Dienstag, 22. September 2026

Tagesbild

 

 


 Vorgestern Nachmittag - es hat wieder kurzzeitig etwas gesiepert, ein ernsthafter Regen wurde es aber nicht

 

 

Katzenmusik

 

"Es rauschte das Schilf" - russisches Volkslied
Hier zum Katzendrama gemacht - Weg nach Hause nicht mehr gefunden... 


 

So klingt die menschliche Version - Zhanna Bichevskaya


 

Und noch eine ganz besondere Interpretation: Jelena Kamburova


 

Und der Text (ach wie bequem, wenn mir KI nun die Übersetzungsarbeit abnimmt,
auch wenn ich es mit etwas Mühe besser gemacht hätte )
:

  Das Schilf rauschte, die Bäume neigten sich tief,
und die Nacht war dunkel.
Ein Liebespaar
wanderte gemeinsam bis zum Morgengrauen.

Und am Morgen erhoben sie sich.
Ringsum war das Gras zertreten –
und nicht nur das Gras war zertreten;
auch meine Jugend war zertreten.

Du wirst heimkehren, und sie werden fragen:
„Wo bist du gewandert? Wo bist du gewesen?“
Und du musst sagen: „Ich wanderte im Garten;
ich fand den Weg nach Hause nicht.“

Und wenn sie zu Hause mit dir schimpfen,
dann komm wieder hierher zurück ...
Sie kam zurück – doch er war nicht da;
er würde nie mehr dort sein.

Sie bedeckte ihre Augen mit dem Tuch
und begann laut zu weinen:
„Wohin ist meine Schönheit entschwunden?
Wem habe ich mein Glück gegeben? ...“

Das Schilf rauschte, die Bäume neigten sich tief,
und die Nacht war dunkel.
Ein Liebespaar
wanderte gemeinsam bis zum Morgengrauen.

Friedensgebet

 

Maria Himmelfahrt in Rivne, Ukraine 


 

 Nachtwache am Vorabend des Festes Mariä Himmelfahrt

Am 27. August 2025, am Vorabend des Festes Mariä Himmelfahrt, wurde in unserem Kloster eine feierliche Nachtwache mit der Beisetzung des Grabtuchs der Gottesmutter begangen.

Nach dem Gesang der Großen Doxologie fand eine Prozession mit dem Heiligen Grabtuch statt, das zur Wegkreuzung getragen wurde. Unsere Stadt und ihre Bewohner wurden im Gebet gesegnet, damit der Schutz der Gottesmutter alle, die sich im Glauben an sie wenden, stets behüte.

Die Beisetzung des Grabtuchs der Gottesmutter findet sich in der kirchlichen Tradition etwa seit dem 14./15. Jahrhundert und folgt der liturgischen Ordnung des Karfreitags. Damit bezeugt die Kirche, dass der Tod der Gottesmutter einem Traum glich.

Das Tragen des Grabtuchs und die Prozession symbolisieren die universelle Bedeutung ihrer Aufnahme in den Himmel: Die Allreine Jungfrau, die zur Mutter des Lebens wurde, verlässt die Gläubigen auch nach ihrem irdischen Tod nicht, sondern ist in ihren Gebeten für die ganze Welt unaufhörlich gegenwärtig.

Dieser heilige Brauch erinnert uns daran, dass jeder Christ aufgerufen ist, den Tod hoffnungsvoll als Übergang in die Ewigkeit unter dem Schutz der Himmelskönigin zu sehen.

Sonntag, 20. September 2026

Sonntagsmatinee

 

"Saltarello" (viele habens interpretiert, u.a. Dead Can Dance und diverse 
Mittelalter-Bands, heute mal ein Kinder-Musikensemble aus Polen 
(leider nur ein Ausschnitt)


 

 Ausführende: Scholares Minores pro Musica Antiqua
Choreografie: Dariusz Brojek
Künstlerische Leitung: Danuta und Witold Danielewicz

Ausschnitt aus dem Konzert zum 35-jährigen Jubiläum der Johannes-Paul-II.-Stiftung, Chiesa Nuova di Santa Maria in Vallicella, Rom, 22. Oktober 2016

Instrumente: Schalmei (Sopran, Sopranino), Geige, Rauschpfeife (Alt, Tenor), Viola da Gamba, Chalumeau, Blockflöte (Sopranino), Laute, Schlaginstrumente.

