Sonntag, 10. Mai 2026

Bücherliebe - 4 -

 

 

 

Da es heute endlich wieder hell genug ist für indoor-Fotos ohne Blitz... 
kommt heute Fach 4 an die Reihe:
Russen von Puschkin bis Neuzeit.
 
Wobei sich die neuzeitlichen, in den letzten 10 Jahren gelesenen Autoren 
meist anderwo auf Stapeln herumtreiben, weil sie gar keinen Platz mehr 
im Fach gefunden haben.
Und ich brauche sicher kaum erwähnen, dasz meine Bücher immer 
doppelreihig stehen? 
Dahinter sind auch noch ganz viele Schätze, nur:
irgendwas musz ja dann hinten stehen!
Und mein Lieblingsautor - Konstantin Paustowski - hat nochmal ein kleines extra-Fach.
 
 

 
Mit Empfehlung ist es hier schwierig - zu dieser Art Literatur fehlt den
meisten Besuchern wohl jeglicher Zugang (?) 
Am ehesten noch Andrei Makine, Abkömmling russischer Auswanderer.
Auf jeden Fall gut lesbar und geeignet, eine fremde Welt zu erschlieszen.
 
Ansonsten steht hier manches auch eher als Zeitdokument oder weil es von
literaturgeschichtlichem Interesse ist und nicht unbedingt
als Lektüre für den Gartenstuhl geeignet. 
 
 

 
Erwähnen möchte ich Daniil Charms, einen Autor der sowjetischen 
Avantgarde, der damals allerding nur Kinderbücher publizieren durfte
und immer wieder aneckte im System. 
Er ist schlieszlich im belagerten Leningrad im Gefängnis verhungert und 
es ist nur der Umsicht eines Freundes zu verdanken, dasz seine Manuskripte
überhaupt noch existieren und später veröffentlicht werden konnten. 
 
Vom Schreibstil her imponiert mir auch Isaak Babel sehr, vom Inhalt her 
braucht sein Werk oft starke Nerven, besonders die "Reiterarmee".
Seine Geschichten aus der Odessas "Moldavanka", einer Art Gaunerviertel,
sind ein gutes Zeitzeugnis und für mich noch mehr als das...
aber das führt hier zu weit. 
Über seinen prägnanten, kurz gefaszten Schreibstil las ich bei Paustowski,
dasz Babel jeden Text mindestens 20mal abschrieb und dabei alles 
Überflüssige herausstrich - also Sprache in einer sehr verdichteten Form.
 
Daran denke ich oft, wenn ich mich durch ellenlange Blogartikel kämpfe
und dann gar noch lese, wie z.B. Judith Peters es lobend erwähnt, 
wenn "ihre" Bloggerinnen in einem Artikel 13000(!) Wörter
verwendet haben - Schreibschule a la Babel täte da mal not! ;)
 
Auch Babel war unbequem und wurde 1940 hingerichtet.
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich sehr über Dein Interesse und Deinen Kommentar.

Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass der von dir geschriebene Kommentar und die personenbezogenen Daten, die damit verbunden sind (z.B. Username, E-Mailadresse, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.