Samstag, 28. März 2026

Tagessätze. Zehr-Rationen.

 
 
 
 
 

Sonntag

Tiefe Nacht.
Ich war kurz auf und will mich
wieder hinlegen.
Da mauzt es auffordernd vom Schaffell.
Da ist noch einer wach und will 
gestreichelt werden.
Gibt es öfter, 
diese nächtliche Kuschelrunde.
 
 
Montag
 
Wort des Tages: Raffkraft.
 
Wenn die ganze Familie incl. (fast) erwachsener Kinder
beim Foodsharing anrückt und sich dann so
um die Kisten herum positioniert,
dasz niemand sonst mehr herankommt:
ja dann haben sie einfach mehr Raffkraft als Einzelne,
die somit leer ausgehen.
Oder den letzten Beutel restlos verfaulter Möhren
einpacken können, von dem auch nach Abwaschen und Sortieren 
nur noch Kompost übrig bleibt... 
 
So läuft es seit eineinhalb Jahren 
und besagte Familie läszt keine einzige der sieben Abholungen
im Laufe der Woche aus.
Es sei denn, sie sind gerade im Urlaub
(nein, arm sind die nicht, 
aber Foodsharing ist ja auch kein soziales Projekt).
Als es noch etliche Kisten mehr gab,
 fiel das nicht so stark ins Gewicht als jetzt,
 wo nur noch 2-3 Kisten ankommen.
Von Fair-Teilen kann jedenfalls keine Rede sein dort. 
 
 
Dienstag
 
Die SPD steht auf und richtet das Krönchen.
Formuliert ihre Ziele neu.
Für Menschen mit 3000-4000 Euro pro Monat
das Leben besser zu machen.
Also da fühle ich mich nicht abgeholt mit meinem Fünftel
dieser 3000 Euro.
Aber ich bin ja auch Rentnerin.
Warum sollte sich die Partei der Arbeiter
für mich interessieren? 
 
Die Frage ist nur: gibt es diese Arbeiterschaft eigentlich noch, 
für die die SPD immer stand? 
Wer sperrt die Partei denn endlich mal
in eine Museumsvitrine ein?! 
 

 Mittwoch

Türkische Taube, bist wieder da. 
Heute morgen hörte ich erstmals
Deinen Ruf und freute mich.
Warst Du in Mekka
oder wo
hast Du den Winter verbracht?
 
 
Donnerstag
 
Schicksal, Trübsal, Labsal Mühsal, Drangsal... 
Alte Worte,
als Kind in Bildern gedacht.
Das war wie ein Seil oder ein starkes farbiges Band,
das mich da immer an irgendwas festhielt.
Denken eigentlich alle Kinder in Bildern?
Schatz tat es auch.
Ich eigentlich heute immer noch.
 
 
Freitag 
 
Das Genie beherrscht das Chaos.
Ich bin kein Genie, aber ich arbeite daran.
Also am Chaos. 
 

 *

Ein Tagessatz ist das, was ein Bürger ohne festen Wohnsitz ( Amtsbezeichnung),
 also ein Unbehauster, ein Trebegänger, ein Berber, wie sich viele 
selbst bezeichnen... vom Sozialamt bekommt. Wenn er sich dort meldet.  
Nicht alle tun das. Gültige Papiere sind Vorraussetzung.
Wer sich meldet, bekommt die Zehr-Ration für einen Tag. 
Das Geld zum Verzehren, zum Überleben. 

Ein Tagessatz kann aber auch Wörter haben.
Zum Zehren.  Zum Überleben. Oder einfach zum Sagen. 
 
 

Friedensgebet

 

Abschied von Ilia II. Patriarch der Georgisch-orthodoxen Kirche
verstorben am 17.3. 2026 
 

 

 

 

Freitag, 27. März 2026

FreitagsFüller

 

 


Was wäre der Freitag ohne Lückentext? Auch heute wieder bei Barbara... 

 *

1. Keine Ahnung warum diese Blogspot-Software in letzter Zeit
immer öfter spinnt, den aktuellen Post oder Veränderungen in der
Blogliste nicht speichert. Aber ich musz ja auch nicht alles verstehn!

2.  Mein Arbeitstisch ist mein Lieblingsort im Haus.
Und im Sommer die Dachterrasse, ich freu mich schon, sie bald wieder
nutzen zu können.

3.  Es ist nur wenn man rausschaut, ein schöner Tag.
Beim Rausgehen merkt man schnell: es ist fies kalt!
Fensterguckewetter nannte meine Mutter das immer...

