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Dienstag, 18. August 2026

Momentaufnahme

 

 


 

Ich habe mir ein Buch gekauft über einen tschechischen Künstler,
der hierzulande nicht allzu bekannt ist.
Ich zeige es Schatz und er hat sofort sein Handy dabei und googelt,
was es im Web über Ota Janecek zu sehen gibt.
Da wird ihm als erstes mein Buch angezeigt, also wirklich mein Exemplar.
Geht man auf die Seite des Anbieters, wird es als "verkauft" deklariert.
Weil es ja nun bei mir ist, freu!
(Dieser Anbieter schickt einem wirklich immer genau das abgebildete Exemplar)
 
(Keine Werbung, das Buch ist von 1973 und sowieso in D kaum zu kriegen) 

Donnerstag, 2. Januar 2025

Nachlese 2024

 

Im vergangenen Jahr habe ich insgesamt elf Bilderbücher geschaffen, 
sechs davon sind erst im Dezember endgültig fertig geworden.
Eine gewisse Serienarbeit bietet sich bei den technischen Dingen
wie dem Zuschneiden von Kartonbögen und Herstellen der
Einbandmappen ja geradezu an.
Ansonsten habe ich auch meist zwei oder drei gleichzeitig in Arbeit,
so wie ich eben mal dazu komme (könnte häufiger sein!)
 
Hier diese letzten Sechs (das Oberste zu Weihnachten verschenkt)






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Sonntag, 14. Februar 2021

Februar-Bücher

 

Da ich immer noch - und wohl noch sehr lange...mit Trotzkis Autobiograhie 
beschäftigt bin, habe ich mir für Februar nur ein weiteres Buch vorgenommen.
Ich wollte es schon längere Zeit haben und jetzt habe ich es
 antiquarisch bekommen:
 

Peter Bohley "Sieben Brüder auf einer fliegenden Schildkröte"

Sieben Wehrdienstverweigerer in der DDR.
 
 

 
Berührend für alle, die diese Zeit der Repressalien noch selbst 
erlebt haben und eine gute authentische Geschichtslektion 
für Jüngere und geographisch anderswo Verortete.
Vielleicht ist der Name Bärbel Bohley ja machem auch noch ein Begriff?
Da gab es eine ganze Groszfamilie, die erstaunlicherweise an einem
 Strang zog - mehr will ich nicht verraten!

Für mich auch deshalb interessant, weil es sich zufälligerweise indirekt
 mit dem Leben meiner Groszeltern kreuzt,
besser gesagt: mit einer Villa auf einem Grundstück,
wo seinerzeit meine jung verheirateten Groszeltern in einer bald darauf
abgerissenen Bruchbude lebten - es ist schon erstaunlich, wie klein
die Welt machnmal ist und welche Geschichte Orte so haben.
Heute ist wohl auch diese um 1930 erbaute Villa passé und
es sieht dort wieder ganz anders aus. 
Nur durch diese Recherche kam ich übrigens auch auf das Buch.
 
In Büchern leben Dinge weiter und sie bleiben erfahrbar in Erinnerungen
- gut, wenn jemand - wie Peter Bohley - diese aufgeschrieben hat!

 *
 
Vorstellen möchte ich heute noch 
ein ganz besonders schönes Kinderbuch.


 
In einer kleinen Stadt mit blauen Häusern lebt ein Briefträger.
Er kennt dort alle und alles und macht jeden Tag seine Arbeit. 
Abends schaut er den Wolken zu.
Bis ihn eines Tages eine Wolke zum Mitreisen einlädt:
so lernt er andere Länder und Farben kennen
und findet schlieszlich seine Liebste.
 




 

Die zauberhafte Geschichte ist in schönster Chagall-Manier illustriert
von Èlise Mansot und um ein Bild von Chagall geht es ja dabei auch.
Ein wundervolles Bilderbuch, nicht nur für Kinder.
 

 
Erschienen 2011 im Prestel-Verlag, habe ich es antiquarisch gekauft
und dies ist keine bestellte Werbung, nur ein besonderer Tip von mir.
 
Ich finde, ein Buch über Farben
 paszt gut ins Karminrote Lesezimmer.
(leider scheint dort das Kommentarfeld für mich blockiert zu sein,
habe es jetzt  zweimal vergeblich versucht )

Montag, 11. Januar 2021

Meine Bücher im Januar

 

...nicht dasz ich die alle schaffe,
aber vorstellen mag ich sie doch gerne einmal.
Und ich begebe mich damit zum Karminroten Lesezimmer 
 
 
 
Da wäre erstens Blaze Foley, ein Auszenseiter aus Texas. 
Schatz schenkte mir das Buch zu Weihnachten (danke für die Aufmerksamkeit!),
nachdem ich den Sänger einmal hier im Blog vorstellte. 
Carmen & Kai Nees haben alles Material zusammen getragen und ins Deutsche 
übersetzt,das sie nur auftreiben konnten... auszerdem selbst einige Interviews 
geführt mit Zeitzeugen und einem Filmemacher.
Heraus gekommen ist ein anrührendes Porträt des 1989 erschossenen Künstlers,
 skurrile Anekdoten und ein Hauch von Abenteuer und Freiheit,
wie sie wohl nur in den USA gedeihen kann.
Ich habe es verschlungen!
 
