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Samstag, 8. August 2026

Warum ich keine To-Want-Listen mag

 

 


 

In diversens Blog ploppen regelmäszig To-Want-Listen auf. 
Angelegt meist für jeweils drei Monate, soll man da seine Wünsche und Ziele
aufschreiben und dabei selbst über diese mehr Klarheit gewinnen.
Eben keine To-Do-Liste, sondern die Wohlfühlversion selbiger.
Nun ja, es mag ein Weg sein, der hilfreich sein könnte und den viele schätzen.
Warum auch nicht?! 
 
Für mich ist das keine Option.
Aber ich mache sowieso nichts, nur weil es alle machen ;)
Ich fühle mich nämlich nicht von meinen tägl. To-Do-Listen, sondern 
eher von To-Want-Listen unter Druck gesetzt.
Etwas bestimmtes - Gewünschtes - dann auch erleben zu müssen.
Und so funktioniert das, nach meiner Erfahrung, einfach nicht. 
Ich finde es viel schöner, offen zu sein für das, was ungeplant auf mich zukommt. 
Und es macht mich auch traurig, am Ende des Quartals nur immer festzustellen,
dasz ich rein gar nichts von meinen Wünschen umsetzen konnte.
Das ist kein gutes Gefühl!
 
Die Gründe können ganz verschieden sein: zu heiszes/kaltes Wetter,
zu wenig Kräfte, die mir vom Alltag übrig bleiben  (merke: ich habe
 ein chron. Erschöpfungssyndrom) und diese ganz nervige Recherche, 
wie sich etwas - z.B. ein Ausflug - überhaupt realisieren läszt. 
Also: gibt es Busse dorthin (oft nicht bzw. zu selten), 
wann  und wo fahren die ab, geht das überhaupt an einem Tag 
hin-und zurück, wie weit sind die Wegstrecken von Haltestellen zum Ziel, 
könnte ich die Fuszwege überhaupt schaffen...wo kann ich am Ausgangspunkt 
mein Fahrrad verstecken, denn ich musz ja da erstmal hinkommen etc. etc. 
Meist erweist es sich dann sowieso als unmöglich. Oder zu teuer.
Reisen oder andere Dinge werden hier eh nicht geplant.
Und was hab ich davon meine Wünsche zu notieren  - ein Konzertbesuch, 
ein Flohmarkt, einmal Eislaufen, ein Badesee, ein Museum etc.
- es scheitert letzten Endes doch immer an der fehlenden Mobilität
 oder am Geld für ÖV und/oder Eintreittspreise.
Das führt mir immer nur die Unmöglichkeit vor Augen, jemals einen
Wunsch überhaupt erfüllt zu bekommen. 
 
Und eine Nummer kleiner, z.B. in Form einer Leseliste...mag ich es auch nicht.
Ich lese nicht gerne nach Liste, sondern eher ergibt sich aus dem aktuellen Buchinhalt, 
während des Lesens, was dann als nächstes Buch an der Reihe ist.
Ich mäandere am liebsten durch die Literatur, weil ich davon das meiste habe.
Und nicht im "Abarbeiten" von Listen. 
 
 

 
Meine tägliche To-Do-Liste hat  dagegen durchaus ihren Wert.
Gar nicht so sehr im Sinne von Müssen.
Höchstes bei Terminen, die einzuhalten sind. An die mich die Liste erinnert.
Denn sie ist ein eine Art Leuchturm im Alltag: schafft Ordnung und Struktur.
Jeweils am Abend zuvor setze ich mich hin, den nächsten Tag nicht zu planen,
 sondern eher zu bedenken. Das ist ein Unterschied.
Und was dann drauf steht, sind neben nötigen Erledigungen auch sowas wie 
Rote-Bete-Suppe oder "Schatz kommt 14:00".
Also allerhand positive Dinge , die mir, schriftlich fixiert, Vorfreude bereiten.
Und wenn am Ende das Tages irgendwas nicht durchgestrichen ist,
 macht mir das meist wenig aus: entweder hat sichs von selbst erledigt,
anders ergeben... oder es kommt halt später mal dran.
 
 
Ich lasse mir gerne viel Freiraum für das, was sich einfach ereignet.
Wie es eben so kommt. Wetter schön - bissel raus radeln.
Nebeltag - Friedhofsbesuch und Fotos.
Total geschafft - ein Lesestündchen im Liegestuhl. Mit Katze.
Viele Bromberen reif - etwas draus machen. 
Toller Himmel - einfach eine Weile anschauen.
Appetit auf Pilzgericht - losghen mit Korb und Messer. 
Und all die Kleinigkeiten mehr.
Die Momente, die das Leben schön machen.
 
Ich wurde erst neulich zu einer regelmäszigen Malgruppe eingeladen.
Da hab ich schon ein wenig überlegt.  
Aber das mag ich eben so gar nicht: 
freiwillige Verpflichtungen, die immer wieder kehren.
Montag Yoga, Dienstag Töpfern, Mittwoch Malen, Donnerstag Tafel (musz sein!),
Freitag Schwimmhalle.. - nein, so mag ich mein Leben nicht!
 
Ich denke, ich bekomme die Balance zwischen Nötigem und
Angenehmem besser ohne dreimonatige To-Want-Liste hin.  
Und darüber bloggen möchte ich auch nicht. 
 
Das mag jede halten, wie sie es für sich richtig empfindet. 
 
 
 

Dienstag, 7. Juli 2026

Von Verlusten und Gänseblümchen

 

 


 

"Über Liebe, Verlust und Aufbruch." lautet das Thema
der Blogparade von Gabi Kremeskötter
 
 
Ich habe Menschen verloren, wie andere auch. 
Durch Tod, Trennung oder weil sie einfach weggezogen sind.
Unerreichbar wurden. 
Das ist schmerzhaft, aber ich habe es meist gut geschafft,
die Trauer kreativ umzusetzen und mit den Verlusten fertig zu werden.
 
Nur in einem Fall gelang mir das nie.
 Das war der Verlust meines Landes. 
Das eines Tages einfach verschwand. 
 
Ganz friedlich wurde es aufgegeben, eingegliedert oder wie man es nennen mag. 
Das Wort Wiedervereinigung hat für mich keinen tröstlichen Klang. 
Die Kräfte, die das Land nur besser machen wollten, wurden ganz schnell übertönt.
Niedergetrampelt. 
 
 Damit einher ging nicht nur für mich der Verlust des
persönlichen Lebens, der eigenen Identität und der gesamten Existenz. 
 
 *
 
Ich konnte zuvor mehrere male in den "Westen" reisen, zu Verwandtenbesuch.
Konnte ein wenig Freiheitsluft schnuppern, Reisezüge erleben, die nicht 
ohrenbetäubend quietschten und Bahnhöfe mit ganz anderem Duft.
Den typischen "Ostmief " - ja den gab es wirklich und nur bei uns.
So, wie vieles andere Vertraute. Das lange verschwunden ist.
 
