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Samstag, 26. September 2026

Die Kunst des Stillseins

 

 


Gestern war wieder Blognacht mit Anna Koschinski. 
Der Impuls " Stillsein ist was für Anfänger"
haut mich irgendwie vor den Kopf. Das klingt so abwertend.
Was mir dazu einfällt, ist vermutlich wieder nicht der Mainstream.
Aber ich will ja mit meinen Blogartikeln auch keine Bestseller landen ;) 
 
*
 
Wer kann noch still sein in einer Welt der grenzenlosen 
Möglichkeiten der Selbstdarstellung?
Wo alles um Aufmerksamkeit schreit und ständig etwas bewertet werden soll?
Wo hunderttausend Podcasts plappern und Diskussionen auf Social Media
- strotzend vor Häme und Hasz - nur der eigenen Sichtbarkeit dienen
und nicht dem Zweck von Klärung oder Verstehen?
 
Wo Menschen in real zusammenkommen, dudelt meist Hintergrundmusik.
Die echte Gespräche stört - ob man es nun merkt oder nicht - 
und die meisten leben doch nie mehr ohne solche Geräuschkulisse.  
 
Still werden, still sein - das erscheint mir gerade nicht als aktueller Trend.
Stille aushalten, wer kann das noch ?
Es ist aber wert, es zu üben und wieder zu lernen.
Der Lohn ist eine feinere Wahrnehmung des wirklich Wertvollen
und eine besondere Lebensqualität.
 
Das heiszt ja nicht, zu allem zu schweigen. Alles hinzunehmen.
Aber wissen, wo Äuszerung not tut und angebracht ist. 
Auch das ist eine Kunst für sich (die ich selbst auch noch übe).
Man musz nicht immer mitschreien, nur weil alle das tun. 
Und sich nicht ständig zudröhnen lassen von all dem, was es heute so gibt.
Nur um nichts zu verpassen. FOMO ist der neue Begriff.
Nein, solches Gefühl ist nicht förderlich für ein erfülltes Leben. 
 
Im ZEN-Buddhismus wird Stille als Matrix oder Mutter aller Sinnes-
wahrnehmungen verstanden. Sich der Stille anzunähern, diese zu üben...
kann für Anfänger ziemlich schwierig sein. Gerade hier bei uns und jetzt.
Ich halte es dennoch für Lohnenswert.
 
Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.
Auch Blogartikel können in Geplapper ausarten.
Das zu vermeiden, daran arbeite ich noch. 
 
 

Samstag, 29. August 2026

Investment kontra Liebe?

 

 


Huch, jetzt hab ich doch die Blognacht versemmelt! 
Donnerstag noch daran gedacht... Freitag wars weg.
Nein, ich war nicht zu müde, mich wenigstens ein halbes Stündchen 
blicken zu lassen, ich habs einfach verschwitzt. 
Mich mit Katzen verlustiert, Futter "investiert",
Schnurren und Schmeicheln zurückbekommen. 
Ja, so geht die Rechnung auf. 
 Aber nicht immer - und das musz sie auch nicht.
 
Der Impuls die Blognacht lautet Investment. 
 
Ein Begriff, den ich überhaupt nicht mag.
Insofern hab ich wohl nix versäumt(?).
 
Ein paar Gedanken dazu möchte ich dennoch in die Tasten hacken. 

*
 
Investment ist für mich ein grausiges Wort.
Es gehört eindeutig nicht zu den Natürlichen, den Göttlichen, 
auch nicht zu den Menschengemachten...wenn man bedenkt,
 dasz sich Sprache über Jahrtausende entwickelt hat. 
Es gibt so schöne alte Worte... doch jetzt werden sie scheinbar immer
weiter verdrängt. Von diesen Neuzeit-Worten.
Von solchen wie Investment.
 
Ein Begriff aus der Ökonomie. Mit Kosten-Nutzen-Erwartung verbunden.
Ein Investmentfonds soll Rendite ausschütten, Zugewinn bescheren.
Und wenn in eine Eisenbahnbrücke investiert wird... ein Jahr später dann
die Strecke stillgelegt - ja, das nennt man dann Fehlinvestition
(Beispiel willkürlich hier aus der Region gewählt).
 
