Freitag, 31. Juli 2026

FreitagsFüller

 

 


Immer freitags, immer bei Barbara: der Lückentext. Das Original. 
 
*
 
1. Jetzt kann ich jeden Tag leckere Brombeeren ernten.

2.  Extreme Hitzetage machen fast alles unmöglich.
 
3. Es macht Spaß jeden Tag schwimmen zu gehn. Ich versuche
mir dabei vorzustellen, am Meer zu sein. Oder an einem Waldsee.

4. Keine Ahnung, was wird mein Highlight der 2. Jahreshälfte wird.
Hier gibt es keine Kultur und keine Reisen und sonst nichts, was geplant wird.

5. Ich frage mich, wo das noch hinführen wird. Der Klimawandel geht viel 
brutaler vonstatten als sämtliche Berechnungen und Vorraussagen,
und die Meere erwärmen sich überdurchschnittlich schnell.

6. Ich habe die meisten Jahre meines Lebens hinter mir, aber das war es wert.
Im Prinzip wäre ich schon gern noch einmal Kind, aber nicht in der jetzigen Zeit. 

7. Was das Wochenende angeht, da hoffe ich auf erträgliche Temperaturen.
 
 
 

Friedensgebet

 


🌺 « Ein visueller Bericht über die Feier zu Ehren der "Laterne des Verborgenen, Khwaja Shams al-Din Muhammad Hafez Shirazi", die durch die Gnade Allahs am Freitag, dem 20. Moharram 1403, stattfand (Iran)

🕊 "Gefährten der Seele" 🕊

🌹 Ein Mundschenk, der Licht in unseren Becher bringt
🌹 Sänger, verkünde, dass das Wirken der Welt zu unserem Geschmack geworden ist

🌹 Wir haben im Becher das Spiegelbild des Antlitzes unseres Geliebten gesehen
🌹 O du, der du nichts von der Wonne unseres steten Tranks weißt

🌹 Wer durch die Liebe belebt wird, dessen Herz stirbt niemals
🌹 Dies ist verzeichnet in den Chroniken unserer ewigen Welt

✍️🏻 Hafez Shirazi

🤲🏻 O Mundschenk, der Wissen bringt, und o Spender von Gefährten des Lichts,
fülle den Becher unseres Daseins mit jenem göttlichen Wein.

🤲🏻 Und o melodischer Sänger der Liebe, singe auf dem Dach der Welt, denn die Welt gehört ganz den Liebhabern der Schönheit.

⚘️ Wir haben das Spiegelbild jener absoluten Schönheit im strahlenden Becher der Welt geschaut; wir sind berauscht von diesem Anblick und gefangen im Netz der ewigen Liebe – auf dass auch jene, die diesen Rausch nicht kennen, verstehen mögen...

⚘️ Wir leben durch die Liebe und sterben nicht,
wir haben unsere Namen auf die Seiten des verborgenen Buches der Welt geschrieben – ein Buch, das unreine Hände, wie die der Zeit und des unerbittlichen Schicksalsrads, nicht erreichen können.

⚘️ Wer sich nach den Diamanten des "Berges des Lichts" und des "Meeres des Lichts" sehnt, der möge dieses Ghazal von Hafez im Museum der Fantasie aufhängen und damit das Haus seines Herzens erhellen. Denn wenn diese beiden historischen Kostbarkeiten im Dunkeln verborgen bleiben, spenden sie kein Licht – während Hafez’ juwelenartige Verse die Herzen wie die Sonne selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens erhellen; denn sie lehren uns, dass unsere Seele – die Liebe ist – nicht in Todesgefahr geraten kann, da die Liebe eine schlichte Wahrheit ist und der Todesengel mit ihr nichts anzufangen weiß und ihr nichts entgegenzusetzen hat:

🌹 Der Todesengel spricht zu sich selbst: „Kehr um!“
🌹 Keine Waffe kann dir schaden, keine Waffe kann dir schaden.

Donnerstag, 30. Juli 2026

Monatscollage Juli

 



 Schon neigt sich der Juli... und die liebe Birgitt lädt wieder
 zur Monatscollage ein - ich bin gern dabei.

 
 

 
Juli - Monat der Fülle und des Lichts,  
wenn schon leise, ganz leise im Jahreslauf wieder ein Ausatmen beginnt.

Nach den Tagen der Extremhitze Ende Juni zeigte er sich
von seiner gnädigen Seite - eher kühl und sommerlich schön.
Nur der Regen kam wieder zu kurz. 
 
 

 
Doch über allem liegt nun, wie ein Damoklesschwert,
die Aussicht auf neue Extremhitze mit all ihren spürbaren gesundheitlichen Folgen. 
Gerade jetzt beginnt sie wieder und sie setzt ganz sicher nicht nur mir sehr zu.
 
 (Was aber auch kein Wunder ist, denn zum ohnehin besorgniserregenden Klimawandel erzeugen aktuell noch jeder zerschossene Öltanker, jedes angezündete Treibstofflager, brennende Ölfelder,Raffinerien und Chemiefabriken jeweils eine gigantische Umweltkatastrophe mehr, zu denen es früher bei jeder einzelnen einen Aufschrei gegeben hätte. Aber inzwischen nimmt davon kaum noch jemand Notiz und es werden fleiszig weiter Zerstörungsgeräte finanziert und produziert. Da sind die vielbeschworenen Klimaziele nun endgültig Makulatur. Und die verheerenden Waldbrände tun ihr Übriges.) 
 
 

 
 Goldene Sommertage zum Genieszen im eigenen Garten
hatte der Juli doch so einige für mich.
Das Highlight war ein kleiner Ausflug zum Kloster Drübeck.
Ein wahrer Kraftort, den ich gern öfter besuchen würde!
 