Ich wäre niemals freiwillig - mit Ausreiseantrag - in den Westen gegangen.
 Dazu liebte ich mein Land viel zu sehr. Hier war ich tief verwurzelt. 
Hier war mein Alltag. Mein Leben. 
 
1989/90 wurde ich Flüchtling, ungewollt und ganz und gar ohne Flucht.
Von vielen Bundesbürgern als eine von "16 Millionen Wirtschaftsflüchtlingen"
betrachtet. Noch heute begegnet mir diese Ansicht.
Und das geht ganz schön an die Substanz. 
 
Von uns aus gesehen war es ein Verlust der gesamten Existenz, nicht nur materiell.
Alltägliche Strukturen weg, die Werke geschlossen, als Konkursmasse verramscht.
Es gab immer jemanden, der daran verdient hat.
Wir selbst waren das aber meist nicht.
Für viele Menschen begann ein Abstieg.
Ein Fall, der tief werden konnte.
 
Nein, ich werde hier nicht meine Geschichte schreiben.
Das würde viel zu lang.
Die ersten zehn Jahre waren die härtesten. 
Ich hab alles versucht, hab gekämpft, alles gegeben, bin fleiszig gewesen.
Weitergebracht hat mich das nicht.
Es hat nicht mal zum Überleben gereicht - ich habe oft Hunger gehabt..
Was fehlte, waren die Connections, die Netzwerke, die Mobilität
und ganz einfach das Geld. Eine Rücklage, ein Grundkapital.
Ohne das man nichts beginnen, nichts aufbauen,
 ja nicht einmal  in eine andere Stadt ziehen kann.
Höchstens mit dem Pappkarton unter eine Brücke. 
 
Die schöne Grenzöffnung, die groszee Freiheit - was ist sie wert,
wenn man nicht einmal mehr in die nächstgröszere Stadt fahren kann? 
Der bessere Lebensstandard, der aber nicht für alle gilt -  

Aufbrüche habe ich etliche gewagt.
 Immer wieder. Voller Elan, voller Illusion.
Gescheitert am Geld, an mangelnder Mobilität oder einfach an der Kleinstadt.
 Am falschen Ort. Im falschen Kontext.
Der Richtige blieb unerreichbar. Fern. 
 
Nach dem Verlust all meiner Bilder - der Besten und Ausstellungsreifen
(ingesamt über 100, die zerstört wurden oder abhanden kamen) 
 konnte ich endgültig nicht mehr.
Das Malen habe ich damals verlernt.
Das ist nie wiedergekommen. 
 
Dazu kam ein Unfall, der mangels Krankenversicherung
nicht ärztlich versorgt werden konnte. So etwas prägt. 
Ein Erschöpfungssyndrom nach einer schweren Krankeit.
 Autismus, der mir vieles nicht leichter gemacht hat.
  
2008 wurde ich aussortiert in die EU-Rente. 
Halbes Existenzminimum zum Leben. Dauerhaft.
Inzwischen ist es zur Altesrente geworden.
 
 
An Aufbrüche denke ich nicht mehr. 
Mich treibt nun nichts mehr an. 
Hab mir mein Leben, so gut es geht, eingerichtet.
Mich auf die begrenzten Möglichkeiten beschränkt.
Da geht schon noch einiges. Eine andere Art Reichtum.
Nichtmaterieller Art.
Und Lebensfreude im ganz Kleinen. 
Ein wenig Kreativität im Alltag musz sein.
Schreiben. Visuelle Stories. 
Oder einfach durchkommen, wenn es schwierig ist 
- das braucht oft ganz viel Kreativität.
 Mit normalem Lebensstil darf ich mich nicht vergleichen.

 
Meine nähere Umgebung, so wie ich sie seinerzeit geliebt hab
und niemals verlassen wollte... gibt es so nicht mehr. 
Die Natur und die Landschaft sind weitgehend zerstört und zubetoniert.
 Mit Gewerbegebieten und Riesenmärkten übersät,
die teils schon wieder leer stehen. Abgerissen werden.
Gebaut werden nur noch Autostraszen statt menschlicher Wege.
Das Gute des Landes ist fast alles hin.
 
Käme ich heut nach Jahrzehnten der Abwesenheit hierher zurück, 
würde ich es nicht mehr wieder erkennen!
 
 
Heimat geworden ist mir dieses vereinte Land nie. 
Als wirklich vereint empfinde ich es auch nicht. 
Dazu fehlen noch 200 Jahre. Bis sich das wirklich angleicht.
Oder auch nicht. 
Ich bin in diesem Deutschland nie wirklich angekommen. 
Und in den letzten Jahren nimmt die Fremdheit - Befremdung - immer weiter zu. 
 
Ich fühle micht nicht als Deutsche und auch nicht als Europäerin.
Was ja immer nur Westeuropa meint mit all seinem Gröszenwahn.
Der mich so fassungslos macht. 
Ich kann mich mit der jetzigen Gesellschaft und Politik nicht identifizieren.
Und schon gar nicht mit all diesem Kriegsgeschrei.
 Freiwillig würde ich kein Land wählen, das der hochaggressiven NATO angehört.
Real bleibt mir nur die innere Emigration. 
 
 
Nun gibt es nur noch das ganz kleine persönliche Leben.
Tür zu und fertig. Das immer rauhere Klima drauszen lassen.
Osten war immer eine "andere Welt", eine andere Sozialisation.
Keine jahrzehntelang gewachsene demokratische Gesellschaft.
Und heute erst recht keine Spur mehr von Solidarität oder Toleranz. 
Kein Sicherheitsgefühl. Nirgends.
Fremdes, Andersartiges ist wieder ganz und gar unerwünscht. 
War es eigentlich schon immer.
Doch das wird immer härter jetzt. 
 
Das kann man nur irgendwie zu überleben versuchen.
Weghören, wegschauen und sich nicht weiter reindenken
(glücklich, wem solches gelingt!). 
Und dankbar sein für Kleinigkeiten, zu denen sonst niemand hinschaut.
 
Liebe gedeiht im Verborgenen.
So, wie die Gänseblümchen auch. 
 
 

*
 
PS: Autisten kennen keinen Subtext, sondern verwenden Worte rein sachlich
und im einfachen Wortsinn. Die Lesart neurotypischer Menschen, die automatisch
immer vieles zwischen den Zeilen lesen bzw. hineininterpretieren, ist ihnen völlig fremd.
Auch wenn das wohl wenig Zweck hat, möchte ich diesmal darauf hinweisen.
Dieser Text ist nichts weiter als die Beschreibung meines Erlebens und Beobachtens
von Ereignissen in meinen kleinen Umfeld.
Es ist weder Jammerei, noch Anklage noch Vorwurf. 
Einfach nur in Worte gefaszt, wie es für mich war und ist. 

 

Freitag, 3. Juli 2026

Kein FreitagsFüller

 

Die gute Barbara macht offenbar noch immer hitzefrei.
Es sei ihr gegönnt und sie wird dazu ein entsprechend 
komfortables Ambiente zur Verfügung haben.
 