*
 
Immer mehr wird der Begriff nun auch im menschlichen Miteinander angewandt.
Ich kann in Freundschaften investieren, in Beziehungen...
in meinen guten Ruf oder meine Beliebtheit.
Allerdings impliziert der Begriff unterschwellig eine Erwartungshaltung: 
wenn ich investiere, erwarte ich auch etwas von anderen zurück.
Rendite, wie ich sie mir vorgestellt habe. 
Kommt das nicht rüber, gibt es Frust. Und der Weg zum Vorwurf,
zur Schuldzuweisung oder gar zum Bruch ist nicht mehr weit. 
 
Und ich höre schon wieder die Sätze: Was, Sie haben keine Kinder?! 
Wer sorgt denn dann nachher im Alter für Sie?
 
Nur allzu oft gehen solche Rechungen nicht auf.
Führen zu Verbitterung, wenns die Kinder dann eben nicht tun.
Oder sie werden dazu gezwungen. Auch das ist für keine Seite schön.
Sag ich aus Erfahrung. 
 
Menschen sind in ihrer Entscheidung frei. 
Und Liebe ist keine Aufrechnungssache, keine Verpflichtung.
Es kann natürlich 1000 Gründe haben, warum es nicht funktioniert.
Erkennen und Akzeptieren, die Liebe vielleicht nach anderswo lenken
- das ist etwas anderes. Das kann schon sinnvoll sein, wo man 
"Verschwendung" erkennt.
Aber niemals Liebe als Investition betrachten.
 
 *
 
Verschwendung ist per se auch nicht immer negativ.
Freigebigkeit/Verschwendung gehört zum Leben. 
Nicht pingeliges Gegeneinander-Aufrechnen.
Die Natur macht es vor.. 
Sie investiert nicht in die Zufkunft. Sie verschwendet.
Nicht aus jeder Blüte wird ein Apfel, nicht jedes Samenkorn
findet fruchtbare Erde. Verschwendung tut manchmal not.
Insekten, Fische, Lurche etc...haben oft hunderte Eier.
Dasz vieles vergeht, gefressen wird und nicht heranreift, ist vorgeplant. 
Doch einige Larven werden zum Käfer, zum Schmetterling...
und setzen die Kette fort. 
 Oder das Wunder. 
Möchte ich manchmal schon sagen.
 
Katzen bekommen fünf Junge, Elefanten oder Menschen nur eins.
Das wird dann behütet, es muszs überleben.
Das Wenige, das Eine bekommt dann die gesamte Liebe ab.
Die Liebe, die keine Investition ist.
 
*
 
Nein, ich investiere nicht und ich rechne nicht auf.
Ich gebe Liebe in meine Beziehung(en) und natürlich Energie.
Und ich erfreue mich am Liebsten und an dem, was er mir freiwillig schenkt.
 
Ich investiere nicht in andere und auch nicht in mich selbst.
Ich versuche, mir und anderen mit Achtsamkeit und Liebe zu begegnen.
Eine gewisse Leichtigkeit und Freiheit ist mir sehr wichtig. 
Statt der Erwartung, dasz meine Investition Früchte trägt. 
 
Ich investiere auch nicht in meinen Blog.
Natürlich gebe ich Zeit und Liebe in seine Gestaltung.
Denn er ist mein Fenster zur Welt, ich habe Freude daran,
mich - meist eher visuell - auszudrücken. Sichtbar zu sein.
Vielleicht Kontakte zu finden, die ich sonst nicht hätte.
Aber das ist niemals Erwartung oder Musz.
 
Investieren kann man in ein Haus, einen Bausparvertrag,
eine Zusatzrente. 
 
Den Begriff Investment überlasse ich denen, die ökonomisch denken.
Denken müssen. Ohne das geht es im Groszen ja offenbar nicht mehr.
 
In meinem kleinen Kreis aber schon!
 