 

 
Ansonsten gehe ich täglich schwimmen und an der grauen kühlen Tagen
hatte ich öfter das Bad für mich allein.
An Sonnenscheintagen schwimme ich nun aber keine 1000m mehr,
denn in der Zeit bekomme ich schon einen Sonnenbrand, trotz Eincremens.
So aggressiv ist die Sonne nun geworden. 
Okay ich bin auch langsamer als früher, in 30 min schaffe ich das nicht mehr. 
 
 

 
Kürzer treten und die eigenen Wünsche noch kleiner machen...
ist wohl nun in jedem Lebensbereich angesagt. 
Sich an dem zu freuen, was noch geht. Der Rest ist Kopfkino.
(man kann auch im ruhigen Schwimmbad schwimmen und sich den unterreichbaren einsamen Waldsee vorstellen 
bzw. den Lärm und die Wellen vom Sprungturm als Brandung umdeuten - )


 


 
Ich habe in Juli bei vier Blogparaden mitgemacht 
und meine zweite Blogmillion (Aufrufzahl) hat sich vollendet. 
Sowas ist mir eigentlich nicht so wichtig - ich feiere ja auch keine
Blog-Geburtstage... aber gefreut hat es mich schon. 
Bloggen ist das, was eben noch geht, wenn man nicht mehr rauskommt.
Und es macht mir Freude meinen Blog zu gestalten und mit meinen 
visuellen Stories Impulse zu eigenen Phantasien zu geben. 
 

 
 
 
Seit zehn Tagen geht mal wieder so ziemlich alles schief
und das macht den Alltag unerquicklich und anstrengend.
Aber solche Phasen gibt es eben, die gehören zum Leben und gehen vorbei.
Ganz sicher ist das astrologisch zu erklären ;)
 
 
 
 
So wünsche ich Euch jetzt einen schönen - und nicht zu heiszen - August. 
Bis zum nächsten mal! 
Genieszt die Zeit mir all ihren kleinen Momenten. 
 
 
*
 
Verlinkt auch bei Judith Peters

 
 

 
 

Friedensgebet

 

Kloster St. Georg in Lebedin, Bezirk Tcherkassy, Ukraine 
Gottesdienst zum Fest der Hl Ikone der Kasaner Gottesmutter 20.7.26
(und offenbar auch der Geburtstag von Metropolit Antonij Pakanych)


 

 

Mittwoch, 29. Juli 2026

Wordless - без слов -

 

 


 

Shared with Wordless Wednesday, WW@CatSynth

Das Mittwochslied

 

Bettina Wegner & Konstantin Wecker - Stille ist's 


 

 

Friedensgebet

 

 Lovčenska-Kapelle - Chor zur Ikone der dreihändigen Gottesmutter (Serbien)


Die Lovčenska-Kapelle (ursprünglich Njegoševa zavjetna kapela) war das berühmte Mausoleum und die Lieblingskirche von Petar II. Petrović Njegoš auf dem Jezerski-Gipfel (1.657 m) im Nationalpark Lovćen, Montenegro. Die ursprüngliche Kapelle wurde 1845 errichtet. An ihrer Stelle befindet sich heute der beeindruckende Njegoš-Mausoleum. 

 Google-Übersetzung:

Text: Seine Eminenz, der Metropolit von Montenegro und dem Küstenland, Joanikije
Musik: Dragana D. Mirković
Arrangement, Aufnahme, Mischung und Mastering: Andrej Andrejević, „Andrey Art Studio“
Gesang: Srđan Avdalović, Priester Dragan Zorica und der Chor „Muttergottes von den drei Händen“
Gusle: Srđan Avdalović
Gitarre: Nikola Damjanović
Regie und Schnitt: Bojana Krstić
Kamera: Daniel Mateić
Kameraassistenz: Aleksa Stamatović
Color Grading: Vladimir Pavić
Produzentin: Dragana D. Mirković
Ausführende Produzentin: Marija Glušić
Organisation: Jana Koprivica

Besetzung: Miloš Simović, Vuk Pešić, Mönch Simeon Dragović

Besonderer Dank gilt: den Metropolien von Montenegro-Küstenland und Budimlje-Nikšić, Ljubica Davidović und dem Kultur- und Kunstverein (KUD) „Hl. Jovan Vladimir“, Momčilo, Vera, Uroš, Andreja, Andreja, allen Teammitgliedern sowie allen, die auf irgendeine Weise an diesem Werk mitgewirkt haben.

LOVĆEN-KAPELLE

Brüder, lasst uns das große Werk angehen,
die heilige Lovćen-Kapelle wiedererrichten!
Lasst uns das heilige Gotteshaus in Eintracht wiederaufbauen,
lasst uns das Vermächtnis des Bischofs ehrenvoll erfüllen!

Möge die Kirche erstrahlen, erneuert und heilig,
als Njegoš’ Licht des Neuen Testaments.
Möge ein Gebet vom Lovćen aufsteigen,
auf dass unser heiliger Bischof Frieden für seine Seele finde.

„Bestattet mich darin!“ – so sprach er,
so legte er uns in seiner Sterbestunde einen Schwur ab!
Unter dem Gewölbe der Kapelle möge er ewig ruhen;
das war sein Gebet und sein sehnlichster Wunsch.

Möge die Kirche erstrahlen, erneuert und heilig,
als sein Licht des Neuen Testaments.
Möge ein Gebet vom Lovćen aufsteigen,
auf dass unser heiliger Bischof Frieden für seine Seele finde.

Wer die Kirche zerstörte, tat Böses,
schlug Montenegro ins Gesicht.
Lasst uns am Ursprung seines Wortes festhalten,
und statt des Fluchs Gottes Segen empfangen. 