Wie es aussehen kann, wenn ein solches fehlt... zeigt das Foto hier 
 (so einfach in den Blog übernehmen kann ich das natürlich nicht)
 
 

Samstag, 27. Juni 2026

Friedensgebet

 

 John Gorka - Let them in


 

Das ist die Vertonung eines Gedichts, das eine Frau aus Oakland im Sommer 1942 schrieb, als die Nachrichten von der Front alles andere als gut klangen und Söhne von Freundinnen unter den Gefallenen waren.

Elma Dean war keine bekannte Dichterin. „Letter to St. Peter“ erschien im November 1942 im Magazin „The American Mercury“ und entwickelte danach ein Eigenleben, das die Bekanntheit seiner Autorin bei weitem überstieg: in den Congressional Record aufgenommen, in „National Geographic“ abgedruckt, an die Mauer eines amerikanischen Soldatenfriedhofs in England gemeißelt, von einem Senator an einem europäischen Gräberfeld vorgetragen. Ein Gebet, gerichtet nicht an Gott, sondern an Petrus, den Torhüter des Himmels: (Quelle)

 Lass sie rein, Peter,
Let them in, Peter,

Sie sind sehr müde
They are very tired

Gib ihnen Sofas, auf denen die Engel schlafen
Give them couches where the angels sleep

Und zünde diese Feuer an
And light those fires
Lass sie wieder gesund aufwachen
Let them wake whole again

Zu brandneuen Anfängen
To brand new dawns

Mit der Sonne befeuert
Fired with the sun

Nicht die verdammten Waffen der Kriegszeit
Not wartime's bloody guns
Möge ihr Friede tief sein
May their peace be deep

Denken Sie daran, wo die gebrochenen Körper liegen
Remember where the broken bodies lie

Gott weiß, wie jung sie waren
God knows how young they were

Sterben müssen
To have to die

Gott weiß, wie jung sie sterben mussten
God knows how young they were to have to die
Gib ihnen Dinge, die sie mögen
Give them things they like

Lass sie etwas Lärm machen
Let them make some noise

Geben Sie Roadhouse-Bands, keine goldenen Harfen
Give roadhouse bands, not golden harps

Auf diese unsere Jungs
To these our boys
Und lass sie lieben, Peter
And let them love, Peter

Weil sie keine Zeit hatten
Cause they've had no time

Sie sollten Bäume und Vogelgesang haben
They should have trees and bird songs

Und Hügel zum Erklimmen
And hills to climb
Der Geschmack des Sommers in einer reifen Birne
The taste of summer in a ripened pear

Und Mädchen, süß wie Wiesenwinde
And girls sweet as meadow winds

Mit wallendem Haar
With flowing hair
Sagen Sie ihnen, wie sehr sie vermisst werden
Tell them how they are missed

Und sag, du sollst keine Angst haben
And say not to fear

Es wird alles gut
It's gonna be alright

Bei uns hier unten
With us down here
Lass sie rein, Peter
Let them in, Peter
 

Quelle: LyricFind

Dienstag, 23. Juni 2026

Sage nie, Du hast keine Lust...

 

Sage nie, Du hast keine Lust - das Leben sagt: du muszt! 

(alter Poesiealbum-Spruch) 

 


Ja, die Sache mit dem Müssen. Wenn das nur immer so einfach wäre!
"Einen Scheisz musz ich" ist das Thema der Blogparade von Silke Geissen. 

Ich denke zurück an meine Mutter. Du muszt dies, du muszt das...und wenns 
ihr nicht schnell genug ging oder ich antwortete "ja, gleich!" , weil ich noch 
spielen wollte... dann kam zurückgeschossen: 
"Nicht gleich, sondern JETZT!" 
 
Am schlimmsten für mich war der Satz "Du muszt jetzt Flöte üben!"
Und dann sasz sie daneben mit dem Metronom. Tack Tack Tack Tack. 
Oh wie habe ich das gehaszt: ein Gerät, dasz mir seinen Rhythmus aufzwang, 
der nun mal nicht der meinige war. Das hab ich als Folter empfunden.
Auch die Querflöte war nicht meins, wurde mir aufgezwungen.
So wie die ganze Musikschule, die mich gar nicht annehmen wollte wegen 
Unmusikalität. Das brauchte alle Überredungskunst meiner Eltern,
 die meinten, ein Mädchen müsse ein Instrument spielen lernen. 

Ich selbst wollte lieber turnen und reiten. Aber das durfte ich nur,
wenn ich dafür auch brav zur Musikschule ging.
Irgendwann hab ich dann alles hingeschmissen, dann wars mit Turnen 
und Reiten eben auch vorbei.
Aber so lief nun mal meine Kindheit. In vielerlei Hinsicht.
Auch für etwas Leckeres zu Essen muszte ich vorher etwas Scheuszliches 
runterwürgen, was so gar nicht mein Ding war. Aber dafür gesund.
Ganz vieles war an Ungeliebtes gekoppelt. Ich hatte höchstens die Wahl, 
dann beides zu lassen. Zu verzichten. Ganz und gar.

Jedenfalls, Mutters Kommandoton war mir derart zuwider, dasz ich beschlosz,
nichts mehr zu müssen, wenn ich endlich allein lebte. 
 
Allerdings kam ich schnell dahinter, dasz es so dann doch nicht läuft.
Ich musz die Kohlen nicht in den 3. Stock tragen, den Ofen nicht 
anfeuern...aber dann wird es halt auch nicht gemütlich. 
Ich musz nicht arbeiten gehn, aber dann ist kein Geld da.
Den Rest besorgte eine Nachbarin, die sich daneben stellte, bis ich die 
Hauswoche - in ihrem Sinne! - korrekt erledigt hatte - - 
 
Man musz ;) eben doch erwachsen werden. 
Weisheit und Erkenntnis kommen etwas später. 
 
*
 
Ich empfinde Sprüche wie "Einen Scheisz musz ich" 
immer als etwas oberflächlich. 
Genau wie manche Esoteriker, die in meinen Augen einfach nur disziplinlos sind. 
 
Nein, ich musz nicht pünktlich zur Verabredung erscheinen, 3h später tuts auch.
Oder gar nicht, weil mir gerade "nicht so danach ist".
Okay, wenn ich wirklich krank bin, sage ich ab.
Ansonsten empfinde ich es jedoch als mangelnden Respekt anderen gegenüber. 
Meine eigene Lebenszeit möchte ich gut nutzen. Aber wie gehe ich dabei
mit der Zeit der anderen um, die da auf mich warten?
Rücksichtsvoll ist das jedenfalls nicht. 
Und das möchte ich schon sein. 
 
Ich musz kein Buch zurückgeben und kein Versprechen einhalten.
Der beste Weg ist, erst gar nichts zu versprechen. 
Keine Verpflichtungen einzugehen.
Aber läuft so ein Miteinander? 
 
 

 
Ich nehme mir relativ viel Freiheit. Zu leben, wie es mir gefällt.
Das erregt bei manchem Spieszer im Kleinstadt-Umfeld Anstosz und Aggression.
Die bekomme ich häufig zu spüren.
Zu bunt gekleidet, zu lebensfroh, zu lässig.
 