Buch No. 2 ist ohne Abbildung, nämlich ein e-book: 
Sybil Rosen 
Living in the woods in a tree 
Eine frühe Liebe Blaze Foleys erinnert sich an ihn,
an die Zeit im Baumhaus und noch ganz viel mehr.
Auch das erzählt von Lebensformen, die im wohlgeordneten Deutschland 
bis heute fast undenkbar sind und für mich, in der damaligen DDR sowieso... 
Erschienen nur in Englisch, aber DeepL kann da helfen.
Nein, ich könnte es sonst nicht lesen, aber immerhin habe ich nun
erstmals meinen e-reader zur Hand genommen, der schon seit
drei Jahren hier herumliegt... 
Das Buch ist es absolut wert! 

Um diesen Sänger/Songwriter geht es:



 No.3 ist  Leo Trotzki - Mein Leben.
Bekam ich zum Geburtstag. 
Nach zwei Stalin-Biographien und Iwan Maiski (sowj. Botschafter in England) 
mal wiederRuszland und die junge Sowjetunion - das wird mich wohl 
übers ganze Jahr begleiten, schätze ich. 
 
No.4  Medizin und Fetisch
Neue, posthum aufgefundene Werke des russischen Volksdichters Pratajew.
Der nie gelebt hat - eine genial erfundene Kunstfigur,
ein amüsanter Nonsens und eine klasse Satire -
die Pratajew-Bücher sind für mich immer wieder Quelle der Erheiterung.
Möglicherweise verstehen nur "Ossis" diese Persiflage
des Alltags in der SU und teils auch in der DDR
Äuszerst kreativ zusammenfantasiert von HolgerMakarios Oley
und Leipziger Musikern.

Um bei der UdSSR zu bleiben, diesmal ohne Satire:
Nadja, Briefe aus Russland
Briefe, welche die Autorin Natascha Wodin (die mich schon länger beschäftigt) 
von einer Moskauer Freundin bekam.
Nach ihrem kurzzeitigen Leben dort mit ihrer (verstorbenen) Liebe.
Briefe von Literatur und Alltäglichem im Moskau der Achtziger.
Eine Welt, mir ein winzig kleines Stückchen auch vertraut.
Formulierungen, Kosewörter, die nur das Russische kennt...
hier in deutscher Übersetzung
 (die in meiner Seele sofort im Original erklingen).
  
Gänzlich unvertraut dagegen ist mir die Welt und das Lebensgefühl des
Sommer in Brandenburg.
1938. Jüdische Jugendliche bereitet sich in einer Art Kommune
auf ein künftiges Leben in Palästina vor - die wohl einzige Chance 
angesichts einer zunehmenden Bedrohung.
Mehr oder weniger abgeschottet auf einem Landgut in Brandenburg,
 dringt doch die beängstigende Entwicklung immerwieder
dort ein, überschattet den Sommer und es drängt die Frage:
Werden sie es noch schaffen ? 
Sprachlich wunderbar erzählt von Urs Faes. 
 
Zu guter Letzt ein Augenweiden-Buch:
Colour. FarbRäume von Tricia Guild 
Diesmal nicht gar so leuchtend bunt wie von ihr gewohnt.
Eher ein Buch der verhaltenen Töne und Harmonien.
Ein Buch der Bilder und Worte und Assoziationen.
Ein Buch, sich darin zu verlieren...immer wieder...
Geschichten zu entdecken und Inspiration.
Ein unerschöpflicher Quell.
Um das ein wenig zu verdeutlichen, hier ein paar Seiten.
Man musz es einfach selbst betrachten. Stunden-, tage-, jahrelang...
 






 
Nein, das ist keine vom Verlag bestellte Werbung.
Alle Bücher sind privat gekauft/bezahlt.
Ich möchte gern auch anderen nahe bringen.
 

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Bücherschätze




...ist das Monatsmotto der Zitronenfalterin für Oktober
Und weil das genau mein Thema ist, bin ich gerne wieder dabei.


Eine Leseratte war ich schon immer.
Mich kannst Du ruhig Ratte nennen, liebe Andrea,
denn ich mag Ratten. Und Rattengeschichten erst recht.
Sei es nun "Ein Weihnachtsgeschenk für Walter" oder die
anrührenden Ratten-Episoden in "Dr. Doolittles Zoo".




Kinderbücher mag ich sowieso.
Meine von früher und solche, die ich früher nicht hatte, erst heute kenne.
Wie z.B. Dr. Doolittle (in der Ausgabe mit den Zeichnungen des Autors)

Oder "Der geheime Garten", wunderschön illustriert...




und noch viel mehr - ich hab ein ganzes Regal voller Kinderbücher.

