Mittwoch, 19. Oktober 2011
Dienstag, 18. Oktober 2011
Sonntag, 16. Oktober 2011
Samstag, 15. Oktober 2011
Montag, 3. Oktober 2011
Samstag, 1. Oktober 2011
Freitag, 30. September 2011
Donnerstag, 29. September 2011
Mittwoch, 28. September 2011
Dienstag, 27. September 2011
Montag, 26. September 2011
Friedhof - Eine Phantasie -
Ich bin über einen Friedhof gegangen
und habe mir gedacht:
die Grabsteine müszten
alle einen kleinen Schrein haben
so eine Art Tabernakel
und darinnen
befindet sich ein Buch
vielleicht
das Lieblingsbuch des Verstorbenen
oder auch
ein ganz neu Erschienenes welches
er noch nicht kennt…
Ich würde
sie mir alle anschauen und vielleicht
bliebe ich auch sitzen irgendwo
um einem unbekannten Toten
etwas vorzulesen
aus seinem Buch…
und habe mir gedacht:
die Grabsteine müszten
alle einen kleinen Schrein haben
so eine Art Tabernakel
und darinnen
befindet sich ein Buch
vielleicht
das Lieblingsbuch des Verstorbenen
oder auch
ein ganz neu Erschienenes welches
er noch nicht kennt…
Ich würde
sie mir alle anschauen und vielleicht
bliebe ich auch sitzen irgendwo
um einem unbekannten Toten
etwas vorzulesen
aus seinem Buch…
Freitag, 23. September 2011
Sonntag, 18. September 2011
Montag, 12. September 2011
Freitag, 9. September 2011
Donnerstag, 8. September 2011
Ein modernes Stundenbuch
Schon immer haben mich alte Stundenbücher fasziniert. Buchkunst aus einer Zeit, da sich nur wenige ein Buch überhaupt leisten konnten.
Liebevoll, akribisch und in jahrelanger Arbeit entstanden.
Meine eigene Buchgestaltung sehe ich nicht in dieser Tradition.
Meine Krakelschrift und Fetzen von zufällig gefundenen Bildern aus Zeitschriften, Katalogen etc… die mir zum Wegwerfen zu schade sind. Eigene Fotos manchmal auch. Das sind eher flüchtige Skizzenbücher, welche so entstehen.
Aber warum sich auf diese Weise nicht einmal den überlieferten Gebeten und Psalmen nähern?
Stundengebet kann eine schöne Form der Meditation sein, auch heute noch.
Und so habe ich jetzt begonnen, ein persönliches Stundenbuch zu gestalten. Die Texte überliefert, die Fotos zerrissen… als Abbild der kaputten Welt, der flüchtigen Zeit. Farben und Bilder, die mich persönlich besonders ansprechen, mein eignes Stundenbuch.
Heute, da jede Bahnhofsbuchhandlung Engelmagazine und ähnliches bietet… sich besinnen auf alte Liturgien und ursprünglichere (Engel-)gebete. – Ein Thema, mit dem ich gerade erst beginne und das mich bestimmt längere Zeit beschäftigen wird.
Durch Abschreiben lassen sich Texte viel besser verinnerlichen als durch bloszes Lesen. Das ist der eigentliche Sinn meiner Bucharbeit überhaupt.

Liebevoll, akribisch und in jahrelanger Arbeit entstanden.
Meine eigene Buchgestaltung sehe ich nicht in dieser Tradition.
Meine Krakelschrift und Fetzen von zufällig gefundenen Bildern aus Zeitschriften, Katalogen etc… die mir zum Wegwerfen zu schade sind. Eigene Fotos manchmal auch. Das sind eher flüchtige Skizzenbücher, welche so entstehen.
Aber warum sich auf diese Weise nicht einmal den überlieferten Gebeten und Psalmen nähern?
Stundengebet kann eine schöne Form der Meditation sein, auch heute noch.
Und so habe ich jetzt begonnen, ein persönliches Stundenbuch zu gestalten. Die Texte überliefert, die Fotos zerrissen… als Abbild der kaputten Welt, der flüchtigen Zeit. Farben und Bilder, die mich persönlich besonders ansprechen, mein eignes Stundenbuch.
Heute, da jede Bahnhofsbuchhandlung Engelmagazine und ähnliches bietet… sich besinnen auf alte Liturgien und ursprünglichere (Engel-)gebete. – Ein Thema, mit dem ich gerade erst beginne und das mich bestimmt längere Zeit beschäftigen wird.
Durch Abschreiben lassen sich Texte viel besser verinnerlichen als durch bloszes Lesen. Das ist der eigentliche Sinn meiner Bucharbeit überhaupt.

Montag, 5. September 2011
Lermontov - Der Engel -
Ангел
По небу полуночи ангел летел,
И тихую песню он пел,
И месяц, и звезды, и тучи толпой
Внимали той песне святой.
Он пел о блаженстве безгрешных духов
Под кущами райских садов,
О Боге великом он пел, и хвала
Его непритворна была.