Täglich Staub wischen/putzen etc. ist nun mal nicht mein Lebensinhalt.
Das bekam ich neulich sogar in einem Blogkommentar gesagt,
als ich ein Fach meines Bücherregals zeigte. 
Nein, ich hatte es nicht nötig, wenigstens vor dem Foto einmal abzustauben.
Bei mir wird nicht inszeniert.
 
Vieles - im Kleinen - musz ich tatsächlich nicht. Egal, wie andere das finden.
Das weisz ich sehr gut, das praktiziere ich.
Denn es ist eben kein wirkliches Musz. 
Einige Freiheit kann ich mir nehmen.
Darauf bedacht, die der anderen damit nicht einzuschränken.
 
 Aber ganz ohne Pflichten, ohne "Müssen" läuft gar nichts.
Wer das abstreitet, ist für mich nicht glaubhaft. 
 
Ich hasse kochen, auch wenn ich es kann.
Und ich möchte am liebsten niemals in der Küche stehn.
Aber dann haben Schatz und ich kein Mittag.
Und ich esse nun mal gern mit ihm zusammen - das ist die andere Seite davon.
Lieferdienst bestellen ist finanziell nicht drin.
Sonst würde ich nur noch "kochen lassen". 
 
Natürlich musz ich auch nicht zur "Tafel" gehn oder zum Foodsharing.
Aber dann ist nix zu Essen da. Gelegentliches Fasten könnte gut sein,
 aber bitte nicht als Dauerzustand! 
 
Ich musz meinen Garten nicht jäten und meine Blumentöpfe nicht gieszen...aber
 Pflanzen sind für mich Lebewesen und ich habe Freude, wenn es ihnen gut geht. 
 
Es ist alles eine Frage der Betrachtung. Und natürlich musz ich mit 
CFS/ME mein Limit gut kennen um es nicht zu überschreiten.
In der Regel praktiziere ich das auch so.
Nur manchmal kommts halt anders. Kommts dicke. C'est la vie!
Nicht alles hängt nur alleine von mir ab.
Auch wenn ich NEIN-Sagen und Entscheidungen fällen gelernt habe. 
 
 
Müssen ist ein ganz blödes Wort. Das steht fest. Und ich mag es nicht.
Doch es gibt, rein verbal, im Deutschen kaum Alternativen.
(sind wir deswegen so korrekt und pflichtbewuszt?)
 
Im Russischen gibt es нужно - дольжно -  надо. 
Nuzhno - dolzhno - nado.
Mehr Abstufung (wobei sich nuzhno eher auf Gegenstände bezieht).
Ich denke diese Worte manchmal. 
Kleine Flucht in eine andere Sprache. Macht manches weniger unerbittlich.
"Ich möchte jetzt kochen" mag ich dagegen auch nicht sagen.
Das ist wohl ein Problem mit der Sprache. 
Die das Denken formt.
 
Und: nein, ich muszte mich jetzt nicht an dieser Blogparade beteiligen ;)
 
 

 
 

Montag, 22. Juni 2026

Presseschau

 

Gerhard Heusinger - ein Vorbild für die Bundeswehr?
Derartige Entgleisungen sind heute kein Tabu mehr - da weisz man, wie man dran ist. 
Und kriegt das Grausen. 

 Ein Artikel zum 22. Juni 1941. 



Samstag, 20. Juni 2026

Presseschau

 

Obdachlose, die man sieht...sind meist männlich und allein.
Frauen sieht man deutlich weniger, was aber nicht bedeutet, dasz es sie nicht gibt.
Und wie sieht der Alltag von Familien aus, die keine Wohnung haben?
Einen Artikel dazu gibt es hier. 
 
 
 

Montag, 8. Juni 2026

Vom äuszeren Rand

 

 


"Man gönnt sich ja sonst nichts"  war das Thema der 69. Blognacht 
mit Anna Koschinski.
Ich hab auch diesmal mit Abwesenheit geglänzt, weil ich am Abend
einfach zu kaputt und weder kommunikations-noch denkfähig war.
Wenn der Tag um 4:00 früh beginnt...
 
Aber es fällt mir schon allerhand dazu ein.
 
 
 
Als erstes denke ich an die Art Blogs, die fast nonstop von tollen Reisen,
Ausflügen, Erlebnissen, Restauranttouren berichten  und am Ende des Beitrags
 wird noch die Riesen-Eistüte triumphierend wie eine Fackel ins Foto gereckt. 
Seht her, wir gehören dazu, wir können es uns leisten!
Das sei jedem gegönnt.
Aber auch erschreckend, wie die eigenes Existenz - zumindest die nach
 Auszen getragene, doch vom Konsum bestimmt wird.
 
Klar, dasz das Menschen sind, die etwas leisten.
Damit sie es sich leisten können.
Oder die einfach das Glück haben, am richtigen Ort zu leben, die richtigen
Beziehungen zu haben und den richtigen - gut bezahlten - Job. 
 
Und dann denke ich an die äuszeren/unteren Ränder
der gutbürgerlichen Wohlstandsgesellschaft in unserem Land.
An Menschen, die vor Kriegen, Verfolgung oder Not geflüchtet sind 
und die alles verloren haben.
Im Gastland begegnet ihnen dafür nicht selten Ablehnung und Hasz.
 
Und an die, die immer hier lebten, aber das schützende Dach überm Kopf
durch mannigfaltige Umstände verloren haben.
Man sieht sie im Stadtbild, sie leben sozusagen öffentlich, wenn auch
 kaum wahrgenommen  - Rückzugsorte haben sie nicht.
 
Leben, aufs Existenziellste reduziert, eine Art realer Minimalismus.
Im Gegensatz zum selbstgewählten Lifestyle, der doch oft nur Fassade ist. 
 
 Nicht alle sind selbst schuld an ihrer Lage. Das wird gern übersehn. 
 
*

Was ich jetzt meine, ist die Grauzone ein klein wenig darüber.
Die sieht man meist nicht. Denn Armut versteckt sich. 
Und sie ist zahlreich. Vielfältig. Abgehängt und ausgeblendet. 
 
Nein, ich rede jetzt nicht vom vielgeschmähten Bürgergeld.
Sondern von Billiglöhnern, bei denen es kaum zum Überleben reicht.
Von prekären Freiberuflern, die ewig und verzweifelt kämpfen. 
Von Renten im mittleren dreistelligen Bereich. 
Häufig bedingt durch Krankheit oder Behinderung. 
 
Das Existenzminumum in Deutschland wurde 2025 auf 11 940 Euro beziffert.
Garantiert gibt es hinreichend Menschen, die längst nicht soviel haben.
Denen die Teilhabe am normalbürgerlichen Lifestyle völlig abgeht.. 
 
" Laut statistischen Erhebungen liegen die durchschnittlichen monatlichen Konsumausgaben für einen Single-Haushalt bei etwa 1.700 Euro 
bis 1.918 Euro". Info im Internet gefunden.
 Aha! 
Konsum heiszt hier wohl: auszerhalb der nötigen Wohn-und Fixkosten. 
 
