Sonntag, 14. Oktober 2018

Bären-Taufe




Guten Morgen.
hier ist Zebedäus schon wieder.
Ich habe tolle Neuigkeiten:
gestern war der Tag!

Also die Überraschung ist unseren Menschen wirklich gelungen!
Gleich nachdem ich mein Blogpost geschrieben hatte,
kam die Frau mit Tee und Pflaumenkuchen rein.
Diesen Herbst hat sie nämlich doch wieder welchen gebacken
mit den vielen Pflaumen vom Baum im Garten.
Eigentlich darf sie ja keinen Kuchen essen und leztes Jahr gab es auch keinen.
Aber sie meint: diese glutenfreie Diät-Folter
nimmt ihr ganz viel Lebensqualität und nun gibt es doch wieder
Pflaumenkuchen. Das musz einfach sein,
wenigstens einmal im Jahr...


Also wir hatten leckeren Kuchen und wenig später
ging es dann los: ich kam wieder
in den viel zu kleinen Fahrradkorb und wurde festgebunden,
während Brumm ganz bequem im Lenkerkorb sitzen konnte. -
Es hat eben doch Vorteile, wenn man so klein ist!


Zuerst ging es durch laute Autostraszen
zu einem chinesischen Lokal.



Da haben wir im Garten gesessen
unter einem Kastanienbaum.


Und gelegentlich fielen Kastanine auf den Tisch.
Andere Gäste hatten uns schon davor gewarnt, aber die Frau meinte:
so spürt man den Herbst doch viel besser!


Einen Teich mit Fischen gab es dort auch
und das hat uns die Wartezeit verkürzt,
bis das Essen kam.


Ich sage Euch: das war vielleicht lecker!
Gebackenes Hähnchenfleisch mit einer scharfen Currysauce...


Zum Nachtisch in Honig gebackene Bananen mit Vanilleeis.
Das ist genau das Richtige für Bären!


Und am Ende noch einen winzigen Pflaumenschnaps.
Da waren wir etwas dudelig im Kopf.
Aber nicht lange...


Dann ging es nämlich zu Fusz weiter, an der Stadtmauer entlang
und durch ein Tor.
Darüber im Turm gurrten die Tauben.


Es war wie im Märchen.


Wir konnten auf der Mauer sitzen und auf die Stadt schauen.
So viele schöne Häuser haben wir noch nie gesehn!


Und vor allem: in Ruhe und nicht immer in einen Fahrradkorb gezwängt.


Nach der Stadtmauer ging es hinein in den Wald.
Das war vielleicht schön, sage ich Euch!
Soo viele Bäume und Blätter und Vogelstimmen und
Licht-und Schattenspiel... wir hatten ja so viel
zu schauen und haben uns dann erstmal ausgeruht auf einer Bank.


Später ging es immer weiter bergauf
- gut, dasz sie uns getragen haben! -
und dann waren wir oben auf der Terrasse vor dem Schlosz.


Da standen Bänke und es waren viele Menschen dort
und hier ist mein Mensch mit uns.


Und die Frau hat uns gut festgehalten vorne an der Mauer
und wir haben heruntergeschaut auf die Stadt
mit unendlich vielen Häusern und Straszen und wir haben auch
unser Haus entdeckt. Ganz weit weg...


Dann ging es von oben wieder ein paar Treppen runter
zu dem traumhaften Ort,
den unsere Menschen am allerliebsten mögen.



Da gab es rotes Weinlaub und Lavendel,
Hortensien und Rosen und Schwertlilienblätter
und wir haben erstmal unter einem Sonnenschirm Rast gemacht


um uns zu akklimatisieren, denn soviel Schönes
haben wir noch nie an einem einzigen Tag gesehn!


Da brauchten wir erstmal wieder etwas Ruhe
damit unsere Bärenherzen nicht zerspringen vor Freude
über all das Wunderbare ringsherum.


Wir hörten Insekten brummen und Wasser plätschern und haben dann erstmal
ein tiefsinniges Gespräch mit unserem Menschen geführt.


Später haben wir uns etwas näher ans Wasser gewagt.


Wasser ist Lebenselixier, wie die Frau dann in ihrer Taufansprache sagte.
Aber Wasser ist auch schwierig für uns, denn wir können nicht schwimmen.


Wasser flöszt uns Respekt ein und wir waren ziemlich besorgt,
als die Frau so einfach ihre Füsze ins Wasser gehalten hat.


Aber das machte ihr garnichts aus und eine andere Spaziergängerin
hat es dann auch so gemacht. Durch die Frau ermutigt.


Wir haben lieber nur zugeschaut.


Und dann kam der Moment meiner Taufe.
Die Frau hat mich ganz herzlich in den Arm genommen und festgehalten
damit ich nicht hineinfallen kann
und hat eine kleine Ansprache gehalten über die vier Elemente
aus denen alles besteht und ohne die wir nicht leben können.
Und weil ich so ein guter Bär bin
wurde ich nun im Namen des Groszen Bären
auf Zebedäus getauft und das ist nun ganz und gar mein Name.
Besiegelt durch ein Wasserzeichen auf meiner Stirn.

Ohh das waren groszartige Monente!


Danach haben wir Erd-Bär-Bowle getrunken aus schönen Bechern


und sind dann noch etwas dort herumgewandert und haben die Terrasse erkundet.
Ich sag Euch: ich habe mich gefühlt wie neu geboren!
Mit ganz neuen staunenden Bärenaugen habe ich das alles betrachtet
und in mich aufgenommen.


