal angefangen hast, kommen bestimmt weitere Ideen. – Vielleicht schreibst du Erinnerungen auf, gestaltest ein Fotobuch, schreibst deine Memoieren ?
Bei mir ist es jedenfalls immer so, jede intensive Beschäftigung entwickelt Eigendynamik. Aus fast allem wächst die Idee für das nächste Projekt. Langeweile habe ich nie kennengelernt.
Nutze die Zeit, die dir geschenkt wird. Genieße den Tag ganz bewußt.
Sag dir einfach jeden Morgen beim Aufstehn: – Ich freu mich auf diesen Tag. – Oder sonst etwas Positives.
Sei neugierig, was dir alles begegnet.
Von Kindern kannst du da sehr viel lernen.

*

Jahreszeiten


Zu ihrer Zeit sind sie da. Du kannst dich darauf verlassen.
- Tröstlich finde ich das. -
Aber nimmst du sie überhaupt noch bewußt wahr ?
Nicht nur in Heizkostenabrechnungen und all diesen Sorgen ?
Versuche einmal, ein Jahr ganz intensiv zu erleben. Die Veränderungen des Lichtes und der Natur. Das geht auch in der Stadt…
Versuch sie zu erfassen mit allen Sinnen - auch das gehört zum Lebensgefühl.
Der Beginn einer Jahreszeit steht im Kalender und geht mit Sonnenwende bzw. Tag- und Nachtgleiche einher. – Vielleicht feierst du diese Tage mit einem kleinen Ritual?
- Lade Freunde dazu ein oder tue es ganz für dich allein.
Niemand schreibt dir etwas vor, es gibt keine Dogmen.
Du kannst es ganz nach deinem eigenen Befinden gestalten.
Überleg, was typisch ist für die Zeit, die jetzt auf dich zukommt. Wovon du dich verabschieden kannst, mit Wehmut oder mit Freude auch… - die Winterkälte, die Dunkelheit - ?
Den Schnee mochtest du doch ? - Bist gerne Ski gelaufen ?
Nun erwartet dich Neues – heiß es willkommen!
Den Winterblues kannst du hinter dir lassen…
Rieche einfach die Luft und wie sie sich verändert. Schau Bäume an, Zwiebelblumen, die allerersten: wie sie wachsen, wie Grün sich langsam wieder zeigt…
Vielleicht leidest du bald unter der Sommerhitze, aber auch diese ist endlich.
Im August schon - der Ton der Grillen kündet vom Herbst…
Genieße die Farben, bald kommen Nebel auf.
Herbstfeuer und der Geruch von nassem Laub…

Das war jetzt ein Schnelldurchgang. Jeder Tag ist verschieden - dreihundertfünfundsechzigmal im Jahr…
Lerne wie ein Kind immer wieder zu schauen und zu staunen.
Überleg, was du selbst mit den Jahreszeiten verbindest. - Erinnerungen…?
Was hast du immer gemocht? Im Sommerregen tanzen? Baden im See ? Picknick im Freien ? Kastanien sammeln? Mit nassen Schuhen in der Dämmerung heimkehren, Pilze putzen, heißen Tee?
Den Weihnachtsmarkt ? Die ersten Flocken ?
Ein Jahr steckt so voller Zauber und Poesie. Entdecke sie wieder!
Mach jeden Tag zu einem Fest. Genieße mit allen Sinnen.
Das ist Lebensgefühl pur.
Kosten braucht das alles nichts.