*
 
 Statistisch nicht erfaszt ist, in wie vielen Wohnungen die Heizung im Winter
 kalt bleibt. Höchstens auf Frostschutz-Niveau läuft. 
Und wie viele Hausfrauen keine Sonntagsmenü-Planung machen,
da die Ernährung längst zum Zufall geworden ist.
Tafel, Foodsharing, Container...- Glücksache eben.
(besonders schwierig bei medizinisch notwendiger Diät)
 
Mit vielem kann man leben. Musz man leben.
Mit dem Wegfall jeglicher Kultur. Kein Theater, kein Kino. Nichts mehr.
Mit der Unmöglichkeit, je den Wohnort zu verlassen, weil ÖV unbezahlbar ist. 
Das tolle Deutschlandticket ist für viele zu teuer.
Oder gar ein Umzug an den Ort, wo man so gerne leben möchte.
Wohnungsfindung ist schwierig ohne nachweisbare Sicherheiten. Umzug kostet.
Da ginge nur Pappkarton unter Brücke. Nicht wirklich eine Option. 
 
Kein Zeitungsabo, kein Seminar, kein Bildungsurlaub. 
Überhaupt niemals eine Reise oder ein Ausflug.
Da bricht dann auch jegliche Sozialstruktur über kurz oder lang weg.
Denn wo treffen sich erwachsene Menschen?
Im netten Café, in der VHS, zu einem Konzertbesuch, auf einem Festival.
Vergisz es! 
(und bald wirst auch du vergessen sein.) 
 
Wenn das über sehr lange Zeiten so geht, wächst daraus eine Hemmschwelle
gegenüber jeglicher Normalität. 
Da geht man nicht mehr einfach in ein Yogastudio oder eine Bibliothek.
Man fühlt sich selbst dann viel zu sehr "drauszen"
und kann die Kluft kaum noch überwinden. 
Und zeigen, anmerken lassen...darf man sich die Armut auf keinen Fall.
Denn das löst bei anderen oft Aggressionen aus, die wohl aus
der Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg gespeist werden.
Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären. 
 
Arme sind schlechtere Menschen. Sind nicht mehr wertvoll an sich.
Das wird einem immer wieder schmerzhaft deutlich gemacht. 
Anfeindungen gibt es auch hier am laufenden Band. 
 
 
So ein Leben mit all seinen Sorgen ist Auszenstehenden kaum zu erklären.
All diese Kleinigkeiten, die da eben im Alltag ganz anders sind.
Das summiert sich unendlich aus scheinbarer Nichtigkeit.
Hier fehlt die Briefmarke... da das Eintrittsgeld. 
Da geht man nicht fix mal etwas Schönes essen und die Eistüte gibt es 
nur ein- bis zweimmal im Jahr.
Man nimmt nicht einfach ein Taxi, wenn man unterwegs 
gestürzt ist und sich ernsthaft verletzt hat. 
Man musz auf die nötige Brille jahrelang sparen.
Sparen heiszt immer: schmerzhafter Verzicht auf fast alles. 
Man wird von Zahnärzten kaum noch behandelt, wenn man 
Privatleistungen von vornherein ablehnt. Ablehnen musz. 
Man wird das gesamte Haushaltsgeld gleich auf einmal in der Apotheke los,
 für Dinge, ohne die es mit zunehmendem Alter nicht mehr geht.
Man weisz kaum noch, wie das Lieblingsgericht eigentlich schmeckte,
wenn die Zutaten dafür nie alle auf einmal vorhanden sind.  
Man stopft ein Loch mit dem anderen, lebt von einem Hammer zum nächsten. 
Wie oft geschieht Unvohersehbares oder es gehen nötige Dinge kaputt. 
Wer seine alltäglichen Probleme mit Geld bewerfen kann, ist fein raus.
 Wer nicht, benötigt eine Menge Kreativität. 
Überlebenskunst eben.
 
Für Menschen, die sich eigentlich nichts gönnen können... wird
"Gönnen" damit zur Lebensnotwendigkeit. Zum Rettungsanker.
Das kleine Wenig-Mehr als Musz. 
 
Das mag jetzt unverständlich klingen:
trotz aller Sorgen, trotz allem Sparzwangs braucht man ab und zu unbedingt
einen Blumenstrausz, einen Schokoladentafel oder sonst etwas "Unnötiges".
Was den Tag heller macht und das eigene Befinden. 
Auch wenn man weisz: das Geld war eigentlich für die Rezeptgebühr.
Oder anderes.  
 
Man gönnt sich ja sonst nichts! 
 
 
Was ich persönlich mir gern und ausgiebig sonst noch gönne:
 
- Phantasie und Spielfreude 
  - die Freude, in den Himmel zu schauen, in die Weite, in die Blumen, 
die Freude an Farben überhaupt - sie sind überall! 
- den Luxus, so oft wie möglich Stille zu genieszen, fern vom zivilisatorischen
Lärm, von Podcasts , TV oder Dudelradio.
- auf natürliche Klänge zu lauschen: Regenrauschen, Frosch- oder Vogelkonzert
- den Luxus, mich farbig und individuell zu kleiden 
(dafür braucht man heute überhaupt nicht viel Geld)
- meine persönliche Umgebung ästhetisch zu gestalten: im Groszen
 kann ich nichts ändern, das Haus nicht sanieren nach meinem Bedarf, ja nicht 
einmal reparieren...aber im Kleinen kann ich Schönheit schaffen um mich herum
- mich mit Grün zu umgeben und auch in den Fugen zwischen den Steinen
Kräuter und Blümchen wachsen lassen  - das belohnt mich nicht nur mit
dem Anblick, sondern auch mit Insektengesumm
- den Luxus des Lesens und einer persönlichen Bibliothek, 
(auch die musz nicht unbediungt so viel kosten)
- ein wenig Lässigkeit: nicht so oft Staub zu wischen, Fenster zu putzen etc. 
- schöne Gemeinschaft mit meinem Schatz 
- überhaupt: Lebensfreude, trotz allem
(auch wenns an manchen Tagen nicht so geht, auch gesundheitlich nicht und das kann schon oft belastend sein)
 


*
 
 
PS:wer jetzt anfängt zu applaudieren und meint: ja, die Freude an den kleinen Dingen - das haben wir immer gesagt 
und den anderen geraten... - bitte sofort aufhören damit! 
Man kennt nie die Umstände und Hintergründe eines anderen Lebens und steckt niemals drin. 
Nicht jeder schafft das so gut - insofern bin ich vielleicht doch noch etwas prilegierter bzw. mit entsprechender Resilienz gesegnet 
und bekomme es doch ganz gut hin.
Aber Ratschläge von Menschen, die nie in entsprechender Situation waren und nicht wissen, was jemand selbst nicht längst alles probiert 
hat und welche Erfahrungen... oder jemanden in Notsituation zu Anträgen zu raten, die man selber nie stellen muszte - 
das ist niemals Hilfe, sondern pure Übergriffigkeit.
 
