Da es heute endlich wieder hell genug ist für indoor-Fotos ohne Blitz...
kommt heute Fach 4 an die Reihe:
Russen von Puschkin bis Neuzeit.
Russen von Puschkin bis Neuzeit.
Wobei sich die neuzeitlichen, in den letzten 10 Jahren gelesenen Autoren
meist anderswo auf Stapeln herumtreiben, weil sie gar keinen Platz mehr
im Fach gefunden haben.
Und ich brauche sicher kaum erwähnen, dasz meine Bücher immer
doppelreihig stehen?
Dahinter sind auch noch ganz viele Schätze, nur:
irgendwas musz ja dann hinten stehen!
Und mein Lieblingsautor - Konstantin Paustowski - hat nochmal ein kleines extra-Fach.
Mit Empfehlung ist es hier schwierig - zu dieser Art Literatur fehlt den
meisten Besuchern wohl jeglicher Zugang (?)
Am ehesten noch Andrei Makine, der schon länger in Paris lebt.
Auf jeden Fall gut lesbar und geeignet, eine fremde Welt zu erschlieszen.
Ansonsten steht hier manches auch eher als Zeitdokument oder weil es von
literaturgeschichtlichem Interesse ist und nicht unbedingt
als Lektüre für den Gartenstuhl geeignet.
Erwähnen möchte ich Daniil Charms, einen Autor der sowjetischen
Avantgarde, der damals allerding nur Kinderbücher publizieren durfte
und immer wieder aneckte im System.
Er ist schlieszlich im belagerten Leningrad im Gefängnis verhungert und
es ist nur der Umsicht eines Freundes zu verdanken, dasz seine Manuskripte
überhaupt noch existieren und später veröffentlicht werden konnten.
Vom Schreibstil her imponiert mir auch Isaak Babel sehr, vom Inhalt her
braucht sein Werk oft starke Nerven, besonders die "Reiterarmee".
Seine Geschichten aus der Odessas "Moldavanka", einer Art Gaunerviertel,
sind ein gutes Zeitzeugnis und für mich noch mehr als das...
aber das führt hier zu weit.
Über seinen prägnanten, kurz gefaszten Schreibstil las ich bei Paustowski,
dasz Babel jeden Text mindestens 20mal abschrieb und dabei alles
Überflüssige herausstrich - also Sprache in einer sehr verdichteten Form.
Daran denke ich oft, wenn ich mich durch ellenlange Blogartikel kämpfe
und dann gar noch lese, wie Judith Peters sich und "ihre" Bloger:innen lobt,
13000(!) Wörter in einem Post untergebracht zuu haben....
- Schreibschule a la Babel täte da mal not! ;)
Auch Babel war unbequem im damaligen System und wurde 1940 hingerichtet.
Liebe Mascha, was für eine Rissige Samlung von Russische Literatur. Alle Achtung... und das auf Deutsch. Ich wollte dich immer fragen, aber bin ich dazu nie gekommen... Interessiert dich die Russische Seele oder hast Du mit Russland ein Verbindung. Deine Beiträge zeigen sehr viele Russische Themen die einfach Fantastisch sind und die zeigen Russland aus der Interessante und vor allem geheimnisvolle Seite. Ich mag bei dir die Kirchgesänge der Russische Orthodoxe Gesänge sich anzuhören und immer bin ich froh wieder bei dir unterwegs zu sein.
AntwortenLöschenSorry für meine So direkt gestellte frage
Liebe Grüße czoczo
Lieber czoczo, ich glaube, ich hatte es früher schon erwähnt: ich habe eigentlich keinen Bezug zu RU. Meine Eltern sind in D geboren, haben nie woanders gelebt und sprachen keine weiteren Sprachen als Deutsch. Allerdings war ich schon als Kind fasziniert vom Klang fremder Spachen, auch wenn ich sie nicht vertstand (das stört mich bin heute nicht, etwas nicht zu verstehn, wenn es nur einfach gut klingt) und besonders mochte ich die russischen Melodien und slawische Sprachen, ja, Polnisch auch. Klingt toll!
LöschenBis auf zwei Reisen in den Siebzigern, bei denen ich mehr sah als Hotels und Touristenattraktionen... war ich selbst leider nie in RU.
Und auch nie in Odessa. Aber Konstantin Paustowski hat Odessa, Tieflis, Kiev etc. in seinen autobiographischen Romanen so beschrieben, dasz es wie eine Reise ist. Eine Zeitreise dazu, denn es spielt 1910 bis ca. 1928... Er hat die Moldavanka beschrieben...und ich kenne andererseits mehrere Lieder, die reale oder fixtive Figuren aus diesem Stadtteil besingen - insofern sind wieder Babels Geschichten die Ergänzung dazu.