Он душу младую в объятиях нес
Для мира печали и слез;
И звук его песни в душе молодой
Остался - без слов, но живой.
И долго на свете томилась она,
Желанием чудным полна,
И звуков небес заменить не могли
Ей скучные песни земли.
Den Mitternachtshimmel ein Engel durchzog,
Sang leise ein Lied, als er flog,
Der Mond und die Sterne, die Wolken gesamt,
Sie lauschten dem heiligen Liede gebannt.
Er sang von der Seligkeit sündloser Seelen
In den Gebüschen der Gärten von Eden,
Er sang von der göttlichen Größe, sein Lob
Keinesfalls trog.
Er trug eine Seele, die jung war, im Arm
In eine Welt voller Tränen und Harm;
Der Ton seines Lieds in der Seele noch lang
Lebendig auch ganz ohne Worte erklang.
Sie quälte im Weltlauf noch lange sich still
Von herrlicher Sehnsucht erfüllt,
Nie konnte verdrängen den himmlischen Klang
Der irdische, öde Gesang.
Sang leise ein Lied, als er flog,
Der Mond und die Sterne, die Wolken gesamt,
Sie lauschten dem heiligen Liede gebannt.
Er sang von der Seligkeit sündloser Seelen
In den Gebüschen der Gärten von Eden,
Er sang von der göttlichen Größe, sein Lob
Keinesfalls trog.
Er trug eine Seele, die jung war, im Arm
In eine Welt voller Tränen und Harm;
Der Ton seines Lieds in der Seele noch lang
Lebendig auch ganz ohne Worte erklang.
Sie quälte im Weltlauf noch lange sich still
Von herrlicher Sehnsucht erfüllt,
Nie konnte verdrängen den himmlischen Klang
Der irdische, öde Gesang.
- Deutsch von Eric Boerner -
1831
Sonntag, 4. September 2011
Donnerstag, 1. September 2011
Drei Namen
Wie heißen die Katzen?
Wie heißen die Katzen? gehört zu den kniffligsten Fragen
Und nicht in die Rätselecke für jumperstrickende Damen.
Ich darf Ihnen, ganz im Vertrauen, sagen:
Eine jede Katze hat drei verschiedene Namen.
Zunächst den Namen für Hausgebrauch und Familie,
Wie Paul oder Moritz (in ungefähr diesem Rahmen),
Oder Max oder Peter oder auch Petersilie -
Kurz, lauter vernünft‘ge, alltägliche Namen.
Oder, hübscher noch, Murr oder Fangemaus
Oder auch, nach den Mustern aus klassischen Dramen:
Iphigenie, Orest oder Menelaus -
Also immer noch ziemlich vernünft‘ge, alltägliche Namen.
Doch nun zu dem nächsten Namen, dem zweiten:
Den muß man besonders und anders entwickeln.
Sonst könnten die Katzen nicht königlich schreiten,
Noch gar mit erhobenem Schwanz perpendikeln.
Zu solchen Namen zählt beispielsweise
Schnurroaster, Tatzitus, Katzastrophal,
Kralline, Nick Kater und Kratzeleise -
Und jeden der Namen gibt‘s nur einmal.
Doch schließlich hat jede noch einen dritten!
Ihn kennt nur die Katze und gibt ihn nicht preis.
Da nützt kein Scharfsinn, da hilft kein Bitten.
Sie bleibt die einzige, die ihn weiß.
Sooft sie versunken, versonnen und
Verträumt vor sich hin starrt, ihr Herren und Damen,
Hat‘s immer und immer den gleichen Grund:
Dann denkt sie und denkt sie an diesen Namen -
Den unaussprechlichen, unausgesprochenen,
Den ausgesprochenen unaussprechlichen,
Geheimnisvoll dritten Namen.
- T. S. Eliot –
deutsch von Erich Kästner
Mittwoch, 31. August 2011
Der siebte Engel
Der siebte engel
ist ganz anders
er heißt sogar anders
Schemkel
kein Gabriel
der güldene
eine stütze des throns
und baldachin
kein Raphael
stimmeister der chöre
auch kein
Asrael
planetenführer
geometer der unendlichkeit
vollendeter kenner der theoretischen physik
Schemkel
ist schwarz und nervös
vielmals vorbestraft
für schmuggel mit sündern
zwischen Abgrund
und himmel hallt
sein ständiges gestampfe
er hält nicht auf seine würde
und man lässt ihn in dieser schar
nur mit rücksicht auf die zahl sieben
aber er ist nicht wie die anderen
kein feldherr
Michael
ganz in schuppen und federbüschen
kein Asraphael
weltdekorateur
beschützer der üppigen vegetation
mit flügeln die wie zwei eichen rauschen
nicht einmal
Dedrael
apologet und kabbalist
Schemkel Schemkel
- murren die engel
warum bist du so unvollkommen
byzantinische maler
wenn sie die sieben malen
zeigen Schemkel
ähnlich den anderen
sie meinen nämlich
sie würden der lästerung schuldig
wenn sie ihn malten
so wie er ist
schwarz nervös
im alten ausgefransten glorienschein
- Zbigniev Herbert -
Dienstag, 30. August 2011
Montag, 29. August 2011
Wjatscheslaw Kuprijanow
Заброшенные храмы
Много их
заброшенных в небо, на зелёных высотах,
их купола вписаны в голубую
нетускнеюшую эмаль, как знак
рукотворности духа. Камень их
держится стойко, как земля. Воздух
хранит в них запас славянских глаголов,
с позолотой смешана пыль, каждый
случайный голос усилен голосами
вымерших певчик, поспись темна, или это
навертываются на гласа
невыплаканные слезы изверившихcя странников.