Möge die Kirche erstrahlen, erneuert und heilig,
in seinem Licht des Neuen Testaments.
Möge das Gebet vom Lovćen aufsteigen,
damit unser heiliger Bischof die Seele labe.

Für den Bischof ist die Kirche ein himmlisches Heiligtum
und kein Mausoleum – kein Bauwerk der Pharaonen.
Für das gläubige Volk ist die Lovćen-Kapelle die
Krone Montenegros, das Werk des Bischofs.

Möge die Kirche erstrahlen, erneuert und heilig,
in seinem Licht des Neuen Testaments.

Möge das Gebet vom Lovćen aufsteigen,
damit unser heiliger Bischof die Seele labe. 

Dienstag, 28. Juli 2026

Tagesbild

 


 


 Mauerblümchen ;)

 

Katzenmusik-Zeit

 

Noch eine Variante des Odessaer Liedes von der Straszenhändlerin (vorige Woche)
Hier  sind aus den Baguetts Fische geworden, paszt ja auch besser für Katzen.
Und der Traum aller armen Straszenhändlerinnen...

 


 

Friedensgebet



 

" Kinder des Himmels"


 


Die niederländische Version des Liedes betont, dass das irdische Leben – trotz all seiner Vorzüge und Segnungen – den Menschen nicht vor dem Tod bewahren kann und dass das Heil nur durch Gott und Sein ewiges, unvergängliches Himmelreich erlangt werden kann.

Das Lied wird von einer Gruppe von Sängern aus verschiedenen serbisch-orthodoxen Gemeinden in den Niederlanden und Belgien vorgetragen. Die Gruppe setzt sich aus Sängern niederländischer, serbischer sowie gemischt serbisch-niederländischer Herkunft zusammen, die alle in den Niederlanden geboren und aufgewachsen sind.

Die Zusammensetzung der Gesangsgruppe spiegelt somit auf einzigartige Weise die Brücke zwischen serbischer und niederländischer Identität wider, vereint im orthodoxen Glauben.

Das Musikvideo zeigt authentische Szenen aus dem Leben der serbisch-orthodoxen Kirche in den Niederlanden, darunter die Heilige Liturgie, das Sakrament der Ehe, Kindergruppen und vor allem die Massentaufe niederländischer Katechumenen.

Die Taufe wurde im Fluss Lek vollzogen; im Anschluss daran empfingen die Neugetauften die Heilige Kommunion in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Rotterdam.

Alle Aufnahmen im Video zeigen tatsächliche Ereignisse aus dem kirchlichen Leben; es wurden weder Schauspieler eingesetzt noch inszenierte Szenen gedreht.

Das Video würdigt zudem die Universalität der orthodoxen Kirche durch Aufnahmen von Menschen unterschiedlicher ethnischer und kultureller Herkunft, die Zuflucht unter dem Schutz der serbisch-orthodoxen Kirche – der Kirche Christi – finden. Diese Kirche heißt alle Völker der Erde willkommen, die Christus und das Heil suchen.

Die Aufnahmen entstanden in der Gemeinde der Heiligen Dreifaltigkeit in Rotterdam, in Dordrecht, am Ufer des Flusses Lek sowie an verschiedenen ländlichen Orten in der malerischen Gemeinde Molenlanden.

Dies ist das erste orthodoxe Musikvideo und Lied in niederländischer Sprache; es ist sowohl ein Beitrag zur Missionsarbeit als auch ein Ausdruck der Dankbarkeit für die wachsende Zahl von Niederländern, die sich der Heiligen Orthodoxen Kirche Christi anschließen.

Musik: Dragana D. Mirković
Originaltext: Dragana D. Mirković, Maja Kadijević
Übersetzung des Textes: Orthodox Benelux
Arrangement: Andrej Andrejević
Aufgenommen im Studio „Andrey Art Studio“, Belgrad, sowie im Studio...
Mix und Mastering: Andrej Andrejević, „Andrey Art Studio“

Montag, 27. Juli 2026

Tagesbild

 

 

 

(irgendwann im Winter gelegt, aber das Foto jetzt erst - zufällig - wiedergefunden) 

 

 

Friedensgebet

 

 Chor zur Ikone der Dreihändigen Muttergottes (Serbien) - Die Romanows


  

 Musik und Text: Dragana D. Mirković
Arrangement und Abmischung: Nebojša Brdarić
Mastering: Boris Jovanović, Boris Krstajić
Akkordeon: Mutter Zlata Pantelić
Violine: Nenad Josifović
Flöte: Nebojša Brdarić
Kamera und Schnitt: Dalibor Vidojević

Übersetzung ins Russische: Tankosava Damjanović


 

Sonntag, 26. Juli 2026

Blogmillion die zweite

 

 

 


Hurra, heute habe ich meine 2. Blogmillion geschafft!
Der virtuelle Besucher kann sich hier paar ebenso virtuelle Blümchen abholen ;) 




Sonntagsmatinee

 

 

FORÇA CURADORA ↟ ARAN Sessions ↟ Tati e Zu (ZuMusic Project)

Samstag, 25. Juli 2026

Ein Stück Himmel - кусочек неба -

 


18.7.  5:39

 

18.7.  6:08

 
 

20.7.  5:54


 

21.7.  6:06
 
 

 22.7.  5:25




22.7.  6:06




24.7.  6:06


(die Minutenangaben stimmen nicht ganz, denn die Uhr der Kamera war nicht exakt eingestellt) 

 

 

Friedensgebet

 

Orthodoxes Glaubensbekenntnis in der Kathedrale der Tichviner Gottesmutter
Varsonofij, Metropolit von Vinniza, Ukraine, 9.7.26


 

(so, das war mal wieder eine Ukrainisch-Orthodoxe Live-Woche) 

Freitag, 24. Juli 2026

FreitagsFüller

 

 


 

Immer freitags, immer bei Barbara: der Lückentext. 
Scheint heut wieder ein Double vom letzten mal zu sein, aber das kommt vor. 
 