Der Saltarello war ein lebhafter, fröhlicher und ausgelassener italienischer Volkstanz des Mittelalters. Der Name „Saltarello“ leitet sich vom italienischen Verb „saltare“ (springen) ab. Erwähnungen dieses Tanzes finden sich erstmals im 14. Jahrhundert in Neapel; die älteste urkundliche Erwähnung des Saltarello ist die Handschrift Add. 29987, aus Italien, um 1390. Die Musik ist erhalten, frühe Anweisungen zum korrekten Tanz sind jedoch unbekannt. Ursprünglich war der Saltarello ein italienischer Volkstanz, doch im 16. Jahrhundert wurde er häufig Bestandteil höfischer Tänze.


Hier ist das gesamte Konzert in Rom:


 

Samstag, 19. September 2026

Ein Stück Himmel - кусочек неба -

 


 

2.9.  5:46

 


5.9.  5:41

 


5.9.  5:54

 


8.9.  5:40

 


10.9.  5:55

 


 10.9.  6:16

 


11.9.  5:58

 


11.9.  6:11

 


13.9.  9:57

 


15.9.  6:11

 


16.9.  5:59

 


16.9.  6:03

 


 16.9.  6:05

 

 

 

Friedensgebet

 

Hörst du, mein Bruder und Gefährte 
 Ukrainisches Requiem "Die Kraniche"
 

 
Hier gibt es den Text auf Englisch 
 
 Text: Geschrieben von dem ukrainischen Dichter und Schriftsteller 
Bohdan Lepky im Jahr 1910 (unter dem Titel „Вийшли в полі журавлі...“)
 
 Musik: Komponiert von seinem Bruder Lew Lepky
 
 Hintergrund: Das Lied wurde im Ersten Weltkrieg zu einem bekannten Lied 
der Sich-Schützen und begleitete viele Ukrainer im Exil und in der
 Fremde als Symbol für die Sehnsucht nach der Heimat

Freitag, 18. September 2026

FreitagsFüller

 

 


Doch noch heute... und wie immer bei Barbara: der Lückentext.
Bin grad dabei, einen Gartentisch zusammen zu montieren,
aber für den FreitagsFüller lasz ich mich doch gerne stören ;) 
 
*
 
1. Gute Nachrichten sind Gold wert. 
Sieht aus, als schaffe ich den Tisch ganz alleine!

2. Social Media 
ist definitiv nicht der richtige Platz für
 ernsthafte und konstruktive politische Auseinandersetzungen.
Aber wie und wo erreicht man die jüngere Generation überhaupt noch?

3. Kürben ist ein seltsames Wort. Noch nie gehört!

4. So vieles könnte besser sein.
Aber man kann sich auch mal zufrieden geben, wie es ist.
(meint jetzt natürlich nicht die (Welt-)politische Lage)

5. Das Zimmer müszte mal aufgeräumt und gesaugt werden.
Oder am besten gleich das ganze Haus. Hats nötig.

6. Überall gibt es Herbstblumen zu kaufen.
Nur im Garten blühen keine, die sind vertrocknet.
Bis auf die wilden Alpenveilchen, die Knollen haben den Sommer überstanden.

7. Was das Wochenende angeht, heute wird das Gartenabfallzeug zur
Straszensammlung rausgebracht und dann steht ein Geburtstag 
zum Feiern an. Aber nicht meiner. 
 
 

Friedensgebet

 

 Idrîsî Ensemble - Friedensgebet
Syrische, alt-römische und maronitische Gesänge, 
Tempelkirche London 16.9.26


 

 

Donnerstag, 17. September 2026

Schöne Lektüre

 

 


 

Bei einer anderen Bloggerin wurde ich vor länger Zeit darauf aufmerksam 
und ich habe mir diese Bücher mittlerweile gebraucht kaufen können.
Musikalisch ist sie ziemlich an mir vorbei gegangen... die gesamte amerikanische 
Musik ist ja nicht so sehr mein Ding  - ich bin im Herzen Osteuropäerin. 
Aber ihre Bücher sind ein einzigartiger Schatz! 
 