4.   Mein Zuhause ist mein absoluter Lieblingsort auf der ganzen Welt.
Ich bin ja nie weit rumgekommen (naja, zu DDR-Zeiten immerhin fast bis zum Ural)
und auf Reisen sieht man eigentlich nichts wirklich, weil es viel zu kurz ist.
Ich hab immer davon geträumt, mal ein ganzes Jahr an einem anderen Ort, in
einem anderen Land zu sein - nur so kann man einen Bezug dazu entwickeln 
und eventuell einen Lieblingsort finden.
Aber mit Grenzöffnung bzw. Wiedervereinigung gab es dann nur noch
Überlebenskampf und sehr prekäre Situation...da hab ich die offenen
Grenzen nie nutzen können, da fehlte schon das Fahrgeld bis in die nächste
gröszere Stadt... Da hat es sich nun also so ergeben. Aber das ist auch okay.

5.  Ich frag mal den hundertjährigen Kalender, wie Ostern wird
und ob wir da vielleicht ein Picknick im Bürgerpark machen können.
Der öffnet am Karfreitag wieder und darauf freue ich mich schon.

6.   In der Regel gehe ich 2-3mal pro Tag an meinen PC, emails ect. checken.
Handy hab ich nicht, also bin ich meistens offline. Das genügt mir so.

7. Was das Wochenende angeht, da wirds wieder saukalt, aber 
man kann ja auch drin eine gute Zeit haben. 
 
 
 
 

Friedensgebet

 


 Ein Gebet von Allama Iqbal
 
 
 

Donnerstag, 26. März 2026

Monatscollage März

 
 


Letzter Donnerstag des Märzen... und die liebe Birgitt lädt wieder
zur Monatscollage ein. 
 
 

 
Auf den Flügeln der Zeit geht es voran
und es gibt wieder mehr Farben.
Sonnige Frühlingstage lieszen den Winter vergessen
und der Garten holte auf - Schneeglöckchen im März...
Krokusse, Alpenveilchen, Lenzrosen und erste Insekten. 
 
 

 
Und doch war es ein sehr ruhiger Monat.
Aber so sollte es ja auch sein in der Fastenzeit. 
 
 

 
Stille Frühlingsmagie...Aufbruch und Besinnung.
 
 
 
 
Seit letzter Woche fühle ich mich ziemlich krank. 
Auch wenn mich die Grippe-und Erkältungswelle diesjahr verschont hat 
 - es gibt noch mehr fiese Sachen!
 
 

 
Erste Gartentage und die Wäsche trocknet nun wieder drauszen.
 
 

 
Ich war recht produktiv am Arbeitstisch, habe allerhand gelesen, gebloggt,
 den Frühling genossen und mich an den Farben erfreut.
 
 


 
Habt eine gute Zeit und: Frohe Ostern!
Danke fürs Vorbeischauen.
 
 
 

Friedensgebet

 

Göttliche Liturgie zum Feiertag der Ikone "Mutter Gottes, Fürsprecherin der Sünder" 
20.3.26, Korez, Ukraine, Metropolit Antonin Pakanych 
 

 

Montag, 23. März 2026

Tun sie dies, wenn...

 

 


 

Ja, ich habs mal wieder getan. Habe es mir angetan!
Obwohl ich den Schmu eigentlich kenne - 
 
Ich wollte nur einen Artikel lesen. Hatte nichts mit Gesundheit zu tun.
Aber trotz Zustimmung zu Werbung ging das nicht wirklich.
Ging nicht bis zum Schlusz.
 
Dafür die ewigen Anzeigen "Tun sie dies...und: wie ein kleines Ritual
am Morgen ihre xxxxxx nachhaltig verbessert."
Draufgeklickt.
Sehen sie sich unbedingt dieses Video an!
 
Ja, ich habs durchgehalten, obwohl der Tonfall eher zum Wegklicken war.
In meiner Studienzeit in Havard ...
Der Typ sieht nicht aus, als ob er je in Havard oder wenigstens 
in Kleinmachnow studiert hätte. 
Daran ändert auch der weisze Kittel nichts.
Aber wahrscheinlich ist er eh nur eine KI-Schöpfung.
 
 ...machte ich diese schockierende Entdeckung...
Ja ja, aller 60 Sekunden die nächste schockierende Entdeckung.
Oder kommt mir das nur so vor, weil alles gefühlte
hundertmal wiederholt wird? 
 