Возле них на погостах
есть у многих родня, но не многие
помнят её. И не многие
входят в совранные двери храмов, не столь
знаментитых, засыпанных извествью, прелой
листвой, тарой из-под съеденной снеди,
дровами для снесенных русских печей,
хаосом, из которого за шесть дней
реставраторы могут воздвигнуть хранилище мира.
В храмах заброшенных нет прихожан,
кпоме редко на землю сходящего бога.
Die vernachlässigten Gotteshäuser
Viele gibt’s
die hat man hinaufgeworfen zum Himmel, auf grünen Höhen,
und ihre Kuppeln sind, zum Zeichen
des von Menschenhand geschaffenem Geistes, ins blaue,
nie dunkelnde Email geprägt. Ihr Stein
hält sich standhaft wie die Erde. Die Luft
bewahrt in ihnen den Vorrat der slawischen Verben,
der Staub hat sich mit der Vergoldung vermischt, jede
zufällige Stimme wird verstärkt durch die Stimmen
der verstorbenen Sänger, die Bemalung ist dunkel, oder
man schraubt auf die Augen
die ungeweinten Tränen der Pilger, die ihren Glauben verloren.
Auf den Friedhöfen haben neben ihnen
viele eine Verwandtschaft, aber nicht viele
treten durch die fortgerissenen Türen der Gotteshäuser, der nicht
sonderlich berühmten, die vollgeschüttet sind mit Kalk,
fauligem Laub, Verpackungen gegessener Speisen,
Holzscheiten für die abgerissenen russischen Öfen,
einem Chaos, aus dem die Restauratoren
in sechs Tagen einen Aufbewahrungsort für die Welt errichten könnten.
In den verlassenen Gotteshäusern gibt es keine Pfarrkinder,
außer Gott, der gelegentlich herabsteigt zur Erde.
aus „Wie man eine Giraffe wird“
- Edition Eisvogel - im Alkyon Verlag 1989
Много их
заброшенных в небо, на зелёных высотах,
их купола вписаны в голубую
нетускнеюшую эмаль, как знак
рукотворности духа. Камень их
держится стойко, как земля. Воздух
хранит в них запас славянских глаголов,
с позолотой смешана пыль, каждый
случайный голос усилен голосами
вымерших певчик, поспись темна, или это
навертываются на гласа
невыплаканные слезы изверившихcя странников.
Возле них на погостах
есть у многих родня, но не многие
помнят её. И не многие
входят в совранные двери храмов, не столь
знаментитых, засыпанных извествью, прелой
листвой, тарой из-под съеденной снеди,
дровами для снесенных русских печей,
хаосом, из которого за шесть дней
реставраторы могут воздвигнуть хранилище мира.
В храмах заброшенных нет прихожан,
кпоме редко на землю сходящего бога.
Die vernachlässigten Gotteshäuser
Viele gibt’s
die hat man hinaufgeworfen zum Himmel, auf grünen Höhen,
und ihre Kuppeln sind, zum Zeichen
des von Menschenhand geschaffenem Geistes, ins blaue,
nie dunkelnde Email geprägt. Ihr Stein
hält sich standhaft wie die Erde. Die Luft
bewahrt in ihnen den Vorrat der slawischen Verben,
der Staub hat sich mit der Vergoldung vermischt, jede
zufällige Stimme wird verstärkt durch die Stimmen
der verstorbenen Sänger, die Bemalung ist dunkel, oder
man schraubt auf die Augen
die ungeweinten Tränen der Pilger, die ihren Glauben verloren.
Auf den Friedhöfen haben neben ihnen
viele eine Verwandtschaft, aber nicht viele
treten durch die fortgerissenen Türen der Gotteshäuser, der nicht
sonderlich berühmten, die vollgeschüttet sind mit Kalk,
fauligem Laub, Verpackungen gegessener Speisen,
Holzscheiten für die abgerissenen russischen Öfen,
einem Chaos, aus dem die Restauratoren
in sechs Tagen einen Aufbewahrungsort für die Welt errichten könnten.
In den verlassenen Gotteshäusern gibt es keine Pfarrkinder,
außer Gott, der gelegentlich herabsteigt zur Erde.
aus „Wie man eine Giraffe wird“
- Edition Eisvogel - im Alkyon Verlag 1989
Sonntag, 28. August 2011
Samstag, 27. August 2011
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