Links ein Buch mit Fotos zu jedem Tag - teils Gedenkdaten, teils Alltagsdinge - 
sehr inspirierend, anrührend und horizonterweiternd.
Da mag ich immer wieder blättern.
Rechts poetische Prosa über eine Kindheit in Armut und einen
künstlerischen Weg. Ihre Art zu schreiben, das Leben zu leben und die 
alltäglichen Dinge/Ereignisse zu betrachten, liegt mir sehr.
Lange hat mich kein Buch so sehr gefesselt.
Und es öffnet vielleicht auch die Tür zu ihrer Musik für mich 
etwas weiter - mal sehn!
Im Moment noch voll mit Lesen beschäftigt, weisz ich jetzt schon,
 dasz ich alle anderen Bücher von ihr auch noch lesen möchte.
 
(Keine Werbung, Bücher selbst gekauft) 

Friedensgebet

 

Ich liebe es, wenn die Glocken läuten - Pilgergesang 
im Hl. Mariä-Himmelfahrts-Kloster Potschajew am 4. August 2024 
am Vorabend des Festes zu Ehren der Ikone der Muttergottes von Potschajew


 

 

Mittwoch, 16. September 2026

Montag, 14. September 2026

Tagesbild

 


 


 

Friedensgebet

 

Festgesang im Kloster des Hl. Alexander von Svir in Staraya Sloboda


 

 Diese Aufnahme entstand am 9. August 2014 in der Refektoriumskirche der Fürbitte der Allerheiligsten Gottesgebärerin (erbaut zwischen 1533 und 1536 – also in den ersten drei Jahren der Herrschaft des jungen Iwan des Schrecklichen und unmittelbar nach dem Tod des heiligen Alexander von Swir) im Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit und des Heiligen Alexander von Swir. Der hierarchische Festchor singt den byzantinischen Gesang „Christos“ sowie das altrussische Stichiron „In Wahrheit ist es würdig“ (*Axion Estin*).
Der Text des zweiten Gesangs (der Kosmas von Maiuma zugeschrieben wird) lautet wie folgt:
„In Wahrheit ist es würdig, Dich, o Gottesgebärerin, selig zu preisen, die Du allzeit gepriesen und makellos bist und die Mutter unseres Gottes. Du bist ehrwürdiger als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim; ohne Makel hast Du Gott, das Wort, geboren; wahrhaftig als Gottesgebärerin preisen wir Dich.“

Sonntag, 13. September 2026

Samstag, 12. September 2026

Zwölf von zwölf im September

 

 


 

Heute heiszt es wieder: auf zur Party der Chronist*innen des Alltags.
Wo findet die statt?   - Natürlich bei Caro. -  Also nichts wie hin! 
 
*
 
Es ist ein grauer stiller Tag heute. Überhaupt eine seltsame Zeit:
kein Sommer mehr und auch kein Herbst. Kein goldener, farbiger. 
Durch extreme Trockenheit und Hitze ist vieles vorzeitig vergangen.
Kein Regen, kein Grün, kein Gras, keine Beeren... nur winzige Äpfelchen am Baum.
Alles ist im vergebenen Warten auf Regen erstarrt.
 
 

Frühstücksbrötchen. Aufgebacken.
 Hab gut hausgehalten mit meiner Ration vom letzten Samstag. 
 
 
 
  
 Auf dem Weg zur Haustür springt der Einohrkatz aus meinem dort abgestellten Einkaufskorb. 
Bettelt mich an und schreit, als ob er seit Wochen nichts
gefressen hätte. Dabei hat er heut schon drei Portionen intus.
(das eine Ohr wurde entfernt wegen Plattenepithelkarzinom)
 
Ich gebe ihm also noch etwas Futter, erst dann darf ich raus.
Ich will zum N*TTO, etwas Wasser und neues Katzenfutter besorgen.
Wie ich mich kenne, finde ich aber überall etwas Schönes für ein Bild.
 


Wand-Zeichnungen.
 
 

Ein verwunschenes Schlosz (leider eingezäunt).
 
 

Unterwegs in einer Verschenk-Kiste ein Glas mit Muscheln und Schnecken gefunden.
Second-Hand-Erinnerungen von irgendwem.
Setzen mein Kopfkino in gang. Auch wenn ich selbst nie am Meer sein kann. 
 
