Innehalten manchmal
und sich auf die einfachen Dinge
besinnen:
dankbar das Licht betrachten
das durchs Fenster fällt
Stille genieszen
und ein Vogellied
ein Stück Brot essen
ohne alles
Worte schreiben
auf Papier
ein Feuer anzünden
das wärmt
und Wäsche waschen
mit der eigenen Hand
in einem flieszenden
Wasser
Ich bin ja immer sehr vorsichtig, wenn es darum geht.. fremde Worte und Sätze hier zu veröffentlichen. Weil ich nicht weisz, ob man das überhaupt darf... auch wenn man den Namen dabei nennt. Also schreib ich lieber meine eigenen Sätze - kurz genug sind sie ja meist.
Nur manchmal musz ich doch eine Ausnahme machen: wenn mir etwas ganz besonders gut gefällt. Und warum eigentlich sollten andere das dann nicht auch lesen?
Nun ist mir wieder so ein Satz begegnet. Poetisch und genau, wie ich es selber nie könnte...
"Man muss behutsam von den Tulpen reden, damit sie ihre Köpfe nicht verlieren"
Ein Satz von Ingrid Hahnfeld aus ihrem Buch "Katzentage". Es wird seit 3 Tagen als Fortsetzungsroman in der "Volksstimme" (Tageszeitung in Sachsen-Anhalt) veröffentlicht. Im Mai erscheint es dann im Mitteldeutschen Verlag Halle.
Schon nach den ersten drei Folgen weiß ich: ein wunder-volles Buch, ein Buch voller kleiner Wunder. In sinnenfreudiger, präziser und sehr poetischer Sprache. Da möchte ich fast jeden Satz festhalten, umarmen, fünfmal lesen! Und das werde ich auch tun...
Ein Buch über Altern und Einsamkeit. Etwas, das mich nicht kalt läszt. Denn auch mit Fünfzig spüre ich es schon. Irgendwie. Kommt es auf mich zu. Und ich möchte so - genau so - alt werden wie in diesem Buch.
Sobald es erscheint, werde ich es mir kaufen.
Eigentlich hab ich gar kein Geld für neuerschienene Bücher. Musz mich auf billig verscherbelte Restauflagen beschränken... und auf die Wühlekisten der Flohmärkte. - Es ist ein reizvolles Spiel, dort Schätze zu heben und "Zufallsbücher" zu entdecken. Das möchte ich auch nicht missen.
Aber dieses Buch brauche ich ganz unbedingt. Und zwar gleich. Nicht in 5 Jahren...
Es ist schon ein ganz anderes Gefühl, ein Buch in die Hand zu nehmen, es aufzuschlagen, das Papier zu fühlen, die Worte zu lesen... als die knisternde Tageszeitung auf dem Küchentisch. Die hat wieder ihren eigenen Reiz. Den des Alltäglichen. Darauf möchte ich ebenfalls nicht verzichten. Auch nicht in Zeiten von Internet.
Ein letztes Bild vom kleinen Frühlingsbeet
hinter der Stallwand.
Es kommt gerade so langsam in Schwung.
Blüht jeden Tag ein bißchen mehr...
Hyazinthen wären auch noch zu erwarten.
Doch morgen kommen die Dachdecker.
Dann wird alles zertrampelt sein.
