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Donnerstag, 18. Februar 2021

Lesereise - Mein Kompasz ist der Eigensinn - III

 


 

 Erster Band der "Trilogie des Eigensinns" von Maria Almana

Es ist lange her, dasz ich diese Lesereise begann...
und es ist auch schon lange her, dasz mein Schiffchen
 in diesem Meer der Worte und Sätze gekentert ist.
Ich bin zum sicheren Ufer - zu meinem Ufer - zurückgeschwommen 
und habe es seitdem nur nicht zuzugeben vermocht.

Dieses Buch hat mir meine Bildungslücken aufgezeigt
(ich bin nun mal keine Akademikerin)
und - wieder einmal - das Gefühl vermittelt, selbst aus einem
ganz anderen Kulturkreis zu stammen.
Und vor allem bekam ich sehr schnell das Gefühl:
dies ist einfach kein Buch für mich!

Der hier so gelobte Eigensinn erscheint mir wie eine Art Inszenierung
des Besonders-Seins und Sich-Abhebens von anderen.
Ohne jedoch die Gemeinschaft und die Anpassung an diese 
wirklich aufzugeben.
Sich somit eine Art "Markenzeichen" zu erschaffen
 kann sicher ein guter Weg zur Selbstvermarktung sein
und wahrscheinlich wird das Buch anderen Leser*innen/Autor*innen nützen.
 
Mir jedoch nicht.
Natürlicher, also angeborener Eigensinn
führt unweigerlich zum Ausschlusz aus der Gemeinschaft.
Und dann steht man wirklich ganz allein da
 und geht notgedrungen einen eigenen Weg.
Der verdammt hart sein kann. 
Aber es bleibt ja nix anderes.
Und vermarkten kann man sich auf diese Weise nicht.
Mangels Netzwerken und eben: Gemeinschaft.
Da bräuchte es schon eines ganz besonderen Genies
bzw. einer Stärke, wie sie nur wenige Menschen aufbringen werden.
Ich gehöre nicht dazu und dieses Buch ist definitiv 
nicht das richtige Buch für mich. 

Ich möchte es daher weiter verschenken.
Wer es gern haben möchte, schreibe mir bitte eine kleine mail
(Adresse im Impressum)
und dann schicke ich das Buch zu.
Auf dasz es anderen mehr Nutzen bringen möge als mir!
 
*
 
Update: das Buch ist jetzt vergeben.

Sonntag, 21. Juni 2020

Lesereise - Mein Kompass ist der Eigensinn - II


- ein Buch von Maria Almana - 


Nun bin ich etwas weiter gereist,
  durchs Wörtermeer mit meinem Schiffchen
und bei einem Fragespiel angekommen.

Sind Sie eigensinnig?

Diese Fragen kann ich alle ehrlichen Herzens mit Ja beantworten.
Nur: einige davon hätte ich für mich etwas anders formuliert.
Zum Beispiel:

Ich mag nicht tun, was alle tun - wo bleibt denn da meine Individualität?

Das käme mir nie in den Sinn, musz für mich heiszen: ich kann nicht tun, was alle tun. Individualität (nicht nur die eigene!) ist für mich eine so selbstverständliche Sache, 
dasz ich nie darauf käme, sie extra zu benennen.
Wenn ich nicht tue, was alle tun, dann ausschlieszlich deshalb,
 weil es sich für mich nicht richtig anfühlt!

Unkonventionell zu denken, zu leben, zu handeln, 
sich zu kleiden... eine spannende Sache!

Das fiele mir in dem Zusammenhang auch nicht ein, das ist doch selbstverständlich
 und hat nichts Spannendes, sondern eher etwas Existenzielles.
 Aber im Ganzen nicht der Rede wert -

Ich möchte nicht so sein wie alle - das ist doch langweilig!

Würde ich nie denken, bzw. könnte ich mir als Intention nicht vorstellen.
Ich kann nicht so sein wie alle.
Und: ich mag solche Bewertungen nicht.
Ich kann mir gut vorstellen, dasz es für andere Menschen ein Stück Sicherheit ist
 und etwas Tröstliches hat, zu sein wie alle und damit "Ríchtig" zu sein
 und nichts falsch zu machen. Nicht zur Zielscheibe zu werden.
Ausgegrenzt.
Denn das kann verdammt unangenehm werden.
Würde gern drauf verzichten.
Geht nur eben nicht. Seufz!

*
Nächstes Kapitel.

Bücher als Lebewesen, ja, so hab ich das auch immer gesehn.
Und jedes Lebewesen ist einzigartig!

Eigensinnig gestaltete Bücher habe ich schon viele gemacht.
Handgeschriebene, die es nur einmal gibt auf der Welt.
Und das soll auch so bleiben (an Druck denke ich nicht).

Ob gebunden, Leporello oder lose-Blätter-Mappe 
- damit man mehere Blätter nebeneinander betrachten kann -
daran habe ich ganz viel  Spielfreude und Spasz.
Oft hab ich es bedauert, wenn Bücher keine Bilder hatten... 
und so kommt es vor, dasz ich sie mir selbst illustriere.
Oder ganz eigene Bild-Geschichten mache.
 Zum Selber-Spinnen...