*

Garten


Ein Garten ist ein kleines Paradies. Wenn du es richtig verstehst.
Und Arbeit ist Gartenarbeit eigentlich nicht. Stelle ich immer wieder fest.
Dabei wollte ich nie einen Garten haben, hab mich auch niemals dafür interessiert. - Also nichts mit dem berühmten grünen Daumen…-
Es war eher Zufall, dass ich zu einem Garten kam. – Bereits nach 4 Wochen wollte ich ihn nicht mehr missen…
Ein Garten ist einfach wundervoll. Wie soll ich dir das hier erklären?
- Schaff dir am besten selbst einen an! Es gibt genug Gärten günstig zu pachten. Und wenn du darin Gemüse ziehst, hast du das Geld auch schnell wieder heraus. Obstbäume stehen auch meistens dort.
Schau, was schon wächst, was davon du wachsen lassen kannst – allzu viel Wildes sicher nicht… Pflanze Blumen und Sträucher und schau, wie sich alles entwickelt. – Was du selbst gepflanzt hast, weißt du dann auch mit Namen und so gewinnst du langsam Erfahrung hinzu. Nicht alles gedeiht überall. Schau also ruhig mal in ein Gartenbuch. Da bekommst du nicht nur Wissen, sondern auch Appetit. Aber die eigene Erfahrung ist immer die beste.
Die Beschäftigung mit Pflanzen hat etwas Heilsames, erzeugt eine Art meditativer Stimmung – du merkst kaum, wie die Stunden vergehn. –
Es hilft auch über manchen Frust hinweg und beruhigt, wenn du Ärger beim Amt hast…-
Kannst du selbst keinen Garten finden oder ist dir das zuviel, dann hilf jemandem, der einen Garten hat. Viele ältere Menschen schaffen große Gärten nicht mehr allein. Sie sind dankbar für Hilfe. Allerdings ist das mit den eignen Ideen dann so eine Sache… - Aber dazulernen und Lust kriegen kannst du dabei allemal. Und einen Menschen näher kennenlernen auch.
Vielleicht ist vor deinen Häuserblock ein Beet, eine Böschung, eine freie Fläche? – Nimm sie in Pflege, mach etwas daraus! Natürlich in Abstimmung mit dem Vermieter.
Das findet sich schon, wenn du es wirklich willst.
Hast du gar keine Möglichkeit dazu, dann betreib einfach „Guerilla-Gardening“. Das geht überall, in jeder Stadt. Streu Blumensamen auf unschöne freie Flächen, steck Zwiebelchen im Park unter die Bäume… ( Rasenflächen werden meist regelmäßig gemäht und sind daher nicht so geeignet).
Irgendein unschöner Ort findet sich immer. Beachte, ob Sonne dort hinkommt oder nicht. Genug Wasser ?
Die Samen kannst du oft anderswo von abgeblühten Pflanzen sammeln, kaufen muß nicht unbedingt sein.
Und dann geh immer wieder dort vorbei und sieh, was geschieht

*

Farben


Von Goethes Farbenlehre über Rudolf Steiner bis zum Lüscher-Test: über Farben und ihre Wirkung ist viel geforscht und geschrieben worden. Das will ich hier nicht wiederholen, das findest du in der Bibliothek. –
Ein spannendes und umfangreiches Kapitel, das sich unbedingt lohnt…
Denn niemand bleibt von Farben unberührt. - Blinde vielleicht (aber die können Farben angeblich sogar spüren)… Selbst Tiere (angeblich farbenblind) sprechen darauf an– denk an den Stierkampf…-

Wie oft höre ich Menschen klagen, der Alltag sei so grau, ihr Leben farblos. – Also ändere das!
Fang einmal an, Farben bewußt wahrzunehmen, zu erleben.
In der Natur, in der Kleidung, in Kaufhäusern (bewußter Werbetrick!), Schaufenstern von Blumenläden, die Farbe von Räumen, z.B. in der Arztpraxis, in der Behörde…
…in der Kunst – besuche Galerien, Museen, Bibliotheken, schau dir Bilder und Bücher an…-
Welche Farbe wirkt wie auf dich ?
Hast du eine Lieblingsfarbe ? Werde dir ihrer bewußt!
Auch Lieblingsfarben können, je nach Stimmung oder Lebenssituation, wechseln, im Laufe von Jahren…manchmal sogar fast jeden Tag.
Keine ist besser oder schlechter (von politischen Farben rede ich hier nicht und auch nicht von „Blau“ als na-du-weißt-schon…)
Umgib dich bewußt mit den Farben, die dir gut tun, die du brauchst.
Zur Entspannung oder für positive Stimmung.
Tausche den grauen Pullover gegen einen gelben oder roten – was verändert sich dann?
Schaffe dir Wohlfühl-Atmosphäre zuhause, indem du mit Farben gestaltest.
Das muß nicht immer eine komplette Renovierung sein (das unterschiedliche Streichen von Zimmern hat allerdings eine durchschlagende Wirkung), oft reicht schon ein Anfang im Kleinen. Eine einzelne Wand farbig überwischen, das Auswechseln von Vorhängen, Decken etc., oder ein großes intensivfarbiges Bild…
Ein altes Möbelstück (Sperrmüll) bunt anzumalen bringt auch allerhand. Vorhänge nähe ich mir meist aus alten Bett-Tüchern und färbe sie je nach Bedarf selber ein. –
Du musst nicht unbedingt ins Einrichtungshaus gehen, das Stöbern beim Roten Kreuz bringt es auch…-
Du wirst jedenfalls staunen, wie sich deine Stube durch andersfarbige Textilien verändert. Das gibt dem Raum oft schon ein ganz anderes Licht.
Wenn’s nicht gefällt, kannst du es immer wieder ändern. Probiere es ruhig aus.
In der Kleidung… überall… - vieles kannst du verändern, deinem eigenen inneren Bedürfnis anpassen.

