Samstag, 28. April 2018

Wochenrückblick





Letzten Samstag einen wunderschönen frühsommerlichen Spaziergang gemacht
mit Bärlauch sammeln und Füsse kühlen im Bach
und ganz ohne Festhalten am Fahrrad -
so lässt es sich leben!










Allerdings kommt das dicke Ende dann erst am nächsten Tag:
Sonntag und Wochenbeginn wieder krank vor Schmerzen.
Den allernötigsten Alltag so durchziehen müssen -
viel war es nicht.

Dafür hab ich mich ein Weilchen raus an den Gartentisch gesetzt
und einfach Bilder ausgemalt.
So eine Erinnerung an Kindheit, an das Schöne von damals,
als man noch alle Zeit der Welt hatte.
Wenn man klein war und die Mutter froh,
einen mit Papier und Stiften ruhigstellen zu können.
Was bei mir meist gut klappte.
Und der Tisch ist auch noch derselbevon damals, 
der hat unrsprünglich in Halle den Grosseltern gehört,
dann meinen Eltern und jetzt uns.


Heute und jetzt meldet sich allerdings gleich das schlechte Gewissen
und Mutters Vorwürfe höre ich im Geiste:
Was du immer Zeit verplemperst,
mach lieber was Vernünftiges! -
Fällt schwer, sich endlich davon zu befreien
so eingebrannt, wie sich das bei mir hat.
Aber schliesslich bin ich krank,
da darf ich wohl auch einfach mal Zeit verplempern!
Und ich hab mir ein Tablett mit Malzeug gemacht
für noch öfter draussen im Garten.


Beim Suchen im Web völlig zufällig auf die Info gestossen
dass das Grassi-Museum Leipzig seit 15. Januar eine Sonderausstellung
der Arbeiten meines Grossvaters macht.

Im Vorjahr hatte Mutter die plötzliche Idee, alles, was von Opas Lebenswerk noch vorhanden (also das gesamte ideelle und auch materielle Vermögen, was es in unsrer Familie je gab) dem Grassi-Museum zu schenken.
Dazu verlangte sie von uns (Enkeln) dann sogar noch die Rückgabe der einzigen Stücke ,die wir zur Jugendweihe geschenkt bekommen und die uns ein gutes Stück durchs Leben begleitet hatten. Die immer da waren, zur Freude und Erinnerung.
Aber Mutter kann rigoros und unerbittlich sein.

Ich habe mich seinerzeit bei den Grosseltern sehr wohl gefühlt 
und Opa war mein Lieblingsmensch aus der Familie.
Denn wir waren uns vom Wesen her sehr ähnlich.
Stundenlang habe ich als kleines Mädchen neben seiner Werkbank gestanden und zugeschaut, wie er lötete, feilte, granulierte, Steine polierte und einfasste und Schmuckstücke von einzigartiger Schönheit und meisterhafter Handwerkskunst fertigte. Und oft zeigte er mir dann die nach Wochen fertige Arbeit mit den Worten: 
wenn du mal gross bist, wirst du das tragen!
Er war ja damals schon Rentner und musste die Arbeiten nicht mehr unbedingt verkaufen und so blieb von dem Spätwerk doch allerhand in der Familie.
Und ich lebte in freudiger Erwartung aufs Grosswerden...

Allerdings: getragen habe ich niemals etwas davon, ich habe die Stücke seit Kindertagen nie wieder zu Gesicht bekommen! Mutter hielt alles unter Verschluss und nicht einmal leihweise, zu besonderem Anlass durfte ich etwas davon je nutzen.
Nun plötzlich dieser Entschluss. Sie zeigte mir stolz zwei grosse Kästen mit eingewickelten Päckchen: das wird heute abgeholt!
Keines der Stücke durfte ich auswickeln, keines anschauen oder gar fotografieren und eine dinghafte oder bildliche Erinnerung haben wir nun nicht mehr.

Etwas unverständlich, dass das Museum es bei solch grosszügiger Schenkung nicht einmal nötig hat, Angehörige zu informieren und zur Eröffnung einzuladen - -
Und zweitens: eine Sonderausstellung (im Foyer) bedeutet auch, dass die Stücke dann anschliessend im Magazin verschwinden, unsichtbar für alle Ewigkeit.
 Das ist Museumsalltag. Hab selbst mal in einem gearbeitet.
Ehrlich: ich hätte mir schon ein lebendigeres Andenken an ihn gewünscht, 
aber SIE ist die Erbin und kann damit natürlich tun, was sie will.
So etwas tut sehr weh, bei aller Vernunft 
(und das war und ist auch nicht die einzige Spitze im täglichen Umgang)!
Ich habe überlegt, jetzt schnell noch hinzufahren und es mir anzuschauen,
 aber nein, ich tue es doch nicht. 
Es schnürt mir einfach nur die Kehle zu und ich will es lieber nicht sehen.
Jetzt auch nicht mehr. Lieber vergessen.