*

In den folgenden Kapiteln geht es um Hermann Hesse.
Seinen positiven Eigensinn.
Ehrlich gesagt: ich konnte mit Hesse nie etwas anfangen,
weder als Jugendliche, noch jetzt.
Mochte ich einfach nie lesen.
Zu viele Wörter
und ich weisz manchmal gar nicht, worüber.
Ausnahme: Magie der Farben.
Seine Bilder aus dem Tessin.

Wenn ich an meine Zeit früher denke:
da war Eva Strittmatter vor allen.
Mensch sein, Stille erleben.
Kraft schöpfen aus kleinen Dingen.
Genau hinschauen.
Einfache präzise Sprache. Ein Wort und Punkt.
Gedichte wie Bilder für mich.
Wortmalerei.
 Bilder vom heilsamen  Eingebunden-Sein
in alles, was ist - in einem Land und einer Zeit,
wo das absolut kein Thema war (so, wie hier und heute).
Eigensinn hat sie ganz sicher viel gebraucht,
um neben Erwin selbst zu schreiben - 


Und dann Konstantin Paustowski. Erzählungen vom Leben.
Erinnerungs-Abenteuer-Reise-Bücher für mich.
Meister der Kurzgeschichte. Journalist.
Und natürlich sein Buch "Die goldene Rose".
Gedanken über die Arbeit des Schriftstellers (1955).
Darin ist so ziemlich alles gesagt.

(Dasz er sehr eigensinnig war, hat mir die Website des Sohnes 
über den Vater noch einmal gründlich bestätigt.)


Etwas später entdecke ich Fiederike Mayröcker.
Ihre wahrhaft eigensinnige Wortverwendung,
ihre wundersamen Textgewebe... 
waren immer ganz nach meinem Sinn.
Sind sie bis heute.

*

Ach ja, ich komme immer weiter vom Kurs ab!
Trudele hier mir meinem Schiffchen herum.
Aber es ist ja auch keine Buchrezension,
sondern Assoziationen und Gedanken, die Marias Buch bei mir anstöszt.

Für die Weiterreise nehme ich mir viel Zeit.
Bin gespannt, was und wer mir alles noch begegnet!


Samstag, 20. Juni 2020

Lesereise - Mein Kompass ist der Eigensinn -



Neugierig war ich auf das Buch von Maria Almana
und so habe ich jetzt meine Lesereise begonnen.

Trilogie des Eigensinns, Band 1

Ich möchte keine Rezension schreiben,
sondern ganz einfach meine persönlichen Gedanken
während des Lesens hier im Blog notieren.
Offen und ehrlich. 
Anders kann ich es nicht.
Aber vielleicht macht das dann auch andere neugierig auf das Buch -
Jede Lesart, jedes Verständnis eines Textes ist anders.

Widmung:
Für alle, die anders sind. Wir sind viele.

Nun ja, anders bin ich auf jeden Fall. War ich schon immer.
Habe dies jedoch nie als Individualität gesehen und kultiviert,
sondern zeitlebens eher als Fluch empfunden.
Ein Anders-Sein mit Schwerbehindertenausweis.
Eines, das ich mir selbst nicht ausgesucht habe...
Habe so vieles versucht, um mich anzupassen.
Aber das ist nie gelungen, hat nie gereicht.
Bis ich es - aus Resignation - aufgegeben habe.
Das konnte nicht funktionieren!

Eigensinn.

Das Wort habe ich bisher auch nur als Schimpfe und Vorwurf erlebt.
Geschimpft bekommen als Kind und auch später oft der Vorwurf.
Den ich mit teilweise sogar anziehen musz.
Autisten sind eigensinnig von Natur aus.
Nur leider können sie wenig Gegengewicht in die Waagschale werfen.
Der Sinn für andere fehlt scheinbar völlig
bzw. wird einem dann nicht zuerkannt.
Wenn Mimik und nonverbale Signale nicht zu deuten sind,
ja dann fehlt einem das intuitive Verstehen der anderen.
Alles geht nur über die Ratio, braucht klare Ansagen,
musz durchdacht werden. Damit man versteht.
Aber soviel Zeit läszt einem fast niemand.
Da wird man längst stehen gelassen mit einem Vorwurf.
Oder auch ganz ohne Kommentar - - -

Das ging mir beim Titel so durch den Kopf.

*

Nun also bei Sonnenschein in den Liegestuhl gelegt
und meine Lesereise begonnen.

Zugegeben: am Anfang ein wenig erschlagen gefühlt von vielen Worten.
Und schnell an meine intellektuellen Grenzen gestoszen.
Scheinbar nichts verstanden. Bildungslücken offenbart.
Die ich nun einmal habe.
Ich glaub, ich musz es langsam angehen mit diesem Text.
Nur häppchenweise und über längere Zeit.
Ein Buch zum Wegschmökern ist es natürlich nicht.
Dafür ein Langzeitbegleiter.
Und wohl eher für Schreibende.
Das bin ich nicht. 
Bin mehr eine Bildnerische, Visuelle,
die mit Worten oft schlecht zurechtkommt.

Nun, die Katze bewies Eigensinn, indem sie nicht herunter ging
von meinem Schosz, wo sie sich schlafen gelegt hatte.
Sonst wäre ich längst aufgestanden, etwas Praktisches zu tun.
Um so die diffusen, unfaszbaren Gedanken erst einmal zu sortieren.
Mit Weiter-Denken komme ich nämlich oft nicht wirklich weit.

Aber ich werde weiter reisen in dem Buch.
Und berichten, wohin mich das führt.