Wir sind überall von Farben umgeben, sie wollen nur wahrgenommen werden. Achte auf sie, spiele mit ihnen, mach sie dir dienstbar. –
Und dann sag noch mal, dein Leben wäre farblos !

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Rituale


Woran denkst du bei diesem Begriff ? - An Hochzeiten, Kindstaufe, Begräbnis…? Oder an Voodoo, Satan und Ritualmörder aus TV-Krimis ?
Das alles meine ich jetzt nicht (unbedingt)...
Rituale können überlieferte Bräuche sein, manchmal auch überkommen und erstarrt. - Nötig, sie zu hinterfragen.
Rituale können aber auch ganz persönlich sein. Kleinigkeiten im Alltag oft. Die sich als Fixpunkte eingewöhnt haben. In dein ganz eigenes Leben, in deine Partnerschaft… Sei es die Teezeremonie am Morgen, das Bad am Freitagabend, Geburtstagsfeier-Gewohnheiten oder ganz besonders gestaltete Zweisamkeit. – Im Positiven sind Rituale die festen Größen in unserem Leben, sie geben uns Struktur und Halt.
Gerade dann, wenn du arbeitslos, bindungslos, haltlos bist oder zu werden drohst, dir viele „normale“ Lebensqualitäten wie Urlaubsreisen, Kulturveranstaltungen etc. versagt sind, können Rituale dir eine wichtige Hilfe sein.
Das Schönste daran: Du musst sie nicht von irgendwem übernehmen, du kannst dir deine ganz eigenen Rituale schaffen und suchen.
Manche magst du gern mit anderen teilen ( z.B. die Weihnachtsfeier im Verein), manche hast du lieber ganz für dich allein.-
Rituale sind eigentlich nichts anderes an bewusstes Erleben, also Sinnlichkeit, Lebendigkeit, Genuß.
Lebensqualität und nicht etwa Verpflichtung (wenn Du solche verspürst, solltest du das überprüfen -).
Du kannst die Feste im Jahreskreis feiern, ganz nach deiner Art. Oder ganz einfach das erste Schneeglöckchen im Frühjahr und solche Sachen, nicht gebunden an einen bestimmten Tag. Den Sonntag besonders gestalten oder einen anderen Tag. Jeden Tag einen Augenblick innehalten und etwas Schönes tun: eine Kerze anzünden, in einem besonderen Buch lesen, dir etwas Leckeres kochen, was auch immer… Denke darüber nach und finde heraus, was du jetzt gerade brauchst. Das lohnt sich auf jeden Fall und bringt dir Gewinn.
Und es muß nicht für immer so bleiben. – Leben ist Entwicklung, ist Fließen und nicht Stillstand und erstarrte Form.
Aber ganz ohne Strukturen geht es (uns) nicht gut und wiederkehrende bewußte Handlungen geben uns oft Trost und Kraft.
– Warum sonst gäbe es Gottesdienste, Weihnacht und all diese Sachen ?

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Utopie


Die Realität:
Wenn immer mehr Menschen immer weniger haben, brechen immer mehr Arbeitsplätze weg. Denn wer kann dann noch Waren und Dienstleistungen bezahlen?
Die Lebenserwartung wird sinken, wenn sich ein Teil der Bevölkerung medizinische Versorgung kaum noch leisten kann.
Wenn das Bildungsniveau weiter abnimmt, werden Brutalität und Kriminalität weiter steigen. Toleranz gibt es bald gar nicht mehr. Jeder sucht nur noch, irgendwie durchzukommen ---------
Weiter will ich lieber nicht denken.

Die Utopie :
Wenn immer mehr Menschen immer weniger haben, werden sie der Konsum-und Spaßgesellschaft eine Absage erteilen ( müssen )…
Notgedrungen setzt ein Umdenken ein und ein Besinnen auf wirklich wichtige Dinge und Werte.
Natürlich vorhandene Ressourcen werden wieder verstärkt genutzt, Nahrungsmittel nicht mehr vernichtet…
Solidarität wird immer wichtiger und Zusammenhalt praktiziert.
Menschen gehen geschlossen auf die Straße und erzwingen eine Wende in der Politik.
Werte wie Dankbarkeit, Demut, Mitgefühl… werden wieder lebendiges Gut.
Wenn immer mehr Menschen immer weniger haben, entwickelt sich eine ganz neue Kultur und diese gewinnt immer mehr Bedeutung. Die Gesellschaft wird von unten her erneuert.