 
 

Montag, 1. Juni 2026

Friedensgebet

 

Klaus Lutz - Der Stern 


 

 Der Stern

Der Treppe fehlt eine Stufe.
Die eine Stufe zum Leben. Die
eine Stufe zur Erkenntnis. Die
eine Stufe zur Kunst. Die eine
Stufe zur Liebe. Morgens
war die Stufe einfach weg.
Und keiner weiss was diese
Stufe war. Ich denke, diese
Stufe war der Mut. Und der
Wille den Traum zu leben.

Dem Haus fehlt eine Tür.
Die eine Tür zur Welt. Die
eine Tür zur Treue. Die eine
Tür zum Licht. Die eine Tür
zum Glück. Und keiner
weiss was diese Tür war.
Ich denke, diese Tür war
der Tag. Und der Wille
die Zeit zu lieben.

Dem Zimner fehlt ein Fenster
Das eine Fenster zur Reise.
Das eine Fenster zur Welt.
Das eine Fenster zum Fest.
Das eine Fenster zum Spiel.
Und keiner weiss was dieses
Fenster war. Ich denke, dieses
Fenster war der Glaube. Und
der Wille das Leben zu wollen.

Dem Himmel fehlt ein Stern.
Der Stern war die Stufe. Der
Stern war die Tür. Der Stern
war das Fenster. Und keiner
weiss was dieser Stern war.
War dieser Stern die Kunst?
War dieser Stern die Phantasie?
War dieser Stern die Welt? Ich
denke, dieser Stern war das
Glück. Und die Freude die
Liebe zu sein!

(C)Klaus Lutz
Music: LiteSaturation
Bild/Rezitation: Uschi Rischanek


Samstag, 16. Mai 2026

Freitag, 8. Mai 2026

FreitagsFüller

 

 



Heute ist der 8. Mai.
 In meinem früheren Land wurde er als Tag der Befreiung gefeiert.
Heute scheint es nur noch ein ganz normaler Freitag zu sein und die 
gute Barbara gibt uns, wie immer, einen Lückentext aus. 
 
An der Erinnerungskultur hat sich vieles geändert - wer spricht noch
von ca.27 Millionen toten Russen, mehr als die Hälfte davon Zivilisten? 
Heute sind wieder deutsche Waffen am Töten beteiligt.
Der Grundsatz "Keine Waffen ion Kriesengebiete ist längst vegessen. 
 
*
 
1. Ich lese gerade "Die verborgene Sprache der Blumen" von 
Vanessa Dieffenbaugh. Ich habe es vor Jahren schon einmal gelesen,
und es gehört eindeutig zu den Büchern, die es lohnt, noch
einmal neu zu lesen.

2. In meiner Kinderzeit liebte ich gezuckerte Erdbeeren mit Grieszbrei.
Inzwischen habe ich das schon lange nicht mehr gemacht, da zu viel Zucker
drin ist. Komisch, früher hat uns sowas nicht gestört!

3. Am Montag habe ich einen Physiotherapietermin, das ist gut!

4. Einmal ans Meer fahren, das wäre ein Traum.

5.  Im übrigen ist hier als nächstes Fensterputzen dran.

6.   Liebe Menschen in real zu treffen ist ein seltenes Glück, besonders für mich.

7. Was das Wochenende angeht, da werde ich irgendwas hier im Haus machen: 
putzen, aufräumen etc., denn es ist viel liegen geblieben in den letzten Wochen,
weil es mir sehr schlecht ging. 
 
 
 

Samstag, 2. Mai 2026

Friedensgebet

 

Statt Gesang heute ein georgischer Kurzfilm 


 

 Aldi ist der letzte Bewohner des Dorfes. Er muss sein Leben fortsetzen und durch Rituale seine Seele zurückgewinnen, die von seltsamen Träumen heimgesucht wird.

Produktionsleitung: Giorgi Arabuli
Drehbuch: Giorgi Arabuli, Mari Bekauri
Produktionsleitung: Temo Macharadze
Produktionsdesign: Berdia Arabuli
Kostümbild: Mariam Gigauri
Musik/Ton: Nika Paniashvili (Avi Musaifi)
Schnitt/Farbkorrektur: Nodar Nozadze
Produzent: David Pirtskhalava

Mitwirkende: Gogia Gigauri, Gaga Chincharauli, Nikoloz Khutsishvili, Shota Arabuli, Vazha Ivaniashvili, Nikoloz Avlakhashvili, Kakhaber Khutsishvili

Samstag, 18. April 2026

Warum sollte ich...

 

 


Eins mal vorab: ich war nie eine Freundin sozialer Netzwerke,
da diese für meinen Begriff eben genau das gar nicht sind.
Was nutzen mir 150 Facebookfreunde, wenn ich mich im Ernstfall 
doch auf niemanden verlassen kann, die meisten davon gar nicht real kenne? 
Ich mag keine endlosen dumm-dümmer-Hasz-Kommentare lesen,
also gehe ich da normalerweise gar nicht erst hin.
Und was hab ich davon, jeden Morgen auf Fediverse anderen 
"Guten Morgen" zu schreiben?
Das transportiert null Info und fordert wertvolle Lebenszeit.
 
Ich schaue mir gern schöne Bilder an, aber Instagram und 
Pinterest erschlagen mich regelmäszig mit ihren Bilderfluten.
All das rauscht an mir vorbei und ist viel zu klein, 
um es wirklich betrachten zu können.
 
Herzchen-Sammeln ist auch nicht meine Intention.  
 
Trotzdem habe ich bei Facebook, Insta und Pinterest einen Account.
WhatsApp, Telegram und solche Sachen hatte ich nie, 
denn ich hab kein Handy. 
 
Ich habe einfach nur einen Account, ich musz den ja nicht benutzen. 
 
Neuerdings lese ich in diversen Blogs immer wieder,
dasz User sich dort umständlich löschen 
und die Seiten verlassen. 
Nicht selten auch mit groszem  Pipapo...
Ich frage mich dann oft: warum?
  
Warum kann man den Account nicht einfach stehen lassen?
 Warum sollte ich solche Türen für immer hinter mir zuschlagen?
Das ergibt für mich keinen Sinn. 
 
So zwei-bis dreimal im Jahr habe ich Pflanzenabsenker 
oder andere Dinge zu verschenken
Ist in dem Fall ganz praktisch, sich einmal in einer regionalen
Gruppe zu melden und diese Dinge anzubieten.
Hat bisher immer geklappt und Freude ausgelöst.
 
Und vielleicht gibt es mal irgendeine Info zu einer Schriftstellerin
oder Künstlerin, die sich nur über fb/Insta abrufen läszt?
Das interessiert mich dann schon und dann geh ich eben ganz gezielt mal da rein.
Praktisch, dann einen Account zu haben! 
Mehr will und musz ich ja auch nicht, oder? 
 