 
 
 

Samstag, 4. Juli 2026

Habe ich ein Bild vor mir?

 

 


"Vorbilder" ist der Impuls der 70. Blognacht bei Anna Koschinski.

* 

Vorbild.
Nachbild. Abbild. Selbstbild.
Habe ich ein Bild vor mir?
Sehe ich dann 
noch meinen eigenen Weg?
 
Du sollst dir kein Bildnis machen.
 
* 
 
Nach einem Vorbild befragt, damals als Kind, muszte ich passen.
Musz ich auch heute noch. Ganz genau so.
 
Vorbilder, die die Schule mir anbot - Angela Davis,
Rosa Luxemburg, Lenin... waren viel zu fern.
Menschen in meinem Umfeld sah ich nicht als Vorbilder an. 
Idole wie John Lennon oder Jimi Hendrix...hatte ich als Teenie nicht.
 
Ich merkte frühzeitig, dasz andere Menschen anders sind als ich.
Man nennt es Autismus - das wuszte ich damals noch nicht.
All meine Versuche, andere nachzuahmen, waren vergebens.
Ich schaffte es nicht.
Ich war ich. 
Anders. 
 
Anderen nachzueifern ergab für mich sowieso keinen Sinn.
Müszig, mich mit anderen zu vergleichen, mich an ihnen zu orientieren.
Und jegliches Wettbewerbsdenken ist mir gänzlich fremd. 
Auch heute noch. 
 
Ich denke, ich bin ganz gut ohne Vorbilder durchgekommen. 
Der eigen Weg hatte Wegmarken, Kreuzungen, Umwege.
Labyrinthe. Mäander. Steine. Gestrüpp.
Daran konnte ich wachsen. Leben lernen. 
 
Von Auszen kamen Belehrung, Rat oder Anweisung, die zu befolgen war. 
So läuft das nun mal, wenn man klein ist. 
Und auch später noch.
Meine Eltern waren teils das Gegenteil von Vorbild.
Meinem Vorsatz, später vieles anders zu machen, bin ich treu geblieben.
Für mich war das genau richtig so. 
 
Nur einmal, so Anfang zwanzig, gab es ein Vorbild für mich im Schreiben.
Eva Strittmatter. 
Ich habe sie eher geistige Mutter genannt.
Ihre Gedichte waren beliebt, die Bücher deshalb nicht zu kriegen.
Ich schrieb die Gedichte ab in der Bibliothek. Mit der Hand. 
Der Inhalt war genau meines, die Liebe zur Natur.
Ihre Betrachtung. 
Des Groszen wie des Kleinen.
Mensch sein und Mitmensch. Liebe. Trost. 
Der Schreibstil kurz und prägnant.
Poetisch. Verdichtet.
Ein Wort und Punkt.
Solche Sätze mag ich bis heute.
Dabei bin ich geblieben.
 
*
 
Es gibt allerhand Menschen - ferne und nahe - 
die mir etwas bedeuten. Von denen ich gelernt habe.
Vor denen ich Hochachtung empfinde.
Als Vorbilder bezeichnen würde ich sie dennoch nicht.
 
Übrigens fand ich es auch immer höchst unangenehm,
wenn sich andere mich zum Vorbild nahmen. 
 
  

Montag, 8. Juni 2026

Vom äuszeren Rand

 

 


"Man gönnt sich ja sonst nichts"  war das Thema der 69. Blognacht 
mit Anna Koschinski.
Ich hab auch diesmal mit Abwesenheit geglänzt, weil ich am Abend
einfach zu kaputt und weder kommunikations-noch denkfähig war.
Wenn der Tag um 4:00 früh beginnt...
 
Aber es fällt mir schon allerhand dazu ein.
 
 
 
Als erstes denke ich an die Art Blogs, die fast nonstop von tollen Reisen,
Ausflügen, Erlebnissen, Restauranttouren berichten  und am Ende des Beitrags
 wird noch die Riesen-Eistüte triumphierend wie eine Fackel ins Foto gereckt. 
Seht her, wir gehören dazu, wir können es uns leisten!
Das sei jedem gegönnt.
Aber auch erschreckend, wie die eigenes Existenz - zumindest die nach
 Auszen getragene, doch vom Konsum bestimmt wird.
 
