Freitag, 8. März 2019

Fünf Fragen am Fünften



Durch Astrid bin ich auf die Linkparty bei Luzia Pimpinella gestoszen
und irgendwie habe ich Lust, auch ein(?)mal mitzumachen.
Obwohl ich persönliches Blogging immer vermeide zugunsten einer
gewissen Allgemeingültigkeit und Ästhetik des Gesamtbilds.
Aber seit es meinen geliebten englischsprachigen 
Random5Friday von Nancy nicht mehr gibt,
fehlt mir irgend so ein Anstosz zu persönlichen Gedanken.
Und die gute Astrid macht ja nun keine Linkparties mehr. - Wie schade!




1. Sagst du immer, was du denkst?

Absolutes JA.
Autisten ticken nun mal so und können gar nicht anders!
Diplomatie und soziale Spiele bzw. 
das ganze Gespür für Situationen ist ihnen fremd.
Natürlich lernt man im Laufe des Lebens ein wenig dazu, kann dann evtl. hinterher Schiefgelaufenes rational analysieren und ansatzweise verstehen... aber das blitzschnelle intuitive Erfassen von Stimmungen, Situationen und der Angemessenheit von Äuszerungen fehlt leider völlig.
Und das ist auch nicht erlernbar.

Ergo habe ich es mir möglichst abgewöhnt, überhaupt etwas zu sagen 
(bzw. arbeite da noch daran) und äuszere mich 
am liebsten nur im Umkreis sehr vertrauter Personen.
Von denen es nicht viele gibt.
Sonst ist Schweigen fast immer Gold.
Das habe ich vielfach schmerzhaft zu spüren bekommen.

Der gröszte Fallstrick in der Kommunikation ist für mich jedoch der,
dasz Autisten Worte und Sätze nur im einfachen direkten Wortsinn gebrauchen.
Andere Menschen sind es aber offenbar gewohnt, 
automatisch nach versteckten Botschaften zu suchen, 
Dinge hinein zu interpretieren... die ich so niemals gemeint habe.
Daher habe ich selbst bei Blogkommentaren meistens Angst
und lasse sie lieber oder lösche sie wieder.
Da können beide Arten Menschen wohl kaum aus ihrer Haut raus:
die einen machen automatisch dies, die anderen das.
Ein unlösbarer Konflikt, da er zu viel Wissen und guten Willen erfordert.
Auf beiden Seiten.




2. Wirst du immer dort wohnen bleiben, wo du nun wohnst?

Es wird mir nichts anderes übrig bleiben.
Nicht jeder Mensch verfügt über die nötige Leistungsfähigkeit und die so wichtigen Social Skills, um in der heutigen (Arbeits-)Welt erfolgreich zu sein und damit in der Lage, die schier unbegrenzten Möglichkeiten
 und Freiheiten auch zu nutzen.
Mein Traum, nach Leipzig zu ziehen, oder ans Meer oder irgendwohin, 
wo ich unbehelligter leben, ungestrafter anders - behindert - Auszenseiter 
sein darf... ist am Finanziellen gescheitert.

Aber von der Wohngegend her (meint die umgebende Natur!) habe ich es ja nicht schlecht getroffen und mein kleines altes Haus ist für mich 
Paradies und nötiger Rückzugsort.
Mehr kann ich in meinem Status nun wirklich nicht erwarten und 
das ist ein unerhörtes Glück!




3. Wie klingt dein Lachen?

Hmm. Selten zu hören -
Frag am besten die anderen, man hört sich selbst ja doch nie realistisch!


Image by WikiImages on Pixabay

4. Was war deine weiteste Reise?

Mit der Bahn durch die damalige Sowjetunion
bis nach Uljanowsk. Lenins Geburtsstadt. 
Das war 1976.
Seit Öffnung der Grenzen für den östlichen Teil Deutschlands
gab es für mich keine Reisen mehr.
War einfach nie "drin" bei meinen Überlebens-Versuchen.




5. Was kannst du stundenlang tun, ohne dass dir langweilig wird?

Ohhhh, da gibt es vieles:
An einem See sitzen, Wasser und Himmel betrachten.
Insekten an Gräsern beobachten.
Kreatives tun (Collagen, Malen etc.).
Russische Lieder hören.
Gärtnern.
Texte dechiffrieren aus Sprachen, die ich überhaupt nicht 
kann (z.B. Tatarisch) und noch ganz viel mehr...



2 Kommentare:

  1. Liebe Mascha,
    ich finde, dass dein Leben reich ist.
    Reich an Gefühlen und Erlebnissen, die dich trotz der wenigen finanziellen Mitteln ein gutes Leben leben lassen.
    Du bist echt und echt sind deine Antworten.
    Du bist dadurch sehr sympatisch.
    Wer das nicht begreift, den lass ruhig " links liegen " ;-)
    ♥lichst Jutta

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  2. Ach, es tut so gut, was Du unter der ersten Frage geantwortet hast. Denn ganz so kompliziert empfinde ich es zwar nicht, aber an diesem Problem scheitere ich auch ab und an bei manchen Menschen. Und da sehe ich es wie Jutta - die lässt frau dann besser links liegen …
    LG Silke

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