Ich lese die Tageszeitung online und schaue regelmäszig bei einigen Blogger:innen 
vorbei, die mir dadurch vertrauter werden.  
Ich blogge selbst, zeige Bilder, teile Musik, die mir gefällt
und schreibe auch persönliche Dinge.
Wer das nicht lesen mag, braucht hier ja nicht reinzuschauen.
Wenn es 2-3 Leser:innen sind, reicht mir das schon.
Virtuelle Freundschaften schätze ich sehr, wenn sie sich denn
nicht nur im Herzchenverteilen erschöpfen.
 
Eine riesige Reichweite brauche und suche ich nicht.
Ich mag Blogs nun mal lieber als Social Media. 
 
Aber solche Löschtrends verstehe ich nicht wirklich.
Wahrscheinlich lebe ich dazu nur zu weit auszerhalb von jeglichen Blasen(?) 

Montag, 6. April 2026

Foto-Fragen

 
 
..stellt sich derzeit der Amateurphotograph
um aus seinem Kreativitätsloch herauszukommen 
...und er lädt uns ein, diese auch zu beantworten.
 
Mit Kreativitätslöchern ist das so eine Sache, sag ich jetzt mal aus Erfahrung. 
Und manche sitzen fest und gehen tief.
Besonders, wenn ihnen bittere Erfahrungen vorausgegangen sind.
Nicht eben "einfach so" habe ich vor 25 Jahren meine(n)Beruf(ung)
als Textilgestalterin und Malerin aufgegeben...aber das ist eine andere Geschichte.
Jedenfalls war es mehr als eine pure Malblockade, die ich bis heute nicht 
überwinden konnte. Entwickelt hat sich danach die Bucharbeit - eine vergleichsweise
simple Art, die eigene Freude an Farben doch ein wenig auszuleben. 
 
Im Gegensatz zu Bernhard, der fotografisch immer sehr kreativ 
drauf war mit seinen Altglas-Experimenten und besonderer Sicht... 
rechne ich mein jetziges Knipsen nicht zur Kreativität.
Das kann ja heute jeder, dafür reicht schon ein Handy oder ein
kleines digitales Schächtelchen.
Und: was für Wert hat heute noch ein Foto, wenn das Web mit Bildern überflutet 
wird, die nicht einmal mehr von Menschen gemacht sind? 
 
Die Zeiten, da ich mit einer Pentacon Six wirklich fotografiert und dann im Labor
 nicht nur entwickelt, sondern die Bilder durchaus auch weiterentwickelt habe...
sind lange vorbei. Das könnte ich heute finanziell gar nicht mehr.
Somit beginnt für mich die Kreativität dann auch erst hinterher, beim
Einbinden meiner Knipser in Bilderserien oder beim gelegentlichen
Verändern mit einem Fotoprogramm. Mache ich aber selten, denn
meinen Augen bekommt die Bildschirmarbeit gar nicht gut. 
 
Aber jetzt zu Bernhards Fragen: 
 
 
 Was hat mich bisher an der Fotografie begeistert?
 
Das im Gegensatz zur Malerei sehr unkomplizierte Abbilden der 
Umgebung, das Festhalten von Momenten und auch die bewuszte Gestaltung
der Aufnahmen durch Labor(nach)arbeit, Filtereinsatz...ja und
heute das Digitale. Das eher weniger, nicht gar so mein Ding. 


Wie zufrieden bin ich mit meinen fotografischen Ergebnissen?
 
Von mittelprächtig bis sehr zufrieden - oder auch mal gar nicht -  
das ist oft Glücksache, wie mir ein Bild gelingt. 
Und in gewisser Weise ist fotografieren für mich eine Art Sehhilfe geworden, die mir 
am Bildschirm zeigt, was meine Augen in natura nicht mehr wahrnehmen.
Leider sind das zunehmend auch Mülleimer oder Verkehrsschilder  - 
sowas wäre mir früher nicht passiert! 


Bin ich in meiner Kreativität stehen geblieben, wenn ja, wo 
und wann bin ich falsch abgebogen?
 
Stehengeblieben sicher schon. Aber: will ich noch weiter? 
 Wie gesagt, fotografieren rechne ich persönlich nicht unbedingt zu Kreativität. 


Habe ich mich unbewusst oder bewusst einem Trend angepasst?
 
Nein, ich passe mich keinen Trends an, ich mache mein eigenes Ding.
Und manche Trends nerven mich: z.B. wenn ein Blogbeitrag -zig Fotos
 enthält, die alle im 45°-Winkel verdreht sind. Das mag ich mir nicht anschauen. 


Was bedeuten für mich Fotoregeln?
 
Hm. Straszenverkehrsregeln halte ich (meistens) ein, aber Fotoregeln
interessieren mich kaum - es kommt dadurch niemand zu Schaden!
Ich entscheide intuitiv, wie viel Himmel oder Vordergrund drauf soll
und wie ich mein Bild gestalte. 


Welche befolge ich typischerweise?
 
Ich wurde früher oft für den "godenen Schnitt" gelobt, 
aber das geschah bei mir auch eher intuitiv. 
 
 
Was ist mein Fazit? 
 
Ich werd wohl weiterhin knipsen und das Brauchbare davon für 
meine Blogbeiträge verwenden, in ursprünglicher oder veränderter Form.
Der ganze Blog ist so eine Art Rest-Kreativität für mich, die ich mir im
Alltag einfach bewahren möchte. 
Mehr Ehrgeiz habe ich nicht (mehr). 
 

Nachdem ich mir gestern meine Nikon D60 geschreddert habe,
fühle ich mich gerade etwas unkomplett. Nicht, dasz ich eine
Spiegelreflex täglich brauche, aber manchmal eben schon. 
 
 

Montag, 23. März 2026

Tun sie dies, wenn...

 

 


 

Ja, ich habs mal wieder getan. Habe es mir angetan!
Obwohl ich den Schmu eigentlich kenne - 
 
Ich wollte nur einen Artikel lesen. Hatte nichts mit Gesundheit zu tun.
Aber trotz Zustimmung zu Werbung ging das nicht wirklich.
Ging nicht bis zum Schlusz.
 
Dafür die ewigen Anzeigen "Tun sie dies...und: wie ein kleines Ritual
am Morgen ihre xxxxxx nachhaltig verbessert."
Draufgeklickt.
Sehen sie sich unbedingt dieses Video an!
 
Ja, ich habs durchgehalten, obwohl der Tonfall eher zum Wegklicken war.
In meiner Studienzeit in Havard ...
Der Typ sieht nicht aus, als ob er je in Havard oder wenigstens 
in Kleinmachnow studiert hätte. 
Daran ändert auch der weisze Kittel nichts.
Aber wahrscheinlich ist er eh nur eine KI-Schöpfung.
 
 ...machte ich diese schockierende Entdeckung...
Ja ja, aller 60 Sekunden die nächste schockierende Entdeckung.
Oder kommt mir das nur so vor, weil alles gefühlte
hundertmal wiederholt wird? 
 
