Freitag, 21. Januar 2011

Eine Baustelle ( aber nicht meine - )

Was mich reizt, solche Motive zu fotografieren
sind vor allem die Farbstimmungen.
Diese pastellenen Töne der alten Gemäuer
der abgeblätterte Putz
verblichene Farben
die eine ganz eigene Harmonie bilden oft.
Ungewollt und nicht gesteuert.
Licht, das von irgendwoher hereinfällt
und das sich mischt mit künstlichem Licht…
all das erzeugt eine für mich ganz besondere Stimmung.
Einen Kontrast auch zu der sauberen
und teils viel zu bunten ordentlichen Welt
mit ihrer Überfrachtung durch Farben und Werbung.
Wenn ich so durch eine Stadt gehe,
dann sind solche Ecken in ihrer Nicht-Farbigkeit
ein Ruhepunkt und eine besondere Oase für mich.
Bedeutet nicht, dasz ich keine Farben mag -
nur ihr Weniger-Vorhandensein
läszt sie mich wieder besser wahrnehmen.





Donnerstag, 20. Januar 2011

Dachdecker


(einen mehr oder weniger poetischen Wortbeitrag zum Thema spare ich mir - so eine Baustelle ist und bleibt ziemlich belastend - )

Mittwoch, 19. Januar 2011

Montag, 17. Januar 2011

Sonntag, 16. Januar 2011

Daniil Charms

Постоянство веселья и грязи

Вода в реке журчит, прохладна,
И тень от гор ложится в поле,
и гаснет в небе свет. И птицы
уже летают в сновиденьях.
А дворник с черными усами
стоит всю ночь под воротами,
и чешет грязными руками
под грязной шапкой свой затылок.
И в окнах слышен крик веселый
и топот ног, и звон бутылок.
Проходит день, потом неделя,
потом года проходят мимо,
и люди стройными рядами
в своих могилах исчезают.
А дворник с черными усами
стоит года под воротами,
и чешет грязными руками
под грязной шапкой свой затылок.
И в окнах слышен крик веселый
и топот ног, и звон бутылок.
Луна и солнце побледнели,
созвездья форму изменили.
Движенье сделалось тягучим,
и время стало, как песок.
А дворник с черными усами
стоит опять под воротами
и чешет грязными руками
под грязной шапкой свой затылок.
И в окнах слышен крик веселый
и топот ног, и звон бутылок.

14.10.1933

- Даниил Хармс - (1905 – 42)


Die Beständigkeit von Fröhlichkeit und Schmutz

Das Wasser im Fluß murmelt kühl, / und der Schatten der Berge legt sich aufs Feld, / und es erlischt am Himmel das Licht. Und die Vögel / fliegen schon in Traumgesichten. / Und der Hauswart mit schwarzem Schnurrbart / steht die ganze Nacht am Tor / und kratzt sich mit schmutzigen Händen / unter dem schmutzigen Hut seinen Nacken. / Und hinter den Fenstern hört man fröhliche Schreie, / und Stampfen von Füßen und Klirren von Flaschen. / Es vergeht ein Tag, dann eine Woche, / dann gehen Jahre vorbei, / und die Menschen verschwinden in Reih und Glied / in ihren Gräbern. / Der Hauswart aber mit schwarzem Schnurrbart / steht Jahre am Tor / und kratzt sich mit schmutzigen Händen / unter dem schmutzigen Hut seinen Nacken. / Und hinter den Fenstern hört man fröhliche Schreie, / und Stampfen von Füßen und Klirren von Flaschen. / Mond und Sonne sind verblichen, / die Sternbilder haben ihre Form verändert, / die Bewegung ist zäh geworden, / und die Zeit wurde wie Sand. / Der Hauswart aber mit schwarzem Schnurrbart / steht wieder am Tor / und kratzt sich mit schmutzigen Händen / unter dem schmutzigen Hut seinen Nacken, / und hinter den Fenstern hört man fröhliche Schreie, / und Stampfen von Füßen und Klirren von Flaschen.

Aus „Russische Lyrik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ Russisch/Deutsch
Herausg. von Kay Borowsky und Ludolf Müller
Verl. Philipp Reclam jun. Stuttgart

Samstag, 15. Januar 2011

Winter - Ruhe




(mit etwas Verspätung eingestellt, mittlerweile ist die weisze Pracht verschwunden, ich habe nur gerade eine andre Baustelle als das Blog, im wahrsten Wortsinn... - aber ich werde mich bessern - )

Freitag, 7. Januar 2011

Afanasij Fet

Чудная картина,
Как ты мне родна:
Белая равнина,
Полная луна,

Свет небес высоких,
И блестящий снег,
И саней далеких
Одинокий бег.

Wunderbares Bild, / wie bist du mir vertraut: / Weiße ebene, / Vollmond,

Licht des hohen Himmels, / glitzernder Schnee, / und des fernen Schlittens / einsame Fahrt.

- Afanasij Fet - ( 1820 – 92)

Aus „Russische Lyrik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ Russisch/Deutsch
Herausg. von Kay Borowsky und Ludolf Müller
Verl. Philipp Reclam jun. Stuttgart

Montag, 3. Januar 2011

Winterblau

Winterblau
klar und rein
Eis wie Glas
Sonne als Verheiszung -
wie wird das neue Jahr wohl sein?

Hiermit wünsche ich allen Lesern ein lichtes klares und freudevolles neues Jahr.