*
 
1. Gestern war es hier kaum 20 Grad Höchsttemperatur.

2.  Zur Abkühlung war ich im Schwimmbad und da war ich fast alleine.
Denn mittags waren es nur 17°. Aber ich gehe täglich schwimmen.

3.  Wenn es so warm ist wie gestern, besteht kein Grund zum Klagen. 
Einfach schönes Sommerwetter!

4.  Mein Schlafplatz ist eine Matratze auf dem Fuszboden .
Ich bin zwar schon 66, aber noch komme ich gut damit zurecht. Ein Bett als 
Möbelstück nimmt mehr Platz weg und paszt nicht in die Kammer rein.

5.  Der beste Durstlöscher ist für mich Wasser. 
Wassermelone würde ich aber auch nicht verschmähen, falls ich sie mal hab.

6.   Weisz nicht, was mein Lieblingssnack ist, das sind höchstens Zufälle.
Aber bald werden hier die Äpfel reif, darauf freue ich mich schon. 

7. Was das Wochenende angeht, da ist allerhand im Garten fällig.
 
*
 
So, wahrscheinlich gibts nachher nochmal frische Sätze zum Ausfüllen. 
Dann wird ergänzt.
 
 *

1.  Ich möchte so gerne mal ein schönes Eis essen. 

2.  Unangenehme Ereignisse geschehen meist sehr plötzlich.

3.   Wenn mein Leben eine Fernsehserie wäre, hätte sie den Titel 
"Als Katze unter Hunden" .

4.  In der Welt geschehen so viele Dinge, die sind einfach unfassbar.

5.    Die Rumpelecke/schublade in meinem Haus - äh, welche meinst du jetzt?

6.    Ich fürchte mich vor weiteren Extremhitze-Tagen, aber da muss ich durch.

7. Was das Wochenende angeht, das sind ganz normale Tage wie andere auch. 
 
 
 
 

Friedensgebet

 

 "Also machte der Stamm der Beluchen* sich auf den Weg", 11.6. 26


 

 Willkommen zur Freude, die sich offenbart hat,
und zum Licht, das das Haus der Balusch erhellt hat.

Ein Tag voller Glück und Glückwünsche ist angebrochen,
und das Herz ist erfüllt von Freude über dieses kostbare Treffen.

*

 Beluchistan liegt im Dreiländereck Iran, Pakistan, Afghanistan 

Dienstag, 21. Juli 2026

Also mal ehrlich...

 

 


...das ist nicht wirklich mein Ding!

 

"Blackout Poetry" ist das Motto der Blogparade von Lily Magdalen. 

Als ich es sah, wollte ich es unbedingt probieren.
Naja, das hab ich ja nun gemacht.
 
Ist aber alles nix geworden, weil mir wohl das geeignete Material dazu fehlt.
Ich habs mit Pinsel und Tuschkasten versucht: deckt nicht wirklich, 
macht nur das Papier wellig.
Acrylfarbe: genau dasselbe. Welliges Papier.
Auch hätte ich das Blatt lieber weisz gestrichen, um darauf noch zu zeichnen.
Aber die weisze Farbe deckte dann schon gar nicht.
Schwarzer Buntstift wird nicht gut und Faserstift ist viel zu sudelig.
Faserstifte mochte ich noch nie, auszer zum Beschriften von Postsendungen...
 
Hab ich dann den schwarzen Acrylstift genommen, denn ich eigentlich 
für einen anderen Zweck brauche. 
Und einzeln nachkaufen kann ich den hier vor Ort nicht.
Immer nur in einem Set mit vielen Farben. Wird zu teuer.
 
Bis so ein Blatt voll ist, geht auch der Stift drauf. 
Ergo deshalb kein zweites Blatt mehr versucht.
Dabei hatte ich in etlichen Buchseiten Wörter markiert.
 
Das war aber auch ein Entschlusz: ein Blatt aus den Buch zu reiszen und 
schwarz zu  malen - das ist wie Vergewaltigung.
Auch wenn kein Mensch mehr dieses Buch je lesen wird.
Viele kennen die Schrift gar nicht mehr.
 
Nein, ich glaub, sowas mache ich nicht noch einmal.
Da bleib ich lieber bei dem, wofür das Material immer so anfällt. 
Collagen sind auch eine reizvolle Zufallsarbeit.
 
Es war ein Versuch.
Mehr nicht.
 
 

 

Tagesbild

 

 


 

Katzenmusik-Zeit

 

"Kauft Baguettes" ist ein altes Odessar Lied.
Hier ein Jahrmarkt in Odessa, 1927 
 

 
In der Realität sah es 1927 in Odessa ganz bestimmt nicht so nett und bunt aus.
Odessa hat nach der Oktoberrevolution 1917 mehrere Jahre Krieg, Zerstörung
 und Besatzung durch wechselnde Truppen, sowie eine grosze Hungersnot  erlebt. 
Bis 1927 hatten die Sowjets ihre Macht nun im ganzen Land gefestigt
 und da gab es ganz sicher noch immer viel Grau und Armut 
und eine schlechte Versorgungssituation.

Auch die prunkvollen Kleider der Zarenzeit waren x-mal auf Märkten verhökert
worden und in diesen Jahren restlos abgetragen, falls überhaupt noch existent.
Aber sowas weisz KI nicht, bzw. sie wird dazu angehalten, etwas Nettes
Farbenfrohes zu erstellen. 
Warum auch nicht? Also erfreut Euch daran! 
 
*
 
Wer mehr über die Geschichte Odessas wissen möchte, 
findet hier und hier interessante Artikel. 
 
