Donnerstag, 20. Februar 2020

Warum blogge ich?



Blogs50Plus feiert sein dreijähriges Jubiläum - herzlichenGlückwunsch! 



Und dazu sind wir hier eingeladen,
über unsere Motivation zum Bloggen zu erzählen.




Nun, ich blogge schon sehr lange und tue es vor allem,
um Schönes zu teilen.
Etwas kreativ zu sein, denn das brauche ich in meinem Alltag.
Was vor Jahrzehnten mein Lebensinhalt war,
davon will ich mir jetzt wenigstens noch ein Fitzelchen bewahren.
Ein paar Fotos machen, Collagen kleben, visuelle Geschichten erzählen.
Das ist, was eigentlich für mich zählt.




Von meinem Alltag erzähle ich wenig -
wen interessiert so etwas schon?
All der tägliche Kleinkram, der mit zunehmendem Alter immer länger dauert und schwieriger wird, wenn Seh-und Gehvermögen nachlassen und die lebenslängliche Einschränkung (Autismus) wieder stärker zum Tragen kommt, weil die Energie zur Kompensation rapide abnimmt... und die Reizüberflutung immer weiter zu... wenn ich das tägliche Mich-Anpassen müssen in der Auszenwelt kaum noch so leisten kann 
wie in früheren Jahrzehnten...
Und eine 93jährige Mutter gibt es da auch noch. -
Das ist Alltag pur ohne Reisen oder Ausflüge, ohne Konzert-oder Theaterbesuch... ohne Mobilität - die tägl. Fahrrad-Logistik (eine gute Gehhilfe, nebenbei!) musz alles bringen und eigentl. dürfte ich mit solcher Sehschwäche überhaupt nicht mehr fahren.
 Da hat der Schutzengel immer genügend zu tun.
Viele kennen Alltag und Älterwerden sicher ähnlich.

Nein. solches mag ich nicht schreiben!
Ich versuche immer, mich selbst zu motivieren,
das Schöne und Poetische im Alltäglichen zu sehn.
Dazu lebe ich.
Und um mir geistige Beweglichkeit zu erhalten.




Bloglesen ist für mich Reiseersatz.
Daher mag ich gern Blogs aus aller Welt.
Und ich habe so - ganz nebenbei - ein wenig
rudimentäres Englisch gelernt.
Was ich in der Schule nicht hatte und sonst nie
gebraucht habe im Leben.
Sprechen kann ich es nicht, aber lesen und schreiben...




 Ein Wir-oder Gruppengefühl kenne ich nicht.
Netzwerke konnte ich mir nie schaffen und in den
Bestehenden finde ich mich auch nicht zurecht, kenne immer
die ungesagten Regeln nicht, mache höchstens Fehler...
Aber ein paar schöne persönliche Kontakte - meist nur virtuell -
hat es mir doch gebracht über die Jahre und die
möchte ich auch nicht missen, sind es doch
für mich die einzigen überhaupt.




Sichtbar sein, ein wenig, ja, das möchte ich auch!
Zumal ich real in einem  Umfeld lebe, das von
zunehmender Aggressivität und Intoleranz geprägt ist:
jedes Anderssein, jede Abweichung wird ausgegrenzt und geächtet.
Sei man nun zu bunt oder behindert. Oder beides.
(Hatte sehr gehofft, ein Leben in Freiheit und Demokratie könne
das mindern, aber leider ist eher das Gegenteil der Fall)

Da kann ich mich nur aus Selbstschutz zurückziehen
um so wenig sichtbar zu sein wie nur möglich.
Deshalb blogge ich auch unter Pseudonym.

Aber so habe ich mir in den Weiten des Webs
doch mein kleines Plätzchen erobert
und darüber bin ich froh!




PS: ein kleiner Hinweis noch: der RSS-Feed von Blogs50Plus funktioniert anscheinend nicht wirklich gut und wenn überhaupt, dann ist von mir nur der allernichtssagendste Beitrag dort verlinkt. - Ich würde mich freuen, wenn Besucher von dort einfach
 hier mal auf "Startseite" klicken - da fördert dann viel mehr Schönes zutage!


Danke fürs Lesen, danke für Euren Besuch :)


Kommentare:

  1. ...Masha, you are always successful sharing your creative beauty. We all need it in our lives.