Das ist wirklich ein ganz besonderer Ort
und ein einzigartiger Tag gewesen gestern.


Ich kann gar nicht sagen, worüber ich
am meisten gestaunt habe


den Blick nach unten oder den
in den Himmel hinauf durch die roten Blätter...

* * *

Auf dem Heimweg waren wir nochmal in einem Waldstück
und haben auf einer Bank gerastet.
"Licht-Dom" nennt mein Mensch diese Stelle.


Und als wir dort so saszen kamen zwei freundliche Frauen vorbei
und die eine hat ein Foto von uns allen gemacht.
Und dann eines mit mir im Arm für ihre Erinnerungen.
Denn man trifft ja nicht alle Tage Bären im Wald...


Irgendwann geht jeder glückliche Tag zuende 
und es ging endgültig heimwärts unter tiefstehender Sonne.

Diemal wurde ich in den Fahrradkorb bei meinem Menschen
gequetscht, das war auch nicht bequemer, aber nun bin ich
endlich wieder in der gemütlichen kleinen Höhle
die unser Zuhause ist.
Und ich habe so viele neue Eindrücke, die musz ich
jetzt erst einmal setzen lassen.
Und die Frau musz in Zukunft ihre Blogposts
wieder selber schreiben -



Einen sonnigen Sonntag wünscht Euch von Herzen
Eurer - nun ganz richtiger  und glücklicher -

Zebedäus.



Samstag, 13. Oktober 2018

Oktober. Licht und Schatten.




Guten Morgen,
hier ist wieder der Bär.
Jetzt haben wir schon Oktober und ich bin immer noch hier,
bei Brumm und der Frau.
Jetzt sind so schöne goldene Tage und wir
genieszen das Licht schon frühmorgens,
 wenn wir bei der Morgentoilette sind
(wobei wir Wasser immer sehr sparsam verwenden - ).


Wir sind ja oft uns selbst überlassen,
denn die Menschen haben derzeit
sehr mit ihrem Alltag zu kämpfen:
Krankheit, Erschöpfung und Sorgen
mit ihren Eltern.
Besonders die Mutter der Frau macht es
ihr ziemlich schwer und eine Lösung
ist nicht in Sicht - sie will, dasz es
immer so weiter geht.
Auch wenn das gar nicht gehn kann für die anderen.
Aber das will sie nicht sehen und so war es
schon immer in dieser Familie.
Das war schon immer sehr schwer
und die glücklichsten Jahre waren für die Frau die,
wo sie gar keinen Kontakt zur Familie hatte...


Aber reden wir lieber von etwas Gutem:
die Frau bekam bei der Tafel Quitten geschenkt.
Irgendjemand hat die im Garten geerntet
und war so freundlich,
eine Kiste voll der Tafel zu spenden.
So hat sie ein paar davon bekommen und sich mächtig darüber gefreut.
Quitten gibt es nirgendwo zu kaufen.


Die duften ganz lecker, sage ich Euch!


Brumm hat geholfen
Marmelade draus zu machen und nun ist er
ganz stolz auf die fertigen Gläser.



Und noch eine gute Nachricht:


Unsere Menschen haben ganz viele leckere rote Äpfel
gepflückt und aufgesammelt.
Die gibt es weit drauszen in der Landschaft,
da steht ein einziger ganz besonders guter Apfelbaum.
Die Frau kennt ihn seit vielen Jahren und mag
diese Äpfel am allerliebsten.
Sie können noch liegen bis Weihnachten, meint sie.

Dieses Jahr hatten sie das seltene Glück,
mit einem Auto dort hinfahren zu können.
Das klappt sonst oft viele Jahre nicht
und dann haben sie keine so schönen Äpfel
und müssen welche kaufen im Supermarkt.
Die sind teuer und längst nicht so lecker.
Ja, das vergessen diese Umweltaktivisten leider immer,
die da propagieren, man soll Produkte direkt vom Erzeuger kaufen
oder sich Obst holen von dort, wo es niemandem gehört. -
Das geht alles immer nur mit einem Auto.
Wer das nicht hat, kann nicht so nachhaltig leben.
Und wer eines hat, produziert damit wieder CO2,
was auch der Umwelt schadet...
Soweit denken die leider meist nicht.

Aber diesjahr hat es ja geklappt,
darüber sind die Menschen sehr glücklich
und dankbar dafür.


Und ein schöner Spaziergang war dann auch noch drin.
Hier geht gerade mein Mensch.


Das ist eine ganz besonders schöne Landschaf
und sie haben das sehr genossen, endlich einmal
dort sein zu können.


Endlich einmal wieder
bei den beiden Linden....






Die Wolkenschatten auf der Erde
sind immer besonders faszinierend.


Und nun sind wir wieder daheim auf dem Dach.
Ich hoffe sehr, es wird bald irgendwie besser
für meine Menschen
und sie finden endlich Kraft und Zeit
für meine Taufe.
Und dann gehe ich wieder mit heim.
So schön, wie es hier ist -
ich sehne mich doch sehr nach den Höhle
von meinem Menschen.
Aber ich komme ganz bestimmt auch hier noch öfter zu Besuch.

Ein sonniges Herbstwochenende wünscht Euch allen

Euer Zebedäus.