Was er erzählt, mag ja nicht falsch sein.
Einige Kräuter. Selen und Kalium. Bekannt.
Die Schädlichkeit von Wassertabletten. 
Mir auch bekannt. Nehme ich nicht. 
Stellen sie sich vor, was da im Körper passiert!
Welch Wunder, dasz ich noch lebe - - - 
Die Gefahr von Pflanzenöl.
Naja, ich kann ja mit Butter braten.
Was dann wieder anders gefährlich ist.
Und sowieso ist das überall drin.
Das ist wie mit Gluten oder Transfetten:
zur Vermeidung kann man dann eigentlich gar nichts mehr essen. 
Auf eine Insel ziehen und alles selbst anbauen/herstellen... 
 
Aaaaaaaaaaber: wir wissen Rat. 
Wie schön!
 
Es läuft am Ende auf einen Kauf hinaus. 
Zwischen 55 und 240 Euro, dann portofrei 
und bei jeder Packung 10 Euro gespart.
Ist das nicht toll? 
 
Und wo bleibt jetzt eigentlich das kleine Ritual?
2 Minuten jeden Morgen... 
 
Selber schuld, sich das Gelaber bis zum Ende anzuhören!
Diese Videos haben natürlich keine Vorspulfunktion.
Naja, ich hatte wohl Langeweile.
 
     

Der Schlimmste von allen war damals Dr. Hittich.
Der schickte Briefe in einer optischen Erscheinung,
dasz ich ihm am liebsten eine gute Werbefirma empfohlen hätte.
Null Ästhetik, dämliche gelb unterlegte Zeilen.
Und ständige Panikmache:
der grosze grüne Wurm in meinem Magen...
 
Ein Wunder, dasz ich überlebt habe.
Auch ohne Dr. Hittich.
Den es zum Glück nicht mehr zu geben scheint.
Möchte nicht wissen, wie vielen Rentner:innen er Monat für Monat,
Jahr für Jahr die gesamte Rente aus der Tasche gezogen hat.
Mindestens eine davon traf ich lange Zeit bei der "Tafel". 
 
 
 
 

Freitag, 20. März 2026

FreitagsFüller

 

 


 
Immer freitags, immer bei Barbara: der Lückentext. Das Original. 
 
 
*
 
 1.   Meine Osterdeko ist noch im Karton. Der steht hier rum.
Ich war diese Woche krank, da ist manches liegen geblieben.
Auch Blogposts gab es deshalb nicht, auszer den bereits Vorgeplanten.
Und eigentlich ist ja jetzt auch noch Fastenzeit. Früher haben wir immer
erst am Gründonnerstag Eier gefärbt und Osterdeko aufgestellt. 

2.  Ich werde mir auf keinen Fall von KI das Denken abnehmen lassen.
Auch wenn das in vielen Lebenslagen sicher hilfreich sein kann. 
Meine grauen Zellen zu benutzen und damit zu trainieren ist mir
sowohl Bedürfnis als auch Freude und wo bleibt sonst der Stolz, eine 
Herausforderung selbst und ganz allein gemeistert zu haben?

3.  Wo ist der Reiz, wenn man zu jeglichem Thema die Ergebnisse fertig
serviert bekommt? Durch Recherche, eigenes Wissen und Kombinieren etwas
herauszufinden, macht nicht nur mehr Spasz auf dem gesamten Weg dorthin, 
sondern führt auch dazu, sich die Dinge besser zu merken. Was ich einmal fertig 
zu lesen bekomme, das hab ich schon nächste Woche wieder vergessen.

4.  Auch youtube wird immer mehr von KI-Musik geflutet. Aber die
reizt mich nicht, ich mag nur Musik von echten Menschen.

5.  Wir können als Einzelne an der globalen Lage nichts ändern.
Das erzeugt bei mir ein Ohnmachtsgefühl und immer gröszeres Entsetzen.

6.  Da wollte mal einer unbedingt den Friedensnobelpreis, aber sein 
irrsinniges Handeln geht genau in die andere Richtung.

7. Was das Wochenende angeht, da gibt es viele Menschen, für die es kein nettes 
(Nobel)Restaurant, keine Kultur und keine Möglichkeit gibt, etwas
Besonderes zu erleben. Das ist nun mal so und auch damit kann man sich
einrichten. Nur diese 7. Frage nervt mich immer tierisch, weil sie 
impliziert, dasz ein Wochenende etwas Besonderes sein sollte. 
 
Einige meiner Aussagen sind hauptsächlich in response zu Barbara zu verstehen. 
 
 
 

Montag, 22. Dezember 2025

Haste mal ne Mark? ...klang einfach besser

 

Das Wort Euro - von Bettlern ausgesprochen - empfinde ich bis heute als sperrig.
Aber genau so lautet der Titel von Eriks Dezember-Blogparade.
Es geht um Spenden. 
 
Ich habe lange überlegt, ob ich dazu schreiben sollte.
Die weihnachtliche Bettelpost geht mir gehörig auf die Nerven.
Und ich bin mit 600 Euro Rente eh nicht in der Lage, da irgendwen zu bedenken. 
Weisz auch nicht, ob ich es tun würde, hätte ich mehr.
Nicht sicher, ob das Geld wirklich dort ankommt, wofür es bestimmt war.
 
Hätte ich es, wären Greenpeace, Nabu oder Flüchtlings-Seenotrettung 
die sichersten Empfänger.
Aber darüber brauche ich nicht nachzudenken, denn es wird
für mich eh nie besser werden.
 
Angesprochen werden mit "Haste mal ne Mark?" - Sorry, Euro...
passiert hier in der sauberen Kleinstadt auch nicht allzu oft. 
Ich kenne es vor allem von Durchreisen und gröszeren Städten.
Und das ist ziemlich lange her.
Da war ich schon eher geneigt, eine(n) zu geben.
Denn überhaupt: ich gebe lieber direkt.
 
Es ist in grauer Vorzeit durchaus vorgekommen, dasz ich
jemandem geholfen habe. Auch mit gröszerer Summe.
Wenn ich die gerade hatte (z.B. ein Bild verkauft) und jemand,
den ich kannte, das gerade nötiger brauchte als ich.
Weil ich solche Situationen nur zu gut kenne.
 
Heut bin ich ohne Bargeld unterwegs, was mir oft leid tut,
wenn ich einen guten Musiker höre.
Oder wenn da manchmal einer Sitzung macht. 
Neulich bekam ich sogar von einem arabisch aussehenden Menschen
eine Obdachlosenzeitung angeboten. Die gab es früher nicht in diesem Kaff.
Und die Berber-und Wohnungslosen-Szene der Neunziger, wie ich sie 
damals allzu zu gut kannte... war ausschlieszlich deutschsprachig.
Da scheint sich seither manches geändert zu haben - (?) 
In meinem brav-bürgerlichen Rentnerinnendasein weisz ich darüber nichts.
Aber es interessiert mich sehr.
Und ich habe den Vorsatz fürs neue Jahr, mir nicht nur mein eigenes
"Tafel-Geld" in Münzen aufs Küchenregal zu legen,
sondern auch immer 3-4 Euro Bares bei mir zu haben. 
Für die nächste Straszenzeitung etc.
Mal sehn, ob ich das hinbekomme!