Mittwoch zum Blutspenden gegangen, denn das ist die einfachste Möglichkeit, eine Blutuntersuchung zu kommen. Wenn etwas nicht okay ist, würde ich darüber informiert. Gerade wenn es mit ärztl. Versorgung nicht so gut aussieht, ist das ein gutes Gefühl.
Allerdings kam es nicht so weit: ich wurde bereits 
nach dem ersten Ohr-Piekser aussortiert.
 HB-Wert zu niedrig. - Das ist mir noch nie passiert und ich kann mich
 auch nicht erinnern, jemals Eisenmangel gehabt zu haben bzw. vom Arzt solches gesagt zu bekommen.

Aber diese Info war dann auch genau das, was ich brauchte!

Immerhin hat ein myofasziales Schmerzsyndrom (vermutlich ist es das, wenn Zöliakie als Ursache nun ausgeschlossen wurde) auch etwas mit Sauerstoffmangel in den Muskeln zu tun. Und Hämoglobin transportiert  Sauerstoff. 
Um dieses zu bilden, wird Eisen benötigt.
Also sofort ein hochdosiertes Eisenpräparat gekauft und nach 4 Tagen 
Einnahme geht es mir schon wesentlich besser.
Die schmerzenden Knoten und Triggerpunkte sind zwar noch da und auch noch einige Beschwerden, aber dieser ganze fiese Dauerschmerz ist verschwunden.
Ich kann wieder besser laufen, kein Bein knickt mehr ein und
 ich kann auch wieder aus der Hocke aufstehn wie ein normaler Mensch. 
Hurra! Endlich ist das überstanden.

Offenbar habe ich seit der Ernährungsumstellung im letzten September permanent zu wenig Eisen gekriegt und dadurch fiel der Schub nun so heftig und ungeahnt schmerzhaft aus. - Gut zu wissen und da werde ich nun darauf achten.
Nächste Woche. ist noch eine Blutspende-Aktion, 
da werde ich wieder hingehn um zu erfahren,
 ob das Problem noch weiter besteht oder damit schon gelöst ist.

Donnerstag war Tafel-Tag, der ist immer anstrengend und wird von mir sozusagen 
aus der normalen Alltagsfolge herausgestrichen. 
Zum Glück (für mich) nur aller 2 Wochen,
 was die Versorgung angeht, eher zum Unglück.


So, und nun danke ich fürs Lesen und wünsche ein schönes Wochendende.
Mein nächster Spaziergang und die Tage danach können nur besser werden..


Kommentare:

  1. Das war einfach eine sehr unerbittliche Generation, die uns da aufgezogen hat!
    Ich habe gerade im Radio ein Gespräch mit einem gehört, der seine Eltern bis zum Tod pflegen musste ( was ihm schwer fiel ) und der doch noch einige ihrer "Geheimnisse" entlocken konnte, was das Verhältnis doch auch ein bisschen verändert hat. Er hat dann ein Buch darüber geschrieben, muss mal recherchieren.
    Solche Sprüche kenne ich durchaus auch, solches Verhalten allerdings nicht.
    Schön, dass du eine Ursache für deine Schmerzen gefunden hast und wieder im Damenbad 😄 unterwegs sein kannst!
    GLG
    Astrid

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  2. Also dass finde ich sehr schade, dass man dir deine Erinnerungsstücke deines geliebten Großvaters genommen hat.
    Deine Mutter scheint sehr bestimmend zu sein.
    Da sah es, Gottseidank, in meinem Elternhaus anders aus.
    Obwohl meine Mutter an "Manischen Depressionen " litt, was auch nicht immer einfach war ;-)
    Unverständlich ist mir das Gebaren des Museums.
    Da würde ich schon mehr Verständnis und Dankbarkeit erwarten !
    Dein Spaziergang gefällt mir, da würde ich gerne mal mit gehen.
    Leider sind es bis dorthin gut 3.3/4 Std, zu fahren, ist doch ein Bisschen weit .
    schade.
    Mach´s gut und noch einen schönen Sonnentag
    ♥lichst Jutta

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  3. ...your world is so green now!

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  4. Versteh ich nicht - und das ist dieselbe Mutter die du pflegst?! Unverständlich solch Verhalten. Gut dass mit einem Eisenpräparat solche Besserung zu spüren sind.
    Frohes Wochenende und viel SPaß beim Gartenmalen!

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