- Eine Utopie ?
Gewiß.
Aber wert, es im Kleinen anzufangen und zu leben.
Auf jeden einzelnen kommt es dabei an.
Lies weiter bei….-----------

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Literatur


Viele Möglichkeiten und Wege habe ich nur kurz angerissen – als Anstoß und Inspiration. Falls du damit allein nicht weiterkommst und noch mehr Anregung möchtest, hier einige Bücher, die hilfreich sein könnten, den eigenen Blickwinkel zu verändern.
Frag danach in der Bibliothek.

Banzhaf, Hajo – „Das Arbeitsbuch zum Tarot“ Diederichs-Verlag München

Epstein, Alan – „Glück ist, was du täglich tust“ Scherz-Verlag Bern, München, Wien

Francia, Luisa – „Die magische Kunst, das Glück zu locken“ Nymphenburger in der E.A. Herbig Verlagsbuchhandlung München - sowie weitere Bücher der Autorin im Verlag Frauenoffensive München

Grün, Anselm „50 Engel für das Jahr“ und weitere Schriften, Herder-Verlag

„Vom Glück, mit der Natur zu leben“ Das Tagebuch der Edith Holden W.Heyne-Verlag München

Kriele, Alexa „Wie im Himmel so auf Erden“ Einführung in die christliche Engelkunde Heyne-Verlag München

Louden, Jennifer „Tu dir gut“, „Tut euch gut“ Das Wohlfühlbuch für Frauen/Paare Verlag Hermann Bauer Freiburg

Nissen, Gerda „….und füllt mein Herz mit Freude“ Aus meinem Gartentagebuch BLV Verlagsgesellschaft München

Sackville-West, Vita „Mein Frühlingsgarten“, „Mein Sommergarten“ etc. Schöffling &Co Frankfurt

Silver Raven Wolf „Die schützende Kraft der Engel im täglichen Leben“ Heyne-Verlag

Strittmatter, Eva „Zwiegespräch“, „Die eine Rose überwältigt alles“ und weitere Gedichtbände Aufbau-Verlag Berlin

Trausch, Christel „Über die Ufer“ , „Kamillensträuße“ und weitere Bücher
Dr. Ziethen-Verlag Oschersleben

Wauters, Ambika „Das Wesen der Engel“ Tosa-Verlag Wien

Wolff, Bernd /Richter, Werner „Das Buch der Bäume“ Stürtz-Verlag Würzburg

Das sind nur einige wenige, die mir etwas bedeuten.
Die ganz einfach schön sind.
Es gibt natürlich noch ganz viele weitere.
Die sind genauso viel wert.
Ein Buch kann ein guter Freund sein. Kann dir sehr viel sagen.
Denken mußt du aber immer noch selbst.

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Zuletzt


Mancher wird mir vorwerfen, dass der gezeigte Weg nicht zur Verbesserung der Lage für alle beiträgt, sondern eher ein Nischensuchen für den einzelnen ist.
Das ist richtig und mir auch voll bewußt.
Ich habe, angefangen bei der Friedensbewegung in der Wende-Ära, lange Zeit versucht, durch Engagement in der Öffentlichkeit etwas zu verändern. Ich habe meine Erfahrungen gemacht, mich aufgerieben, Nerven gelassen… - und am Ende jede Illusion verloren!
An eine Revolution oder wirkliche Veränderung glaube ich nicht (mehr).
Gegen das globale Scheißspiel von Geld und Macht sind wir hilflos. Neoliberalismus und das ganze verdammte Zeug…- ( Was das ist? - Stell dir vor, alle rennen um die Wette, aber sie sind von völlig verschiedenen Positionen aus gestartet, so in etwa… – die Wirklichkeit ist natürlich noch um ein Vielfaches komplizierter -)

Natürlich werde ich dabeisein bei Demos gegen Sozialabbau. –
Es ist wichtig, zu zeigen, wie viele wir sind. – Ändern wird das allerdings nichts.

Ich propagiere nicht den totalen Rückzug aus allem ( rausgeworfen aus der Gesellschaft hat man dich allerdings), aber ohne persönliche Nischen geht es nicht.
„Gelernte“ DDR-Bürger wissen das noch…
Heute brauchst du deine Nische mehr denn je zum Überleben und zum persönlichen Glück.
Wem nutzt es, wenn du ewig frustriert, aggressiv und verbittert durchs Leben stolperst? Dich aufgibst? Dem Suff verfällst?
Dir selbst jedenfalls nicht. Und auch sonst keinem.
Im Gegenteil: wenn du deinen eigenen Zufriedenheitsweg findest, strahlst du das auch aus. Kannst Mensch sein im Kleinen, in deinem eigenen Umfeld.
- Ist das etwa nichts?

Und dann klappt es auch wieder besser mit Arbeit.
Ich wünsche es dir und ich wünsche es mir.


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