Was er erzählt, mag ja nicht falsch sein.
Einige Kräuter. Selen und Kalium. Bekannt.
Die Schädlichkeit von Wassertabletten. 
Mir auch bekannt. Nehme ich nicht. 
Stellen sie sich vor, was da im Körper passiert!
Welch Wunder, dasz ich noch lebe - - - 
Die Gefahr von Pflanzenöl.
Naja, ich kann ja mit Butter braten.
Was dann wieder anders gefährlich ist.
Und sowieso ist das überall drin.
Das ist wie mit Gluten oder Transfetten:
zur Vermeidung kann man dann eigentlich gar nichts mehr essen. 
Auf eine Insel ziehen und alles selbst anbauen/herstellen... 
 
Aaaaaaaaaaber: wir wissen Rat. 
Wie schön!
 
Es läuft am Ende auf einen Kauf hinaus. 
Zwischen 55 und 240 Euro, dann portofrei 
und bei jeder Packung 10 Euro gespart.
Ist das nicht toll? 
 
Und wo bleibt jetzt eigentlich das kleine Ritual?
2 Minuten jeden Morgen... 
 
Selber schuld, sich das Gelaber bis zum Ende anzuhören!
Diese Videos haben natürlich keine Vorspulfunktion.
Naja, ich hatte wohl Langeweile.
 
     

Der Schlimmste von allen war damals Dr. Hittich.
Der schickte Briefe in einer optischen Erscheinung,
dasz ich ihm am liebsten eine gute Werbefirma empfohlen hätte.
Null Ästhetik, dämliche gelb unterlegte Zeilen.
Und ständige Panikmache:
der grosze grüne Wurm in meinem Magen...
 
Ein Wunder, dasz ich überlebt habe.
Auch ohne Dr. Hittich.
Den es zum Glück nicht mehr zu geben scheint.
Möchte nicht wissen, wie vielen Rentner:innen er Monat für Monat,
Jahr für Jahr die gesamte Rente aus der Tasche gezogen hat.
Mindestens eine davon traf ich lange Zeit bei der "Tafel". 
 
 
 
 

Friedensgebet

 

Gebet zur Feier des Fastenbrechens in Mekka , 20.3.26 


 

Sonntag, 22. März 2026

Ein Stück Himmel - кусочек неба -

 

 

Hier kommt eine Himmels-Nachlese: in einem Ordner, in den sie nicht 
hineingehörten... fand ich noch einige unveröffentlichte Bilder von Januar/Februar. 
Höchste Zeit, sie hier noch zu zeigen!
So sieht man allerdings auch mal die Fortschritte des zunehmenden Tageslichts. 
 
 

2.1.  8:21 
 
 

4.1.  8:03
 
 

 4.1.  8:39
 
 

 25.2.  7:02
 
 

26.2.  7:08
 
 

28.2.  7:05
 
 

 4.3.  6:39
 
 

17.3.  6:34
 
 

17.3.  6:54
 
 

21.3.  6:38 

Sonntagsmatinee

 

Duo Nello - Rêves-tu encore du printemps 


 

Samstag, 21. März 2026

Freitag, 20. März 2026

FreitagsFüller

 

 


 
Immer freitags, immer bei Barbara: der Lückentext. Das Original. 
 
 
*
 
 1.   Meine Osterdeko ist noch im Karton. Der steht hier rum.
Ich war diese Woche krank, da ist manches liegen geblieben.
Auch Blogposts gab es deshalb nicht, auszer den bereits Vorgeplanten.
Und eigentlich ist ja jetzt auch noch Fastenzeit. Früher haben wir immer
erst am Gründonnerstag Eier gefärbt und Osterdeko aufgestellt. 

2.  Ich werde mir auf keinen Fall von KI das Denken abnehmen lassen.
Auch wenn das in vielen Lebenslagen sicher hilfreich sein kann. 
Meine grauen Zellen zu benutzen und damit zu trainieren ist mir
sowohl Bedürfnis als auch Freude und wo bleibt sonst der Stolz, eine 
Herausforderung selbst und ganz allein gemeistert zu haben?

3.  Wo ist der Reiz, wenn man zu jeglichem Thema die Ergebnisse fertig
serviert bekommt? Durch Recherche, eigenes Wissen und Kombinieren etwas
herauszufinden, macht nicht nur mehr Spasz auf dem gesamten Weg dorthin, 
sondern führt auch dazu, sich die Dinge besser zu merken. Was ich einmal fertig 
zu lesen bekomme, das hab ich schon nächste Woche wieder vergessen.

4.  Auch youtube wird immer mehr von KI-Musik geflutet. Aber die
reizt mich nicht, ich mag nur Musik von echten Menschen.