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  2. Liebe Mascha, eben habe ich mir mal zwischendurch endlich die Zeit genommen Deinen Post in Ruhe zu lesen. Ein wirklich schöner, ehrlicher Beitrag. Und gerade da Du so ganz anders als ich blogst, ist es immer wieder eine faszinierende Reise in eine teilweise ganz andere Welt. Denn wie Du ja weißt, komme ich auch nicht oft über die Grenzen von Haus und Garten hinaus ...
    Immer noch grau-feuchte Frühlingsgrüße schickt Silke

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    1. Ja, mit meinem Lifestyle kann ich nun wirklich nicht punkten... aber manchmal erzähle ich doch davon. Das mit der Fahrradlogistik war dieser Tage grad wieder Thema, indem ich viermal je zwei 20-l-Säcke Erden transportiert habe. Und das gleiche auch morgen nochmal tun werde (aber ich hatte schon schlimmere Touren und leider sind Baumärkte immer ganz weit weg und für Autofahrer konzipiert) - insofern komme ich jeden Tag mehr aus Haus und Garten raus, als mir lieb ist, nur eben niemals bis an schöne interessante Orte - die sind alle noch weiter weg! Und die Kräfte gehn mit Alltag drauf...
      LG Mascha

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  3. Ups, ich und Lifestyle? Na ja gut, wenn man es einfach nur als die Art wie man lebt und handelt bezeichnet, dann passt es ;-)
    Ich meinte zwar eher Deine bildliche Sicht der Dinge, die mich immer wieder fasziniert. Aber solche Probleme habe ich ja nun auch - wenn auch unter anderen und wesentlich einfacheren Bedingungen - über 1 Jahr kennengelernt, als ich mal kein Auto hatte. Und von daher kann ich nun auch etwas besser nachvollziehen, wie eingeschränkt/beschwerlich das Leben ohne Auto ist. Manches ließ sich zwar anders organisieren, aber manches funktionierte dann mal gar nicht oder dauerte zu lange um es anzugehen. Und nach einem Jahr entschied ich dann ja doch, dass ich den Luxus auf Dauer nicht missen möchte. Es schränkte meine spontane Lebensqualität zu sehr ein. Ich musste mein Leben dann wirklich ganz anders organisieren, und nach einem Jahr war meiner Mutter auch anzumerken, dass ich sie durch meine eingeschränkte Mobilität zu sehr vernachlässigte - was ihr in vielerlei Hinsicht nicht gut bekam …
    Übrigens habe ich vorgestern zufällig entdeckt, dass die weißen Hyazinthen im Frühjahr 2015 zu Dir kamen.
    Meine haben die Schnecken jetzt fast vertilgt ...
    LG Silke

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    1. Liebe Silke, das war miszverständlich - ich meinte nicht Dich. Sondern diese tollen LifestyleBlogs, die es so gibt, teils auch von älteren und sehr toughen fitten Frauen - so läufts nun mal bei mir nicht und so kann ich auch nicht bloggen. Also such ich mir anderen Bloginhalt, klappt ja auch... und das nicht-reisen-Können ist bei uns beiden dasselbe, wohin dann auch mit den geliebten Fellchen?
      2015 war das schon? Ja, das war ja damals bald nach meiner schlimmen OP, mit deren Spätfolgen ich bis heute zu tun habe - so lange kennen wir uns also schon :)
      LG Mascha

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  4. Ja, da stimme ich doch voll mit Dir über ein ;-) Das ist eine andere Welt … Und auch wenn ich irgendwann früher einmal so manche Teile dieser Welt erstrebenswert fand und auch teilweise ausleben konnte, so brauche ich das jetzt nicht mehr. Ich kann aber durchaus nachvollziehen, dass es für andere gerade oder noch immer wichtig ist. Die Lebensläufe unterscheiden sich nun mal. Und da unser Welt nun mal leider ohne Wirtschaftswachstum/Konsum zusammenbricht, ist es zur Zeit wohl auch noch gut so, das es reichlich Konsumenten gibt - mich eingeschlossen. Nur im Laufe der Jahre haben sich meine Bedürfnisse verlagert. Und nochmals ziemlich extrem durch die inzwischen 13 Blogjahre: Hin zu mehr Pflanzenkonsum - das Heben-wollen-Gen kam da durch. Parallel dazu mehr Deko und irgendwann kam dann die Frage was das alles soll, ob das sinnvoll/wirklich so nachhaltig ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Denn Schnecken zerfraßen meine Sammlungen, manche Rosen haderten mit ihrem Standort oder waren für unser Klima dann doch nicht so geeignet. Ich bin mir sicher, ohne Blogs hätte ich weniger gekauft/haben wollen. Aber da es ab und an auch interessante, kritische Fragen zum manchen Themen oder Pflanzen gab, gab es auch gute Gründe das eigene Handeln immer mal wieder in Frage zu stellen. Und ich glaube, im Moment bin ich auf einem guten Weg. Mehr ist als Rädchen im verworrenen Geflecht für mich zur Zeit nicht möglich, aber ich versuche das Beste für mich herauszupicken ohne durch mein Handeln Mensch, Tier und Umwelt dabei nicht zu sehr zu schaden. Obwohl mein Fußabdruck auf dieser Erde sicherlich noch wesentlich kleiner ausfallen könnte …
    Ja, ich habe mich auch gewundert, dass es nun bald schon 5 Jahre sind ;-)
    LG Silke

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  5. How lovely it is to read your reasons for blogging and giving me hope that blogging will continue at a time when many are going over to Instagram.
    I like your collages so much, especially as they are paper collages, not digital, that makes them special and magical.

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