Gestern Abend. Ich bin vom Foodsharing zurück
und rufe meinen Schatz an, um ihm Gute Nacht zu wünschen.
Zähle ihm meine Foodsharing-Beute auf
und er meint, das gehöre mal gedruckt, was ich da immer
alles an Ausdrücken zur Zustandsbeschreibung verwende.
Nun denn:
Eine durstige Dipladenia, die ich gleich ins Wasser gestellt habe
eine nicht mehr runde Grapefruit
eine welke Gurke
drei angeschrumpelte Paprikaschoten
ein Bund vergilbter Dill
eine Schale Matschbirnen zum Sofortverzehr
ein Netz mit drei Zitronen, von denen gerade eine
noch lebensfähig ist...
An mehr kann ich mich grad nicht erinnern.
Und das war von mir auch ganz und gar nicht "druckreif" formuliert,
sondern einfach so dahergeschwatzt und es sollte eigentlich nicht in die
Öffentlichkeit, wo es ganz sicher wieder miszverstanden wird
(es ist in keinster Weise abwertend gemeint, sondern drückt nur den Zustand aus,
im *einfachen* Wortsinn. Subtext gibt es bei mir eh nicht).
Es ist halt immer die "sprachliche Vielfalt", die meinen Schatz
in unserer Alltagskommunikation mit mir fasziniert.
Ich sag dazu nur: ich hab seinerzeit in der Schule gelernt,
Wiederholungen zu vermeiden.
*
Noch etwas in eigener Sache. Die Rubrik "Tagessätze. Zehr-Rationen" habe ich inzwischen endgültig ad acta gelegt. Ich habe zu wenig sprachliches Talent und oft auch nicht die Stimmung, jeden Tag etwas aufzuschreiben. Ich hatte mich mit dieser Rubrik dazu motivieren wollen, aber das sehe ich als gescheitert an.
Ich werde statt dessen die selten erscheinende alte Rubrink "Momentaufnahme" wieder nutzen, so ich das Bedürfnis habe, tagebuchmäszig etwas aus meinem Alltag zu notieren. Eben mal nicht in Bildern, sondern in Worten erzählt.
Allzu oft kommt das ja bei mir nicht vor.
Ein gewisses Schmunzeln stellt sich ein beim Lesen und ich hoffe nur, dass die "geretteten" Lebensmittel nicht aus irgendwelchen Supermarkt-Mülltonnen stammen. Verpackt und abgelaufen = kein Problem. Nicht mehr so ganz neues Obst und Gemüse auch kein Problem. Schimmel = Alarmglocken.
AntwortenLöschenIch habe ganz selten mal etwas, was für die Tonne ist. Neulich tatsächlich mal einen Bund Dill der sich im Kühlschrank versteckt hatte. Gelben Dill wollte ich dann nicht wirklich am Gurkensalat haben.
LG Christiane
Nein, aus Mülltonnen sind sie nicht - davor werden sie gerade gerettet. Einige wenige Märkte hier in der Region (die meisten wollen das nicht und machen die LM in Containern teils noch durch Chemikalien ungenieszbar) sind so nett, an bestimmten Tagen, so 1-2mal die Woche... die Kisten mit dem Aussortierten abends ans Foodsharing abzugeben. Teils sind das noch richtig gute Sachen. Aber man musz natürlich verdammt schnell sein und mehr als 2 Hände haben...um diese dann zu ergattern. Gelingt mir nicht so oft.
LöschenIch hab viel Abfall dadurch, denn die eine butterweiche und die andere verschimmelte Zitrone kann ich natürlich auch nur entsorgen...aber vom Dill blieb dann doch noch ein kleines Häufchen Grünes übrig und wenns irgend geht, verwende ich die Sachen noch zum Kochen. Oder Sofortverzehr. Irgendwas bleibt immer -
LG Mascha