Der originale Liedtext lautet:
 
Die Nacht bricht herein,
Die Straßenlaterne schwankt,
Der Polizist flucht
Hinein in das Dunkel der Nacht. 
Und ich – ungewaschen,
In einen Mantel gehüllt,
Von allen vergessen –
Stehe hier an der Ecke...

Kommt, kauft meine *Bublitschki*,
Heiße *Bublitschki*,
Gebt eure Rubel her,
Genau hier, genau jetzt,
Und habt in dieser stürmischen Nacht
Erbarmen mit mir –
Der armen, elenden Frau,
Einer bescheidenen Straßenhändlerin. 

Kommt, kauft meine *Bublitschki*,
Heiße *Bublitschki*,
Gebt eure Rubel her,
Genau hier, genau jetzt,
Und habt in dieser stürmischen Nacht
Erbarmen mit mir –
Der armen, elenden Frau,
Einer bescheidenen Straßenhändlerin.
 

Friedensgebet

 

Göttliche Liturgie im Kloster der Heiligen Fürbitte  zum Fest der Tichwiner
Ikone der Hl. Gottesmutter, Diözese Odessa, 10.7.26

 


 

Sonntag, 19. Juli 2026

Sonntagsmatinee

 

EANÁIR - Son Ar Chistr (Watermill Live Session) 


 Morgane Cadre · Voix, Bouzouki
Elise Oden · Violon, Choeurs 
Julien Bruneteau · Flûte traversière irlandaise
Fred Larrieu · Guitare 
Guilhem Centurion · Bodhrán

Samstag, 18. Juli 2026

Die Tücken des Pfandsystems

 



Vor langer Zeit wurde das Mehrweg-Pfandsystem um den Einwegpfand erweitert.
Ich erinnere mich noch gut an Sprüche wie "Total tote Dose".
Im Prinzip finde ich das richtig. Es hat mich selbst allerdings nur wenig tangiert,
da ich ohnehin kaum Getränke kaufe. Abgesehn von ab und zu paar Mineralwasserflaschen, 
denn immer schmeckt mir das Wasser aus der Leitung
 dann doch nicht (meist musz es aber genügen). 
Ab und an mal ein schönes Bier - man gönnt sich ja sonst nichts! 
 
Vor wenigen Jahren wurde das System noch auf Saft-und Milchmischgetränke  
ausgedehnt und die Händler wurden wohl zur 
Rücknahme verpflichtet(?), wenn ich mich recht erinnere. 
 Seither kaufe ich solche Dinge nun konsequent nicht mehr. 
Mal eine schöne Flasche Saft oder einen leckeren Joghut-Drink hatte ich 
mir davor schon gelegentlich(!) mal geleistet.
Aber die Pfandbeträge schlagen bei meinen sehr knapp kalkulierten Einkäufen
schon merklich zu Buche, so dasz es dann an der Kasse evtl. nicht mehr reicht.
Also besser weglassen!
 
Allerdings kassiert auch die "Tafel" konsequent Pfand für pfandpflichtige
Getränke und Molkereiprodukte (ob die das wirklich abrechnen, bin
ich mir nicht so ganz sicher) - jedenfalls kommt von Zeit zu Zeit dann 
doch mal ein Korb voll Leergut bei mir zusammen.
 
Wohin dann damit? 
 
NETTO, mir am nächsten gelegen, ist keine gute Adresse.
Die Wasserflaschen, die ich dort hole, werde ich natürlich dort wieder los.
Aber schon eine simple Bierflasche, z.B. von Fre*berger, die es im Markt 
auch gibt, nur eben nicht von Fre*berger... spuckt der Automat wieder aus.
 
E-Center ist noch wählerischer und häufig ist der Automat kaputt,
so dasz ich mir mit dem Korb voller Leergut den weiten Weg völlig
umsonst gemacht habe. Einkaufen kann ich ja nicht, wenn mein Korb noch 
voll ist. Autofahrer stellen ihn dann einfach wieder weg,
die Ladekapazität eines Fahrrades ist allerdings begrenzt.
Also den weiten Heimweg antreten ganz unverrichteter Dinge. 
 
Mit Einwegpfand hatte ich solche Probleme bis vor Kurzem allerdings nicht.
Das ging doch überall durch die Automaten und wurde hörbar zerknüllt. 
 
 
Ich weisz ja nun nicht, was sich seither da wieder geändert hat, 
ich bekomme auch vieles nicht mit. Habe zu selten entspr. Leergut.
 
Jetzt aber doch mal: ein paar Flaschen einer speziellen Limo und etliche 
Dosen eines nicht ganz üblichen Mineralwassers. Von dem weisz ich nicht, 
ob und wo das hier am Ort überhaupt verkauft wird.
Dachte mir nichts weiter dabei und versuchte es im NETTO.
Fehlanzeige! Er spuckte die Dosen wieder aus.
Obwohl sie dasselbe Material sind wie sämtliche anderen Dosen auch.
Und gleiche Grösze. 
 
Dann bleibt mir nur noch Kaufland übrig und zwecks Katzenfleischeinkaufs
musz ich mir diesen Weg doch aller paar Wochen einmal machen.
Ich erinnere mich an positive Erlebnisse aus früherer Zeit, wo die
Leergutannahme noch menschlich war und die wirklich restlos alles
immer zurückgenommen haben.
Aber das ist auch hier nun Geschichte: sämtliche Einwegflaschen und Dosen 
wurden wieder ausgespuckt: "Artikel nicht in unserem Sortiment".
Bitte?! - Das darf doch nicht wahr sein!
 
Ergo habe ich nun Leergut für ca. 4 Euro entsorgen müssen.
4 Euro, die mir dann zum Einkauf fehlten, ein schmerzhafter Verlust.
Denn ich habe es ja irgendwo auch bezahlen müssen.
Aber die Kosten des Pfandsystems trägt nun mal der Verbraucher.
 