 

 
Nach dem kleinen Einkauf zur Bibliothek radeln.
Lokalzeitungen von dieser Woche lesen. Eigenes Abo ist unerschwinglich.
Die Bäume an der Strasze sind licht und braun wie im Herbst. 
Farben hat dieser Tag keine. 
 
 

Privater Einblick. Früher hinter Mauer.
 
 
 
 
 Kleiner Exkurs in die (Literatur-)Geschichte:
hier lebte um 1770 herum der Pfarrerssohn Friedrich Victor Lebrecht Plessing
mit seinen Eltern. Er hatte Goethes "Die Leiden des jungen Werther" gelesen
und war davon so mitgenommen, dasz er mehrere Briefe an Goethe schrieb
und ihm seine eigene Verzweiflung schilderte. 
Das Buch hatte unter jungen Menschen eine wahre Welle ausgelöst und Goethe
bekam ganz sicher noch viel mehr Leserpost... über Plessings Briefe war
er jedenfalls besonders besorgt. Ende 1777 begab er sich auf Harzreise .
Machte Station in Wernigerode. Logierte im Gasthof "Zur roten Forelle" 
und suchte die Familie Plessing zuhause auf. Incognito.
 
Lyrisch fand Fr. Plessing Eingang in das Gedicht "Harzreise".
Allerdings gibt es noch weitere Erwähnungen seiner Person in Schriften (Briefen?),
die ich einmal früher gelesen habe und da kommt Plessing ganz schlecht rüber.
Leider finde ich diese Textabschnitte nicht im Internet und kann mich nicht mehr 
genau genug daran erinnern, was das war.
Goethe war wohl sehr befremdet vom Seelenzustand des jungen Mannes.
Er hat ihn später aber in Duisburg wieder getroffen und sie blieben in Kontakt.
Nach Fr. Plessings Tod haben seine Nachfahren leider sämtliche Goethe-Briefe 
einfach vernichtet - wie das leider so oft geschieht.
 
Was mir persönlich an dieser Geschichte Spasz macht, ist die Tatsache,
dasz 200 Jahre später (das Haus ist noch immer in Kirchenbesitz) hier ein
Superintendent namens Gottfried Werther mit seiner Frau Charlotte lebte.
Nein, das hat kein Stadtführer je erzählt... das habe ich bei meiner Arbeit als
Postbotin in den 80er Jahren gesehen: Briefe an Frau Charlotte Werther.
Ich muszte jedes Mal grinsen: 200 Jahre später hat ein Werther seine
Lotte schlieszlich doch gekriegt! 
Und hat auch noch im gleichen Haus gewohnt. 
Jetzt kann ich es wohl öffentlich machen, denn die genannten Personen sind längst verstorben. 
 
 

 Hier findet dieses WE ein kleines Streetfood-Festival statt.
Zu gern würde ich etwas kosten - ich weisz ja so gar nicht, was es heute alles gibt!
Auszer der obligaten Würstchenbude und dem in ein trockenes Brötchen
eingeklemmten Hering (der Standardimbisz in der DDR) kenne ich so gut wie nichts.
Denn ich habe seit damals nie wieder unterwegs etwas anderes gegessen
als von zuhause mitgenommenen Stullen. 
Und so schleiche ich mich denn auch jetzt wieder weg und esse zuhause mein Brot. 
Aber ganz sicher finde ich heute Abend beim Foodsharing irgendein
leckeres Gebäckteilchen, was ich auch noch nie hatte.
 Dank Foodsharing lerne ich inzwischen doch so einiges kennen
 (wonach ich in Märkten nicht  schaue, weil es einfach nie drin ist).
 
 
 

 Kaum komme ich heim, werde ich schon wieder nach Futter angebettelt.
 
 
 

 Im Garten ist alles braun und trocken.
Ich habe Ende Juni das zweite und letzte Mal den Rasen gemäht. 
Seither wächst einfach kein Gras mehr .
Aber schau genau hin: auf den Knollen der wilden Alpenveilchen regt sich etwas! 
 
 
 

 Und nun beginnt er wieder - der Elfentanz des Herbstes.
Es werden jedes Jahr mehr. 
 
*
 
Das wars für dieses mal. 
Gehabt Euch wohl und danke fürs Vorbeischauen.