Allerhhand Märchenausgaben, schön bebildert







Natürlich auch Bücher für Erwachsene.
Am liebsten in schöner, poetischer und bildhafter Sprache.
Solche, die mir Bilder malen oder einen Film machen im Kopf.



Dauerlieblingsbücher sind für mich alle Werke von Friederike Mayröcker.
Meditativ, für Stimmung und Kopfkino gut.
Auch ihre Stimme, leicht monoton, mag ich, gebannt auf CD.
 Das sind übrigens die einzigen Hörbücher,
die ich wirklich mag. Mit denen ich zurechtkomme.

Ansonsten lesen mir Hörbuchsprecher alles viel zu schnell.
Mein Lese-und Sprachzelebrationsthempo ist wesentlich langsamer.
Zelebrierend eben.
Statt Seiten fressend.



Konstantin Paustowski. Der begnadete Erzähler.
Seine Ansichten, seine Begegnungen, seine Erinnerungen.
Das ist wie Reisen im Kopf. 
Und Abenteuer.

Und Erinnerungen an ihn. Von anderen Literaten.

Das sind Bücher, die nehme ich immer wieder zur Hand.
Seit Jahrzehnten.


Boris Chasanow kam viel später dazu.
Da er im Westen lebte, kannte ich ihn in der DDR noch nicht.
Magische Kinobücher nenne ich das.
Viel schöner als Fernsehen, das habe und brauche ich gar nicht mehr.


Bilderbücher: Fotos, Gemälde, schöne Graphik und
besonders Farben - ich bin ein visueller Mensch!




In letzter Zeit
- mit zunehmender Sehschwäche und abnehmender Zeit -
habe ich Graphic Nouvels für mich entdeckt.
Sind noch nicht allzu viele, die ich bisher in die Hände bekam.
Aber jedes Einzelne ist ein ganz besonderer Genusz.
Eine eigene Kunstform, mit den Comics von früher
(die ich nie mochte!) nicht zu vergleichen.
Wenige Striche ersetzen ellenlangen Text.
Und alles ist drin. Und noch viel mehr im eigenen Kopf.


Ich freue mich auf weitere Endeckungen, bin gespannt!


*

Wenn Bücher keine Bilder hatten, war ich schon als Kind oft enttäuscht
und manchmal illustriere ich sie mir einfach selber.
In den Jahren zw. 2002 und 2010 entstanden die Mayröcker-Collagen.
Mehrere ihrer gedruckten Bücher vollständig abgeschrieben von Hand.

Dabei entsteht eine ganz eigener, einzigartiger Flow
und ich bekam ganz neuen Zugang zu ihrem Text.
Abschreiben, also von der Hand in die Seele, möchte ich es nennen.
Und wenn sie selbst sagt, übers Schreiben: "Es ist ein Alpenglühn"
dann fällt davon ein heller Glanz noch auf mich als Abschreibende.

Um jetzt keine falschen Schlüsse zuzulassen:
ich tue dies ausschlieszlich für mich selbst.
Um das Vergnügen des Abschreibens und Gestaltens
Paar Bücher davon hab ich verschenkt an nahestehende Menschen.
 Öffentliche Ausstellung oder Verkauf stehen jedoch nicht zur Debatte.
Nur beispielhaft einige Blätter, hier.




Das mit dem Abschreiben - nur für mich - ab ich übrigens oft praktiziert im Leben.
Manchmal auch nur, um einen schwierigen Text besser zu verstehn.



Meine - Edition Flügelfeder -.
Übr 70 Bände sind in diesen Jahren entstanden:
paar tausend Blätter, lose gesammelt in Mappen
nicht eingebunden, nur nummeriert.



*

In der Zeit davor fertigte ich kleine Leporellos in Schachteln.
Pappe mit Papier, Stoffetzen und vorn einem kleinen
rotlackierten Fliesensteinchen darauf:
- Edition Roter Stein -




Das war eigentlich ein Orakelspiel.
Alle Schachteln äuszerlich gleich,
30 Stück und daraus jeden Tag eine Geschichte ziehen.
Zur Poetisierung des Alltags.



















Leider ist mir die Hälfte dieser Serie abhanden gekommen.
Und auch meine gesamten Bücherschätze konnte ich nicht alle bewahren
über die Wirrens des Lebens hinweg.


Aber wenn ich etwas an der Deutschen Einheit geniesze:
die fast unbegrenzte Möglichkeit,
sich Bücher zu verschaffen, die man gern haben möchte.
Sogar für mich teilweise erschwinglich, gebraucht.
Da schätze ich ganz besonders auch das Internet.


Ansonsten bleibe ich ein altmodischer Mensch:
Bücher müssen auf Papier sein und zum Fühlen.
Mit ebook-Readern fange ich nichts an.
Und auch in Zeiten von www nutze ich nach wie vor
auch noch gedruckte Lexika und Sachbücher.