Oh schitt!
 
Ich weisz ja nicht, ob das jetzt überall so ist und auf welcher Grundlage -  (?)
Hier steht ja alles schön drin, aber die Praxis ist eben ganz anders. 
 
 
 

 

Friedensgebet

 

 GUIA - Lied an den ursprünglichen Wald. Sprache der Wildnis.


 

Freitag, 17. Juli 2026

FreitagsFüller

 

 


Immer freitags, immer bei Barbara: der Lückentext. Das Original. 
 
*
 
1. Gestern war es hier (nur) 27 Grad.

2.  Zur Abkühlung gehe ich ins Schwimmbad.  Das ist nicht weit, den Weg 
schaffe ich noch. Allerdings ist es dort sehr voll und das braucht starke Nerven.

3.  Wenn so warm ist bekomme ich Hitze-Ödeme und hab wenig Lust, etwas 
Vernünftiges zu tun. Aber zum Glück wars noch nicht wieder so schlimm wie
 Ende Juni. Bis 30° kann ich es recht gut aushalten. 
Ich habe im Garten ein schattiges Plätzchen.

4.  Mein Schlafplatz ist eine Matratze auf dem Boden in einem relativ kühlen Raum. 
Oben unterm Dach könnte ich es im Sommer nicht aushalten.

5.  Der beste Durstlöscher ist und bleibt Wasser. 

6.  Ich weisz nicht, was mein Lieblingssnack ist, denn ich snacke selten zwischen-
durch. Und ich kaufe sowas nie. Manchmal hab ich Chips von der Tafel...

7. Was das Wochenende angeht, da soll es kühler werden, das freut mich natürlich.
 
 
 

Friedensgebet

 

 

 


Kalam-Rezitation – hier mit einem persischen „Ginan“ von Allamah Nasir Al Din Nasir Hunzai 
zu Ehren von Mawlana Hazir Imam, vorgetragen von jungen persischsprachigen Talenten.


Dichter: Pir Nasir Khisraw

Mitwirkende:
Alina Balkhi
Yousuf Balkhi
Fatimah Balkhi

(der YT-Kanal ist in Pakistan beheimatet)

Montag, 13. Juli 2026

Hat das einen Namen? Und was ändert sich dann?

 

 


 
 "Hochbegabt, vielbegabt, hochsensibel, ADHS oder Autismus-Spektrum? 
Der Schlüssel, der endlich die richtige Tür öffnete"
...ist das Thema der Blogparade von Dr. Hanna Steffen.  
 
*
 
Ich war ein seltsames Kind.
Spielte am liebsten allein. Andere Kinder waren mir zu laut.
Ihre Spiele zu unverständlich.
Ich mochte weder Blickkontakt, noch jemandem die Hand geben.
Strichen mir irgendwelche Erwachsenen übers Haar, lief ich weg. 
Soziale Situationen verstand ich nicht, in Gruppen war ich verloren.
Solange man klein ist, geht das ja noch durch.
 "Das gibt sich! Sie ist ja noch so klein"
 
Doch das gab sich nicht. Ich habe ganz vieles einfach nicht verstanden.
Ich lernte durch Erziehung. Das war sowas wie Dressur.
Du muszt dasunddas tun! - Warum? - Das gehört sich einfach so!
Also tat ich. Kam irgendwie durch. Ohne Sinn darin zu sehen.
Nur das mit dem Grüszen klappte nie. Wie sollte ich wissen, wen ich
da grüszen soll, wenn die Leute immerzu andere Kleidung anhaben?
Gesichter erkannte ich nicht.
 
Das Nachmachen, das Orientieren an anderen...war für mich keine gute Idee.
Tat ich genau das, was andere machten...war es bei mir meist verkehrt.
Das habe ich als Kind schon begriffen. 
 
 Gruppensituationen verstand ich nie.
Das führte unweigerlich zu Mobbing, wie man es heute nennt.
Die Schulzeit war ein Alptraum. Eigentlich lernte ich gern ,
doch ich kam meist nicht dazu vor Weglaufen und Mich-verstecken-Müssen.
Von kleinen Blessuren bis zu ernsthafter Körperverletzung war alles dabei.
Ich verliesz die Schule restlos traumatisiert.
Habe bis heute Alpträume. 
 
Ich schlug mich durchs Leben, mal besser mal schlechter. 
Löste meine Probleme allein, eben auf meine Art.
Andere Menschen waren für mich wie hinter einer Glaswand.
Da bittet man nicht um Hilfe. Da spricht man niemanden an.
Ich suchte mir Arbeit aus, wo ich möglichst allein arbeiten konnte
Ging Putzen. Oder als Briefträgerin.
Machte mich selbstständig, um dem ewigen Mobbing zu entgehn. 
 
Meine lesbische Neigung konnte ich nicht ausleben.
Weibliche Kommunikation blieb mir immer ein Rätsel.
All das Ungesagte. Wünsche von den Augen ablesen - wie sollte das gehn?
Und dieser ganze komplizierte Gefühls-und Befindlichkeitskram,
den verstand ich ja schon in Romanen nicht. 
Mit Männern - Freunden oder Kollegen - war es unkomplizierter für mich.
 
Unter Aufbietung aller Energiereserven kam ich irgendwie durch.
Paszte mich an. So gut ich konnte. Und blieb doch immer seltsam. Fremd.
Bis zum 30. Lebensjahr funktionierte das recht gut.
Danach nahmen die Kräfte ab und es begannen die Probleme.
Dazu kam: unser Land war plötzlich weg.
 Wo es eine klare Struktur gab, das Leben geregelt war und relativ reizarm. 
Wo jeder seine Nische finden konnte.
Wo man Arbeitsplätze ein Leben lang sicher hatte. 
 