Das ist wie mit jeglichem Wissen: je mehr Wissen du dir aneignest, desto mehr bringt es Freude, weil immer neue Zusammenhänge erkennbar werden. In der Kultur, Literatur und Musik genauso. Alles ist miteinander verwoben.
Und manchmal habe ich Träume, die komplett in Russch sind. Und da beherrsche ich die Sprache einwandfrei. In real ist es nicht so, da brauche ich öfter ein Wörterbuch...
Vermutlich habe ich in einem früheren Leben in RU gelebt ;)
LG Mascha
Liebe Mascha, ich hab als jugendlich wenig von den Russische Seele Büchern gelesen. War ich noch irgendwie zu jung um sich in der Tiefe der Romane von Dostojewski oder Tołstoj zu begeben... dafür abej habe ich vielleicht als 14-15 Jährige ein Abenteuer Buch gelesen über Georgien... ich war so fasziniert von der Beschreibung der Landschaft von dem ganzen ... das ich einfach dorthin reisen wollte . Heute wen ich sehe Dokus über Georgien ... erinnere mich an den Jugend Zeiten :-) vielleicht wen ich Mut fasse und die Geschichte in der Region Europas sich beruhigt wer weis ... vielleicht.. Ein paar Jahre habe ich noch. Jetzt bleiben mir also deine Lieder und wer weis vielleicht sollte ich irgendwann die Ernste Literatur sich vorzunehmen. Ich hab schon lange kein echte Buch im Hand gehabt ... lieber lasse ich mir vorlesen .. und höre mir ein Hörbuch... oder schaue mir ein schönen Film :-)
LöschenLiebe Grüße czoczo
Uff nein, man braucht doch nicht Dostojewski oder Tolstoi! Letzteren mag ich z.B. gar nicht, er ist mir zu belehrend...und als Mensch war er auch ziemlich furchtbar -
LöschenRussische Seele erfahren kann man auch bei Schukschin oder Valentin Rasputin (z.B. Abschied von Matjora)
Wenn Du Georgien magst: versuchs mal mit dem 5. und 6.autobiographischen Band von Konstantin Paustowski "Sprung nach dem Süden /Buch der Wanderungen" - da ist viel von Georgien, Kaukasus etc. drin. Wie gesagt, seine Erzählweise vermittelt Reisen "im Kopf" und das Buch ist billiger und gefahrloser als eine Reise zu jetziger Zeit.
Am besten ist die DDR-Übersetzung (Doppelband), aber die ist kaum zu kriegen bzw. sehr teuer. Im Westen unter "Erinnerungen Bd. 3" erschienen oder beide Titel einzeln unter "Erzählungen vom Leben" mit jew. Untertitel als Taschebuch - antiquarisch suchen.
Hier sehe ich es das als Hörbuch (hab ich nicht überprüft)
https://www.dzblesen.de/bibliothek/H003120-Buch+der+Wanderungen++Erinnerungen+Band+3
Georgische Gesänge hab ich öfter unter meinen Friedensgebeten und auch manchmal weltliche Musik. Hier z.B. gibt es ein modernes Konzert in den Bergen - einfach grandios!
https://maschas-buch.blogspot.com/2026/04/sonntagsmatinee_0971130405.html
Und hier ein paar Damen, hatte ich auch schon öfter im Blog, oft finde ich so schnell auch nicht alles wieder
https://maschas-buch.blogspot.com/2024/12/das-mittwochslied.html
Viel Spasz beim Hören!
Fascinating post! You are an amazing reader of books. Thank you so much for sharing, and warm greetings from Montreal, Canada.
AntwortenLöschenDas ist in der Tat Literatur, die nicht in jedem Bücherschrank steht. Außer M. Gorki sagen mir die Namen nichts. Ich bin allerdings ohnehin nicht großartig auf "du und du" mit Literatur.
AntwortenLöschenIn hinterer Reihe verstaue ich immer die kleineren Taschenbücher oder DVD's, wenn es denn die Tiefe des Regals zu lässt.
Mein nächstes Bord muss noch warten - bin noch nicht dazu gekommen.
LG Christiane
Hier regnet es auch schon wieder und ist zu finster - das hört hier nimmer auf! Nur gestern früh mal ein Lichtblick. Und: ich lese auch nicht immer "Literatur", sondern auch manch Triviales oder Krimis. Die ich meist gar nicht erst ins Regal stelle, die gebe ich schnell wieder weg oder verkaufe sie weiter.
LöschenLG Mascha