Klar, dasz das Menschen sind, die etwas leisten.
Damit sie es sich leisten können.
Oder die einfach das Glück haben, am richtigen Ort zu leben, die richtigen
Beziehungen zu haben und den richtigen - gut bezahlten - Job. 
 
Und dann denke ich an die äuszeren/unteren Ränder
der gutbürgerlichen Wohlstandsgesellschaft in unserem Land.
An Menschen, die vor Kriegen, Verfolgung oder Not geflüchtet sind 
und die alles verloren haben.
Im Gastland begegnet ihnen dafür nicht selten Ablehnung und Hasz.
 
Und an die, die immer hier lebten, aber das schützende Dach überm Kopf
durch mannigfaltige Umstände verloren haben.
Man sieht sie im Stadtbild, sie leben sozusagen öffentlich, wenn auch
 kaum wahrgenommen  - Rückzugsorte haben sie nicht.
 
Leben, aufs Existenziellste reduziert, eine Art realer Minimalismus.
Im Gegensatz zum selbstgewählten Lifestyle, der doch oft nur Fassade ist. 
 
 Nicht alle sind selbst schuld an ihrer Lage. Das wird gern übersehn. 
 
*

Was ich jetzt meine, ist die Grauzone ein klein wenig darüber.
Die sieht man meist nicht. Denn Armut versteckt sich. 
Und sie ist zahlreich. Vielfältig. Abgehängt und ausgeblendet. 
 
Nein, ich rede jetzt nicht vom vielgeschmähten Bürgergeld.
Sondern von Billiglöhnern, bei denen es kaum zum Überleben reicht.
Von prekären Freiberuflern, die ewig und verzweifelt kämpfen. 
Von Renten im mittleren dreistelligen Bereich. 
Häufig bedingt durch Krankheit oder Behinderung. 
 
Das Existenzminumum in Deutschland wurde 2025 auf 11 940 Euro beziffert.
Garantiert gibt es hinreichend Menschen, die längst nicht soviel haben.
Denen die Teilhabe am normalbürgerlichen Lifestyle völlig abgeht.. 
 
" Laut statistischen Erhebungen liegen die durchschnittlichen monatlichen Konsumausgaben für einen Single-Haushalt bei etwa 1.700 Euro 
bis 1.918 Euro". Info im Internet gefunden.
 Aha! 
Konsum heiszt hier wohl: auszerhalb der nötigen Wohn-und Fixkosten. 
 
*
 
 Statistisch nicht erfaszt ist, in wie vielen Wohnungen die Heizung im Winter
 kalt bleibt. Höchstens auf Frostschutz-Niveau läuft. 
Und wie viele Hausfrauen keine Sonntagsmenü-Planung machen,
da die Ernährung längst zum Zufall geworden ist.
Tafel, Foodsharing, Container...- Glücksache eben.
(besonders schwierig bei medizinisch notwendiger Diät)
 
Mit vielem kann man leben. Musz man leben.
Mit dem Wegfall jeglicher Kultur. Kein Theater, kein Kino. Nichts mehr.
Mit der Unmöglichkeit, je den Wohnort zu verlassen, weil ÖV unbezahlbar ist. 
Das tolle Deutschlandticket ist für viele zu teuer.
Oder gar ein Umzug an den Ort, wo man so gerne leben möchte.
Wohnungsfindung ist schwierig ohne nachweisbare Sicherheiten. Umzug kostet.
Da ginge nur Pappkarton unter Brücke. Nicht wirklich eine Option. 
 
Kein Zeitungsabo, kein Seminar, kein Bildungsurlaub. 
Überhaupt niemals eine Reise oder ein Ausflug.
Da bricht dann auch jegliche Sozialstruktur über kurz oder lang weg.
Denn wo treffen sich erwachsene Menschen?
Im netten Café, in der VHS, zu einem Konzertbesuch, auf einem Festival.
Vergisz es! 
(und bald wirst auch du vergessen sein.) 
 
