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Samstag, 26. September 2026

Die Kunst des Stillseins

 

 


Gestern war wieder Blognacht mit Anna Koschinski. 
Der Impuls " Stillsein ist was für Anfänger"
haut mich irgendwie vor den Kopf. Das klingt so abwertend.
Was mir dazu einfällt, ist vermutlich wieder nicht der Mainstream.
Aber ich will ja mit meinen Blogartikeln auch keine Bestseller landen ;) 
 
*
 
Wer kann noch still sein in einer Welt der grenzenlosen 
Möglichkeiten der Selbstdarstellung?
Wo alles um Aufmerksamkeit schreit und ständig etwas bewertet werden soll?
Wo hunderttausend Podcasts plappern und Diskussionen auf Social Media
- strotzend vor Häme und Hasz - nur der eigenen Sichtbarkeit dienen
und nicht dem Zweck von Klärung oder Verstehen?
 
Wo Menschen in real zusammenkommen, dudelt meist Hintergrundmusik.
Die echte Gespräche stört - ob man es nun merkt oder nicht - 
und die meisten leben doch nie mehr ohne solche Geräuschkulisse.  
 
Still werden, still sein - das erscheint mir gerade nicht als aktueller Trend.
Stille aushalten, wer kann das noch ?
Es ist aber wert, es zu üben und wieder zu lernen.
Der Lohn ist eine feinere Wahrnehmung des wirklich Wertvollen
und eine besondere Lebensqualität.
 
Das heiszt ja nicht, zu allem zu schweigen. Alles hinzunehmen.
Aber wissen, wo Äuszerung not tut und angebracht ist. 
Auch das ist eine Kunst für sich (die ich selbst auch noch übe).
Man musz nicht immer mitschreien, nur weil alle das tun. 
Und sich nicht ständig zudröhnen lassen von all dem, was es heute so gibt.
Nur um nichts zu verpassen. FOMO ist der neue Begriff.
Nein, solches Gefühl ist nicht förderlich für ein erfülltes Leben. 
 
Im ZEN-Buddhismus wird Stille als Matrix oder Mutter aller Sinnes-
wahrnehmungen verstanden. Sich der Stille anzunähern, diese zu üben...
kann für Anfänger ziemlich schwierig sein. Gerade hier bei uns und jetzt.
Ich halte es dennoch für Lohnenswert.
 
Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.
Auch Blogartikel können in Geplapper ausarten.
Das zu vermeiden, daran arbeite ich noch. 
 
 

4 Kommentare:

  1. Das mit der Blognacht habe ich immer noch nicht verstanden.
    Ich verstehe "Stille" nicht als Stille um mich herum. Für mich ist das die Stille in mir. Die finde ich auch, wenn es um mich herum laut ist. Ein schönen Satz zur Stille habe ich von Amselm Grün: "Stille bedeutet, dass alle meine Vorurteile verstummen. Dass alle meine Bilder sich auflösen, die ich mir von anderen gemacht habe."
    LG Christiane

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    1. Unter dem Link zur Blognacht wird doch genau erklärt, was es ist. Ob ich zukünftig noch teilnehme...weisz ich nicht so recht - die Schreibimpulse sind meist doch nicht so mein Ding.
      Ohne Stille in sich selbst zu haben, kann man äuszere Stille nicht so gut aushalten, ist mein Eindruck.
      Ein gutes Zitat von Anselm Grün!
      LG Mascha

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    2. Beim Begriff "Zoom-Room" klingt sich mein Verstand schon aus. Hätte gern mal gewusst was andere unter Stille verstehen, wäre auf die Erfahrungen anderer gespannt.
      Ich hadere für mich immer noch damit, dass ich wider besseres Wissen überhaupt wieder angefangen habe zu bloggen. Manche Kontakte mag ich nicht missen, es ist ein Eiertanz, ein Vermitteln zwischen dem was ich eigentlich anstrebe und dem, was sich mein einfaches Gemüt an Interesse für andere Leben erhalten hat. Ich sollte das Zitat ernst nehmen ...
      LG Christiane

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    3. Ich habe erst seit 3 Monaten überhaupt eine Webcam+Micro, ich kannte bisher weder Skypen noch Zoom-Konferenzen (auch nicht unbedingt vermiszt)...aber ich finde es schon sehr schön, anderen Blogger*innen gelegentlich auch mal "live" zu begegnen. Insofern bin ich gerne mal kurz dabei, dann klinke ich mich aus, weil ich abends zu müde bin für jegl. Aktivitäten.
      Inzw. stelle ich aber wiederholt fest, dasz die Themen nicht wirklich die sind, zu denen ich mich öffentlich äuszern möchte. Eine eigene Meinung hab ich eigentlich immer und die orientiert sich selten am Mainstream... aber ich musz sie nicht unbedingt öffentlich äuszern. Insofern empfinde ich meine eigenen Posts zunehmend als eine Art Geplapper, das die Welt eben auch nicht braucht. - - -
      Andrerseits ist es wieder sehr reizvoll zu lesen, was den Mitbloggern dazu eingefallen ist. Eine Zusammenfassung der jew. Blognacht mit allen verlinkten Beiträgen dazu erscheint idR. kurz vor der folgenden Blognacht - da kann man nachlesen, falls man die anderen Blogs nicht sowieso schon kannte und zwischenzeitlich reingeschaut hat.
      LG Mascha

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