Samstag, 2. März 2013

Bücher-Doppel. Ergänzungen.

Die Bücher, welche ich lese... sind normalerweise eher „Zufallsbücher“.
Denn es ist mir nur selten möglich, ein Buch, das mich gerade interessiert, gezielt zu kaufen.
Eher bekomme ich Bücher geschenkt, die anderswo „zuviel“ sind oder ich finde sie in Restauflagen und Wühlekisten.
Besser gesagt: sie finden mich!
Und es geschieht dabei öfter, dasz sich zwei oder mehr Bücher auf wundersame Weise ergänzen.

So ging es mir letztens mit dem Katalog des Kölner Museums Ludwig zu politischen Bildern aus der Sowjetunion. Berühmte Fotografen der frühen Sowjetzeit mit Porträts und propagandistischen Bildern – sehr interessant, hier einigen Persönlichkeiten wieder zu begegnen und die Geschichte, wie sie z.B. Konstantin Paustowski in seinen teils autobiographischen Büchern beschreibt, in Bildern zu erleben.

Kurz darauf schenkte mir mein Liebster das Buch „Ingenieure der Seele“. Über Schriftsteller unter Stalin, Propagandaliteratur und die ehrgeizigen umweltzerstörerischen Groszprojekte der Sowjetunion. Wie sie durchgesetzt wurden... und was daraus geworden ist. -
Hochinteressante Lektüre, wenn einem die Werke von Gorki, Pasternak, Platonow ... und eben Paustowski vertraut sind.
Und die perfekte Ergänzung zum Fotoband. Anschaulicher geht es kaum –
Westermann wollte ich übrigens schon lange einmal lesen.

Frank Westermann „Ingenieure der Seele“
Schriftsteller unter Stalin.
Eine Erkundungsreise.
Berliner Taschenbuch Verlag 2005 –
ISBN 3-8333-0124-4

Sowjetische Fotografien
„Politische Bilder 1918-1941“
Die Sammlung Daniela Mrázkowà
Museum Ludwig , Steidl 2009
ISBN 978-3-86521-932-9


Ein weiteres, sehr eindrückliches Doppel:

Roman Visniac „Verschwundene Welt“
Kindler-Verlag 1996 /Zweitausendeins
ISBN 3-86150-169-4

Ein leises, eindringliches Bilderbuch über das Leben der Ost-Juden in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Ein Lebenszeugnis mit (vielfach) versteckter Kamera...
Ich frage mich beim Anschauen oft, ob es vielleicht unter den Kindern noch Überlebende gibt.
Nur bei einem Fotos ist etwas erwähnt: die Frau erkannte sich auf einem der Fotos wieder...

Und nun der „Text zum Buch“ (nein, nicht wirklich, aber für mich sehr anschaulich, ergänzend):

Pete Hamill „Schnee im August“
BLT 2001
ISBN 3-404-92080-5

USA 1946 – eine einfach und doch zutiefst anrührend und poetisch erzählte Geschichte über die Freundschaft eines amerikanischen Jungen zu einem Rabbi. Dieser erzählt ihm von Prag....
Für mich genau von dem, was Visniacs Bilder zeigen.
Das Finale wird fast zum Märchen...

Ein Plädoyer für Mitmenschlichkeit, Akzeptanz und Verstehen.
Das Buch sollte in Schulen zur Pflichtlektüre gemacht werden.

1 Kommentar:

  1. Mascha, toll rübergebracht.
    Ich finde in alten Bücherkisten auch oft Raritäten.
    Einen schönen Abend wünscht
    Irmi

    AntwortenLöschen