Wenn das über sehr lange Zeiten so geht, wächst daraus eine Hemmschwelle
gegenüber jeglicher Normalität. 
Da geht man nicht mehr einfach in ein Yogastudio oder eine Bibliothek.
Man fühlt sich selbst dann viel zu sehr "drauszen"
und kann die Kluft kaum noch überwinden. 
Und zeigen, anmerken lassen...darf man sich die Armut auf keinen Fall.
Denn das löst bei anderen oft Aggressionen aus, die wohl aus
der Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg gespeist werden.
Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären. 
 
Arme sind schlechtere Menschen. Sind nicht mehr wertvoll an sich.
Das wird einem immer wieder schmerzhaft deutlich gemacht. 
Anfeindungen gibt es auch hier am laufenden Band. 
 
 
So ein Leben mit all seinen Sorgen ist Auszenstehenden kaum zu erklären.
All diese Kleinigkeiten, die da eben im Alltag ganz anders sind.
Das summiert sich unendlich aus scheinbarer Nichtigkeit.
Hier fehlt die Briefmarke... da das Eintrittsgeld. 
Da geht man nicht fix mal etwas Schönes essen und die Eistüte gibt es 
nur ein- bis zweimmal im Jahr.
Man nimmt nicht einfach ein Taxi, wenn man unterwegs 
gestürzt ist und sich ernsthaft verletzt hat. 
Man musz auf die nötige Brille jahrelang sparen.
Sparen heiszt immer: schmerzhafter Verzicht auf fast alles. 
Man wird von Zahnärzten kaum noch behandelt, wenn man 
Privatleistungen von vornherein ablehnt. Ablehnen musz. 
Man wird das gesamte Haushaltsgeld gleich auf einmal in der Apotheke los,
 für Dinge, ohne die es mit zunehmendem Alter nicht mehr geht.
Man weisz kaum noch, wie das Lieblingsgericht eigentlich schmeckte,
wenn die Zutaten dafür nie alle auf einmal vorhanden sind.  
Man stopft ein Loch mit dem anderen, lebt von einem Hammer zum nächsten. 
Wie oft geschieht Unvohersehbares oder es gehen nötige Dinge kaputt. 
Wer seine alltäglichen Probleme mit Geld bewerfen kann, ist fein raus.
 Wer nicht, benötigt eine Menge Kreativität. 
Überlebenskunst eben.
 
Für Menschen, die sich eigentlich nichts gönnen können... wird
"Gönnen" damit zur Lebensnotwendigkeit. Zum Rettungsanker.
Das kleine Wenig-Mehr als Musz. 
 
Das mag jetzt unverständlich klingen:
trotz aller Sorgen, trotz allem Sparzwangs braucht man ab und zu unbedingt
einen Blumenstrausz, einen Schokoladentafel oder sonst etwas "Unnötiges".
Was den Tag heller macht und das eigene Befinden. 
Auch wenn man weisz: das Geld war eigentlich für die Rezeptgebühr.
Oder anderes.  
 
Man gönnt sich ja sonst nichts! 
 
* 
 
Was ich persönlich mir gern und ausgiebig sonst noch gönne:
 
- Phantasie und Spielfreude 
  - die Freude, in den Himmel zu schauen, in die Weite, in die Blumen, 
die Freude an Farben überhaupt - sie sind überall! 
- den Luxus, so oft wie möglich Stille zu genieszen, fern vom zivilisatorischen
Lärm, von Podcasts , TV oder Dudelradio.
- auf natürliche Klänge zu lauschen: Regenrauschen, Frosch- oder Vogelkonzert
- den Luxus, mich farbig und individuell zu kleiden 
(dafür braucht man heute überhaupt nicht viel Geld)
- meine persönliche Umgebung ästhetisch zu gestalten: im Groszen
 kann ich nichts ändern, das Haus nicht sanieren nach meinem Bedarf, ja nicht 
einmal reparieren...aber im Kleinen kann ich Schönheit schaffen um mich herum
- mich mit Grün zu umgeben und auch in den Fugen zwischen den Steinen
Kräuter und Blümchen wachsen lassen  - das belohnt mich nicht nur mit
dem Anblick, sondern auch mit Insektengesumm
- den Luxus des Lesens und einer persönlichen Bibliothek, 
(auch die musz nicht unbediungt so viel kosten)
- ein wenig Lässigkeit: nicht so oft Staub zu wischen, Fenster zu putzen etc. 
- schöne Gemeinschaft mit meinem Schatz 
- überhaupt: Lebensfreude, trotz allem
(auch wenns an manchen Tagen nicht so geht, auch gesundheitlich nicht und das kann schon oft belastend sein)
 


