Samstag, 7. Februar 2026

Du oder Sie - das ist die Frage

 
 
 

.. die Erik von Blogissimo in seiner monatlichen Blogparade stellt. 

Ehrlich gesagt, ich bin kein Freund dieser heute üblichen Rundum-Duzerei.
Im Internet hab ich mich daran gewöhnt, im RL würde ich das nie tun. 
Da musz mir jemand schon sehr vertraut sein. 
 
Zum Glück ist es in einer Kleinstadt noch nicht so schlimm:
also in einem normalen Laden oder Supermarkt wird hier noch gesiezt.
Das finde ich auch besser.
 
In einer Arbeitsstelle, wo die Chefin per Dekret das Duzen verlangte,
habe ich mich ziemlich unwohl gefühlt.
 
Und als ich mit einem Rezept für Rehasport zu "Lady Fitness" ging
und der Mister am Tresen - der altersmäszig mein Sohn hätte sein können -  
mich sofort duzte... bin ich rückwärts wieder rausgestolpert 
und hab das Rezept lieber verfallen lassen.
 War wohl nicht so ernst gemeint mit "Lady"  ;) 
 
In Seminargruppen musz ich zum Glück nicht mehr
und sonst gibt es kaum noch Orte, wo ich auf Menschen treffe. 
 
Wenn mich die heutigen Foodsharing-Mitglieder,
vorwiegend ältere Freikirchler, die sehr gruppenorientiert sind (aber 
nur unter sich!)... als Nicht-Dazugehörende mobben -
ja dann verspüre ich nicht das Bedürfnis, da jemanden zu duzen.
Okay, ich gehe hin, weil ich Hunger hab und nicht, weils mir da gefällt.
  
Die netten Studenten damals, welche die Idee hatten und mit denen 
ich gemeinsam dieses Projekt aufgebaut habe... duzten mich alle.
Und das hat sich für mich auch gut angefühlt.
Aber von denen kommt niemand mehr dorthin und auch keine neuen
 Studenten. Obwohl in der Hochschule darüber informiert wird. 
 
Bei der "Tafel" duzen sich die meisten Besucher untereinander
und da ist es für mich eine Art natürlich gewachsenes Gemeinschaftsgefühl: 
man kennt sich seit Jahren und sitzt im selben Boot.
Neu dazu Kommenden, die nicht so der Kumpeltyp sind, wird aber erstmal
ein höfliches SIE entgegengebracht.
Die ehrenamtlichen Helfer siezen uns Besucher in der Regel auch.
Das empfinde ich als Zeichen der Wertschätzung der besser situierten
Menschen den Ärmeren gegenüber. 
 
"Nach DU kommt Rindvieh", pflegte meine Mutter zu sagen -  
 

 

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