Donnerstag, 11. Juli 2013

Alessandro Baricco "Seide"


Ich habe lange kein Buch mehr vorgestellt.
Es ist einfach so, dasz es sehr viele Bücher gibt - und etliche davon habe ich in inzwischen gelesen - aber nur sehr selten begegnet man einem, das herausragt aus der Masse.
Durch seine Geschichte und/oder die Art und Weise, wie es geschrieben ist.
Jetzt bin ich endlich wieder einem solchen begegnet:


"Seide" von Allessadro Baricco.
Piper-Verlag 1998, 131 Seiten
ISBN 3-492-3944-8

Auf die Seitenzahl eines Buches kommt es nicht an.
Und für mich auch nicht aufs Erscheinungsjahr oder die Erwähnung in aktuellen Bestsellerlisten.
Ich lese ohnehin nicht, was gerade neu ist (könnte ich mir nie kaufen) und wähle meine Bücher nicht nach allgemeiner Beliebtheit.
Das, was wirklich gut und wichtig ist, finde ich eher zufällig, bzw. es findet mich.

Diese stille, auszergewöhnliche und poetische Liebesgeschichte ist einfach abnrührend.
Und wunderbar geschrieben: knapp und präzise.
Die Sprache nicht überfrachtet, sondern verdichtet, fast schon bis hin zur Dichtung.
So gefällt es mir!
Und die Handlung des Romans paszt genau in die Zeit, in die Ereignisse, derer man sich gerade jetzt erinnert.
An die wirtschaftliche Öffnung Japans.
Die Geschichte erzählt von einem Seidenraupenhändler, welcher in schwierigen Expeditionen 1851 ins noch unzugängliche Japan gelangt und er erlebt dort dann etwas später dort auch die Kriegswirren mit.
Soviel zur Handlung.
Den Buchinhalt kann ich nicht beschreiben. Er wartet darauf, jeden Leser ganz persönlich ins Herz zu treffen.


Zu den geschichtl. Erreignissen jener Zeit hier ein Zitat aus dem heutigen Zweitausendeins-Newsletter:
Seit 1603 hatte sich der feudale Inselstaat vom Rest der Welt abgeschottet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, war der Austausch von Handelsgütern genauso wenig erlaubt wie die Ein- oder Ausreise in das Kaiserreich. Das änderte sich erst, als am 8. Juli 1853 der amerikanische Offizier Matthew Perry mit vier Kanonenschiffen im Schlepptau die Küste Nippons erreichte – und dem japanischen Kaiser die unmissverständliche Forderung aus den USA überbrachte, dass man endlich ein freundschaftliches Miteinander pflegen und Handelsbeziehungen aufnehmen solle. Von der Kampfstärke der Kanonen sichtlich beeindruckt, schloss Japan unter der Ägide des de-facto-herrschenden Shoguns im März des Folgejahres einen ersten Vertrag, der die Isolationspolitik des fernöstlichen Reiches beendete. Wenig später begannen dann die Meiji-Reformen, die gemeinsam mit der neuen Handelspolitik den Grundstein für den industriellen Aufstieg des „Landes der aufgehenden Sonne“ legten.

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