5.  Wir können als Einzelne an der globalen Lage nichts ändern.
Das erzeugt bei mir ein Ohnmachtsgefühl und immer gröszeres Entsetzen.

6.  Da wollte mal einer unbedingt den Friedensnobelpreis, aber sein 
irrsinniges Handeln geht genau in die andere Richtung.

7. Was das Wochenende angeht, da gibt es viele Menschen, für die es kein nettes 
(Nobel)Restaurant, keine Kultur und keine Möglichkeit gibt, etwas
Besonderes zu erleben. Das ist nun mal so und auch damit kann man sich
einrichten. Nur diese 7. Frage nervt mich immer tierisch, weil sie 
impliziert, dasz ein Wochenende etwas Besonderes sein sollte. 
 
Einige meiner Aussagen sind hauptsächlich in response zu Barbara zu verstehen. 
 
 
 

Friedensgebet

 


 

Donnerstag, 19. März 2026

Friedensgebet

 

"Dir schütte ich meine Seele aus" 
Diözese Shitomir, Ukrainisch Orthodoxe Kirche 
 

 

Dienstag, 17. März 2026

Friedensgebet

 

Herr erbarme Dich meiner - aus dem groszen Kanon Andreas des Kreters
Orthodoxe Kirche in Rumänien 


 

Montag, 16. März 2026

Friedensgebet

 

Orthodoxe Fastengesänge 


 

So, das ist lang...und das lasse ich jetzt erst einmal wirken und bringe keinen
weiteren Post mehr heute - die Musik ist einfach zu schön und erhebend, finde ich.
Viel Freude beim Hören! 

Sonntag, 15. März 2026

Tagessätze. Zehr-Rationen

 

 Montag (16.2.)

Zuckerschnee versüszt die Dächer
für einen sanften Wochenbeginn. 

 

 Mittwoch

Мокрый снег во дворе
und über mir 
der Schneegänse Ruf
läszt den Himmelsdom 
erahnen
so hoch, so weit.
Nichts davon zu sehen. 
 
 
Donnerstag
 
Ich gehe zur Tafel, wie alle zwei Wochen.
Um etwas zu bekommen, ist ein Sozialpasz Pflicht.
Den stellt das Sozialamt aus, nach eingehender Bedürftigkeitsprüfung. 
Tolles Amtsdeutsch immer.... 
Ich musz meinen Rentenbescheid und alle Belastungen nachweisen.
Das Amt heftet sich meine Kontoauszüge ab.
Das ist demütigend - sie könnten sie doch auch einfach
in meinem Beisein kontrollieren und mir dann zurückgeben - 
Jedenfalls, das wird gründlich und regelmäszig geprüft.
Bisher reichte das dann aber aus.
Nun digitalisiert die "Tafel" und speist alle ein in ihr System.
Zwecks dessen verlangt auch sie nun noch zusätzliche Nachweise von mir.
Datenschutz gilt nicht für Arme.
Wenns mir nicht paszt, könne ich eben nichts mehr bekommen -  
 

 Sonntag

Die linde Luft ist angekommen
ein Pelargonienblatt liegt auf dem Boden
der Himmel weint 
 
 
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Später weiter - wieder 10 Tage ausgelassen -  ich schaffe es oft nicht...
 
 Freitag
  
Das Land ist Jahrtausende alt.
Die heutige Kultur in 1400 Jahren gewachsen.
Da kommt ein Verrückter daher
der die Welt zu seinem Spielplatz erklärt
und bombt das Land kaputt.
Steckt die ganze Region in Brand. 
Einfach so.

Ich werde täglich fassungsloser -  


Sonntag 
 
Life ist short - eat dessert first
denkt sich neuerdings das Katzentier 
und verlangt die morgendlichen "Dreamis" 
vor dem Näpfchen Fleisch.
Musz ich mir Sorgen machen? 
 
 
Montag
 
Ein Bild in der Zeitung:
bei Teheran brennt das Öl.
Eine Reihe Leute steht da mit ihren Handys
um das zu filmen.
Schon in der Ukraine posierten sie 
vor ausgebrannten Panzern.
Ist Krieg nur ein Event?
Ich bin zutiefst befremdet. 
 
 
Dienstag 
 
Amsel.
Regenvogel.
Wirtschaftet im efeubewachsenen Hof.
Sammelt trockenes Laub aus dem Efeu
wendet jedes Blatt einzeln hin und her.
Wirft es dann hinaus aus dem Efeu
so dasz ich es auffegen kann.
Schwarze Helferin mit der tollen Stimme.
Gerne schaue ich dir stundenlang zu.
Hinterm Küchenfenster verborgen.
 