*
 
 
PS:wer jetzt anfängt zu applaudieren und meint: ja, die Freude an den kleinen Dingen - das haben wir immer gesagt 
und den anderen geraten... - bitte sofort aufhören damit! 
Man kennt nie die Umstände und Hintergründe eines anderen Lebens und steckt niemals drin. 
Nicht jeder schafft das so gut - insofern bin ich vielleicht doch noch etwas prilegierter bzw. mit entsprechender Resilienz gesegnet 
und bekomme es doch ganz gut hin.
Aber Ratschläge von Menschen, die nie in entsprechender Situation waren und nicht wissen, was jemand selbst nicht längst alles probiert 
hat und welche Erfahrungen... oder jemanden in Notsituation zu Anträgen zu raten, die man selber nie stellen muszte - 
das ist niemals Hilfe, sondern pure Übergriffigkeit.
 
 
 

Samstag, 9. Mai 2026

Verplappern?

 


Das Thema der gestrigen Blognacht mit Anna Koschinski war "Verplappern".
Ich hab es mir heute morgen erst geholt, denn ich war einfach zu müde,
um da - auch wenigstens ganz kurz - noch persönlich zu erscheinen.
 
* 
 
Plappern - ein Kleinkind plappert vor sich hin... das ist okay, Kinder machen 
das eben so. Und brauchen es für ihre Sprach-und geistige Entwicklung. 
 
Ansonsten hat Plappern für mich keinen so guten Klang.
Ich denke oft und ziemlich resigniert "die ganze Welt plappert", 
wenn ich an die Unzahl all der Podcasts denke, die es heute so gibt.
 
Sicher gibt es darunter viele Gute, Lohnenswerte...aber:
wer mag bzw. wer kann sich das alles anhören, 
schon rein vom Zeitlichen her?
Und wer hat eigentlich die Nerven, dieses ganze Gerede auszuhalten??? 
 
 Ich jedenfalls nicht.
 Ich hab noch jeden Podcast lange vor Ende ausgeschaltet.
Falls ich es überhaupt erstmal damit versucht hab. 
 
Da merkt man wohl wieder meine Neurodivergenz, sprich: Autismus. 
Ich lasse mich nur sehr ungern zutexten, vollquatschen etc.
Doch wenn es nur von einem Gerät kommt und nicht von einem direkten
Gegenüber - dann kann ich es wenigstens abschalten! 
Das ist der grosze Vorteil daran.
 
Auch Nachrichten/Interviews etc. lese ich lieber, statt sie zu hören. 
  
 
Nur weniges ist für mich schlimmer, als unterwegs auf Leute zu treffen,
die dann einen kurzen Plausch anfangen wollen.
Wenn ich Glück hab, komme ich mit "Du, ich habs grad sehr eilig!" davon.
Ich weisz ja eh nie, was ich da sagen oder eben nicht sagen soll. 
Das fängt schon bei der blöden Frage "Wie gehts?" an...
und geht munter so weiter. 
Das überfordert mich meist restlos. 
 Ich hoffe immer, schnell wieder rauszukommen aus solcher Situation.
 