Plötzlich war alles zu schnell, zu grell, zu laut und scheinbar nur noch Chaos. 
 
Ich ging ziemlich tief unter. Kam nie mehr wirklich nach oben.
Besonders wirtschaftlich nicht.
Dabei hab ich so vieles versucht!
Und vielbegabt bin ich eigentlich auch. Es hat mir nur nichts genützt. 
In einer Welt, wo soziale Fähigkeiten plötzlich wichtiger waren als Fachkompetenz.
Ohne Netzwerke und Beziehungen ging nix mehr.
Das schöne bunte und grenzenlose neue Leben zog an mir vorbei.
Ich landete ganz unten. 
 
Ich fragte mich oft, wieso andere es schafften. Die doch auch nicht
klüger oder besser ausgebildet waren als ich - 
Ich kam nicht darauf. Und es gab niemanden, den ich fragen konnte.
 
Irgendwann las ich etwas von Hochsensibilität.
Da paszte sehr vieles: die Erschöpfung, Reizüberflutung, das Rückzugsbedürfnis.
An einem Punkt blieb ich aber hängen - die Stimmung der anderen Menschen 
erfassen - wie soll denn das gehen? Wenn es einem nicht gesagt wird?
Nein, das war es also auch nicht. 
 
 
Mit 48 bekam ich die Diagnose Asperger-Autismus.
Und erst in diesem Zusammenhang erfuhr ich, dasz es eine nonverbale
Kommunikation überhaupt gibt - 
 
Erkennen bzw. deuten kann ich sie trotzdem nicht.
Ansonsten hat das schon vieles für mich erhellt. Ich konnte endlich aufhören, 
mir Vorwürfe zu machen. Dasz ich nicht schaffte, was andere schafften. 
Es war Erleichterung zu erfahren, dasz ich eben wirklich anders bin.
Was ich ja nie sein wollte. 
Nun liesz sich im Nachhinein vieles begreifen.
Etwas davon ungeschehen machen ging natürlich nicht.
Das Leben war so ziemlich gelaufen.
Und es war nun mal der falsche Film. C'est la vie! 
Zurück blieben Armut und ein Erschöpfungssyndrom. 
Ich wurde bald darauf aussortiert und berentet.
Mit der Hälfte des Existenzminimums. 
(das geht aber anderen ganz ähnlich, ca. 70% der Autisten schaffen es nicht, dauerhaft im
Berufsleben Fusz zu fassen, selbst mit Studium nicht) 
 
*
 
Ja die Tür zum eigenen Verstehen wurde geöffnet. 
Anders wird das eigene Leben dadurch aber kaum.
Mein Umfeld akzeptierte die Diagnose nicht und, z.B. bei Ärzten, 
habe ich es mir längst wieder abgewöhnt, dies zu erwähnen.
Da erntet man von Kopfschütteln bis Aversion/Aggression so ziemlich alles.
Nur eines nicht: Verständnis für die Andersartigkeit oder gar Hilfe.
Von einer Traumatherapie bin ich als Autistin ausgeschlossen. 
In einem Krankenhaus wurde ich absichtlich in das Vierbettzimmer gesteckt.
Also lieber nichts davon sagen!
 
Im  persönlichen Umfeld das gleiche.
Mutter meinte nur: Eine tolle Ausrede für Bequemlichkeit! 
Und es wurde mir weiterhin all das abverlangt, was ich nicht konnte.
Wofür ich selbst gern endlich einmal Hilfe gehabt hätte. 
Telefonieren, mit Ärzten reden, mich in riesigen Gebäuden zurechtfinden,
lange Zeit durch laute Autostraszen gehen als Begleitung...
 
Nein, das bisherige äuszerliche Leben ändert sich dadurch nicht wirklich.
Ganz ohne Anpassung geht es nicht. Auch jetzt nicht.
Die Auszenwelt ist die Mehrheit sozusagen. 
Da bleibt höchstens der Rückzug von allem.
Und ich bin längst die "komische Alte"  mit meinen Sechundsechzigeinhalb.
 
In jungen Jahren kann man doch vieles besser wegstecken. 
Ticks und Auffälligkeiten verbergen.
Schiefgelaufene Situationen und Miszverständnisse überspielen. 
Später gelingt das nicht mehr so gut.
Da wird man wieder auffälliger, wie in der Kindheit.
Die Zeit zwischen 20 und 30 bleibt die Beste:
bis dahin hat man gelernt, möglichst unauffällig zu funktionieren
und man hat meist auch die Kraft dazu, das so durchzuziehn. 
 


*
 

So, das war meine Geschichte in Kurzform. 
 
Was mir noch sehr wichtig ist zu sagen: 
ich bin nicht glücklich damit, dasz es in den letzten Jahren immer mehr
zur Praxis geworden ist, ADHS und Autismus in einem Atemzug zu nennen.
Weil es einfach völlig unterschiedliche Dinge sind.
 
Natürlich können auch Autisten ADHS-Anteile haben und umgekehrt 
(man kann auch ein Gipsbein und noch die Masern dazu haben)... aber aus 
meiner Erfahrung sind es in den Hauptzügen
zwei sehr unterschiedliche Neurodivergenzen.
 
Autisten haben oft eingeschränkte Interessen, die sie aber gründlich
und lange Zeit (ein Leben lang) verfolgen - während sich ADHSler
für vieles begeistern und das auch schnell wieder fallen lassen.
 
Autisten fokussieren sich ganz und gar auf etwas, ADHSler werden leicht abgelenkt. 
 
Autisten brauchen klare Regeln und sie halten sich daran, sind meistens
pünktlich - was ich von mir bekannten ADHSlern so nie erlebt hab.
 
