Dienstag, 6. Oktober 2026

Katzenmusik

 

Jessenin: Verstummt ist der goldene Hain - Volkslied 


 

 Menschenversion: Gruppe Orera aus Georgien (1974)

  

Der goldene Hain hat aufgehört,
in seiner fröhlichen Birkensprache mit mir zu sprechen,
und den Kranichen, wenn sie traurig dahinfliegen,
ist es um niemanden mehr leid.

Um wen sollte es einem leid sein? Denn jeder in der Welt ist
   ein heimatloser Wanderer -
er geht seinen Weg, er kommt herein, und von neuem verläßt er das Haus.
Von allen, die fortgegangen sind, träumt das Hanffeld
mit dem breiten Mond über dem blauen Teich.

Ich stehe allein inmitten der nackten Ebene,
und der Wind trägt die Kraniche fort in die Ferne,
ich bin voll von Gedanken an die fröhliche Jugend,
aber um nichts in der Vergangenheit ist es mir leid.

Nicht leid ist es mir um die vergeblich verschwendeten Jahre,
nicht leid um die Fliederblüte der Seele.
Im Garten brennt der Scheiterhaufen der roten Eberesche,
aber niemanden kann er wärmen.

Die Blütenbüschel der Eberesche werden nicht verkohlen,
das Gras wird nicht daran zugrunde gehen, daß es gelb wird.
Wie der Baum leise seine Blätter fallen läßt,
so lasse ich traurige Worte fallen.

Und wenn die Zeit als Wind in sie hineinfährt
und sie alle zusammenharkt zu einem unnützen Haufen...
so sagt: Der goldene Hain
hat aufgehört, in seiner lieben Sprache zu sprechen. 

dt: Ludolf Müller, hier gefunden 

1 Kommentar:

  1. Ein melancholischer Walzer mit ebensolchen Text. Geht ans Herz. Die Katzen machen ihre Sache gut.
    LG Christiane

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