Samstag, 29. August 2026

Investment kontra Liebe?

 

 


Huch, jetzt hab ich doch die Blognacht versemmelt! 
Donnerstag noch daran gedacht... Freitag wars weg.
Nein, ich war nicht zu müde, mich wenigstens ein halbes Stündchen 
blicken zu lassen, ich habs einfach verschwitzt. 
Mich mit Katzen verlustiert, Futter "investiert",
Schnurren und Schmeicheln zurückbekommen. 
Ja, so geht die Rechnung auf. 
 Aber nicht immer - und das musz sie auch nicht.
 
Der Impuls die Blognacht lautet Investment
 
Ein Begriff, den ich überhaupt nicht mag.
Insofern hab ich wohl nix versäumt(?).
 
Ein paar Gedanken dazu möchte ich dennoch in die Tasten hacken. 

*
 
Investment ist für mich ein grausiges Wort.
Es gehört eindeutig nicht zu den Natürlichen, den Göttlichen, 
auch nicht zu den Menschengemachten...wenn man bedenkt,
 dasz sich Sprache über Jahrtausende entwickelt hat. 
Es gibt so schöne alte Worte... doch jetzt werden sie scheinbar immer
weiter verdrängt. Von diesen Neuzeit-Worten.
Von solchen wie Investment.
 
Ein Begriff aus der Ökonomie. Mit Kosten-Nutzen-Erwartung verbunden.
Ein Investmentfonds soll Rendite ausschütten, Zugewinn bescheren.
Und wenn in eine Eisenbahnbrücke investiert wird... ein Jahr später dann
die Strecke stillgelegt - ja, das nennt man dann Fehlinvestition
(Beispiel willkürlich hier aus der Region gewählt).
 
*
 
Immer mehr wird der Begriff nun auch im menschlichen Miteinander angewandt.
Ich kann in Freundschaften investieren, in Beziehungen...
in meinen guten Ruf oder meine Beliebtheit.
Allerdings impliziert der Begriff unterschwellig eine Erwartungshaltung: 
wenn ich investiere, erwarte ich auch etwas von anderen zurück.
Rendite, wie ich sie mir vorgestellt habe. 
Kommt das nicht rüber, gibt es Frust. Und der Weg zum Vorwurf,
zur Schuldzuweisung oder gar zum Bruch ist nicht mehr weit. 
 
Und ich höre schon wieder die Sätze: Was, Sie haben keine Kinder?! 
Wer sorgt denn dann nachher im Alter für Sie?
 
Nur allzu oft gehen solche Gleichungen nicht auf.
Führen zu Verbitterung, wenns die Kinder dann eben nicht tun.
Oder sie werden dazu gezwungen. Auch das ist für keine Seite schön.
Sag ich aus Erfahrung. 
 
Menschen sind in ihrer Entscheidung frei. 
Und Liebe ist keine Aufrechnungssache, keine Verpflichtung.
Es kann natürlich 1000 Gründe haben, warum es nicht funktioniert.
Erkennen und Akzeptieren, die Liebe vielleicht nach anderswo lenken
- das ist etwas anderes. Das kann schon sinnvoll sein, wo man 
"Verschwendung" erkennt.
Aber niemals Liebe als Investition betrachten.
 
 *
 
Verschwendung ist per se auch nicht immer negativ.
Gehört zum Leben. Vom der Natur so vorgesehen. 
Die Natur investiert nicht in die Zufkunft. Sie verschwendet.
Nicht aus jeder Blüte wird ein Apfel, nicht jedes Samenkorn
findet fruchtbare Erde. Verschwendung tut manchmal not.
Insekten, Fische, Lurche etc...haben oft hunderte Eier.
Dasz vieles vergeht, gefressen wird und nicht heranreift, ist vorgeplant. 
Doch einige Larven werden zum Käfer, zum Schmetterling...
und setzen die Kette fort. 
 Oder das Wunder. 
Möchte ich manchmal schon sagen.
 
Katzen bekommen fünf Junge, Elefanten oder Menschen nur eins.
Das wird dann behütet, es muszs überleben.
Das Wenige, das Eine bekommt dann die gesamte Liebe ab.
Die Liebe, die keine Investition ist.
 
*
 
Nein, ich investiere nicht und ich rechne nicht auf.
Ich gebe Liebe in meine Beziehung(en) und natürlich Energie.
Und ich erfreue mich am Liebsten und an dem, was er mir freiwillig schenkt.
 
Ich investiere nicht in andere und auch nicht in mich selbst.
Ich versuche, mir und anderen mit Achtsamkeit und Liebe zu begegnen.
Eine gewisse Leichtigkeit und Freiheit ist mir sehr wichtig. 
Statt der Erwartung, dasz meine Investition Früchte trägt. 
 
Ich investiere auch nicht in meinen Blog.
Natürlich gebe ich Zeit und Liebe in seine Gestaltung.
Denn er ist mein Fenster zur Welt, ich habe Freude daran,
mich - meist eher visuell - auszudrücken. Sichtbar zu sein.
Vielleicht Kontakte zu finden, die ich sonst nicht hätte.
Aber das ist niemals Erwartung oder Musz.
 
Investieren kann man in ein Haus, einen Bausparvertrag,
eine Zusatzrente. 
 
Den Begriff Investment überlasse ich denen, die ökonomisch denken.
Denken müssen. Ohne das geht es im Groszen ja offenbar nicht mehr.
 
In meinem kleinen Kreis aber schon!
 
 
 
 

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