ADHSler können sehr spontan sein, Autisten schaffen das selten oder nie. 
 
Und: ADHSler haben durchaus gute soziale Fähigkeiten und können sie
erfolgreich einsetzen - was Autisten so nie gelingt!
 
Ich verstehe nicht ganz, warum viele Menschen nach einer ADHS-Diagnose 
dann auch gleich noch Asperger-Autismus für sich beanspruchen.
Das scheint grad irgendwie Mode zu sein -  
 
Und es führt zu falscher Wahrnehmung von Autismus. Der dann schnell wieder 
heruntergespielt wird, so dasz von Autisten Dinge verlangt werden, die 
sie nicht leisten können bzw. die nötigen Hilfen werden versagt.
Damit ist Asperger-Autisten dann ein Bärendienst erwiesen!
 
Und ich möchte  noch einmal betonen: ein Asperger-Syndrom wünsche ich 
niemandem! Weil es einfach die Arschkarte ist!
 
 

 
 * 
 
Beenden möchte ich meinen Post mit einem Text, den ich einmal
für jemanden schrieb. Er ist schon älter. Gilt aber immer. Genau so.
 
*

Wenn du andere Menschen wie hinter einer Glaswand wahrnimmst,
die du nicht durchdringen kannst
- dann ist das Autismus.
Wenn du Mimik nicht sehen/nicht deuten kannst und selbst kaum
welche hast und kein soziales Lächeln
- dann ist das Autismus.
Wenn Du Menschen nicht ansprechen kannst,
nicht um Hilfe bitten, nicht nach dem Weg fragen
- dann ist das Autismus.
Wenn deine Empathie niemals intuitiv ist, sondern rein rational über
den Abruf selbst ähnlich erlebter Situationen zustande kommt
- dann ist das Autismus.
Wenn du für andere seltsam erscheinende Interessen verfolgst
und dich ganz und gar auf diese fokussieren kannst
- dann ist das Autismus.
Wenn dich Spontanität restlos überfordert und du deine eigenen Abläufe,
Ordnungen und Rituale brauchst um zu funktionieren
- dann ist das Autismus.
Wenn Reisen, Hotels, Krankenhäuser oder sonstige fremde
 Umgebungen und Situationen, 
für die du (noch) kein Handlungsmuster hast, kaum zu meistern sind
- dann ist das Autismus.
Wenn dir ein klingelndes Telefon oder unerwarteter Besuch vor der Haustür
wie ein schwerer Raubüberfall vorkommt
- dann ist das Autismus.
Wenn du dich nicht fotografieren lassen magst,
nicht ständig Selfies oder Reels von dir postest
- dann ist das Autismus.
Wenn du keinen Smalltalk beherrschst und meinst, du solltest auf die Frage
"Wie gehts?" eine ausfühliche Antwort geben
- dann ist das Autismus.
Wenn du mehreren durcheinander sprechenden Personen
an einem Tisch nicht folgen kannst
- dann ist das Autismus.
Wenn du Gemeinschaftsgefühl oder Zugehörigkeit nicht kennst und nicht einsiehst, 
warum du Gruppenmeinungen unreflektiert zu deiner eigenen machen solltest
- dann ist das Autismus.
Wenn du dir keine sozialen Kontakte und Netzwerke schaffen kannst,
weil du ganz einfach die Mechanismen dahinter nicht verstehst
- dann ist das Autismus.
Wenn du Treffen mit zwanzig, dreiszig, fünfzig Frauen nicht organisieren kannst,
denn keine würde deiner Einladung folgen...
- dann ist das Autismus.
Wenn du dich in gröszeren Gruppen sehr unwohl fühlst und du nach
kürzester Zeit deinen Rückzug brauchst
- dann ist das Autismus.
Wenn du unter permanenter Reizüberflutung leidest, also helles Licht, Verkehrlärm,
Dudelmusik und den Grundlärm in gröszeren Speisesälen nicht ertragen kannst
- dann ist das Autismus.
Wenn du soziale Normen und Regeln niemals begreifen lernst
so sehr du auch zur Anpassung erzogen worden bist
- dann ist das Autismus.
Wenn du nicht einmal weiszt, dasz es nonverbale Kommunikation
überhaupt gibt
- dann ist das Autismus.
Wenn dir viele Verhaltens-, Denk- und Urteilsweisen anderer Menschen
seltsam und unlogisch erscheinen
- dann ist das Autismus.
Wenn du keinen Subtext (er)kennst und deine Worte
nur im einfachen Wortsinn gemeint sind
- dann ist das Autismus.
Wenn Du anderen nicht in die Augen schauen magst,
weil dich das zutiefst irritiert und vom Wesentlichen ablenkt
- dann ist das Autismus.
Wenn du trotz fachlicher Kompetenz kaum je einen Job bekommst,
weil du das soziale Darumherum nicht bringst,
- dann ist das Autismus.
Wenn du vor Verlassen des Hauses jede mögliche soziale Interaktion wie eine Rolle
einstudieren muszt und dir drauszen dann doch immer der Souffleur fehlt,
- dann ist das Autismus.
Wenn jegliches Zusammensein und Interagieren mit anderen
ein Quelle für Megastresz statt Freude und Energie ist
- dann ist das Autismus.

Und soweiterundsofort.
Verständlich erklären kann man es sowieso nicht.
 Wie sich das anfühlt,
wissen nur die, die es selbst betrifft.

 

***

PS: manche Aussagen zu persönlichen Umständen finden sich derzeit ähnlich in mehreren Bloposts 
wieder  - das kommt, weil die Artikel für unterschiedliche Blogparaden geschrieben sind
 - sorry für die Wiederholungen, wer sich davon inzwischen gelangweilt fühlt. 
Und natürlich ist auch niemand zum Lesen von Blogs verpflichet - )