Hab dir dein Bad gleich sauber gemacht. 
 
 

Freitag

Wir machen groszen Gartentag.
Das Katzentier schaut zu 
wie ich
Wintergestrüpp beseitige
Durchgänge schaffe 
Katzenwege wieder wegbar mache
und lang vergessene Sitzplätze 
wieder sitzfähig.
Wo ich Kräuter schneide 
riecht es lecker
so dasz es sich erst einmal 
drin wälzen musz
und es macht den letzten 
kümmerlichen
winterüberlebten Rest 
des Katzengamander 
nun auch noch nieder.
Werd ich wohl neu anpflanzen müssen.
Die Freude mach ich dem alten Herrn
doch gern! 
 
 
Samstag
 
Ich gönne mir ein Baguette. 
Eingeschweiszt und vorgebacken.
Lange haltbar. 
Nur noch kurz in den Ofen zu tun.
Es riecht fast wie frisch und ich denke zurück
wie wir Kinder in den Sechzigern
morgens zum Bäcker geschickt wurden. 
Die Schlange stand schon früh halb sieben.
Im Konsum gab es auch Brot und Brötchen
(und den Spruch "Dumm wie ein Konsumbrot!")
aber bei den wenigen Privatbäckern waren sie besser.
Unermüdlich zählte die Bäckersfrau noch warme Brötchen 
in mitgebrachte Stoffbeutel und Körbe.
Plastetüten hatten wir damals noch nicht 
(und so heisz, wie die Brötchen noch manchmal waren - ).
Ein einfaches Brötchen Fünf Pfennig, ein Fettbrötchen Sieben,
die Semmel für Zehn - schnell waren die Körbe leer.
Dann stockte es, bis der Bäcker aus der Backstube kam 
mit einem Brett voller Brötchen und den Korb wieder füllte.
Hmm, hat das immer geduftet! 

*

Ein Tagessatz ist das, was ein Bürger ohne festen Wohnsitz ( Amtsbezeichnung),
 also ein Unbehauster, ein Trebegänger, ein Berber, wie sich viele 
selbst bezeichnen... vom Sozialamt bekommt. Wenn er sich dort meldet.  
Nicht alle tun das. Gültige Papiere sind Vorraussetzung.
Wer sich meldet, bekommt die Zehr-Ration für einen Tag. 
Das Geld zum Verzehren, zum Überleben. 

Ein Tagessatz kann aber auch Wörter haben.
Zum Zehren.  Zum Überleben. Oder einfach zum Sagen. 
 
 
 

Sonntagsmatinee

 

5.3.26
 

 

Samstag, 14. März 2026

Heute ist Indiebookday

 

 


... der Tag der kleinen unabhängigen Verlage. 
Es musz nicht immer der neueste Bestseller sein 
und nicht die Namen, die man kennt... bei Suhrkamp, Goldmann oder anderswo.
Man kann sehr viele schöne Entdeckungen machen, wenn man sich
mal abseits des Mainstreams bewegt und neue Autoren findet,
von denen kaum irgendwo die Rede ist (leider!).
 
 
 
 
Meine Bilder sind eher zufällig ausgewählte Beispiele. 
Nicht unbedingt neu, aber sehr schön. 
Und nicht als Werbung gedacht, sondern einfach als Ermutigung,
sich auf dem Buchmarkt einmal gründlicher umzusehen.  
 
 

 
Ob in der örtlichen Buchhandlung oder im Internet.
Im Web findet man garantiert vieles, was vor Ort nicht vorrätig ist
(was man aber über jede Buchhandlung bestellen kann).
Jeder Kauf unterstützt einen kleinen Verlag, der oft ums Überleben kämpfen musz.
Der aber die Buchlandschaft bereichert. 
 
 

 
 
Und wer grad kein Geld hat, aber gerne lesen möchte: 
der Mosaik-Verlag  veröffentlicht jeden Freitag 
ein Gedicht und eine Kurzgeschichte hier.
Das ist ein schöner Wochenkalender und gleichzeitig ein Stöber-Archiv. 
Die jeweiligen Graphiken finde ich farblich schön und inspirierend. 
 
 


 
Das mit dem Instagram-Posten mache ich übrigens nicht,
denn ich bin da nicht aktiv.
Dafür gibts heut diesen Blogbeitrag. 
 
(keine Werbung, alle Bücher selbst bezahlt!) 
 
 
 

Friedensgebet

 

 Sincerity - Noam Shpayer