Schlimm finde ich die leutseligen Leute, die von sich aus Gespräche anfangen
um die dann immer weiter am Laufen zu halten. 
Trotz meiner Einsilbigkeit.
Und die dann meinen, mir auch noch gute Ratschläge geben zu müssen.
Du wirkst so traurig... - nein, verdammt, ich will nur meine Ruhe! 
Und am Ende komme ich völlig genervt eine ganze Stunde später 
dort an, wo ich hin wollte - ich hab mich mal wieder verplappert!
Ohne es selbst zu wollen, wohlgemerkt. 
 
Ver-plappern, ausplaudern - ja, seufz, wer macht das nicht?!
Das habe ich immer wieder erfahren und nicht selten
hat es mich fassungslos gemacht. 
Auch das ist ein Grund, warum ich so ungern etwas sage.
 
Und im Übrigen, für mich selbst kaum verständlich... bin ich scheinbar 
so "anders", dasz das, was mich ausmacht und was ich von 
mir vielleicht erzähle, vom Gegenüber offenbar gar nicht verstanden wird.
Und so manches mal begegnet mir das dann in völlig verdrehter Form 
irgendwo wieder. Wohin es weitergetragen wurde. 
Noch nicht mal in böser Absicht. 
Nur aus Verständnislosigkeit.
 
Das ist für mich zutiefst verletzend und entmutigend zugleich.
Schon allein deshalb mag ich keine Gespräche führen.
Nicht mit Menschen, die ich nicht so gut kenne.
 
Höchstens mit solchen, von denen ich weisz, 
dasz sie mich richtig verstehn und meine Gedanken, Wahrnehmungen
und Gefühle richtig einordnen können. 
 
Zugegeben, das sind nicht allzu viele.
Manchmal wünsche ich mir mehr. 
Aber im Grunde reichen sie mir auch.
 
Ich mag echte Gespräche: einander verstehen und durchdenken, 
warum der andre vielleicht genau die umgekehrte Meinung hat.
In die Tiefe gehn. Gemeinsam schweigen.
Statt ewig zu reden, nur um des Redens willen. 
 
 
Etwas, das heute in der Gesellschaft immer mehr aus der Mode kommt.
Da gibts scheinbar nur noch Reden und ganz fixes Aburteilen, 
In-Schubladen-Stecken, wenn der andre eine konträre Meinung hat.
Da wird nicht mehr wirklich zugehört. Hingehört. Bedacht.
Wie es so nötig wäre.
Mir macht diese Entwicklung ganz viel Angst. 
 
 
  

Samstag, 11. April 2026

Frisch gestrichen

 

 


Streicheln Strich und Streichen
Wie sich doch die Worte gleichen
Katzenfell und Kaltmamsell
Hol ich meine Farben schnell
Roszhaarpinsel Dachs und Schlendrian
Das ficht mich doch gar nicht an
Rechnung ist beglichen:
Vorsicht, frisch gestrichen! 
 
*
 
"Frisch gestrichen" war der Impuls der 67.Blognacht mit Anna Koschinski. 
Ich habe so oft in diversen Blogs von dieser Nacht gelesen.
Gestern Abend war ich erstmal live dabei.
Allerdings nicht lange, denn ich bin absolut kein Abendmensch und derzeit noch krank dazu.
Ich fand diese Runde aber sehr schön und vielleicht kann ich in Zukunft 
doch auch mehr dabei mitmachen(?)
Allerdings hab ich irgendwelche technischen Probleme: ich habe 
rein akustisch fast nichts verstanden.
Diese Situation mit Kamera und Mikro ist für mich noch ganz neu
und es ging mir neulich schon mal genauso: beim Gruppentreffen von LittleWorld .
Ich führte das allerdings eher auf die Nicht-Muttersprachler zurück.
Gestern waren es aber Muttersprachler und es war gensauso - 
irgendwas hab ich da noch nicht richtig hinbekommen. Mit Zoom-Meetings
und ählichen Dingen habe ich ja bis jetzt keinerlei Erfahrung. 
 
 
Mehr als eine kleine Sofort-Poesie ist es allerdings nicht geworden bei mir.
Ich weisz, man sollte einen längeren Text schreiben.
Vielleicht nächstes mal!