Samstag, 14. April 2018

Wochenrückblick





"Die marmorne die steinkühle
die vorfrühlingsgraue Zauberei..." 
 (Fr. Mayröcker)



Jetzt ist wieder die Zeit solcher Tage und oft denke ich diese Worte am Morgen.
Sie kommen mir so in den Sinn, wenn ich die Luft schnuppere und das Licht.
Und früh im Dunkel lärmen die Vögel in Stereo
(nein, kein Scherz, denn gerade im Dunkeln, das Fenster geöffnet, erzeugen die 
unzähligen Vogelstimmen für mich ein ganz besonderes weites Raumgefühl)



Doch es hat auch Tage gegeben voller Sonnenschein.
Fast schon ein wenig Sommer.
Das Mittagessen draussen auf dem Dach serviert.
In dieser Woche zweimal.



Am Montag mit Ghislana (Jahreszeitenbriefe) 
einen Spaziergang durch den Park gemacht.
Es ist so selten, dass es Begegnungen für mich gibt, andere Menschen.


Im Baum vor dem Palmenhaus hängt immer noch die Lichterkette des Cafés.
Doch das ist nun auch längst Geschichte.
Unrühmliche mal wieder.
Ein junger Investor (von auswärts) wollte das Gebäude sanieren für ein Café.
Und bis dahin hat er einfach einen Wagen auf den Platz davor gestellt.
Paar Tische, Bänke, eine Hängematte in der Bäumen -
es war einfach wunderschön dort und die Besucher angehnem
 und nicht so erzkonservativ oder Touristen.
Aber so geht das natürlich nicht in dieser Stadt und da finden sich
 allemal Wege zur Vertreibung.
Schade, denn es wäre genau "unser Ort" gewesen!
Den es sonst hier nirgendwo gibt.
Nicht geben soll, Ansätze dafür gab es genug...



In Anbetracht des milden Wetters einige Blumentöpfe aus dem Haus 
schon in die Sommerfrische geschickt.



Auch Begonien habe ich teils schon eingetopft
alle, die bereits zu treiben begonnen hatten.



Quasie über Nacht sind die Forsythien erblüht und als es
Mittwoch mittag zu regen begann
roch die Luft schon wieder nach Staub, wie im Sommer.

Donnerstag Tafeltag, Schlange stehn, Gemüse putzen...


Magnetworte von Ghisalana bekommen, freu.

Ansonsten bringen die Schmerzen mich bald um.
Ich hätte nicht gedacht, dass sie noch steigerungsfähig wären.
Hoffe, die Phase ist bald vorbei und ich kann irgendwann wieder
 ohne Unterstützung laufen.


*

Das Lied der Woche singt heute Wachtang Kikabidse 
"Ballade vom Hund"

Titel des Gedichtes ist eigentlich "Für meinen Hund"
und geschrieben hat es Jewgenij Jewtushenko 1958.




Schwarze Nase drückt sich sehnsüchtig ans Glas
der Hund wartet auf wen, wartet auf irgendwas.

Ich versenk meine Hand tief hinein in sein Fell
Denn auch ich erwart irgendwen der nicht zur Stell.

Sag weisst du es noch, Hund, es gab so eine Zeit
da lebt' hier die Frau, die jetzt fort ist so weit.

Doch was war war sie für mich, was war sie genau -
keine Schwester, nein, und doch auch keine Frau

wie eine Tochter manchmal sie mir erschien
zur Hilfe hielt ich meine Hand ihr hin..

Sie ist nun weit fort. Beruhige dich.
Und es gibt keine Frau, keine andre für mich.

Du mein Hund bist so gut bist ein grossartig Tier
nur eins tut mir leid: du trinkst nicht mit mir!


(Kleine Nachdichtung von mir, war ganz einfach)

*
В стекло уткнувши черный нос,
все ждет и ждет кого-то пес.

Я руку в шерсть его кладу,
и тоже я кого-то жду.

Ты помнишь, пес, пора была,
когда здесь женщина жила.

Но кто же мне была она —
не то сестра, не то жена,

а иногда, казалось,— дочь,
которой должен я помочь.

Она далеко... Ты притих.
Не будет женщин здесь других.

Мой славный пес, ты всем хорош,
и только жаль, что ты не пьешь!

1958
Евг. Евтушенко. Взмах руки. Стихи.
Москва: Молодая гвардия, 1962.




Kommentare:

  1. Your photo manipulations are stunning art - sunny weekend!

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  2. Wunderschön Dein Bilder und Deine Woche und schön, dass Du trotz der Schmerzen den Spaziergang genießen konntest und so viel tolle Gartenarbeit geleistet hast ! Schönes Wochenende!
    Lg Susi

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  3. Hope your walking turns back to JOY.
    Your blog is Stunning . . . . (but, you knew that)
    love & love, -g-

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  4. Gelesen hatte ich schon gestern, aber keine Zeit mehr zum Kommentieren gehabt. Und heute dann mein Aufräumprojekt in unserem Kreativraum zu Ende gebracht. Mich wundert, dass du trotz der Schmerzen & Beeinträchtigungen noch so viel schaffst ( ich merke, wie ich vor einem Jahr, als die OP verschoben werden musste wg. meines Sturzes, gar nichts mehr auf die Reihe bekommen habe - deshalb liegt hier so viel im Argen! ).
    So viele Blumentöpfe mit Begonien! Ich mag sie sehr, finde ihre Pflege aber eher schwierig.

    Nun wünsche ich dir, dass es langsam aufwärts geht mit deinem Heilungsprozess!
    Herzlich
    Astrid

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  5. es ist so schade, dass es das freiluftcafé vorm palmenhaus nicht mehr gibt - wir durften es leider nur einmal dort genießen. schön, dass du dich mit ghislana getroffen hast, ich hoffe, mit uns klappt das auch bald mal!
    eine gute neue woche für dich und liebe grüße
    mano

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  6. Vor einer Woche verloren wir gerade deine Jacke. Ich denke gern an den Spaziergang im Lustgarten mit dir, die vielen Frühlingsblüten und das Picknick auf der Bank am Spielplatz... Freitagabend habe ich sogleich Linsensalat gemacht, er hat uns sehr gemundet... Liebe Grüße nd ganz bald schmerzärmere Zeiten 💛 Ghislana

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    1. PS Wie schön, dass ein paar der Magnetworte sogleich in eine tolle Form gefunden haben...

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